Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was sollte man als "Anfänger-Assi" fachlich wissen/können?
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Hellequin
27.01.2008, 18:25
"DAS HAMMA SCHON IMMER SO GEMACHT!"
Auch bekannt als "Grandfather Rule". :-))
John Silver
27.01.2008, 21:25
Jepp. Auch bekannt als der Gipfel der Ignoranz und Idiotie.
"Der Operateur steht unter Streß, er darf das (andere anmotzen, beleidigen, erniedrigen, mit Instrumenten um sich schmeißen etc.)".
So wie unsere Einjaehrigen
:-))
alley_cat75
28.01.2008, 18:11
Also in meinem Innere-PJ war der Assistenzarzt (mit mir zusammen) alleine für 35 Pat. ...
Am 5. Tag (als PJ) war Chefvisite, ... und so stand ich zum erstenmal alleine mit mir, einer Kurve und dem Chefarzt auf Station...
Haben wir in der gleichen Klinik PJ gemacht? :-)) Diese Erlebnisse deute ich an mir selbst dafür, dass ich nicht völlig unwissend und untauglich ins ärztliche Berufsleben gestartet bin. Kann man also so und so sehen. Natürlich hatte auch ich (habe immer noch) riesige Wissenslücken, gerade was alltägliche Klinikroutine, Bürokratie, Notfälle angeht - bin aber sehr, sehr nett und kuschlig eingearbeitet worden und versuche das an meine neuen Kollegen weiterzugeben. Es ist nur wirklich extrem frustran, wenn wieder eine Woche vergangen ist und sich keine Fortschritte zeigen. Mittwoch ist Chefarztvisite und sie wird allein sein. :-oopss Es klappt ja kaum mit den 4 Patienten. :-nix
Mittwoch ist Chefarztvisite und sie wird allein sein. :-oopss Es klappt ja kaum mit den 4 Patienten. :-nix
Da bin ich ja mal gespannt...steh eigentlich nicht auf Fortsetzungsromane, aber das klingt interessant und macht mir Hoffnung, dass ich doch nicht ganz abstinken werde in meinen ersten Wochen...
Na dann bin ich mal auf den Do-Morgen-Bericht gespannt... :-))
Alley, entschuldige die OT-Frage aber du hast Email & PN ausgeknippst:
Welche Programme nutzt du, daß du deiner Kollegin deinen Palm geliehen hast?
Danke!
Ich frage noch mal nach, vielleicht hast du es überlesen ;-)
alley_cat75
31.01.2008, 03:14
Rote Liste, Pocket EKG, Herold. Arzneimittelpocket - alles für Palm OS
Rote Liste, Pocket EKG, Herold. Arzneimittelpocket - alles für Palm OS
Danke :-top
@Alley: Nach Durchlesen des gesamten Threads interessierts mich auch, wie die ganze Geschichte bei euch auf Station weitergegangen ist..
Komme zwar erst ins 5. klinische, aber habe wirklich oft das Gefühl, dass die Praxiserfahrung im Studium leider absolut auf der Strecke bleibt. Da sitzt man seine Zeit in so Fächern wie Medizingeschichte oder Biomathe oder sonstigem zusätzlichen Spaß ab und denkt z.B.: wozu muss ich jetzt wissen, dass der Jodmangel dadurch entstand, dass in der Eiszeit die Böden ausgewaschen wurden??? Stattdessen wäre es doch wirklich wünschenswert in dem Semester einen EKG-Kurs öder Rö-Kurs oder sonstiges praxisbezogene Dinge anzubieten - einfach um schon mal ein paar Basics kennenzulernen und auch um Lust auf die Praxis zu machen. Manchmal frage ich mich auch, wie es sein wird, wenn man ins PJ kommt und von der Praxis so gut wie gar keine Ahnung hat. Ich finds einfach nur schade, denn es wäre bestimmt nicht so schwer, dass Studium in eine praxisbezogenere Richtung zu ändern - es muss ja nicht gleich die teure computergesteuerte Puppe sein, an der ich bestimmte Dinge üben kann (von sowas wagt man ja kaum zu träumen), aber praxisbezogene Kurse für alle (wie EKG,Sono etc) statt so Theoriekram wie oben erwähnt, müssten doch möglich sein...
Unsere Radiologieerfahrungen beschränken sich auf Radio im 1. klin. Semester mit MC-Abschlussklausur ohne Abbildung eines einzigen Rö-Bildes! Stattdessen fragt man dann lieber wie so ein CT funktioniert... :-?
PS: Das soll jetzt weder rechtfertigen, was die neue Assistentin bei Alley kann oder nicht kann, da möchte ich mir von meinem Ausbildungsstand her kein Urteil erlauben. Aber mir lags auf dem Herzen einfach generell noch mal den sturen Theoriebezug im Studium anzusprechen..
John Silver
17.02.2008, 22:18
Die Theorielastigkeit des Studiums ist keine Neuigkeit. Die Rettung des Ertrinkenden ist Sache des Ertrinkenden. Wenn Du denkst, daß Dir beispielsweise Erfahrung und Kenntnisse in der Radio oder bei der EKG-Auswertung fehlen, dann nimm die Sache selbst in die Hand. Nimm ein EKG-Lehrbuch mit Beispielen und gehe es mal gemütlich durch. Bringt schon mal eine Menge. Und um Röntgenbilder etc. gut befunden zu können, gehst Du einfach mal in die Radio (wenn keine Vorlesungen anstehen), und fragst, ob Du ein Paar Tage bei der täglichen Routineauswertung von Rö-Thoraces etc. mitmachen darfst. Drei Tage werden Dir mehr bringen, als 3 Monate Rö-Kurs (und es gibt keine Klausuren).
trina1081
18.02.2008, 10:11
@Alley: Nach Durchlesen des gesamten Threads interessierts mich auch, wie die ganze Geschichte bei euch auf Station weitergegangen ist..
Komme zwar erst ins 5. klinische, aber habe wirklich oft das Gefühl, dass die Praxiserfahrung im Studium leider absolut auf der Strecke bleibt. Da sitzt man seine Zeit in so Fächern wie Medizingeschichte oder Biomathe oder sonstigem zusätzlichen Spaß ab und denkt z.B.: wozu muss ich jetzt wissen, dass der Jodmangel dadurch entstand, dass in der Eiszeit die Böden ausgewaschen wurden??? Stattdessen wäre es doch wirklich wünschenswert in dem Semester einen EKG-Kurs öder Rö-Kurs oder sonstiges praxisbezogene Dinge anzubieten - einfach um schon mal ein paar Basics kennenzulernen und auch um Lust auf die Praxis zu machen. Manchmal frage ich mich auch, wie es sein wird, wenn man ins PJ kommt und von der Praxis so gut wie gar keine Ahnung hat. Ich finds einfach nur schade, denn es wäre bestimmt nicht so schwer, dass Studium in eine praxisbezogenere Richtung zu ändern - es muss ja nicht gleich die teure computergesteuerte Puppe sein, an der ich bestimmte Dinge üben kann (von sowas wagt man ja kaum zu träumen), aber praxisbezogene Kurse für alle (wie EKG,Sono etc) statt so Theoriekram wie oben erwähnt, müssten doch möglich sein...
Unsere Radiologieerfahrungen beschränken sich auf Radio im 1. klin. Semester mit MC-Abschlussklausur ohne Abbildung eines einzigen Rö-Bildes! Stattdessen fragt man dann lieber wie so ein CT funktioniert... :-?
PS: Das soll jetzt weder rechtfertigen, was die neue Assistentin bei Alley kann oder nicht kann, da möchte ich mir von meinem Ausbildungsstand her kein Urteil erlauben. Aber mir lags auf dem Herzen einfach generell noch mal den sturen Theoriebezug im Studium anzusprechen..
Studierst du zufällig in MD?
Alles was du schreibst, kommt mir so bekannt vor. Vor allem die fehlenen Kurse wie EKG, Sono oder Radio
@John: Ja klar kommts auf Eigeninitative an, keine Frage da widerspreche ich dir gar nicht. Aber es ist doch einfach absoluter Humbug im Lehrplan ein ganzes Semester für Medizingeschichte oder Biomathe anzusetzen, während praktische Dinge so gut wie gar nicht drin stehen oder? Letztlich sollte es doch nicht nur in meinem Interesse sein, dass ich nach Studienende was für die Praxis mitgenommen habe, sondern auch im Interesse derer, die einen ausbilden - und wenn die Praxis da gar nicht wirklich berücksichtigt wird, so finde ich das absolut schade.
@trina: Nein, nicht in MD sondern in BN. Aber da sieht man mal, dass es im Endeffekt überall ähnlich ist.
Ich denke solche Dinge wie EKG, Röntgen und Sono sollten schon einen gewissen Platz im Studium haben, daa meiste, was man für diese 3 DInge wissen und können muß, muß man aber aktiv lernen und das geht nur beschränkt in dem Umfang in einem Seminar oder Vorlesung oder einer Praktikumseinheit.
Auchwenn man 4 oder 5 mal ein EKG Seminar hatte, reicht das meiner Meinung nach nicht. Aber wenn man ein EKG BUch durcharbeitet, ein paar Übungs EKGs macht, sich jedes EKG auf Station nimmt und hinterher durchgucken lässt, lernt man es. Sind halt schon etwas praktische Sachen, die man schlecht in nem Seminar mal eben vermitteln kann oder in ner Vorlesung. Eher in einer Famulatur aber dazu gehört halt, dass man nebenher auch was dazu liest.
Für Thorax Röntgen genauso.
Bei uns gabs zwar EKG Seminare und freiwillige Thorax Röntgen Seminare aber die Leute, die sich nur da reingesetzt haben und sonst nichts getan haben, können es trotzdem natürlich nicht. Man muß da schon bisschen was für tun, es gibt echt gute EKG Bücher und gute Röntgen Thorax Bücher, die nicht zu dick sind und einem gute Grundfertigkeiten vermitteln, besser als wenn man sich passiv im Seminar berieseln lässt. :-meinung
Ich persönlich finde, dass gerade bei so praktischen Dingen auch die Eigeninitiative bei vielen Studenten ziemlich schlecht ist, wir hatten auch im PJ EKG Seminare und viele hatten echt keine AHnung aber irgendwie auch kein Interesse daran das zu ändern. :-meinung
Also ich kann nur jedem empfehlen sich selber um solche Dinge zu kümmern, 1.machts nen guten Eindruck im PJ und 2.lernt man so auch mehr, wenn man im PJ Rückmeldung zu EKG und Thorax Befundung bekommt.
John Silver
18.02.2008, 20:45
Ich denke solche Dinge wie EKG, Röntgen und Sono sollten schon einen gewissen Platz im Studium haben, daa meiste, was man für diese 3 DInge wissen und können muß, muß man aber aktiv lernen und das geht nur beschränkt in dem Umfang in einem Seminar oder Vorlesung oder einer Praktikumseinheit.
Auchwenn man 4 oder 5 mal ein EKG Seminar hatte, reicht das meiner Meinung nach nicht. Aber wenn man ein EKG BUch durcharbeitet, ein paar Übungs EKGs macht, sich jedes EKG auf Station nimmt und hinterher durchgucken lässt, lernt man es. Sind halt schon etwas praktische Sachen, die man schlecht in nem Seminar mal eben vermitteln kann oder in ner Vorlesung. Eher in einer Famulatur aber dazu gehört halt, dass man nebenher auch was dazu liest.
Für Thorax Röntgen genauso.
Da bin ich anderer Meinung. Es ist sehr wohl möglich, die Auswertung von EKGs oder Röntgenbildern im Rahmen eines Seminars zu lernen. Vorausgesetzt, es sitzen keine 100 Leute im Saal, und wiederum vorausgesetzt, der Dozent weiß, wie man Dinge erklärt, und nicht bloß Powerpoint-Folien vorliest. Zumindest die EKG-Auswertung habe ich nämlich hauptsächlich in Eigenregie und durch Erklärungen erfahrener Kollegen gelernt. All das, was ich zu diesem Zweck tat, kann man sehr wohl im Rahmen eines Seminars unterbringen. Es wäre halt nur wesentlich aufwändiger, solche Seminare in kleinen Gruppen durchzuführen, als irgendwelche weitgehend sinnlosen Standardvorlesungen von der Stange.
Mir kommt es bei unseren Neuen eigentlich immer nur auf zwei Sachen an:
1. mit offenen Augenrumlaufen und
2. FRAGEN.
Habe bislang 3 neue Assitenzärzt eingearbeitet. Bisz beim 3. bin ich gerade dabei und den ersten beiden sollte ich auch noch die ersten OPs beibringen, dabei bin ich selber erst knapp 2 Jahre dabei.
Die erste fand ich super, hat immer mit geschaut, überall mal dabeigewesen, biel gefragt und auch im OP konnte ich mich zurücklehne, weil sie immer fragte, wenn sie unsicher war oder ich noch mal einen Blickwerfen sollte, oder es wirklich schwierig war.
Die zweite (Gastärztin, spricht eigentlich super deutsch), meinte erst immer alles schon zu wissen, hat sich dann stundenlang irgendwo hingesetzt uns Sachen gelesen, war nie auf Station anzutreffen und bei der OP konnte man sich nicht darauf verlassen, daß sie auch Blutwerte und Einwilligung beim Patienten überprüft hat. Weiß übrigens nach einem Jahr auch noch nicht, daß man eine rosa Braubüle mit einem rosa Mandrin abstöpselt.
Der Neuste ist zwar super nett und macht auch viel. Aber nur das was er schon kann und nicht was er dringend lernen muß (PRAXIS).
Also im Ganzen: einfach rumschauen, helfen, fragen was man nicht versteht, wie was gemacht wird und immer auch die Grenzen kennen. Die Theorie kann man dann ja selber nachlesen, muß ja nun keinem das Lehrbuch als Kurzvortrag halten.
Es ist nur wirklich extrem frustran, wenn wieder eine Woche vergangen ist und sich keine Fortschritte zeigen. Mittwoch ist Chefarztvisite und sie wird allein sein. :-oopss Es klappt ja kaum mit den 4 Patienten. :-nix
Wie sieht es denn nun aus? Hat sie sich besser eingearbeitet und leistet sie mehr oder gibt es noch immer das selbe Schauspiel?
meistereder
30.03.2008, 15:22
Also ich bin jetzt seit 8 Wochen im Job (Innere). Hab ein gutes Examen und ne gute Diss und hab mir vorher nochmal Bücher durchgelesen und die wichtigsten Dinge und auch Medikamente auswendig gelernt. Selbstbewußt die Stelle angetreten, da kann ja nix schiefgehen, dachte ich.
Am ersten Tag bekam ich eine Station und war hier zuständiger Assi. Außer mir kennt nur mein Oberarzt die Patienten, der aber kaum Zeit hat, irgendwas zu besprechen oder gar zu erklären. Täglich muss ich mir anhören, wie falsch alles sei und wie "unprofessionell" (Lieblingswort des OA) meine Arbeit wäre. Ich habe als Anfänger immerhin nur 10 Patienten, aber aus allen Teilgebieten mit Schwerpunkt Onkologie (was ich am wenigsten beherrsche).
Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, dass ich da völlig überfordert bin; brauche ewig fürs Briefeschreiben, KLeinigkeiten dauernd nachlesen und abends checken, ob ich auch wirklich nichts vergessen habe und komme nie vor 19h raus. Mittagspause mache ich selten. Kollegen beteuern zwar alle, das sei normal und bei ihnen genauso gewesen, aber die ursprünglich sehr hohe Motivation ist bei mir bei Null angekommen.
Interessant, dass vor mir schon drei andere Kollegen es weniger als 6 Monate in der Abteilung ausgehalten haben....
Momentan lese ich sehr interessiert Stellenanzeigen im Ärzteblatt und Internet und werde demnächst wieder Bewerbungen schreiben...
hast du mal ganz klar mit deinem oa geredet? könnte er sich denn mehr kümmern um die station (und deine ausbildung) oder ist er selbst so im zeitdruck?
wie wäre es, auf eine nicht so spezielle station zu wechseln? bevor ich mir ein neues kh suche würde ich auf jeden fall mit dem oa und notfalls auch mit dem chef sprechen.
Feuerblick
30.03.2008, 19:53
Also ich bin jetzt seit 8 Wochen im Job (Innere). Hab ein gutes Examen und ne gute Diss und hab mir vorher nochmal Bücher durchgelesen und die wichtigsten Dinge und auch Medikamente auswendig gelernt. Selbstbewußt die Stelle angetreten, da kann ja nix schiefgehen, dachte ich.
Am ersten Tag bekam ich eine Station und war hier zuständiger Assi. Außer mir kennt nur mein Oberarzt die Patienten, der aber kaum Zeit hat, irgendwas zu besprechen oder gar zu erklären. Täglich muss ich mir anhören, wie falsch alles sei und wie "unprofessionell" (Lieblingswort des OA) meine Arbeit wäre. Ich habe als Anfänger immerhin nur 10 Patienten, aber aus allen Teilgebieten mit Schwerpunkt Onkologie (was ich am wenigsten beherrsche).
Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, dass ich da völlig überfordert bin; brauche ewig fürs Briefeschreiben, KLeinigkeiten dauernd nachlesen und abends checken, ob ich auch wirklich nichts vergessen habe und komme nie vor 19h raus. Mittagspause mache ich selten. Kollegen beteuern zwar alle, das sei normal und bei ihnen genauso gewesen, aber die ursprünglich sehr hohe Motivation ist bei mir bei Null angekommen.
Interessant, dass vor mir schon drei andere Kollegen es weniger als 6 Monate in der Abteilung ausgehalten haben....
Momentan lese ich sehr interessiert Stellenanzeigen im Ärzteblatt und Internet und werde demnächst wieder Bewerbungen schreiben...Sprich mit OA und Chef, dass du nun mal Berufsanfänger bist und es unverantwortlich von den Vorgesetzten ist, einem Berufsanfänger, der nicht einmal das Haus kennt, eine Station alleine und ohne Einarbeitung zu übergeben. Wenn das nicht fruchtet, such dir was Neues. :-dafür
Zitat von meistereder
Also ich bin jetzt seit 8 Wochen im Job (Innere). Hab ein gutes Examen und ne gute Diss und hab mir vorher nochmal Bücher durchgelesen und die wichtigsten Dinge und auch Medikamente auswendig gelernt. Selbstbewußt die Stelle angetreten, da kann ja nix schiefgehen, dachte ich.
Am ersten Tag bekam ich eine Station und war hier zuständiger Assi. Außer mir kennt nur mein Oberarzt die Patienten, der aber kaum Zeit hat, irgendwas zu besprechen oder gar zu erklären. Täglich muss ich mir anhören, wie falsch alles sei und wie "unprofessionell" (Lieblingswort des OA) meine Arbeit wäre. Ich habe als Anfänger immerhin nur 10 Patienten, aber aus allen Teilgebieten mit Schwerpunkt Onkologie (was ich am wenigsten beherrsche).
Ich habe kein Problem damit, zuzugeben, dass ich da völlig überfordert bin; brauche ewig fürs Briefeschreiben, KLeinigkeiten dauernd nachlesen und abends checken, ob ich auch wirklich nichts vergessen habe und komme nie vor 19h raus. Mittagspause mache ich selten. Kollegen beteuern zwar alle, das sei normal und bei ihnen genauso gewesen, aber die ursprünglich sehr hohe Motivation ist bei mir bei Null angekommen.
Interessant, dass vor mir schon drei andere Kollegen es weniger als 6 Monate in der Abteilung ausgehalten haben....
Momentan lese ich sehr interessiert Stellenanzeigen im Ärzteblatt und Internet und werde demnächst wieder Bewerbungen schreiben...
Hi meistereder,
ich kann mich total gut in Deine Lage reinversetzen...
Bin auch grad zwei Monate dabei, hatte allerdings nach dem Examen ein halbes Jahr "Zwangspause" wegen Stellensuche.
Ich arbeite auf der Allgemeinchirurgie, hatte nach drei Wochen den ersten Dienst, meiner Meinung nach keine richtige Einarbeitung (die Mitassis haben sich wirklich Mühe gegeben, keine Frage, aber was von oben nicht organisiert ist, können sie nicht wirklich ausbügeln. Die Arbeit ist ja da und muss gemacht werden, und sie können sich ja auch nicht dauernd Zeit nehmen).
Ich war bereits in der ersten Woche teilweise stundenweise allein auf Station (ca. 25-30 Pat.), in der zweiten Woche teilweise den ganzen Tag. Ein OA war rein theoretisch tel. erreichbar.
Ganz ehrlich, ich war/bin sehr oft überfordert, v.a. auch an den WE´s, ich bin in der Notaufnahme, habe keine Ahnung von Unfallchirurgie oder Notaufnahme ;-)) (hatte weder Fam. noch PJ dort), muss die Pat. aber behandeln, etc..
Mittlerweile hab ich mich damit abgefunden. Ich denke, den anderen ging es nicht anders (was sie, wie Du ja auch beschreibst, sagen). Man wird einfach ins kalte Wasser geschmissen und muss schwimmen lernen. Dass das sch***** ist, ist klar, ändert nur leider nichts an der Situation.
Mein CA hat mich nach ca. einem Monat auf die Seite genommen und gesagt, ich solle die Ansprüche, die ich selbst an mich habe, etwas zurückschrauben, meinen Perfektionismus etwas bändigen, mich nicht so unter Druck setzen...ich könne noch nicht alles erkennen,Therapien einleiten, etc, woher auch... Das sei eine Entwicklung. Die OÄ und der CÄ könnten das, das komme mit der Zeit.
Was ich damit sagen will, meine OÄ und der CA kritisieren auch viel, Lob bzw. Anerkennung habe ich seither bereits *denknach* einmal bekommen.
Du bist Anfänger.
Der Laden muss laufen, das Studium bereitet uns darauf allerdings nicht vor.
Die wissen, dass Du Anfänger bist (hallo? Vorstellungsgespräch?). Ich würde mal direkt mit dem CA sprechen bzw. mit dem OA, der die ganzen lustigen Dinge sagt. Der ist ja auch nicht mit seinem Wissen auf die Welt gekommen.
Ich mache meine Arbeit, auch wenn ich Dinge vergesse, o.ä. Hallo, ich bin Anfänger, aber ich tue mein Bestes.
Wenn allerdings die Gespräche keine Lösung bringen, bzw. sie sich nicht in Deine Lage reinversetzen können/wollen, geh woanders hin.
Ich würde jedoch nicht diese Lösung nehmen, wenn man vorher nicht den Versuch der Klärung gewagt hat.
LG Jirona
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