Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gehalt
Seiten :
1
2
3
4
5
6
7
[
8]
9
10
11
12
13
Eben.Wie kann man als Medizinstudent nur so eine lächerliche Tabelle ernstnehmen?
3040 Euro als brutto-Durchschnittsgehalt aller Krankenhausärzte, also als Durchschnitt aller Ärzte vom Assistenzarzt im ersten WB-Jahr bis hinauf zum Chefarzt. Darüber lachen ja sogar die Hühner meiner Oma.
Die Gehaltsdiskussionen hier werden immer absurder.
Die im Link angegeben List zeigt doch auch, woher diese Info kam: "XY, 37J, Assistenzärztin Psychiatrie Reutlingen"--
also sicher keine total objektive gut recherchierte DURCHSCHNITTS-Angabe ALLER Ärzte ?!
3040 Brutto als Assi (vermutlich zu Beginn der WB) in einer Psychiatrie die zur Diakonie gehört ist denke ich nicht ungewöhnlich...
Wie kann man sowas als Quelle ernstnehmen und zum Diskussions-Gegenstand nehmen?
:-nix
Gute Einarbeitung und Ausbildung ist mit gutem Gehalt eben nicht vereinbar.
Kann ja auch gar nicht so sein. Denn der best ausgebildete Assi würde immer quasi als fünftes Rad am Wagen mitlaufen müssen, um wirklich zu lernen, viel Supervision benötigen und alles was er macht würde noch kontrolliert werden.
lg Espressa
Das sehe ich ganz anders. Gute Einarbeitung ist natürlich Zeit und Arbeitsaufwendig am Anfang, aber ein Arbeitgeber investiert ja da in dich.
Es heißt ja see one, do one, teach one und nicht see hundreds, do a few, get teached. Natürlich muss man erst mal alles gezeigt und beigebracht bekommenn, bevor man es kann, aber wenn man es kann muss doch nicht ständig einer hinter Dir stehen. Das ist ja genauso mit deinen PJlern, wenn du die losschickst um irgedwas zu punktieren musst du theoretisch ja auch hinter denen stehen.
Und nach ein paar Monaten Einarbeitung sollte man schon einigermaßen sicher auf den eigenen Beinen stehen, und selbst gestandene Oberärzte kommen manchmal ins Rudern wenn was vollkommen neues auf Sie zu kommt.
Espressa
24.01.2009, 11:13
Das sehe ich ganz anders. Gute Einarbeitung ist natürlich Zeit und Arbeitsaufwendig am Anfang, aber ein Arbeitgeber investiert ja da in dich.
Es heißt ja see one, do one, teach one und nicht see hundreds, do a few, get teached. Natürlich muss man erst mal alles gezeigt und beigebracht bekommenn, bevor man es kann, aber wenn man es kann muss doch nicht ständig einer hinter Dir stehen. Das ist ja genauso mit deinen PJlern, wenn du die losschickst um irgedwas zu punktieren musst du theoretisch ja auch hinter denen stehen.
Und nach ein paar Monaten Einarbeitung sollte man schon einigermaßen sicher auf den eigenen Beinen stehen, und selbst gestandene Oberärzte kommen manchmal ins Rudern wenn was vollkommen neues auf Sie zu kommt.
Ich geb dir teilweise recht. Klar muss man auch vieles selbst machen. Aber es gibt schon so einiges, das man nciht mit einmal zeigen und machen sofort kann. Das dauert eben. Und es gibt auch genug Sachen, kaum kann man eine, hat man noch weitere vor sich. Grad wenn man von der Rotation ausgeht - ständig in neue Bereiche zu wechseln - kann man gar nicht lang wirklich produktiv sein.
Wenn man nach ein paar Monaten schon alles allein kann, wozu dauert die Ausbildung dann Jahre?
Ich beklage mich nicht, ich hab in meinem Job gut Möglichkeit vieles zu lernen und hab auch immer jemanden den ich fragen kann. Aber von den Gehältern die hier manche nennen, kann ich nur träumen.
Und ich denke, um mehr Geld fordern zu wollen, müsste ich einfach mehr ganz allein können.
lg Espressa
Wie kann man sowas als Quelle ernstnehmen und zum Diskussions-Gegenstand nehmen? Nachdem der User tarumo damals den Hinweis auf diese Tabelle gepostet hatte und sich die Diskussionsteilnehmer darin einig geworden waren, dass sie unbrauchbar sei, hat einer der User herausgefunden, auf welche Statistik ein Teil der Zahlen zurückgeht. Es ist eine Gehalts- und Lohnstrukturerhebung des statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2001, deren Zahlen auf das Jahr 2005 (oder 2006?) hochgerechnet worden sind.
Die Datenerhebung hatte nur in Betrieben des gewerblichen Sektors (http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Publikationen/Querschnittsveroeffentlichungen/WirtschaftStatistik/AllgemeinesMethoden/EinzeldatenScientificUseFile,property=file.pdf) und in einigen Teilen des privatwirtschaftlichen Dienstleistungssektors stattgefunden.
Die vom statistischen Bundesamt ausgewählten Betriebe mussten alle Beschäftigten jeweils bestimmten vorgegebenen Berufen zuordnen und dann angeben, wieviel sie diesen Leuten im Monat Oktober 2001 gezahlt hatten. Dazu gehörte alles, was die Leute bekommen hatten: Grundgehalt und sämtliche zusätzlichen Zahlungen für Überstunden, Schichtzulagen, anteiliges Weihnachtsgeld und Wasweißichsonstnoch.
Da die Zahlen in dieser Statistik aber alle aus der Wirtschaft stammen, sind natürlich keine Zahlen für den Öffentlichen Dienst (Krankenhäuser, öffentliche Schulen, Gerichte) enthalten. Die Zahlen für die Gehälter von Ärzten, Lehrern, Richtern etc. musste der Verfasser dieser Tabelle deshalb aus anderen Quellen, die er aber nicht genannt hat, beschaffen.
Als Durchschnittsgehalt der Ärzte hat er anscheinend das Grundgehalt der Berufseinsteiger genommen, nämlich das damalige (Jahr 2006) Grundgehalt eines Assistenzarzts nach TVÖD im ersten Berufsjahr. Und selbst das war damals schon höher als 3040 Euro, wenn man das anteilige Weihnachtsgeld mit betrachtet hat.
Zum Ausgleich hat er für Lehrer als Durchschnittsgehalt das Spitzengehalt genommen: nämlich das Gehalt der höchsten Entgeltgruppe, also ein Gehalt, das nur ein paar Prozent der Lehrer jemals erreichen (z. B. Schulleiter an Gymnasien oder Lehrer bei Kultusministerien und Schulaufsichtsbehörden). :-))
Die im Link angegeben Liste zeigt doch auch, woher diese Info kam: "XY, 37J, Assistenzärztin Psychiatrie Reutlingen"--
also sicher keine total objektive gut recherchierte DURCHSCHNITTS-Angabe ALLER Ärzte ?!
3040 Brutto als Assi (vermutlich zu Beginn der WB) in einer Psychiatrie die zur Diakonie gehört ist denke ich nicht ungewöhnlich...Diese Tabelle führt sich gerade bei den Angaben zu den Ärztegehältern selbst ad absurdum:
In der linken Spalte steht als "Durchschnittsverdienst" von Krankenhausärzten 3040 Euro brutto, in der rechten Spalte steht als Gehalt dieser konkreten 37jährigen Assistenzärtin 4369Euro. Demnach hätte diese Assistenzärztin ein Gehalt, das weit über dem Durchschnitt aller Krankenhausärzte läge.
Medimatze
25.01.2009, 19:02
Hmm, ich lese da so den Gehalt-Thread, und dann den Treffpunkt für gestresste..., und ein Gedanke zwängt sich dabei unweigerlich auf:
Gute Einarbeitung und Ausbildung ist mit gutem Gehalt eben nicht vereinbar.
Kann ja auch gar nicht so sein. Denn der best ausgebildete Assi würde immer quasi als fünftes Rad am Wagen mitlaufen müssen, um wirklich zu lernen, viel Supervision benötigen und alles was er macht würde noch kontrolliert werden. Alles was wer anderer macht würde ihm erklärt und gezeigt werden.
Aber kann man DAFÜR dann auch noch ein fettes Gehalt erwarten? Wenn man quasi kaum selbst produktiv ist? Wohl kaum.
Dafür sammeln unter unerträglicher Dienstlast stöhnende Kollegen auch wieder zusätzliche Zahlungen - auch wenn es manchen bestimmt als eine unverhältnismäßige Vergütung erscheint...
Jedenfalls denk ich wird das Lot immer eher auf die eine oder andere Seite schwingen. Klar, gut ist es nicht, ich befürworte solche Zustände auch nicht; aber that's life.
lg Espressa
würde ja bedeuten dass niemand am anfang geld bekommen dürfte. azubis bekommen sogar geld dafür dass sie zusätzlich arbeit machen. man muss halt investieren um irgendwann zu profitieren.
was du da von dir gibst ist ehrlichgesagt ziemlicher unsinn!!!
John Silver
25.01.2009, 20:11
Gute Ausbildung ist mit einem anständigen Gehalt sehr wohl vereinbar. Ausbildung ist ja nicht kontinuierlich von morgens bis abends notwendig, und auch nicht möglich, denn irgendwann steigt einem Rauch aus den Ohren. 1-2 formlose Seminare bzw. Vorträge pro Woche, Morbidity+Mortality, und ggf. Patho-Konferenzen reichen schon aus. Und natürlich operieren lassen. Die ganze übrige Zeit verbringen Assistenten mit den Routineaufgaben, und deren Erledigung ist einiges wert, auch monetär.
Espressa
25.01.2009, 20:55
würde ja bedeuten dass niemand am anfang geld bekommen dürfte. azubis bekommen sogar geld dafür dass sie zusätzlich arbeit machen. man muss halt investieren um irgendwann zu profitieren.
was du da von dir gibst ist ehrlichgesagt ziemlicher unsinn!!!
Ruhig Blut. Sage ja nicht dass man KEIN Geld bekommen soll.
Aber ein Azubi kriegt auch nicht das was der Meister verdient. Und im Grunde sind Assis zumindest im ersten Jahr auch nix anderes...
Mal ehrlich, am Hungertuch muss wohl keiner der Docs nagen. Aber dass man nicht vom ersten Tag weg verdient wie ein Oberarzt, das finde ich durchaus gerechtfertigt.
docmoechtegern
25.01.2009, 21:07
Ruhig Blut. Sage ja nicht dass man KEIN Geld bekommen soll.
Aber ein Azubi kriegt auch nicht das was der Meister verdient. Und im Grunde sind Assis zumindest im ersten Jahr auch nix anderes...
Mal ehrlich, am Hungertuch muss wohl keiner der Docs nagen. Aber dass man nicht vom ersten Tag weg verdient wie ein Oberarzt, das finde ich durchaus gerechtfertigt.Advocatus diaboli? :-music
Wäre ja auch wirklich schade, wenn dieser köstliche Thread schon so früh einschlafen würde.....wo doch die Tarifverhandlunegn erst am 29. Januar beginnen sollen.....
*popcornholengeh*
Gehts bei den Tarifverhandlungen jetzt nicht um die Oberarztgehälter? Die Assistenten haben beim letzten mal doch schon ihren Bonus bekommen, oder irre ich mich?
docmoechtegern
25.01.2009, 21:47
Die Assistenten haben beim letzten mal doch schon ihren Bonus bekommen, oder irre ich mich?Der war aber viel zu klein.
Der Marburger Bund sagt, bei dem privaten Klinikkonzern Helios bekäme man als Assistenzarzt im ersten Jahr demnächst 3 990 Euro/Monat für 42 h/Woche und an Unikliniken gäbe es zur Zeit für Assistenzärzte im ersten Berufsjahr nur 3 705 Euro/Monat. Da muss es ja für Anfänger an Unikliniken demnächst mindestens 4000 Euro/Monat geben, denn es kann ja wohl nicht sein, dass ein Assistenzarzt an einer Uniklinik weniger verdient als an einer gewöhnlichen Klinik eines privaten Klinikkonzerns.
Wollen die nicht 9% mehr haben? Das wären dann ca. 4040 Euro.
Edit.: Quelle (http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/tdl/tarifrunde_2009/Vergleich_Aerzteeinkommen.pdf)
Der Praktikant
25.01.2009, 22:27
Bei dieser ständigen Gehaltsdiskussion kommt mir langsam die Galle hoch. Ich finde, bei den Oberarztgehältern sollte man deutlich mehr was machen, als bei den Assistenzarztgehältern. Knappe 48000€ Jahresgehalt sind zum Einstieg wie bei Helios schon üppig. Ich will hier jetzt nicht den Stein ins Rollen bringen, aber man muß auch langsam die Kirche im Dorf lassen. 48000€ sind zum Einstieg ne Menge Holz. Man sollte bedenken, daß das das Grundgehalt ist, daß man durch Dienste noch gut aufstocken kann. Wer in einem Krankenhaus arbeitet, in dem unendlich viele Überstunden unvergütet und ohne FZA gemacht werden müssen, ist absolut selber Schuld, Hallo? Die letzte Ausgabe des Ärzteblatts hatte fast 150(!) Seiten mit Stellenangeboten, das in einer der größten Wirtschaftskrisen der Geschichte. Wer auf die angeblich astronomischen Einstiegsgehälter anderer Berufsgruppen schielt, darf sich gerne umschulen oder direkt bewerben. In der Unternehmensberatung gibts halt die 65-70k, je nach Qualifikation meinetwegen auch 90k, aber eben nur für die Topabsolventen. Übrigens kann man sich bei den großen Beratungen auch gut als Arzt bewerben und wer eben zu den Topabsolventen seines Jahrgangs gehört, bekommt da auch nen Job. Wer das nicht will oder eben nicht nochmal BWL studieren möchte oder Lehramt, obwohl die ja alle viel mehr verdienen, der sollte vielleicht einfach mal still sein und hoffen, daß an der PROGESSION was gemacht wird. Das heißt, das Ärzte in Leitungsfunktionen ein gutes Grundgehalt haben und nach Qualifikation auch gerne AT aushandeln. Das ist das Problem. Nennt mir mal irgendeinen unpromovierten 4er-Absolvent in Jura, BWL oder Ingenieurwissenschaften, der 48k Einstiegsgehalt bekommt... :-???
Bei solchen Aussagen, wie in der Signatur von docmoechtegern mit dem Zitat aus dem Gießener Anzeiger, kommt mir nur die Kotze hoch.
Coxy-Baby
25.01.2009, 22:38
Nennt mir mal irgendeinen unpromovierten 4er-Absolvent in Jura, BWL oder Ingenieurwissenschaften, der 48k Einstiegsgehalt bekommt... :-???
Bei solchen Aussagen, wie in der Signatur von docmoechtegern mit dem Zitat aus dem Gießener Anzeiger, kommt mir nur die Kotze hoch.
Gegenfrage kannst du mir irgendjemanden zeigen der freiwillig sagen würde, Nein Danke ich verdiene genug/zu viel???
Und zumindestens in E-Technik (das konnte ich neulich
erst inner ct nachlesen) verdienen so ziemlich ALLE sehr gut.
Von daher finde ichs auch in Ordnung wenn jede Berufsgruppe nach mehr Kohle schreit.
:-meinung
Ehemaliger User 05022011
25.01.2009, 22:43
Von daher finde ichs auch in Ordnung wenn jede Berufsgruppe nach mehr Kohle schreit.
:-meinung
na schreien können sie ja alle, aber es wird sich nicht finanzieren lassen
docmoechtegern
25.01.2009, 22:48
Gehts bei den Tarifverhandlungen jetzt nicht um die Oberarztgehälter? Die Assistenten haben beim letzten mal doch schon ihren Bonus bekommen, oder irre ich mich?
Ich finde, bei den Oberarztgehältern sollte man deutlich mehr was machen, als bei den Assistenzarztgehältern.Für Assistenzärzte fordert der MB 9% mehr, für Fachärzte und Oberärzte fordert er 8% mehr: Quelle (http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/tdl/tarifrunde_2009/Tarifrunde_2009_Henke.pdf)
LasseReinböng
26.01.2009, 18:18
Und zumindestens in E-Technik (das konnte ich neulich
erst inner ct nachlesen) verdienen so ziemlich ALLE sehr gut.
Von daher finde ichs auch in Ordnung wenn jede Berufsgruppe nach mehr Kohle schreit.
:-meinung
Es ist schon gut so, daß Ärzte in der Vergangenheit nach höheren Gehältern geschrieen haben und man jetzt bei ca. 2k netto ins Berufsleben einsteigen kann. Meine Freunde in den Ingenieurswissenschaften konnten alle mit Löhnen knapp über 2k netto ( Steuerklasse1, keine Kinder) einsteigen und machen sehr selten Überstunden...alles keine Überflieger, meist eher kurzes FH-Studium.
Leelaacoo
26.01.2009, 19:42
Ich habe das erste jahr 1600 netto verdient...und als Lehrling (nach ...hüstel...6 Jahren Studium...hüstel...1 Jahr unentgeltlich schuften bis 55 h/Woche im PJ) fand ichs zwar nicht schlecht, aber ich finde es vollkommen in Ordnung, dass auch Einsteiger jetzt mehr verdienen. Dafür trägt man ja auch a bisserl mehr verantwortung im Vrgl. zum Lehrling, gell?
Ich werde nach TVÄ bezahlt (und ja, in BaWü :-)) ), ohne Weihnachts- oder Urlaubsgeld, an den WoEnden ist ab 11.30 Uhr Bereitschaft (zw. 60-80%, je nachdem, ob Notaufnahme oder nicht, der Dienst geht aber von 7.30 Uhr bis 21 Uhr, meist komm ich gegen 22 Uhr raus, oft später) und ich geh nach 11.30 Uhr NICHT Fernsehen...FZA gibt es zwar, aber wenn man ihn nicht nimmt (oder nehmen kann), dann ist Pustekuchen...man kommt halt, auch wenn man mehr arbeiten will (zwecks z.B. Hausfinanzierung) nicht über das von mit beschriebene Gehalt.
Wie gesagt, ich bin nicht unzufrieden...aber wenn ich im 4ten Jahr mit entsprechender Erfahrung und Verantwortung (ITS, Notaufnahme, Konsile etc.) weniger verdiene als mein Kommilitone im ersten halben jahr in einer Allg.chirurgie kommt mir das schon spanisch vor. Oder sind chirurgische Dienste anders gestaffelt? Wir haben ein Schichtmodell, wahrscheinlich ist es das...ach ja, Opt-out musste ich auch unterschreiben (weil das "ALLE" ja so machen...hinterher ist man halt klüger).
Und Leuten (von denen es genug gibt), die sagen, seid froh, dass das AIP weg ist, kann ich nur sagen: Bin ich, aber es war auch mehr als überfällig und sollte uns nicht für die nächsten 30 jahre daran hindern, für bessere Weiterbildung und angemessene Vergütung zu streiten (wie ja auch zum teil schon geschehen).
(hab grad aus Interesse bei www.lehrerforen.de vorbeigeschaut, da fragt jemand nach dem Einstiegsgehalt bei Besoldungsstufe A13 direkt nach dem Referendariat...Antwort: ca. 2500 Euro netto...wenn das stimmt, dann bin ich aber echt fasziniert...kann man auch quereinsteigen? Und dann das Diskussionsthema : Wie geht ihr mit Vorurteilen über den Lehrerberuf um: (gekürztes Zitat): "Ich hab mir die Wochenstunden aufgeschrieben und bin im Schnitt auf 40-45 h gekommen, seitdem mach ich mir keine Sorgen mehr, weil ich eben doch viel arbeite".
Ist nicht bös gemeint, aber irre ist es schon, wie Ansichten über Arbeit und gehalt auseinander gehen...)...und ja, ich wolt auch mal Lehrer werden :-D (und Koch, und Astronaut...jetzt hab ich halt alles auf einmal :-oopss )
LG Lee
(hab grad aus Interesse bei www.lehrerforen.de (http://www.lehrerforen.de) vorbeigeschaut, da fragt jemand nach dem Einstiegsgehalt bei Besoldungsstufe A13 direkt nach dem Referendariat...Antwort: ca. 2500 Euro netto...wenn das stimmt, dann bin ich aber echt fasziniert...kann man auch quereinsteigen?:-))
Darauf hab ich schon lang gewartet. Damit arbeiten die Mediziner bei jeder ihrer Tarifrunden. Besonders gut konnte das mal Monty in einer TV-Diskussion. Lehrerbashing macht sich halt immer gut, denn da stimmt einem jeder zu, der mal zur Schule gegangen ist.
Aber ich kann Dich beruhigen: Man sollte nicht alles glauben, was man in Foren liest.:-D Es sind nicht 2500, sondern ca. 2400 Euro, von denen aber noch 200 bis 300 Euro für die PKV weggehen und 100 bis 200 Euro an Materialien und Betriebskosten für das Arbeitszimmer. Dann bleiben ca. 1900 Euro übrig. Dadurch hatten Lehrer früher im ersten Berufsjahr "netto" ein bisschen mehr als Ärzte, aber das hat sich inzwischen geändert.
Ich bin jetzt 64 Jahre alt und habe nach 32 Berufsjahren in A13 nach Abzug der Lohnsteuer ca. 3000 Euro/Monat, von denen noch ca. 450 Euro für die PKV und 100-200 Euro an Arbeitsmaterialien und Betriebskosten für das Arbeitszimmer weggehen. Damit bleiben mir netto 2400 - 2500 Euro. (Die PKV wird mit zunehmendem Alter ziemlich teuer und außerdem sind die PKV-Tarife für Nicht-Ärzte wesentlich höher als für Ärzte.)
...und ja, ich wolt auch mal Lehrer werden Und was hat Dich davon abgehalten? :-))
So, und als Antwort auf den Rest Deines Beitrags zitiere ich jetzt aus meinem Beitrag vom 21.1.2008:
Und nun zur Abwechslung mal ein Jammerbeitrag eines Mitglieds der Zunft der Fußabtreter der Nation: ;-)
Es stimmt zwar, dass das netto-Gehalt eines beamteten Lehrers in den ersten Berufsjahren etwas höher ist als das netto-Grundgehalt eines Assistenzarztes in den ersten Berufsjahren. [Anmerkung: das gilt inzwischen nur noch bedingt.]
Das gilt aber - wie gesagt - nur für die ersten Berufsjahre, weil 70-80 Prozent der Lehrer lebenslang in der Einstiegsentgeltgruppe bleiben, während nahezu alle Ärzte nach einigen Jahren in höhere Entgeltgruppen kommen, denn die wenigsten Ärzte bleiben während ihres gesamten Berufslebens Assistenzärzte.
Und bevor jetzt gleich einer schreit, Ärzte würden sich schließlich während ihrer Assi-Zeit zu Fachärzten fortbilden: Auch Lehrer bilden sich fort und erwerben im Laufe ihrer Berufstätigkeit Berufserfahrung und Fähigkeiten, die sie als Berufsanfänger nicht hatten. Trotzdem bleiben ca.70- 80 Prozent der Lehrer lebenslang in ihrer Einstiegsentgeltgruppe. (Es soll bei diesem Prozentsatz allerdings große Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern geben.)
Außerdem muss man beim Vergleichen der Gehälter berücksichtigen, dass beim beamteten Lehrer vom Nettogehalt noch die Krankenversicherungsbeiträge weggehen. Bei den netto-Gehältern der Ärzte sind die Beiträge zur Krankenkasse bereits abgezogen. Da vergleicht man Äpfel und Birnen.
Beim Lehrer gehen außerdem noch anteilige Miete und Nebenkosten des Arbeitszimmers, Kosten für die Ausstattung des Arbeitszimmers mit Möbeln und EDV-Anlage (PC samt teurer Programme, Scanner und Hochleistungsdrucker zum Anfertigen von Klassensätzen an Unterrichtsmaterialien), Kosten für Büromaterialien, für Fachliteratur und Unterrichtsmaterialien weg.
Bei mir gehen für Krankenversicherung, Kosten des Arbeitszimmers, Fachliteratur, Büromaterialien pro Monat ca. 600 Euro vom netto-Gehalt weg.
Früher wurden die Kosten für häusliche Arbeitszimmer der Lehrer wenigstens als Werbungskosten anerkannt. Inzwischen aber nicht mehr.
Die häuslichen Arbeitszimmer der Lehrer ersparen den Schulträgern enorme Kosten, weil andernfalls an jeder Schule ein Büro-Trakt mit Arbeitsplätzen für alle Lehrer angebaut und mit Möbeln, EDV-Anlagen, Internetzugang und Fachliteratur ausgestattet werden müsste. Die fielen enome Inverstitionen, Unterhaltskosten und Betriebskosten
Wenn ich nicht schon 63 Jahre alt wäre, und wenn ich und meine Kollegen ein Streikrecht hätten, würde ich wegen der Arbeitszimmer einige hübsche Aktionen initiieren; lohnt sich aber für mich nicht mehr.
Bei meiner Forderung nach einem Bürotrakt mit Lehrerarbeitsplätzen geht es mir übrigens nicht darum, dass dann meine Kosten für das häusliche Arbeitszimmer wegfielen, sondern darum, dass dann die Verleumdungen über die Arbeitszeiten der Lehrer sehr schnell zu Ende wären.
Im Gegenteil, dann müsste ganz schnell eine größere Anzahl an zusätzlichen Lehrerstellen geschaffen werden.
Es gibt etliche neutrale Untersuchungen zur Arbeitszeit der Lehrer mit dem Ergbnis, dass diese selbst unter Einbeziehung der Ferien sehr deutlich über 40h/Woche liegt. Natürlich im Durchschnitt. Und natürlich gibt es da fachspezische, schulformspezifische und personenspezifische Unterschiede.
Ich wäre übrigens sehr für das Abschaffen des Beamtenstatus' der Lehrer, weil ich dann mit Begeisterung den ersten flächendeckenden Lehrerstreik Deutschlands organisieren würde, der nur eine einzige Forderung hätte: maximal 18 Schüler pro Klasse bzw. Kurs.
Anstatt zur Versorgung steigender Schülerzahlen eine ausreichende Anzahl zusätzlicher Lehrer einzustellen hat man uns in den letzten Jahren mehrmals die Wochenarbeitszeit und vor allem die Klassengrößen erhöht: ohne Lohnausgleich , dafür aber mit Nullrunden, Gehaltserhöhungen unterhalb der Inflationsrate und komplett gestrichenem Weihnachtsgeld. Die 30 Prozent, die man laut MB den Ärzten geklaut hat, hat man auch allen anderen Akademikern im öffentlichen Dienst geklaut; auch den Beamten. Man hat sogar bei den Beamten damit angefangen.
Und zum Schluss noch etwas zum Thema Arbeitsbedingungen:
Da stimme ich mit den Ärzten überein: Im Ausland sind die Arbeitsbedingungen wesentlich besser. Eure Favoriten sind Schweden und die Schweiz; meine Favoriten wären Finnland und Schweden.
Bei uns sind bis zu 35 Schüler in einer Klasse; in Finnland sind es 17.
Finnische Schulen haben - im Gegensatz zum Regelfall an deutschen Schulen - Schulpsychologen und andere Mitarbeiter, deren Aufgabe es ist, sich sofort um Schüler kümmern, die im Unterricht Probleme haben (Verhaltensprobleme und/oder Leistungsprobleme) bzw.Probleme machen.
Wenn an einer deutschen Schule einer von 35 Schülern einer Klasse aus irgendeinem Grund - absichtlich oder unabsichtlich - den Unterricht so beeinträchtigt, dass die anderen 34 dadurch um ihr Recht auf Unterricht gebracht werden, steht der Lehrer an den meisten Schulen hilflos, verzweifelt und von seinem Arbeitgeber im Stich gelassen da. :-kotz :-wand
Christoph_A
27.01.2009, 16:00
Naja, wie ich schon öfter gepostet habe, interessiert es mich nur sehr peripher, wie die Arbeitsbedingungen für einen Lehrer sind, einen Juristen, Chemiker oder sonstwen-mir geht es um meine Brufsgruppe, da lag genug im Argen und da haben wir, trotz der Störfeuer aus den fachfremden Bereichen und der Politik, ziemlich was erreicht. Wie auch schon gesagt, finde ich unser Einstiegsgehalt (mittlerweile) ganz o.k, verglichen mit den anderen Akademikern auf unserem Ausbildungs- und Belastungsniveau.
Nur darf man jetzt auch nicht nachlassen-die Arbeitsbedingungen sind oftmals, besonders auf dem Land noch skandalös, viele, insbesondere ältere Chefs leben noch in der Traumwelt, ihre Assis und OAs durch mittlerweile haltlose Drohungen unter Druck setzen und zu immer höheren Belastungen drängen zu können-und die Politik tut alles, um dem Bürger vorzugaukeln, daß sie das Gesundheitswesen und dessen Kosten im Griff hat-und wenn was schiefgeht, wird es den Ärzten oder, wie zuletzt, der "Gier" der Pflege angelastet.
Und solange da sich nichts entscheidend verbessert muß jeder von uns den Finger in die Wunden legen und weitermachen-sonst ballert der Karren wirklich mit 180 in Wand!
Mir ist heute das deutsche Ärzteblatt in die Hände gefallen und habe bei mehreren ausgeschrieben Stellen für Assistenzärzte (!) gelesen, dass es eine Poolbeteiligung gibt. Wie hoch ist so etwas denn in der Regel?
Generell hören sich viele Stellenbeschreibung so unglaublich traumhaft an, dass man sie, mit euren Kommentaren hier, irgendwie gar nicht ernst nehmen möchte...
Und was mich auch interessiert: wieviel verdient man denn durch NEF-Dienste dazu? Werden die einfach wie ein normaler Dienst abgerechnet oder gibt es sogar eine Fallpauschale?
freestyler
27.01.2009, 17:58
Mir ist heute das deutsche Ärzteblatt in die Hände gefallen und habe bei mehreren ausgeschrieben Stellen für Assistenzärzte (!) gelesen, dass es eine Poolbeteiligung gibt. Wie hoch ist so etwas denn in der Regel?
Generell hören sich viele Stellenbeschreibung so unglaublich traumhaft an, dass man sie, mit euren Kommentaren hier, irgendwie gar nicht ernst nehmen möchte...
Und was mich auch interessiert: wieviel verdient man denn durch NEF-Dienste dazu? Werden die einfach wie ein normaler Dienst abgerechnet oder gibt es sogar eine Fallpauschale?
Poolbeteiligung, hmm, wirklich viel mehr kommt da bei uns nicht zusammen.
Notarzt wird man nicht einfach so. 2 Jahre Erfahrung, 6 Monate Intensiv, nen dicken Kurs und 50 Fahrten. Stell Dir das nicht zu einfach vor.
Bei uns wird der Nef ganz gut vergütet. Gibt eine monatliche Breitstellungspauschale, dann Zusatzstundenentgelte während den 24h Nef. Und ne Pauschale für jeden gefahrenen Einsatz.
Hoffe in einem Jahr auch mein Kurs in der Tasche zu haben.
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.