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Jugtail
07.01.2009, 00:30
@Mebahel: Die Absicht hinter meiner Frage ist offenbar an dir vorbei gegangen, deine Antwort war nicht wirklich eine Antwort. Naja, hätte ich auch nicht erwartet. Sicher hast du recht: Alle außer dir haben Probleme mit der Diskussionskultur, das wird's sein. :-))

So genug den Troll gefüttert, nun muss ich aber ab ins Bett. Frohes sinnieren noch!

Mebahel
07.01.2009, 00:40
Eigentlich habe ich dir verständlich geantwortet. Du solltest vielleicht weniger nach Trollen ausschau halten, das hilft bestimmt und zeigt wieder deine Einstellung zu einer Diskussionsrunde.

Ab und an kann ich mir die Freiheit rausnehmen und mich zurück lehnen, um Artgenossen wie "Jugtail" beim leben zuzuschauen :-dance

Gute Nacht, und bis Morgen.

Mebahel
07.01.2009, 00:43
Da sich mir nicht erschließt, welche großen Erkenntnisse der Tenor dieses Freds bezüglich der Aufklärung übersehen haben könnte, schließe ich mich coxy und horsi an, mit der Behauptung: Mebahel ist ein Opfer von Godwins Law geworden :-))

Schade, dass ich mich scheinbar nicht deutlich genug ausgedrückt habe um solch einen Eindruck zu hinterlassen. Mike Godwin's Idee hier anzubringen, wozu hat überhaupt nichts mit dem Thema am Hut.
Bleiben wir also beim Thema, was Leidenschaft, der eigenen Antrieb und die Einstellung zu der Medizin betrifft.

ehemalige Userin 24092013
07.01.2009, 07:14
Zwei Leidenschaften habe ich doch gefunden:
Ich liebe es instabile Patienten an allen med. Geräten zu haben, die so auf dem Markt zu haben sind: Beatmung, Hämofilter, IABP, Impella, PAK....alles hübsch ins Rotorestbett gewickelt und tief, tief analgosediert.
Das outcome ist für mich da allerdings zweitrangig. Wenns läuft - fein, wenn net - so läufts halt.

Aber eine noch viel schönere Leidenschaft ist mein Feierabend.

Evil
07.01.2009, 08:08
Definiere Leidenschaft, dann kann ich Dir sagen, ob ich damit arbeite oder ob das im ärztlichen Bereich nicht funktioniert.

Michael72
07.01.2009, 08:31
Bleiben wir also beim Thema, was Leidenschaft, der eigenen Antrieb und die Einstellung zu der Medizin betrifft.Ich würde gerne mit Dir darüber diskutieren, was es für ein Gefühl ist, auf dem Mond zu spazieren. Nun wirst Du sagen, dass Du das nicht beurteilen kannst, weil Du ja noch nie auf dem Mond warst. Dann werde ich sagen, dass Du auch die Leidenschaften eines Arztes nicht beurteilen kannst, weil Du ja gar kein Arzt bist, geschweige denn bereits mit dem Studium begonnen hast. Daraufhin wirst Du sagen, dass Du es Dir aber vorstellen kannst. Dann werde ich sagen, dass ich mir auch vorstellen kann, dass der Mond aus grünem Käse ist. Und dann?

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 08:46
Ich würde gerne mit Dir darüber diskutieren, was es für ein Gefühl ist, auf dem Mond zu spazieren. Nun wirst Du sagen, dass Du das nicht beurteilen kannst, weil Du ja noch nie auf dem Mond warst. Dann werde ich sagen, dass Du auch die Leidenschaften eines Arztes nicht beurteilen kannst, weil Du ja gar kein Arzt bist, geschweige denn bereits mit dem Studium begonnen hast. Daraufhin wirst Du sagen, dass Du es Dir aber vorstellen kannst. Dann werde ich sagen, dass ich mir auch vorstellen kann, dass der Mond aus grünem Käse ist. Und dann?


schon richtig, aber die Konsequenz deiner Aussage wäre dann, dass dies auch auf diejenigen, die hier so leidenschaftlich darauf hinweisen, dass sie ihren Beruf ohne Leidenschaft ausüben, weil diese eher schädlich für eine gute exakte medizinische Tätigkeit wäre, auch zutrifft, da sie auch keine Erfahrung damit haben, wie es ist, den Beruf des Mediziners mit Leidenschaft auszuüben, sie können also ebenso auf Grund mangelnder eigener Erfahrung nur spekulieren

Michael72
07.01.2009, 08:49
schon richtig, aber die Konsequenz deiner Aussage wäre dann, dass diejenigen, die hier so leidenschaftlich darauf hinweisen, dass sie ihren Beruf ohne Leidenschaft ausüben, weil diese eher schädlich für eine gute exakte medizinische Tätigkeit wäre, haben auch keine Erfahrung damit, wie es ist den Beruf des Mediziners mit Leidenschaft auszuüben, können also auf dann auf Grund mangelnder eigener Erfahrung auch nicht mehr sagen als " ich kann mir vorstellen ....."Das würde aber die ausgrenzen, die leidenschaftlich begonnen haben und dann leidenschaftslos weiterarbeiten. Die können sehr wohl beides vergleichen.

DeKl
07.01.2009, 08:59
ich befürchte, er sieht sich als revolutionär. er will die leidenschaft in den arztberuf einführen. die aufklärerischen ideen seinerzeit wurden auch nicht überall sofort aufgenommen, es dauerte seine zeit, irgendwann traten sie jedoch ihren siegeszug durch europa an und heutzutage bildet einiges davon die grundlage nach der vorgegeben wird zu leben. der junge padawan will die welt verändern.
so war mein verständnis seiner aussage. an den vegetarier hab ich tatsächlich auch nicht gedacht.
aufklärung im übrigen hat für mich auch etwas mit rationalität und vernunft zu tun. und leidenschaftlichkeit entbehrt oft jeglicher vernunft und rationalität. vergleichbar mit den rettungskräften, die nach erdbeben immer fieberhaft nach verschütteten suchen. ich hoffe doch, daß die jungs und mädels tatsächlich keineswegs vom fieber getrieben werden, wenn sie da im schutt rumstochern, ich erhoffe mir, daß sie kühlen kopfes und unter einbeziehung aller einsatztaktischen eventualitäten ihrer arbeit nachgehen. hier haben wir es mit einer sprachlichen dummheit zu tun. in ermangelung von definitionen kommt es häufig zu solcherlei unrat. vielleicht sollte man auf evil hören, was häufig eine gute idee ist, und erstmal deine, mehabel, definition von leidenschaft vortragen lassen.

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 09:03
Das würde aber die ausgrenzen, die leidenschaftlich begonnen haben und dann leidenschaftslos weiterarbeiten. Die können sehr wohl beides vergleichen.

o.k., da hast du recht, aber für die Menschen die daran glauben bzw. es hoffen, ihren späteren Beruf möglichst sehr lange ( im Idealfall bis zum Schluss) mit Leidenschaft ausüben zu können zählt letztendlich nur die Vergleichsgruppe "die die das schaffen bzw. geschafft haben" und ich denke, dass diese hier im Forum leider nicht vertreten ist ( den diese Ärzte schauen nicht jeden Tag in ein Studentenforum, um dort ihre Weisheiten kund zu tun und kleine illusionäre Studenten zu belehren)

Mario0815
07.01.2009, 09:34
Ich bin zwar "noch" kein Mediziner und schlage mich auch mit Wartezeiten rum, weil ich während meiner Abizeit arbeiten musste um mir das Abi überhaupt finanzieren zu können und es deswegen "nur" zu ner 2,3 gereicht hat, aber als Pharmareferent hab ich durchaus auch etwas vom Alltagsleben der Mediziner mitbekommen.

Ich kann dazu nur sagen, dass Leidenschaft schön und gut ist um sich gegen die ganzen Sachzwänge zu behaupten. Insbesondere gegen die ökonomischen. Wahrscheinlich ist eine gewisse Leidenschaft auch notwendig um medizinisch auf dem Laufenden zu bleiben, sich weiterzubilden und somit den höchstmöglichen Behandlungseffekt zu erzielen, aber ich persönlich empfinde ein Zuviel an Leidenschaft eher als kontraproduktiv.

Was nutzt sie, wenn man einen Patienten zwar behandeln könnte, einem aber die Hände gebunden sind, weil die Therapie von der Kasse nicht bezahlt wird, oder der Patient unheilbar krank und im Endstadium ist? Man vor lauter Papierkram und QM-Anforderungen, Rabattknebelungen usw. gar nicht dazu kommt den Dr. House zu machen?

Ich stelle mir vor, dass sich darin ein unglaublich hohes Frustpotential verbirgt und ich persönlich wünsche mir einen Arzt, der seine Leidenschaften im privaten auslebt, damit seinen eigenen Frust bewältigt und mit klarem Kopf, Objektivität und Fachkompetenz an seine Arbeit gehen kann.

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 09:45
Ich bin zwar "noch" kein Mediziner und schlage mich auch mit Wartezeiten rum, weil ich während meiner Abizeit arbeiten musste um mir das Abi überhaupt finanzieren zu können und es deswegen "nur" zu ner 2,3 gereicht hat,

wann hast du den Abi gemacht, da du schon vierzig bist müsste das doch schon eine Weile her sein, da hat früher doch 2,3 für Medizin dicke gereicht - liegt dein "sich mit der Wartezeit noch herumschlagen" also nicht eher daran, dass du dich erst jetzt ( also sehr spät in deinem Leben) für ein Medizinstudium entschieden hast und nicht daran, dass du während deiner Abizeit arbeiten musstest?

Michael72
07.01.2009, 09:48
wann hast du den Abi gemacht, da du schon vierzig bist müsste das doch schon eine Weile her sein, da hat früher doch 2,3 für Medizin dicke gereicht - liegt dein "sich mit der Wartezeit noch herumschlagen" also nicht eher daran, dass du dich erst jetzt ( also sehr spät in deinem Leben) für ein Medizinstudium entschieden hast und nicht daran, dass du während deiner Abizeit arbeiten musstest?Schonmal daran gedacht, dass es auch Menschen gibt, die ihr Abi erst im fortgeschritteneren Alter machen? Ich hab' meinen Studienplatz ja auch nicht über die nicht vorhandene Wartezeit bekommen :-)

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 09:51
Schonmal daran gedacht, dass es auch Menschen gibt, die ihr Abi erst im fortgeschritteneren Alter machen? Ich hab' meinen Studienplatz ja auch nicht über die nicht vorhandene Wartezeit bekommen :-)

versteh dich jetzt nicht, worüber hast du denn deinen Platz bekommen , doch nicht auf Grund deines Alters - ich kenne nur die Möglichkeit über DN oder WS - gibt es noch einen anderen Weg ?

Da Mario schon mal schrieb, dass er Chemie studiert hat, nahm ich an, dass er sein Abi nicht erst voriges Jahr erworben haben kann und stelle deswegen die Frage "wann"

Kackbratze
07.01.2009, 10:18
Sehr schöner Schwenk am Thema von Mario0815 vorbei, damit man nicht sosehr auf seine Beobachtung eingehen muss und sich lieber um Details aus dem Lebenslauf kümmern kann.
(wenns nicht passt, einfach auf anderer Ebene versuchen zu diskreditieren: ein probates und erprobtes Mittel in der Politik)

Die "Sachzwänge", Budgetdinge und auch Krankheitsverläufe lassen eine Leidenschaft, wie sie von Hollywood postuliert und auch derzeit als Diskussionsgrundlage genommen wird, in dem Sinne nicht zu.
Dazu kommt noch der eigene Wille des Patienten *schluck*.
DAS ist einer der wichtigsten Faktoren, der von Medizinern-in-spe und Jungärzten gerne übersehen und auch übergangen wird, wenn man wirklich "mit Leidenschaft", und dabei selbstverständlich auch erfolgreich, therapieren will.
Wenn der Patient die Therapie nicht überleben würde, weil sie zu aggressiv ist, oder wenn der Patient einfach eine solche Therapieform nicht wünscht, egal wiesehr man aufklärt und auf die Erfolge hinweist....was will man machen?
Und genau da ist die "Leidenschaft" (wie sie derzeit noch die Grundlage bildet) fehl am Platze, weil sie dann das Leiden schafft, dass man nicht zu dem Ziel kommt, welches man sich als Arzt gesetzt hat.

Michael72
07.01.2009, 10:20
versteh dich jetzt nicht, worüber hast du denn deinen Platz bekommen , doch nicht auf Grund deines Alters - ich kenne nur die Möglichkeit über DN oder WS - gibt es noch einen anderen Weg ?Abi 2006 mit 34 Jahren - Studienplatz in HD 2006 mit 34 Jahren und 2 WS (die gab's für den zweiten Bildungsweg geschenkt).

Hätte ich jetzt 2006 im Abi nur nen Schnitt von 4,0 gehabt, dann hätte ich genauso 10-12 WS sammeln müssen, wie alle anderen, deren DN nicht reicht. Das Alter ansich spielt da überhaupt keine Rolle. Und was ich damit sagen wollte war, dass der Pharmareferent da oben sein Abi sicherlich auch nicht mit 19 auf'm Gymi gemacht hat.

Hier muss man auch wirklich alles erklären...

Mebahel
07.01.2009, 10:30
Definiere Leidenschaft, dann kann ich Dir sagen, ob ich damit arbeite oder ob das im ärztlichen Bereich nicht funktioniert.

Manchmal lassen sich nicht die passenden Worte für Gefühle finden, bei Leidenschaft im Bezug zu gewissen Dingen ist es auch nicht einfach den richtigen Ton zu finden.
Vielleicht kann ich es für mich einfach damit definieren, dass mich die Leidenschaft dazu antreibt, meine eigenen Grenzen zu erkennen, mich durch Probleme zu führen die unlösbar scheinen und mich am Ende meiner Tage darin befestigen, die Dinge die ich mit Leidenschaft gemacht habe, gut und mit ganzem Herzen vollbringen konnte.

*natürlich ist das gleiche auch mit hart einstudierter Routine und dem kühlen Kopf möglich, beide Varianten führen einen an das Ziel als guter Mediziner.
Das streite ich nur überhaupt nicht ab.

Nur finde ich, meiner Meinung nach, das Leidenschaft einfach der Antrieb ist der uns am weitesten bringen kann, und uns als endlose Feuer im Leben begleitet. Was auch vielleicht einfach damit gefestigt wird, dass sich so viele Ärzte nach ein paar Jahren einen anderen Beruf wünschen.

Hierbei stellt sich nun automatisch die Frage, ob nur die Mediziner, die sich "Leidenschaftlich" ihrem Beruf hingeben, erfolgreich und als gute Ärzte in die Geschichte eingehen. Was ich selbst eigentlich nicht glaube, es gibt genug Ärzte die durch strikte Routine sehr gute Arbeit leisten. Aber dann fehlt mir immer etwas.

Mebahel
07.01.2009, 10:34
... weil Du ja noch nie auf dem Mond warst...

Gewisse Dinge können wir uns einfach vorstellen, manchmal erscheinen sie unmöglich, unfassbar doch werden sie eines Tages tatsächlich real.
Dafür brauche ich auch gar nicht auf dem Mond spazieren ;-)



ich befürchte, er sieht sich als revolutionär. er will die leidenschaft in den arztberuf einführen. die aufklärerischen ideen seinerzeit wurden auch nicht überall sofort aufgenommen, es dauerte seine zeit, irgendwann traten sie jedoch ihren siegeszug durch europa an und heutzutage bildet einiges davon die grundlage nach der vorgegeben wird zu leben. der junge padawan will die welt verändern.
so war mein verständnis seiner aussage. an den vegetarier hab ich tatsächlich auch nicht gedacht.
aufklärung im übrigen hat für mich auch etwas mit rationalität und vernunft zu tun. und leidenschaftlichkeit entbehrt oft jeglicher vernunft und rationalität. vergleichbar mit den rettungskräften, die nach erdbeben immer fieberhaft nach verschütteten suchen. ich hoffe doch, daß die jungs und mädels tatsächlich keineswegs vom fieber getrieben werden, wenn sie da im schutt rumstochern, ich erhoffe mir, daß sie kühlen kopfes und unter einbeziehung aller einsatztaktischen eventualitäten ihrer arbeit nachgehen. hier haben wir es mit einer sprachlichen dummheit zu tun. in ermangelung von definitionen kommt es häufig zu solcherlei unrat. vielleicht sollte man auf evil hören, was häufig eine gute idee ist, und erstmal deine, mehabel, definition von leidenschaft vortragen lassen.

Ich habe es ja versucht in Worte zu fassen, was vielleicht nicht annähernd an das rankommt, was Leidenschaft bedeutet, nur ohne Definition eine Diskussion zu führen, ist womöglich unpassend.

Dr. Pschy
07.01.2009, 10:53
Genauso wie sich die Leidenschaft in einer Beziehung mit den Jahren in eine gewisse Routine umwandelt ist das imho mit dem Arztberuf genauso. Ich kenn keinen einzigen Arzt, der mit Mitte 50 noch wirklich leidenschaftlich ans Werk geht...

Mebahel
07.01.2009, 10:58
Genauso wie sich die Leidenschaft in einer Beziehung mit den Jahren in eine gewisse Routine umwandelt ist das imho mit dem Arztberuf genauso. Ich kenn keinen einzigen Arzt, der mit Mitte 50 noch wirklich leidenschaftlich ans Werk geht...

Ich finde das unglaublich traurig.

Leider sind wir wohl alle zu jung und können das für uns leider nicht beurteilen. Über 20 Jahre Arbeit ist auch ganzes Stück, aber genau sowas soll halt nicht passieren
:-nix