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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Massen-Gentests in der Strafverfolgung



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1234556
26.04.2003, 21:42
Original geschrieben von airmaria

1)
erstens muß man nicht Katholik sein, um gegen die Todesstrafe zu sein, da reicht der normale Menschenverstand...
2)
und zweitens gibt es verschiedene Religionen auf dieser Welt, die je nach Gebiet und Region unterschiedlich ausgeprägt sind,
3)
aber eines steht definitiv fest: die Mehrheit der derzeitigen Bevölkerung glaubt an etwas Falsches...
4)
Eine äußerst bedenkliche Situation eigentlich, wenn man auf Demokratisierung steht.

"Mary" airmaria
1)
natürlich...aber die Religion gibt mir persönlich eine zusätzliche Stütze
2)
Na und?
3)
Wieso?
4)
Kann ich nicht nachvollziehen...

Wenn Du meinst wg. Intoleranz der Religion gegenüber anderen etc. so berufe ich mich auf Amos 5,21-27
"Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure feiern nicht riechen...wenn ihr mir...opfer darbringt habe ich keine geffalen an euren Gaben und euere fetten heilsopfer willich nicht sehen. weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein harfenspeil will ich nicht hören,

sondern das recht sröme wie wasser und gerechtigkeit wie ein nie verseigender Bach" Das Angemant für dem menschen ist stest wichtiger als das für die religion, denn man kann vor Gott nur dann gerecht sein wenn es Gott überhaupt gibt und man zuert mit seinem Mitmenschen gerecht ist...Das Gesetz (die religion,Gott) ist für den Menschen da und nicht der Mensch für das Gesetz...

1234556
26.04.2003, 21:45
Ach so Airmaria

ich hoffe es sit dir klar geworden dass meine beiträge nicht so Staatsdienerfeindlich sind wie sie vieleicht beim überfleigen erscheinen...

Froschkönig
26.04.2003, 21:46
Original geschrieben von 1234556

natürlich...aber die Religion gibt mir persönlich eine zusätzliche Stütze

Du brauchst eine Stütze, um Gegner der Todesstrafe zu sein ???
Versagt da der gesunde Menschenverstand sonst gelegentlich und Du bist wieder unentschlossen oder wie ?
Abgesehen davon hat sich die katholische Kirche in Ihrer Geschichte nicht gerade mit Ruhm behangen, was das vermeiden der Todesstrafe angeht...auch wenn´s vielleicht schon eine ganze Weile her ist....

Froschkönig
26.04.2003, 21:48
Original geschrieben von 1234556
Das Gesetz (die religion,Gott) ist für den Menschen da und nicht der Mensch für das Gesetz...

Äh...und das ist übrigens Blasphemie :-D ...zumindest wenn man den Satz auf Gott bezieht.....;-)

hobbes
26.04.2003, 22:50
Ich bin der Auffassung, dass die Welt friedlicher wäre ohne Religionen. Nicht dass es weniger Konfliktgründe gäbe, aber die Mobilisierung der Massen zur feindlichen Auseinandersetzung wäre viel schwieriger.
Dies zeigt das Beispiel Europa: Grosse Bevölkerungsmehrheiten und praktisch alle westeuropäischen Regierungen haben sich von der praktizierenden Religiosität abgewandt. In Westeuropa gab seit über 50 Jahren keinen Krieg (innerhalb des Gebietes; alle Einsätze wären sogenanntes Peace-keeping oder Peace-making).

Froschkönig
26.04.2003, 23:06
Original geschrieben von hobbes
Ich bin der Auffassung, dass die Welt friedlicher wäre ohne Religionen....
Dies zeigt das Beispiel Europa: Grosse Bevölkerungsmehrheiten und praktisch alle westeuropäischen Regierungen haben sich von der praktizierenden Religiosität abgewandt. In Westeuropa gab seit über 50 Jahren keinen Krieg...

Ich weiß, worauf Du hinaus willst...aber trotzdem hinkt das. Der WWII hatte schließlich mit Religion auch nix zu tun (Ja klar...die Judenverfolgung...aber das als Religionskrieg hinzustellen, wäre doch daneben...) und war der schlimmste Krieg aller Zeiten

hobbes
26.04.2003, 23:32
Ja gut, im Grunde hast du betreffend WWII recht. Auch der Stalinismus war nicht religiös motiviert.
Dennoch sind es sehr viele Konflikte, bzw. sehr oft wird die Religion dazu verwendet, die Massen zu mobilisieren.

Der zweite Schritt (in Europa ebenfalls weitgehend vollzogen) wäre die Abkehr vom Nationalismus.

airmaria
27.04.2003, 00:23
Original geschrieben von 1234556

1)
natürlich...aber die Religion gibt mir persönlich eine zusätzliche Stütze
2)
Na und?
3)
Wieso?
4)
Kann ich nicht nachvollziehen...


Also, Deine Nummerierung ist ja immer ganz schön, nur waren diese Aussagen im Zusammenhang zu verstehen:
es gibt definitiv keine Religion auf dieser Erde, an die mehr als 50% der Bevölkerung glauben!
Demnach glaubt die Mehrheit der Menschen etwas Falsches, so einfach ist das... aber trotzdem bedenkenswert, wie ich finde!

"Mary" airmaria

Froschkönig
27.04.2003, 10:07
Original geschrieben von airmaria
es gibt definitiv keine Religion auf dieser Erde, an die mehr als 50% der Bevölkerung glauben!
Demnach glaubt die Mehrheit der Menschen etwas Falsches, so einfach ist das... aber trotzdem bedenkenswert, wie ich finde!

Und da haben wir ja auch den Knackpunkt der ganzen Angelegenheit. Problematisch waren noch nie die Leute, die einfach nur fröhlich Ihrem Glauben fröhnten, sondern immer diejenigen, die sich lieber damit befassten, daß "die Anderen" was "falsches" glauben.....

luckyblue
27.04.2003, 13:38
es gibt definitiv keine Religion auf dieser Erde, an die mehr als 50% der Bevölkerung glauben! Demnach glaubt die Mehrheit der Menschen etwas Falsches, so einfach ist das

Früher glaubten keinesfalls mehr als 50 % an die Kugelgestalt unseres blauen Planeten. Demnach glaubte die Mehrheit an etwas Falsches, so einfach ist das?

Wirklich so einfach? Mitnichten.

Wahrheit ist, so nannte es Thomas von Aquin, die Deckungsgleichheit von Sein und Denken. An etwas Falsches zu glauben, das setzt also erst mal die Falsifizierung des Glaubensinhaltes voraus. Wie geht das? - Mit einem Experiment, ganz klar. Eine Hypothese bleibt so lange gültig, wie sie nicht experimentell falsifiziert werden kann, meinte Karl Popper. Aber wie falsifiziert man einen Glauben, der sich nicht auf materielle, sondern auf religiöse INhalte bezieht? Gar nicht. Es liegt im Wesen des religiösen Glaubens, dass er sich weder verifizieren noch falsifizieren lässt, ansonsten wäre es ja kein Glauben, sondern materielles Wissen. Diese Glaubensinhalte sind metaphysisch, weil sie transzendentalen Inhalts sind, und daher sind statistisches Denken und religiöser Glauben nicht miteinander vereinbar. Daraus resultiert erstens, dass uns eine Einsicht in die Deckungsgleichheit von Sein und Denken, also eine Beurteilung, ob ein Religionsinhalt wahr ist oder nicht, verwehrt bleibt. Und zweitens: Jede Religion ist richtig.

Die Dichotomie "falsch/richtig" ist an die Kategorien des Glaubensanhängers einer bestimmten RIchtung gebunden - und wer sich eine Diskussion darüber anmaßt, sollte seine Phrasen besser an seinem Stammtisch dreschen.

Froschkönig
27.04.2003, 14:13
Original geschrieben von luckyblue
Früher glaubten keinesfalls mehr als 50 % an die Kugelgestalt unseres blauen Planeten. Demnach glaubte die Mehrheit an etwas Falsches, so einfach ist das?


Da Du durch Deine weiteren Ausführungen feststellst, daß Hypothesen nach Falsifizierung ungültig sind (Zumindest nach Karl Reimund Popper), glaubten die damals wohl tatsächlich etwas falsches. Immerhin ist die Erde eine Kugel (zumindest nahezu;-) )

luckyblue
27.04.2003, 14:35
Dann habe ich es wohl noch zu schwammig formuliert ...

Natürlich war der Irrglaube bezüglich der Kugelgestalt der Erde TATSÄCHLICH ein Irrtum, also falsch. Der Unterschied ist aber doch:

Die VOrstellung über die FOrm der Erde ist materiellen Inhalts und daher experimentell (na ja) falsifizierbar.

Der religiöse Glaube bezieht sich auf metaphysische Phänomene. Also Dinge, die sich einer wissenschaftlichen Analyse entziehen, dementsprechend nicht falsifizierbar sind.

keine Falsifikation möglich --> keine Beurteilung möglich --> es gibt kein falsch oder richtig --> jeder religiöse Glaube ist gültig --> jeder religiöse Glaube ist richtig.

Verständlicher?

Froschkönig
27.04.2003, 14:48
Ich hab mit dem Verständnis kein Problem. Nach 9 Jahren Klosterschule hatte ich wirklich genug "Gottesbeweise", Philosophen und Metaphysisches dafür. Ich wollte Dich nur ein wenig aufziehen ;-)

P.S. Wenn man Popper mal eben außen vor läßt (Denn auch er ist nur ein Mensch und seine Postulationen entsprechen nicht notwendigerweise der allein-seligmachenden "Wahrheit"), könnte man auch schließen mit : Jeder glaube ist falsch !

luckyblue
27.04.2003, 15:22
könnte man auch schließen mit : Jeder glaube ist falsch !

Sehe ich nicht so. Warum?

Man könnte auf dem Standpunkt stehen: Jeder Glaube ist richtig oder falsch. Voraussetzung dafür wäre, auch unabhängig von Popper: Jeder Glaube ist gültig oder ungültig.

Kann ein Glaube ungültig sein? Ich meine: Nein

Wer glaubt, glaubt, dass etwas so und so ist oder so und so nicht ist. Unabhängig vom Glaubensinhalt ist der Glaube für den "Gläubigen" also gültig.

Daraus folgt: Kein Glaube ist ungültig --> kein Glaube ist falsch :-meinung

Froschkönig
27.04.2003, 15:35
Das ist auch mehr oder weniger ein Gedankenspiel. Da Du bei Deiner "Beweisführung" Poppers Falsifikationspostulat eingebracht hast, könnte man genausogut umgekehrt argumentieren und sagen : Nur verifizierbares hat Gültigkeit. Da ein Glauben nicht verifizierbar ist (Weil er dann außerdem ja auch zu "Wissen" würde :-)) ), ist also jeder glaube nach obiger prämisse falsch.

Aber das ist nicht der Punkt. Worauf ich damit egentlich hinauswollte ist, daß es völlig irrelevant ist, ob man einen Glauben nun für richtig oder falsch hält, weil es GLAUBE ist.
Wenn jemand fest genug glaubt, ist er mit nichts vom Gegenteil zu überzeugen, egal ob das was er glaubt nun richtig oder falsch ist.


:-meinung

1234556
27.04.2003, 15:39
Original geschrieben von Froschkönig


Äh...und das ist übrigens Blasphemie :-D ...zumindest wenn man den Satz auf Gott bezieht.....;-)
Nein ganz und gar nicht, jedenfalls wenn man den christlichen Galuben wirklich ernst nimmt, und den naiven Kinderglauben abgeworfen hat...den Gott ist auf die erde gekommen um den Menschen zu dienen und ihnen die Füsse zu waschen...und es sind die Kranken (Menschen) die den Arzt (=Gott) brauchen und "ich der Herr bin dein Arzt", es ist die Aufgabe des "himmlichen Vaters" sich um seine "Kinder Gottes" zu sorgen und nicht umgekehrt, höhcstens ist die Gegenleistung die Dankbarkeit...ich denke wenn man sich von der reinen Machtdemostration Gottes nicht einschüchtern lässt so ist, doch für heutige begrife zu übersetzen das der Mensch der Kunde/Patient Gottes ist

Froschkönig
27.04.2003, 15:50
Original geschrieben von 1234556

...denn Gott ist auf die erde gekommen um den Menschen zu dienen und ihnen die Füsse zu waschen...

Diese Schilderung entspricht aber einem deistischen Gottesbild...wozu die katholische Kirche allerdings nun gar nicht gehört. Womit das NT definitiv aufräumt ist die alttestamentliche Vorstellung vom rachsüchtigen, strafenden Gott. Aber daß Gott UNS dient, wäre mir jetzt neu. Welches vatikanische Konzil hat das den festgestellt ?
...
Es sei denn, er hätte in den letzten 2000 Jahren noch öfter irgendwelche Füße gewaschen, wovon mir leider niemand was erzählt hat.

1234556
27.04.2003, 15:54
Original geschrieben von Froschkönig


1)
Du brauchst eine Stütze, um Gegner der Todesstrafe zu sein ???
2)
Versagt da der gesunde Menschenverstand sonst gelegentlich und Du bist wieder unentschlossen oder wie ?
3)
Abgesehen davon hat sich die katholische Kirche in Ihrer Geschichte nicht gerade mit Ruhm behangen, was das vermeiden der Todesstrafe angeht...auch wenn´s vielleicht schon eine ganze Weile her ist....

1)
Nein, aber mit dieser Stütze ist es viel leichter seine meinug anderen gegenüber zu Vertreten, jedefalls für mich
2)
gelegentlich doch, manchmal bin ich über Gruasamkeiten so erschütter dass ich meien Hass mit der Religion mässigen muss...
3)
Natürlich, aber Du kannst nicht wegen Misshandlungen die Polizei Abschaffen, wg. Kustfehler die Ärzteschaft und wg hilter den Nationalstaat. auch die Kirche ist, entgegen dem was religiöse Fanatiker und fanatische Atheisten behaupten nur ein verien von Mensche die auch auf "Irrwegen im finsteren Tal umherirren"

airmaria
27.04.2003, 16:03
Original geschrieben von luckyblue
Der religiöse Glaube bezieht sich auf metaphysische Phänomene. Also Dinge, die sich einer wissenschaftlichen Analyse entziehen, dementsprechend nicht falsifizierbar sind.


Blödsinn!

Um das Ganze zu vereinfachen:
angenommen ein Drittel glaubt an Wiedergeburt, ein Drittel an das Ewige Leben und das weitere Drittel ans Nirwarna, dann gibt es genau zwei Lösungen:

1.: ein Drittel liegt richtig bzw. zwei Drittel liegen falsch
2.: alle liegen falsch

Der Umkehrschluß mit dem Beispiel der Erdform, daß wenn es eine Mehrheit gibt, diese dann richtig liegen müßte, ist hier überhaupt nicht zulässig als Gegenbeweis der Behauptung!

"Mary" airmaria

1234556
27.04.2003, 16:07
Original geschrieben von Froschkönig


1)
Aber daß Gott UNS dient, wäre mir jetzt neu. Welches vatikanische Konzil hat das den festgestellt ?
...
2)
Es sei denn, er hätte in den letzten 2000 Jahren noch öfter irgendwelche Füße gewaschen, wovon mir leider niemand was erzählt hat.
1)
mit Dienst ist nicht die Sklavearbeit sondere eher eine Fürsorgepflicht gemeint...daher auch der Vorwurf in Psalm 23 "mein Gott warum hast Du mich verlassen"
2)
hat Er, Nur Du hats nur nicht richtig higeschaut, denn "wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind da bin ich mitten unter Ihnen"