Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Eure Meinungen zu EHEC
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Hmm, vielleicht hast Du Recht ...
aber vielleicht ist Dein Argument, sprich "kein klarer Infektionsfocus" .. auch anders zu deuten: vielleicht möchte ja "jemand" nicht, dass der Ursprung gefunden wird .... (und ich habe jetzt nicht auf einen Anschlag abgehoben, obwohl schon vor einiger Zeit überlegt)
und je länger die EHEC-Welle andauert, umso schwieriger wird es, die ursprüngliche Quelle zu eruieren ..
d.h. die weitere Verbreitung war/ist ein Selbstläufer ...
Das Labor steht bestimmt in Pakistan, ne, da sind die Amis schon, Afghanist...ne, auchnicht, äh, Nord-Korea. ;-)
Zwischen Isolations-Dilletantismus in Krankenhäusern und den mikrobiologischen Forschungseinrichtungen existieren, zumindest IMHO, noch gewaltige Unterschiede.
Ausserdem müsste der Mitarbeiter des Labors in mindestens einer Firmenkantine und einem Restaurant in Lübeck in der Küche arbeiten.
Gegen die Theorie spricht, dass immernoch kein klarer Infektionsfokus gefunden werden konnte. Die kurze Inkubationszeit und die weite Streuung der Erkrankung passt nicht zu der Theorie.
Kackbratze
07.06.2011, 19:11
aber vielleicht ist Dein Argument, sprich "kein klarer Infektionsfocus" .. auch anders zu deuten: vielleicht möchte ja "jemand" nicht, dass der Ursprung gefunden wird .... (und ich habe jetzt nicht auf einen Anschlag abgehoben, obwohl schon vor einiger Zeit überlegt)
Das wird jetzt ein wenig zu spekulativ mit dem "jemand", das hier ist ja nicht 9/11 oder das Kennedy-Attentat.
Verschleierung klappt in Deutschland allein schon deswegen nicht, weil zu viele Interessensverbände sowie der Bund und die Länder jeweils mit unterschiedlichen Interessen, Meinungsbildnern und lausigen Öffentlichkeitsreferenten am Werk sind, so dass es rein technisch garnicht möglich wäre diese Gruppen zur Verschwiegenheit zu verpflichten oder mögliche Beweise verschwinden zu lassen.
Es gibt ja die Kritik, dass das RKI dem Gesundheitsministerium unterstellt ist und das das Verbraucherministerium sich mit dem Institut für Risikobewertung und niemand klare Kompetenzen hat und jeder seine eigene Suppe kocht und sich nicht abspricht. Sowas wie das CDC nach USA-Vorbild wird langsam gefordert.
Das Bild (http://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/bild-767096-223012.html) von spiegel.de zeigt, wie sehr verflochten und vertrackt der gesamte bürokratische Apparat dahinter ist.
Und wenn man da immer "vermittelt", "berät" und Co steht und dann sieht, dass es 2 Säulen an der Seite gibt aber keine wirkliche Verbindung an der Spitze zwischen den Ministerien ist doch klar, dass das nicht wirklich funktionieren kann.
Inzwischen ist man wieder bei den Gurken gelandet:
Welt
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13419784/Mutierter-Keim-in-Magdeburger-Bio-Tonne-entdeckt.html
Mutierter Keim in Magdeburger Bio-Tonne entdeckt
...Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums sagte in Magdeburg, bei dem gefundenen Bakterium vom Stamm O104:H4 handelte es sich um die mutierte Form, die in Norddeutschland grassiert und die schweren EHEC-Erkrankungen auslösen kann. Das Bakterium sei auf einem Gurkenrest gefunden worden.
Relaxometrie
08.06.2011, 16:17
Vielleicht wird man auch akzeptieren müssen, daß dieser Keim jetzt einfach zum Standardrepertoire der E. colis gehört, und daß man nicht viel dagegen machen kann, außer die eigene Hygiene zu verbessern und auf verbesserte Therapieoptionen zu hoffen, wenn Infektionen mit O104:H4 ab jetzt häufiger vorkommen und man sich nach und nach besser damit auskennt.
Naja, es ist ja schon eine kleine Epidemie. Sollen etwa hunderte von EHEC Infizierten auf den Intensivstationen zur Normalität werden? Ich hoffe doch nicht! :-? Zumal ich mir nicht sicher bin, wie man sich selbst vernünftig schützen. Keine Rohkost mehr essen? Überhaupt keine mehr??
Relaxometrie
08.06.2011, 17:23
Sollen etwa hunderte von EHEC Infizierten auf den Intensivstationen zur Normalität werden?
Das hoffe ich auch nicht. Aber die Therapieoptionen verbessern sich ja auch, je erfahrener man mit dem Bakterium wird. Bis es halt wieder mutiert.
Keine Rohkost mehr essen? Überhaupt keine mehr??
Ich esse nach wie vor Rohkost und wasche Obst/Salatzutaten jetzt wirklich gut. Mehr mache ich (noch) nicht.
Langfristig muß man halt sehen, wie sich die Lage entwickelt, und welche Lebensmittel einem vielleicht so unsympathisch werden, daß man sie nicht mehr ißt. Sprossen für den Salat habe ich zwar manchmal gekauft, aber da die Packungsgrößen für einen Singlehaushalt ungeeignet waren, bin ich davon eh schon wieder weggekommen. Jetzt werde ich meinen Sprossenanzuchtbehälter (eine einfache Platikschale mit Deckel und Siebeinsatz, auf dem die Sprossen wachsen) wieder auskramen, den ich vor einigen Jahren mal benutzt habe, und werde erstens Mengen produzieren, die ich auch zügig verbrauche, und zweitens hoffentlich EHEC-freies Saatgut kaufen, welches ich mit EHEC-freiem Wasser anzüchte.
LasseReinböng
08.06.2011, 17:47
Ich kann auch nur hoffen, daß sich die EHEC-Problematik mit HUS und Co nicht zum ständigen Damoklesschwert entwickelt, daß über einem schwebt, wenn man mal frisches Gemüse verzehren möchte.
Restaurantbesuche hier im Norden sind schwierig geworden, , mehr Leute als sonst klagen über Erbrechen+Diarrhoen nach einem auswärtigen Essen, sei es im Restaurant oder am Dönerstand, am ehesten nicht aufgrund von EHEC sondern wegen verdorbener Lebensmittel...es geht ja kaum noch jemand essen, die Lokale sind wie leergefegt.
Also, ich geh gleich essen ;-)
ich bin schon vorsichtig, aber nicht paranoid, auch wenns jetzt keinen Sprossensalat vorweg gibt...
Unsere erste EHEC Patientin ist jetzt, wie ich gehört habe (da auf internistischer ITS gelandet, weil dort Kohortenversorgung), intubiert und beatmet mit erheblichen neurologischen Beeinträchtigungen...anscheinend aufgrund von Eculizumab. Bei uns wurde heute auch angesprochen, daß man anscheinend nun mit enteraler Antibiotikagabe wohl gute Ergebnisse erzielt.
Bin echt mal gespannt, wie sich das weiterentwickelt, nicht schön, das alles.
Flemingulus
08.06.2011, 18:37
anscheinend aufgrund von Eculizumab. Bei uns wurde heute auch angesprochen, daß man anscheinend nun mit enteraler Antibiotikagabe wohl gute Ergebnisse erzielt.
Ich spring schon seit Tagen im Dreieck, dass das Eculizumab so unkritisch als Snake Oil angepriesen werden durfte und die Antibiotika-Therapie ebenso undifferenziert abgelehnt wurde, obwohl doch Verstand und der Blick in pubmed andeuten, dass die Datenlage jeweils unklar und jedenfalls nicht ganz eindeutig ist.
Es sieht so aus, als ob tatsächlich bestimmte Antiobitika unter bestimten Bedingungen die Toxinbildung in vitro ankurbeln können (inbes. Gyrasehemmer und einige Betalactam-ABs, evtl. auch Aminoglykoside (?) ). Ich hab mich jetzt net detailliert damit beschäftigt, aber irgendwo - glaub ich - aufgeschnappt, dass z. B. Gyrasehmmer u U. auch einen lateralen Gentransfer des Toxin-Gens auf "normale" E. Colis begünstigen könnten (das wär natürlich eher nicht so schön :-oopss ). Außerdem führt eine Antibiose natürlich zur bekannten Problematik, die endogene Darmflora zu lichten und damit das Problem evtl. zu verschlimmern.
Andererseits wäre es ja schon plausibel, dass Proteinsynthese-Hemmer die Toxinbildung hemmen und sich somit positiv auswirken (beim Toxic Shock Syndrome gibts glaub ich entsprechene klin. Daten, dass Clindamycin da auf diesem Weg auch in subbakteriostatischer Dosierung hilfreich ist (?) ).
Ich hab ja von Pharma nicht sooooo viel Ahnung. Du meinst also, zusätzlich zur enterale ABGabe noch ein parenterales AB, welches am besten bakteriostatisch wirken sollte?
Der bei uns in der Mikrobio ermittelte EHEC war allerdings ESBL-Bildner, daher ist Clinda eher nicht so geeignet, oder?
Flemingulus
08.06.2011, 18:50
Du meinst also, zusätzlich zur enterale ABGabe noch ein parenterales AB, welches am besten bakteriostatisch wirken sollte?
Der bei uns in der Mikrobio ermittelte EHEC war allerdings ESBL-Bildner, daher ist Clinda eher nicht so geeignet, oder?
Na, mir gings vor allem um die Hemmung der Proteinsynthese im Allgemeinen und damit auch Hemmung der Toxinsynthese im Besonderen. Von daher wären ABs mit Angriffspunkt Zellwand oder -membran oder DNA oder Folsäurestoffwechsel etc. eher nicht so naheliegend und solche mit Angriffspunkt Translation oder Transkription einleuchtender. Dass eine derart hochtheoretische Überlegung nicht ungefährlich ist, ist mir aber auch klar. :-D
Hm... und mit ESBL und Clinda verunsicherst Du mich jetzt grad... weil Lactamasen sollten doch net bei der Resistenz gegenüber Clindamycin beteiligt sein oder doch oder wie??? :-blush <- F. = armer Grundlagen-Adept, im klinischen Gestrüpp verheddert :-D
Interessante Frage. Die Strategie der Toxinreduktion via ABs, die die Replikation/Transkription/Translation hemmen hört sich gut an.
Hier gibt's einen DGI-Überblick zu EHEC und Antibiotika:
http://www.dgfn.eu/index.php?eID=tx_nawsecuredl&u=0&file=uploads/media/DGI-Positionspapier_EHEC_und_Antibiotika_20110601.pdf&t=1307648683&hash=a8bc30c9d2745e54aa0e5f90bcabe0c44b0dac83
Im Artikel geht's allerdings primär um die Therapie von Begleiterkrankungen bei EHEC, zur Toxinreduktion heisst es:
...Die Überlegungen zum Einsatz der obigen Substanzen incl. Clindamycin im Sinne einer EHEC-Virulenzabschwächung durch Reduktion der Verotoxinproduktion bleiben kontrovers.
Am UKSH verwendet man dem CA zufolge Antibiotika gegen EHEC. Wäre mal interessant, was daraus geworden ist:
...Die Ärzte gingen derzeit dazu über, Antibiotika wesentlich früher als bislang einzusetzen, sagte Klinikdirektor Stefan Schreiber. Grund dafür seien Erkenntnisse aus der Obduktion einer verstorbenen Patientin. "Wir haben etwas gelernt." Bei der Obduktion sei festgestellt worden, dass der Keim nahezu den kompletten Magen- und Darmtrakt entzündet hatte. "Der Keim lebt wesentlich länger als wir bislang dachten."
http://www.themenportal.de/nachrichten/jeder-zweite-hus-patient-am-uksh-mit-neurologischen-komplikationen-70614
Resistenzprofil des aktuellen EHECs (104:H4):
http://www.rki.de/cln_116/nn_217400/EN/Home/EHEC__O104__H4,templateId=raw,property=publication File.pdf/EHEC_O104_H4.pdf
Flemingulus
08.06.2011, 20:19
Resistenzprofil des aktuellen EHECs (104:H4):
http://www.rki.de/cln_116/nn_217400/EN/Home/EHEC__O104__H4,templateId=raw,property=publication File.pdf/EHEC_O104_H4.pdf
Cooler link.
Da wäre bei dem Profil ja dann ggf. sogar an das alte Chloramphenicol als Translationshemmer zu denken. Aminoglykoside wären wirkungsmechanistisch auch naheliegend, aber da sprechen die pubmedizinischen In-vitro-Daten anhand früherer EHEC-Stämme nicht so eindeutig für.
Rifampicin sieht in meinen Augen auch nicht schlecht aus:
Rifampicin, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21129928
Mitomycin - heute nur Zytostatikum (mit gutem Grund?), aber: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC276494/
Ciprofloxacin - offenbar besser nicht, http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20585113 , http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20697714
Sequenzierungsdaten:
http://www.era7bioinformatics.com/docs/Era7_EHEC_BGI_V2_Annotation.xls
Zusammenfassung der synthetisierten Toxine: http://www.era7bioinformatics.com/en/E_Coli_EHEC_O104_STRAIN_EU_OUTBREAK_era7bioinforma tics.html
Von einer Rifa-Monotherapie kann man allerdings nur abraten, die Erfahrungen u.a. aus der Tb-Therapie sprechen da für eine sehr schnelle Resistenzbildung.
Gast26092018
09.06.2011, 15:40
Ich bin so blöd:-? Ich bin heute nach der Uni in einen Dönerladen gegangen und habe mir einen Döner mit allem bestellt...ich habe diese EHEC-Tragödie total vergessen, ich hatte meine Gedanke ganz wo anders (habe an die ganzen Krisen und Kriege dieser Welt und meine eigenen Probleme nachgedacht) erst als ich sah das der Imbissbesitzer Salat, Tomaten und anderes Gemüse draufmachte ist mir EHEC wieder eingefallen:-oopss dann wars aber schon zu spät zu sagen "ohne alles". Ich war dann gezwungen den Döner wegzuschmeißen:-( 3,90EUR in den Müll geschmissen*seufz* aber es war mir zu riskant, man weiß ja nicht wie hygienisch die Imbissbesitzer arbeiten und wo sie das Gemüse kaufen.
Naja:-nix...Geld ist ersetzbar... Menschen nicht:-?
Die Niere
09.06.2011, 15:54
Ich glaube wenn man vor der EHEC-Panik regelmässig in nem Döner essen war, dann ist das Risiko jetzt auch nicht höher ein wenig "Extras" mitzuessen. Ich hätte da keine so grossen Probleme mit gehabt, was ich wahrscheinlich mit dem Dürum Samstag mittag bewiesen hätte :-)
Wenn die sich mit den Schnelltests weiter überbieten (z.B. immunologische Variante: http://www.analytik-news.de/Presse/2011/332.html , PCR: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/46179/EHEC--Neuer-Schnelltest-aus-China.htm) , dann kann man die bald zum Essen in Hamburg mitnehmen (15 Gänge-Menu, beim Salat am Ende ist das Ergebnis vorher da :-D ).
9.6.
Prävalenz EHEC Hamburg: 54/100.000
Hessen, BW, Bayern: 1/100.000
http://static.apps.welt.de/2011/ehec-infografik/
Stephan0815
09.06.2011, 18:02
Ich bin so blöd:-? Ich bin heute nach der Uni in einen Dönerladen gegangen und habe mir einen Döner mit allem bestellt...ich habe diese EHEC-Tragödie total vergessen, ich hatte meine Gedanke ganz wo anders (habe an die ganzen Krisen und Kriege dieser Welt und meine eigenen Probleme nachgedacht) erst als ich sah das der Imbissbesitzer Salat, Tomaten und anderes Gemüse draufmachte ist mir EHEC wieder eingefallen:-oopss dann wars aber schon zu spät zu sagen "ohne alles". Ich war dann gezwungen den Döner wegzuschmeißen:-( 3,90EUR in den Müll geschmissen*seufz* aber es war mir zu riskant, man weiß ja nicht wie hygienisch die Imbissbesitzer arbeiten und wo sie das Gemüse kaufen.
Naja:-nix...Geld ist ersetzbar... Menschen nicht:-?
Das ist entweder tiefschwarzer Humor, dann find ichs echt klasse gemacht oder aber :-peng :-oopss
Zumal es glaub ich grad mal sieben in Heidelberg sind - is davon überhaupt einer AUS Heidelberg?
Wie die Österreicher... haben 2 Fälle mit EHEC und werfen das ganze Gemüse in dem Landkreis auf den Müll. Die 2 waren auf Radtour und kamen aus Schleswig-Holstein! Bis sie dann in Austria eintrafen, traten die Symptome auf....
Also ich hätt den Döner echt gern gefuttert, wenn ich ned schon gestern einen genossen hätte, war echt lecker. Wichtig war mir vor allem, daß er kräftig gewürzt ist: "Scharf?" "Bitte!" :-D
Toller Thread....
Seit Jahren esse ich mehrmals die Woche Tomaten und Gurken aus Spanien, Belgien und Holland, somit müsste ich wen ich die Presse so verfolge längst krank sein aber irgendwie will das mein Körper nicht verstehen.... Vielleicht hilft ja die Sojasprosse von Samstag nach, obwohl neeee sind ja schon wieder mehr als 5 Tage rum seitdem....:-D
Ich mache mir jetzt einen Gurkensalat und lecker Tomate mit Mozzarella vielleicht fällt ja dann etwas EHEC für mich dabei ab. . :-))
Mahlzeit zusammen ! :-meinung
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