PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fieber unklarer Genese, was für Hobby Dr. Houseis



Seiten : 1 2 [3] 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Frank-Walter
18.07.2011, 20:37
Hi,

ich habe mal die Laborwerte vom Rheumatologen hochgeladen:

Werte1 (http://postimage.org/image/2nu2ulv38/)

und

Werte2 (http://postimage.org/image/2nuwma3z8/)

Was mir noch aufgefallen ist, ist die Diskrepanz zwischen fT3 und fT4, was evtl. ein Problem bei der Umsetzung von T4 zu T3 bedeuten könnte, wobei die Patientin auch erst Ende Mai mit der Einnahme von Selen angefangen hatte, hauptsächlich um die schon bestehende Diskrepanz T3/T4 anzugehen.
Allerdings hatte sie an dem Tag der Blutabnahme die Thyroxindosis bereits eingenommen, da sie nicht mit einer erneuten Bestimmung der Schilddrüsenhormone gerechnet hatte. Würde also auch als Erklärung herhalten.

Fällt irgendjemandem noch etwas auf, dem man vielleicht noch nachgehen sollte?

Gruß
Frank-Walter

Rico
18.07.2011, 20:42
...und wahrscheinlich sind es sogar knapp unter 300µg und zwar für beide Spurenelemente.
Da die 400µg schon seit Monaten unterschritten werden, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass kein Mangel vorliegt,...Also irgendwie gibt es hier einiges, was ich noch nicht ganz verstanden habe:
Wenn wir jetzt substituieren - also festgestellt haben, dass ein therapiebedürftiger Mangel vorliegt - haben wir denn einen Hinweis woher der Mangel kommt? Denn eigentlich würden wir den ja lieber kausal therapieren wollen.
Es ist ja schließlich gar nicht so leicht in Mitteleuropa einen Mangel an den beiden Stoffen zu kriegen, sie sind ja in einer normalen Ernährung in ausreichender Menge vorhanden.
Hat sie denn eine Essstörung oder eine Absorptionsstörung? Wenn ja welcher Art und was wird dagegen getan? Da Du mit ungefähren täglichen Mengen aufwarten kannst nehme ich an, dass Du Ernährungsprotokolle ausgewertet hast, oder wie kommst Du zu den Werten von <300µg.
Und wenn sie den Kupfer- und Manganmangel wegen einer Mangelernährung hat, wieso substituieren wir dann selektiv nur Kupfer und Mangan (und B12 wenn ich das weiter oben richtig verstanden habe) und nicht den Rest der Spurenelemente und Vitamine, für die ja dann höchstwahrscheinlich auch ein Mangel besteht?
Und wieso spritzt die B12, bzw. wieso hat sie einen B12-Mangel?
Und wieso einen D3-Mangel?

Der Neurologe sieht in seinem Fachbereich auch keine Ursache für das Fieber und den Erschöpfungszustand, hat aber für das kognitive Impairment das von mir empfohlene Piracetam befürwortet. Ob es etwas bringt steht natürlich in den Sternen, aber schaden sollte es ja nicht, und wenn die Patientin mal wieder was hat, um sich ein wenig daran festzuhalten, ist es ja auch nicht verkehrt.Ein Antidementivum bei einer jungen Patientin mit FUO und Konzentrationsproblemen? Das ist aber eher offlabel würd ich mal meinen... und dann noch so ein Nebenwirkungsprofil bei einer ansonsten unverstandenen Symptomatik, da verschleiert man sich ja zuverlässig jede weitere Diagnostik
Häufig (bis zu 10%):
– Allgemein: Gewichtszunahme
– Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit, Brechreiz, Abdominalbeschwerden, Diarrhoe
– Psychiatrische Erkrankungen: gesteigerte psychomotorische Aktivität,
Schlafstörungen, Schlaflosigkeit, Nervosität, depressive Verstimmtheit, Angst,
AggressivitätWas nimmt die denn jetzt alles ingesamt ein?

Vitamin B12
Vitamin D3
L-Thyroxin
Hydrocortison
Dehydroepiandrosteron
Piracetam
zwischenzeitlich Doxycylin

hab ich was vergessen?
Bei der Fülle kann man ja auch mal ein Drug-fever in den Raum werfen...

Die hat irgendwie zuviele Medis... :-meinung

Familienanamnese gibt Depression, rheumatoide Arthritis, Migräne, Endometriose und minimale Mitralgeräusche her (alles mütterlicherseits)

Das kognitive Impairment:
Erinnerungsvermögen geschwächt, Konzentrationsprobleme, Patientin hat das Gefühl "langsam zu verblöden".

Sie hat außer dem Ganzen schon seit Herbst 2010 Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Myalgie, insgesamt an ein leichtes CFS erinnernd.

Und da sie so nicht arbeiten gehen kann, und das Bafög mittlerweile auch ausgelaufen ist, ist sie praktisch pleite.Hat da eigentlich mal einer eine Depression ausgeschlossen? :-notify

Bevor man jetzt von den seltenen zu den ganz seltenen internitischen Erkrankungen geht könnte man ja mal die häufigen psychiatrischen vorher andenken.

Denn was die somatisch bietet haut einen ja wirklich wegweisend nicht von den Socken: Hier und da mal ein Hormon ein bisserl außerhalb des Normbereichs, aber eigentlich schon nicht wirklich ausreichend um die Beschwerden zu erklären, dazu noch keine Besserung auf Substitution... ich glaube da lehnt man sich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn man sagt, dass da der Focus wohl eher nicht sitzt.

WackenDoc
18.07.2011, 20:47
Das Labor spricht doch für eine Hyperthyreose: Erniedrigtes TSH, erhöhtes T4. Das ist normalerweise auch unabhängig davon, ob sie ihre SD-Medis an dem Tag schon genommen hat.
Spricht dafür, dass sie nicht gut eingestellt ist.

Könnte evtl. auch das Fieber erklären.

Und wie du auf diese Nährstoffmängel kommst, würde mich auch mal interessieren.

Die Frage nach deiner Qualifikation hast du auch noch nicht beantwortet.

Rico
18.07.2011, 20:52
Was mir noch aufgefallen ist, ist die Diskrepanz zwischen fT3 und fT4, was evtl. ein Problem bei der Umsetzung von T4 zu T3 bedeuten könnte, wobei die Patientin auch erst Ende Mai mit der Einnahme von Selen angefangen hatte, hauptsächlich um die schon bestehende Diskrepanz T3/T4 anzugehen.
Allerdings hatte sie an dem Tag der Blutabnahme die Thyroxindosis bereits eingenommen, da sie nicht mit einer erneuten Bestimmung der Schilddrüsenhormone gerechnet hatte. Würde also auch als Erklärung herhalten.Die ist einfach übersubstituiert und hat eine Hyperthyreosis facticia, wie man an dem komplett supprimierten TSH sieht. Das TSH ist sehr träge in seiner Reaktion, das wird vom zeitlichen Abstand zur L-Thyroxin-Einnahme nicht beeinflusst.
Die nimmt zuviel L-Thyroxin und deshalb konvertiert der Körper nicht alles in das (wirksamere) T3.
Und Selen bringt da eher nix, schlechte Studienlage bezüglich der Konversion und außerdem wollen wir ja gar nicht noch mehr wirksames T3... schon wieder ein Medikament, das man absetzen könnte.

Edit: Wacken war schneller ;-)

Frank-Walter
18.07.2011, 22:08
Hi,

die ca. 300µg sind aus einem Ernährungsprotokoll, richtig.
Und ja, sie hat eine Mangelernährung. Im Prinzip eine Art Minimalstdiät, die ihren Eiweißbedarf decken sollte (mind. 1g/kg) und den Rest per Substitution zuführt (essentielle Fettsäuren, Vitamine, Spurenelemente).
Der Grund ist, dass sie eine für sie unakzeptable Gewichtszunahme hatte (erst recht nach der Bettruhe wegen des Infektes).
Jetzt schreibt bestimmt jemand, dass die Gewichtszunahme durch das Cortisol kommt, wie die meisten Fachärzte erst mal vermuten, wenn sie Cortisol lesen, aber von 10mg Cortisol zunehmen, und das bei nachgewiesener Hypophyseninsuffizienz... naja.

Ich hatte ihr früher schon einmal ein Nahrungsergänzungsmittel empfohlen, das alle wichtigen Stoffe beinhaltet hatte, allerdings ist das wohl in der Rezeptur geändert worden, bzw. vom Markt genommen und durch ein ähnliches ersetzt worden, bei dem allerdings Kupfer und Mangan fehlen, so dass hier wohl eine Lücke in der Substitution entstanden ist.
B12 wird seit dem 12. LJ sc substituiert, da ein Mangel festgestellt wurde, der oral nicht auszugleichen war (wohl Mangel an Intrinsic Factor).
D-3 Mangel kommt wohl vom Vegetarismus (auch kein Fisch oder Ei, und Milchprodukte nur in der Mager-Variante), vom geringen Aufenthalt in der Sonne (Studentin) und das dann auch nur mit Sonnenschutzprodukten mit hohem LSF.

Zum Piracetam:
Gastrointestinal ist bis jetzt alles in Ordnung, falls da etwas passiert, sollte es recht eindeutig dem Piracetam zuzuordnen sein, und die psychomotorische Aktivierung wäre im vorliegenden Fall ja durchaus erwünscht.

Depression:
Eine Depression wurde im Sommer 2009 diagnostiziert und mit Trazodon behandelt, mit gutem Erfolg. Es bestand am Anfang der Erschöpfungssymptomatik auch der Verdacht, dass diese mit der Depression zusammenhängt, was aber wohl nicht der Fall war. Dann stand auch die Frage im Raum, ob das Trazodon mitverantwortlich sein könnte, weshalb es mittlerweile ausgeschlichen wird, allerdings ohne Effekt (kein Wiederaufflammen der Depression und keine Verbesserung der Leistungsfähigkeit).

Zur Hyperthyreose:
Die Supprimierung des TSH ist wegen der Hashimoto Thyreoiditis beabsichtigt und auch das fT4 ist schon jahrelang so eingestellt, und das ohne Temperaturerhöhung (sie hatte ja immer schon 35,8 bis 36°, auch unter der Thyroxinmedikation), Hypertonie oder Tachykardie. Die Thyroxindosis wurde Ende April sogar verringert, mit dem Resultat, dass fT3 in Richtung unterer Grenzwert ging. Kein Einfluss auf die gemessene Temperatur, allerdings leichte Unterfunktionssymptomatik (zumindest subjektives Frieren, ob verstärkte Müdigkeit aufgetreten ist, lässt sich nicht sagen, auch im Hinblick darauf, dass durch das Ausschleichen des Trazodons eigenlich mehr Wachheit eintreten sollte).

Was sie momentan einnimmt:

Täglich:
150µg Thyroxin
10mg Cortisol
200µg Selen
4g Lachsöl
2*Multivitamin Altapharma A-Z Depot
400mg Magnesium
50mg Eisen
12,5mg Zink
25mg DHEA
1000 IE D-3
100mg Q-10
100mg 5HTP
5mg/50mg Amilorid/HCT
25mmol Kalium
125µg ASS

Monatlich:
1mg B12 sc

Jetzt kommen noch 10mg Kupfer und 15mg Mangan täglich dazu, zumindest bis die Blutwerte dazu da sind.

Selen, DHEA, ASS, Kalium, Amilorid/HCT, 5HTP, Q-10, D-3 können im Prinzip nicht die Ursache sein, da erst danach eingeführt.
Cortisol kann nicht die Ursache sein, da nur 10mg und schon seit 2007 substituiert.
Thyroxin sollte auch nicht ursächlich sein, da ebenfalls schon seit Jahren auf TSH-Supprimierung und leicht erhöhtes fT4 eringstellt.
Magnesium, Eisen und Zink nimmt sie auch schon seit 2 Jahren, Lachsöl seit ca. 1 Jahr.

Was ich mir noch vorstellen könnte (für die Erschöpfungssymptomatik, nicht für das Fieber), wäre eine Thyroxinresistenz aufgrund der längerandauernden leicht erhöhten T4-Werte.

Gruß
Frank-Walter
P.S.:
Ich arbeite in der Pharma-Branche und kenne die Patientin noch aus dem Studium

Feuerblick
18.07.2011, 22:24
Irgendwie sind mir da viel zu viele Nahrungsergänzungsmittel im Spiel. Ganz ehrlich: In einem körperlichen Erschöpfungszustand mit Fieber die Ernährung auf Eiweiß plus externe Substitution runterzufahren erscheint mir (als Nicht-Internistin) doch etwas sehr gewagt... Und an diesem Mangelzustand anhand von Laborwerten rumzudoktern statt dem Mädel zu sagen, es möge sich erst mal normal ernähren, um dann vielleicht mal Roß und Reiter auseinanderhalten zu können, halte ich für falsch...
Wie gesagt, ich bin keine Internistin, aber mein gesunder Menschenverstand bekommt Schreikrämpfe, wenn ich das da oben so lese.

Frank-Walter
18.07.2011, 22:41
Hi,

das "Mädel" hatte sich vor dem Infekt und in den ersten paar Wochen des Fiebers übrigens einigermaßen "normal" ernährt, wenn man mal vom Vegetarismus absieht, der ja an sich nicht unbedingt eine Mangelernährung darstellt.
Wobei auch diese einigermaßen normale vegetarische Ernährung wohl nicht unbedingt vor Kupfer gestrotzt hat.

Zur Zeit ist sie auch psychisch recht stabil, wofür ich meine Hand nicht mehr ins Feuer legen würde, sollte sie wieder zunehmen, was sie bei einer auch nur einigermaßen normalen Ernährung ziemlich sicher tun würde.
Sie schafft es ja im Moment gerade so ihr Gewicht zu halten, und das mit ca. 800kcal pro Tag und Ergometertraining (was eigentlich jeglicher Theorie widerspricht).

Gruß
Frank-Walter

Feuerblick
18.07.2011, 22:47
Okay, sie hat Angst zuzunehmen, ernährt sich in Minimalstvariante, macht offensichtlich dazu noch Sport, schmeisst kiloweise Pillen ein. Meinst du wirklich, dass man bei diesen Grundlagen so richtig gut nach einer Ursache für ihr Fieber suchen kann?
Ich würde wohl erst mal die Eßstörung (und eine solche hat sie wohl... zumindest nach ihrem Infekt, wenn sie sich vorher wirklich normal ernährt hat) behandeln.

Rico
18.07.2011, 23:11
Puh... ich seh das ähnlich wie Funkel:
Ich würd auch mal versuchen, die Ernährung zu normalisieren und diesen ganzen Ergänzungs-Cocktail loszuwerden.
Ist zumindest eine Möglichkeit, dass sie einfach mit Kalorien & Nährstoffen untervorsorgt ist, v.a. wenn sie das schon seit Monaten macht.
Die Gewichtszunahme hängt ja an der Kalorienzahl und nicht an der Art wie sie zugeführt werden - und mit Obst und Gemüse kann man auch als Vegetarier auf sein Kaloriensoll kommen.
Wenn sie bei Normgewicht so panische Angst hat zuzunehmen, dass sie sich monatelang so eine Diättortur antut, dann ist das IMO schon an der Grenze zum Pathologischen.. 800kcal/d + Training bis zur Erschöpfung und körperliche Schäden in kauf zu nehmen für das Traumgewicht ist eigentlich schon drüber. Vegano-Vegetarier schön und gut, aber da wo man sich selber schadet da muss man die Grenze ziehen.
Das Antidepressivum find ich jetzt nicht mehr in der aktuellen Liste, ist das komplett weg? Die Patientin bietet allerhand Symptome für eine Depression, da ist es evt. nicht das beste, die auch noch wegzunehmen.
Also an die Depression und v.a. an die Esstörung sollte vielleicht nochmal ein Fachmann ran. :-dafür

Beim Hashimoto macht man doch normalerweise eine latente Hyperthyreose mit einer geringen Absenkung des TSH knapp unter den Normwert bei normalen peripheren Hormonen und keine Komplettsupression mit manifester Hyperthyreose, oder?

Und wofür ist das ASS in dieser homöopathischen Dosis? :-nix

Ansonsten würd ich da bis auf das L-Thyroxin, das B12 und das Cortison mal alles absetzen, auch die Diuretika und dann mal schauen was unter normaler Ernährung passiert. Bei so vielen Eingriffen in den Organismus kann ja keiner mehr sagen was da noch Ursache und was (Neben-)Wirkung ist.

Haben wir jetzt eigentlich alle Diagnosen rausgefunden oder kommt da noch mehr?
Soll jetzt kein Vorwurf sein, aber irgendwie ist diese Salamitaktik etwas hinderlich. In den initalen Posts macht die zunächst einen ansonsten ganz gesunden Eindruck und dann kommen hier nach und nach solche Kracher raus wie eine HVLI und ne Depression, hunderte Medis, Mangelernöhrung... da stellt sich der Fall komplett anders dar.

Frank-Walter
18.07.2011, 23:15
Hi,

ich glaube nachdem hier jetzt die Essstörungs- Depressions- und Alles-medikamentös-verursacht-Hymne losgeht, bringt das hier nicht mehr wirklich etwas.

Für diejenigen, die es vielleicht noch interessiert:

Den Sport macht sie auf Veranlassung und mit OK des Kardiologen, nachdem der eine Klappenbeteiligung (allerdings ohne TEE) praktisch ausgeschlossen hat, und nach der langen infektbedingten Bettruhe zur Rehabilitation der körperlichen Fittness geraten hat.

Sie macht drei mal 0,5 bis 1 Stunde leichtes Ergometertraning pro Tag, so wie sie es eben auf die Reihe bekommt.

Die "Esstörung" zuerst behandeln geht nicht, weil der Esstörung eben irgendeine andere Störung zugrundeliegt, die ihren Grundumsatz quasi vernachlässigbar gemacht hat, und ihre körperliche Leistungsfähigkeit soweit einschränkt, dass sie auch durch körperliche Aktivität keinen einigermaßen normalen Energieverbrauch hinbekommt.

Jegliche "normale" Ernähung führt zu Gewichtszunahme.

Paradox ist, dass der Körper es schafft, trotz minimalstem Energieumsatz das Fieber zu halten.

Ob die metabolische Situation, die Erschöpfungssymptomatik, der Infekt und das Fieber irgendetwas miteinander zu tun haben - wer weiß das schon. Vielleicht fußt eines auf dem anderen, vielleicht hat sie einfach Flöhe, Läuse, Zecken und die Krätze zufällig auf einmal.

Wichtig ist:
Die Situation ist für sie unerträglich, und zwar in jedem der genannten Gesichtspunkte (wobei ihr wohl das Fieber an sich herzlich egal wäre, wenn es nur die Temperatur betreffen würde).
Wenn sie jetzt wieder zunimmt, kommt die Depression wieder, und das tut ihr nicht gut, also wird sie nicht zunehmen, was bedeutet, dass irgendjemand ihren Stoffwechsel in Ordnung bringt, oder sie eben weiterhin so essen wird, auch wenn der Hunger sie verständlicherweise jetzt schon fast umbringt.

Ich hoffe ja inständig, dass es zumindest zum Großteil am Kupfer lag, dann sollte sie bald wieder leistungsfähiger sein, und auch wieder normaler essen können.

Gruß
Frank-Walter

Coxy-Baby
18.07.2011, 23:30
Schnell ein schloss dran bitte....

Rico
18.07.2011, 23:32
ich glaube nachdem hier jetzt die Essstörungs- Depressions- und Alles-medikamentös-verursacht-Hymne losgeht, bringt das hier nicht mehr wirklich etwas. Warum lehnst Du das so kathegorisch ab?
Das ist - mit Verlaub - deutlich wahrscheinlicher als Dein Kupfermangel als Erklärung für die ganzen Probleme.

oder sie eben weiterhin so essen wird, auch wenn der Hunger sie verständlicherweise jetzt schon fast umbringt.Das findest Du normal? für mich klingt das wie ne Essstörung...

Ich hoffe ja inständig, dass es zumindest zum Großteil am Kupfer lag, dann sollte sie bald wieder leistungsfähiger sein, und auch wieder normaler essen können.Da würde ich fast dagegen wetten.
Der Leistungsknick beim Kupfermangel kommt ja durch die Anämie weil Kupfer in den Coenzymen der Hämoglobinbildung gebraucht wird und diese deshalb gestört ist. Eine Anämie hat sie aber nicht.

Frank-Walter
18.07.2011, 23:33
Sorry, das Trazodon hatte ich oben vergessen, das ist auf 50mg abends, was allerdings eigentlich schon keine antidepressive Wirkung haben sollte.

Und es geht nicht um den Kampf zur Traumfigur, sondern zum Normalgewicht.
Sie hält mit den 800kcal und dem Ergometertraining einen BMI von 23.

Und wenn man von mindestens 0,8g Eiweiß pro kg Körpergewicht, besser 1g ausgeht, hat sie alleine mit dem Eiweiß schon 300kcal.
Dann fallen für Vegetarier so schöne Eiweißquellen wie Hühnerbrust und Schweinelende weg (sie ist Vegetarier seit der Empfängnis, hat also nie normale Erfahrungen mit Fleisch gemacht, und übergibt sich bei dem Versuch Fleisch zu essen, was auch nicht soo toll für die Nährstoffversorgung ist), Harzer Käse und Tofu gehen geschmacklich auch nicht, also fallen beim Decken des Eiweißbedarfs z.B. über Milchprodukte auch noch Kohlenhydrate und Fette an, so dass dann nicht mehr viel an Obst oder Gemüse bleibt, ohne die 800kcal zu überschreiten.
Das Eiweiß über Eiweißpulver abzudecken und dann den Rest mit Gemüse aufzufüllen hat sie auch versucht, aber ob das dann so viel besser ist?

Und es ist nicht die Angst zuzunehmen, es passiert wirklich.

Das Thyroxin zu reduzieren war auch meine Empfehlung, was sie nach Rücksprache mit dem Facharzt auch getan hat.
Allerdings wie gesagt, ist es unwahrscheinlich, dass das Thyroxin nach der langen gut vertragene Einstellung jetzt Ursache der Probleme ist.

Das ASS dient als Thromboseprophylaxe wegen der Entwässerung und als leichter Schutz fürs Herz, falls doch was an dem Rheumatischen Fieber dran sein sollte.

Gruß
Frank-Walter

Frank-Walter
18.07.2011, 23:44
Hi,

es ist einfach so, dass die ganzen "wahrscheinlichen" Ursachen bei den konsiliarisch bestellten Fachärzten schon mehrfach durchgekaut wurden, ohne Erfolg.
Ich weiß, dass die wahrscheinlichsten Ursachen wahrscheinlich in den meisten Fällen verantwortlich sind, aber wenn bei den Wahrscheinlichsten nichts herausgekommen ist, müssen irgendwann einmal die unwahrscheinlicheren in Betracht gezogen werden.
Deshalb heißt der Thread ja auch "was für Hobby Dr. Houseis".

Und ja, das Essverhalten ist pathologisch, aber ohne vorherige Änderung des Energieumsatzes ist da nichts dran zu machen.

Wenn ich beim Bergsteigen einen Kammeraden über dem Abgrund am Seil hängen habe, muss auch erst mal jemand kommen und den Kerl wieder an die Steilwand ranziehen, bevor ich das Seil lockerlassen und mit ihm absteigen kann.

Gruß
Frank-Walter

Relaxometrie
18.07.2011, 23:44
und als leichter Schutz fürs Herz, falls doch was an dem Rheumatischen Fieber dran sein sollte
Was soll den ein "leichter Schutz fürs Herz" sein :-notify

Rico
18.07.2011, 23:50
Und es geht nicht um den Kampf zur Traumfigur, sondern zum Normalgewicht.
Sie hält mit den 800kcal und dem Ergometertraining einen BMI von 23
[...]
Und es ist nicht die Angst zuzunehmen, es passiert wirklich.Sorry, wenn jetzt die Platitüden rauskommen, aber:
Der Energieerhaltungssatz gilt für jedermann.

Wenn man mehr Kalorien zu sich nimmt, als man verbraucht, dann nimmt man zu. Man kann entweder weniger essen (bei 800kcal nicht zu empfehlen) oder mehr verbrauchen.
Das liest sich alles so, als sei sie nach ihrem Infekt - also einer phase in der man eigentlich Energie braucht - mit der Bettlägrigkeit und der "Diät" in ein Loch gefallen (dazu vielleicht noch das Cortison, das in Stressituationen ja gesteigert werden müsste um dem erhöhten physiologischen Bedarf gerecht zu werden, was aber meistens nicht erfolgt) aus dem sie nicht mehr rauskommt, weil sie in einem teufelskreis festhängt aus:
"ich esse wenig weil ich sonst zunehme" und "für mehr Sport fehlt mir die Kraft weil ich ja nur wenig essen kann."
Davon muss man halt irgendwie wegkommen und das wird nicht mit Kupfer zu bewerkstelligen sein und wenn sie dabei mal zunimmt, dann ist es auch kein Beinbruch, bei ihrer Größe dürfte sie ja sogar bis 74kg zunehmen bevor sie den BMI von 25kg/m² und somit die Grenze zum Übergewicht reissen würde.
Wenn sie jetzt mal in der Erholungsphase 2-3kg zunimmt, dann ist das wahrlich nicht schlimm und wenn es ihr besser geht, dann kann sie es ja immer noch wieder runtertrainieren (nicht -hungern bitte).

Rico
18.07.2011, 23:54
Ich weiß, dass die wahrscheinlichsten Ursachen wahrscheinlich in den meisten Fällen verantwortlich sind, aber wenn bei den Wahrscheinlichsten nichts herausgekommen ist, müssen irgendwann einmal die unwahrscheinlicheren in Betracht gezogen werden.Aber wenn die sich seit ihrem Infekt so ernährt, dann ist diese mögliche Ursache eben nicht ausgeschlossen.

Frank-Walter
18.07.2011, 23:59
ASS wirkt entzündungshemmend.

Und "leicht" eben weil die entzündungshemmende Wirkung von ASS bei 125mg mg recht schwach sein dürfte.
Zu mehr Entzündungshemmung traut sich wohl keiner, weil es ja doch evtl. noch ein schwelender Infekt sein könnte, der dann so richtig ausbrechen könnte.

@Rico
Während des akuten Infekts wurde das Cortisol auf die 3 bis 3,5-fache Menge gesteigert. Da hab ich schon drauf geachtet (komischerweise ist keiner der behandelnden Ärzte darauf gekommen, die haben hinterher nur alle behauptet, die Gewichtszunahme wäre davon gekommen).

Diese minimalistische Diät macht sie erst seit ca. 2 Monaten nach dem akuten Infekt. Kann also nicht die Ursache sein. Außer das Fieber und die Erschöpfungssymptomatik hätten eigentlich gerade beschlossen gehabt, zu verschwinden, und just ein paar Tage vor dem beschlossenen Zeitpunkt hätte sie mit der Diät angefangen...

Gruß
Frank-Walter

Eilika
19.07.2011, 05:23
Sie soll sich nur nicht wundern, wenn sie auch mit 800 kcal zunimmt... Aber Dirals medizinischem Berater dürfte derHungeerstoffwechsel, in dem sie da steckt, ja nichts Neues sein *Kopfschütteln*

Frank-Walter
19.07.2011, 07:03
...weshalb ich darauf bestanden habe, dass sie mindestens 70g Eiweiß, besser 3*30g Eiweiß zu sich nimmt und Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente Substituiert.
Ich bin ja heilfroh, dass sie trotz dem eigentlich recht strikten Vegetarismus die Fischölkapseln nimmt.
Und ich bin froh, dass ich ihr ausreden konnte, Orlistat oder irgendwelche Appetithemmer zu nehmen. Da ist mir das, was sie jetzt macht, hundertmal lieber.

Ich finde, man muss bei allem, was man einem Patienten rät, neben den medizinischen auch immer ein Stück weit auf seine sonstigen Belange eingehen, sonst ist die Compilance futsch, und wenn der Patient einem nicht mehr vertraut, sagt er einem nicht mehr die Wahrheit über das, was er macht oder einnimmt (ok, nach House ist das ohnehin immer der Fall ;) ).

Deshalb versuche ich ja auch, alle beteiligten Ärzte einigermaßen zu koordinieren und sie gegenseitig auf dem Laufenden zu halten.
Ich kann natürlich auch nicht garantieren, dass sie nicht noch zu drei anderen Ärzten geht, und sich was weiß ich was verschreiben lässt (zuzahlungsbefreit ist sie ja), aber ich bin mir recht sicher, dass sie nichts zusätzliches einnehmen würde, ohne mich zumindest zu fragen, ob das irgendwie mit den anderen Medikamenten und Ergänzungsmitteln kollidieren würde.

Gruß
Frank-Walter