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RS-USER-rettungshamster
31.05.2003, 11:08
Ich fände es nicht schlecht für solch soziale Berufe (ob Alten- oder Krankenpflege) einen psychologischen Eignungstest einzuführen. Wenn ich mich in den Einrichtungen umschaue in welchen ich schon tätig war, kann ich mit ruhigen Gewissen sagen, dass dort zum größten Teil viele Menschen arbeiten, die überwiegend private Probleme haben und diese versuchen auf der Arbeit zu kompensieren oder auch übertragen - nicht gerade zum Wohl der Bewohner selbst.
Angemerkt sei, dass ich nicht die psychische Problematik meine, welche bei der Arbeit selbst irgendwann mal entsteht.

RS-USER-Sani
31.05.2003, 11:18
hm..einerseits keine schlechte Idee.....allerdings weiß ich nicht, was es konkret bringen soll....

denn man verändert sich während der Ausbildung und dem Arbeitsalltag schon stark...(viele zumindest)...geht mir auch so...früher hätte ich mich nie getraut, einen wildfremden auch mal anzuschnauzen...bzw. auch durch Türen zu gehen, wo "Zutritt verboten" draufsteht...

und wenn man seinen Job mag/liebt, leidet darunter (meist) die Familie....und die Probleme entstehen dann erst....also versucht man, dies mit Arbeit zu kompensieren...und die Probleme werden mehr...denn man ist immer weniger zuhause oder bringt die Probleme der Arbeit mit heim...ein Teufelskreislauf...

RS-USER-rettungshamster
31.05.2003, 12:27
Ich denke das sollte man tunlichst vermeiden, den beruflichen Ballast mit nach Hause zu nehmen - ansonsten könnte man sich ja direkt ein Zimmer auf der Station reservieren.
Es ist ein Entwicklungsprozess...den ich auch durchlaufen habe. Mittlerweile weiß ich das berufliche vom privaten zu trennen. Ansonsten gehst du vor die Hunde.
Ich denke hoch motivierte und enthusiastische Berufsanfänger wissen zu beginn ihrer Arbeit nicht klar die Grenze zu ziehen. Das kommt erst im Laufe der Jahre.
Aber wenn man den Weg gefunden hat, kann man sich auch konzentrierter und objektiver seiner Arbeit bewusst werden.

Venensuchgerät
31.05.2003, 12:34
@rettungshamster da ich weiß, dass du gerade erst Anfang 20 bist ;) wüßte ich gerne, wieviel Berufserfahrung du denn nun tatsächlich in der Altenpflege gesammelt hast. Du bist in der Ausbildung (1. oder 2. Lehrjahr ?) - wieviele Einsätze hattest du VOR der Ausbildung? Wieviele Jahre hast du konkret im Bereich "Altenbetreuung / Sterbebegleitung" gearbeitet?
Sorry - aber deine Aussagen klingen nicht nach jemandem, der ja eigentlich gerade erst anfängt. Da würde ich gerne genaueres erfahren.

RS-USER-Katja
31.05.2003, 12:37
Original geschrieben von rettungshamster
Mittlerweile weiß ich das berufliche vom privaten zu trennen.
Jein. Ich kann nicht jeden Patienten mit nach Hause nehmen, das ist klar - aber ich find's wahnsinnig angenehm, jemanden zu Hause zu haben (wenn wir uns denn mal treffen ;)), der mit in der Materie drinhängt, bei dem man sich mal über einen schlechten Tag auskotzen kann. Ich könnte mir nicht vorstellen wie es wäre, wenn da jemand sitzt, der mit "meiner Welt" so gar nichts anfangen kann.
Natürlich muß man noch andere Theman privat haben als die Arbeit, sonst kriegt man binnen kurzen auch was an der Waffel :o

RS-USER-rettungshamster
31.05.2003, 12:45
Mit dem "Arbeit mit nach Hause nehmen" meinte ich, dass man sich in seinem Privatleben nicht mit dem Elend oder Schicksal seiner Bewohner/Patienten auseinandersetzt. Sicher kotze ich mich auch schon mal aus, wenn bei mir auf der Station etwas schief läuft. Aber das war es dann auch schon. Und wenn keiner da ist zum quatschen, gehts zum Squash - da kann man auch sehr gut seinen Frust freien Lauf lassen. Der Ball kann sich nicht wehren :D

Venensuchgerät
31.05.2003, 12:48
@rettungshamster UND MEINE FRAGE ???
nicht wieder überlesen, wie die letzten auch schon. ;)

RS-USER-rettungshamster
31.05.2003, 13:00
Ich bin seit meinem 18. in der Altenpflege, habe zwischenzeitlich in vier verschiedenen Einrichtungen gearbeitet. In meinem ersten Haus hatten wir eine unwahrscheinlich hohe Sterberate (hab mal gezählt: in einem Jahr waren es 48 Bewohner und das nur auf einer Station), Anfang 20 bin ich nicht mehr- geht schon eher in die Mitte ;-)
Ferner hat das meines Erachtens nicht etwas mit dem Alter zu tun - es kommt darauf an welche Biographie der einzelne mitbringt und welche Auffassung er zu seinem Beruf hat.
Aber zu meiner Lebensgeschichte werde ich hier mit Sicherheit nicht eingehen...glaube nicht dass diese hier von großer Bedeutsamkeit ist - ferner möchte ich hier niemanden langweilen.
Also bin ich nach der RA-Ausbildung in die AP gegangen - der Rett.-Dienst läuft nur noch als Hobby von mir neben her.

RS-USER-rettungshamster
31.05.2003, 13:02
Ferner habe ich meinen Beitrag zur Verbesserung des Altenpflegegesetzes mit dem Punkt des psychologischen Eignungstestes schon eingegangen...hab ich immer noch etwas vergessen ? Bitte erinnere mich daran - auch bei mir hinterlässt so viele Jahre AP seine Spuren - Demenz, du verstehst was ich meine ;)

Venensuchgerät
31.05.2003, 13:11
Original geschrieben von rettungshamster
Anfang 20 bin ich nicht mehr- geht schon eher in die Mitte ;-)
23 oder? ;) egal.
Es hat nicht unbedingt was mit dem Alter, aber doch mit der Lebenserfahrung zu tun ;) Und jemand der 10 Jahre älter ist als du und auch 10 Jahre mehr Berufserfahrung hat wird viele Dinge (kommt auf den Mensch an, sicher ;) ) anders sehen und ich denke auch anders beurteilen. Eben weil sich jahrelange Erfahrung bemerkbar macht. ;)
Wie der einzelne damit umgeht, ist sicher noch eine Frage der Persönlichkeit.
Übrigens: Ich hab mein Privatleben noch nie 100 % vom Arbeitsleben getrennt und bin bisher ganz gut damit gefahren. Wie Katja schon sagte, es ist sehr hilfreich zu Hause jemanden zu haben, der auch vom Fach ist. Das heißt natürlich nicht, dass man sich mit nichts anderem mehr beschäftigt. ;)

Venensuchgerät
31.05.2003, 13:13
Original geschrieben von rettungshamster
Ferner habe ich meinen Beitrag zur Verbesserung des Altenpflegegesetzes mit dem Punkt des psychologischen Eignungstestes schon eingegangen...
na wenn das dein einziger Verbesserungsvorschlag war, dann hat sich die Frage erledigt. Dein Statement bezüglich Claudi hab ich trotzdem immer noch nicht verstanden. Aber ich komme auch so in die Jahre. ;)

RS-USER-rettungshamster
31.05.2003, 13:18
Ich denke über diese Frage können wir diskutieren bis es dunkel wird.
Bin mit Sicherheit kein naives junges Schwesterlein, welche mit Tagträumereien meine Arbeit macht.
Ich betrachte das alles schon sehr kritisch...und in Anbetracht dessen das ich alleine lebe, fällt bei mir schon mal der Partner weg, mit dem ich über meinen beruflichen Stress sprechen kann. Aber wie bereits gesagt - es gibt Wege das auch auf andere Art und Weise zu kompensieren.
Und jetzt hätte ich ja die Möglichkeit mich hier im Forum über das alles auszulassen :-p

RS-USER-Claudi
01.06.2003, 22:53
Original geschrieben von rettungshamster
Ich fände es nicht schlecht für solch soziale Berufe (ob Alten- oder Krankenpflege) einen psychologischen Eignungstest einzuführen.
Sowas in der Art gibts doch schon ;) . Du musst vor der Ausbildung zur Krankenschwester per Attest nachweisen, dass du körperlich und psychisch für den Beruf geeignet bist. Das neue Altenpflegegesetz enthält die gleiche Regelung.;)
Ansonsten kann man in einem psychologischen Eigungstest viel erzählen und die Bewerber werden ja nicht hypnotisiert. ;)

DerBlinde
01.06.2003, 23:09
Original geschrieben von rettungshamster
Ich denke das sollte man tunlichst vermeiden, den beruflichen Ballast mit nach Hause zu nehmen - ansonsten könnte man sich ja direkt ein Zimmer auf der Station reservieren...

Mach ich auch nicht... ich leb' in der Klinik. Finde meine Möbel eh häßlich... :D :D :D
Ganz ehrlich, wenn ich daheim bin, will ich pennen.
Ist das WE mal frei, habe ich wirklich keine Lust, mich im Familien- und Freundeskreis auch noch über Medizin zu unterhalten (Forum hier ist etwas anderes).
Ich finde es sehr angenehm, wenn es noch andere Interessen gibt.
Und sry, ich finde meine Arbeit für mich persönlich nicht so belastend, daß ich das zu Hause noch breittreten müßte. Zumal Nicht-Mediziner das meist eh nicht hören wollen ;) Und ja, ich habe auch schon in AH gearbeitet (als Nebenjob gegen Ende des Studiums). Bier ist Bier und Schnaps ist Schnaps.

Abendstern
01.06.2003, 23:20
Original geschrieben von DerBlinde
Ist das WE mal frei, habe ich wirklich keine Lust, mich im Familien- und Freundeskreis auch noch über Medizin zu unterhalten (Forum hier ist etwas anderes).
Ich finde es sehr angenehm, wenn es noch andere Interessen gibt.Und sry, ich finde meine Arbeit für mich persönlich nicht so belastend, daß ich das zu Hause noch breittreten müßte. Zumal Nicht-Mediziner das meist eh nicht hören wollen ;)Studiums). Bier

----> Zustimmung

Sonst könnte man das freie WE auch auf der Arbeit verbringen, wenn man da nicht abschaltet.
Und wenn man seine Arbeit so belastend findet , sollte man sich evtl. mal nach einen anderen Beruf umsehen. Ein wenig Spaß sollte auch in schwiedrigen Situationen noch bleiben. :cool:

RS-USER-Claudi
01.06.2003, 23:26
also ich hab da noch nie drüber nachgedacht, ob ich Arbeit mit nach Hause nehme oder privates mit zur Arbeit. :confused:
Kommt sicher auf die persönliche psychische Belastbarkeit an und darauf wo man arbeitet. ;) Wenn mal (ist ja nicht regelmäßig) was ganz schlimmes passiert, was die Schwester belastet (hoffentlich! Coole können keine optimale Pflege machen ;) ) ist es schon schön, wenn man sich zu Hause noch kurz austauschen kann. Dann ist das ganze auch ruckzuck verarbeitet und belastet nicht weiter. Ansonsten hatte ich im Privatleben ehrlich gesagt gar keine Zeit um noch irgendwie über die Arbeit nachzugrübeln. ;)

Abendstern
01.06.2003, 23:35
Original geschrieben von Claudi
Kommt sicher auf die persönliche psychische Belastbarkeit an und darauf wo man arbeitet. ;) Wenn mal (ist ja nicht regelmäßig) was ganz schlimmes passiert, was die Schwester belastet (hoffentlich! Coole können keine optimale Pflege machen ;) ) ist es schon schön, wenn man sich zu Hause noch kurz austauschen kann. Dann ist das ganze auch ruckzuck verarbeitet und belastet nicht weiter. Ansonsten hatte ich im Privatleben ehrlich gesagt gar keine Zeit um noch irgendwie über die Arbeit nachzugrübeln. ;)

Das sollte aber nicht ausarten , und dann nur noch um den Beruf gehen . Wie du schon gesagt hast "kurz austauschen" - und auch nur wenn der Partner davon was hören will. Dann kann man sich wieder aufs wesentliche am freien Tag/WE konzentrieren - sich auszuruhen und abschalten.

RS-USER-Claudi
01.06.2003, 23:41
Original geschrieben von Abendstern
Das sollte aber nicht ausarten , und dann nur noch um den Beruf gehen .
Natürlich nicht! Aber wenn krasse Geschichten passieren, mußt du die auch verarbeiten - wenn nicht, DANN gehst du kaputt ;)
Ansonsten kenne ich eigentlich kaum jemanden, der in der Pflege arbeitet und privat nichts anderes zu tun hat als sich weiter damit zu beschäftigen. ;)

Abendstern
01.06.2003, 23:50
Original geschrieben von Claudi
Natürlich nicht! Aber wenn krasse Geschichten passieren, mußt du die auch verarbeiten - wenn nicht, DANN gehst du kaputt ;)


Ist mir schon klar - aber ich besprech ehrlich gesagt das meiste dann mit meinen Kollegen. Da hole ich mir dann beruflichen Rückhalt oder auch mal angebrachte Kritik - kenne auch Stationen wo man so nicht miteinander spricht-das ist zum glück bei uns (mit den meisten Kollegen) anders.:)

RS-USER-Sani
02.06.2003, 07:06
Original geschrieben von Claudi
Du musst vor der Ausbildung zur Krankenschwester per Attest nachweisen, dass du körperlich und psychisch für den Beruf geeignet bist. Das neue Altenpflegegesetz enthält die gleiche Regelung

hm...für den RH/RS/RA braucht man diese Bestätigung auch....aber mal ehrlich...wer stellt den Schrieb aus ?? Meist der Hausarzt...

bei mir lief des so..."Dok, ich brauch ein Attest, dass ich körperlich und geistig für den Beruf des Rett.Ass geeignet bin....kannste mir sowas schreiben ?" Dok: "WAS willste machen ?? Sani?? hmmm....was mussn da draufstehen?"

ich habs ihm erklärt und er hats geschrieben.....das wars...keine großartige Untersuchung....grad mal RR gemessen..aber sonst nichts....