Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zusatzbezeichnung RettMed/ Prüfung Zusatzbezeichnung Notfallmedizin
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Sebastian1
13.04.2012, 19:55
Wobei ich bei Tachykardien, die zwar da sind, aber vom Patienten gut kompensiert werden (und nicht so hohe Frequenzen haben, dass die Dekompensation eher früher als später auf jeden Fall kommt) präklinisch die Finger davon lasse, medikamentös wie auch elektrisch. Also unter der Voraussetzung guter Druck und fehlende Dekompensationszeichen/Dyspnoe halten die Patienten die 10 Minuten auch noch aus, bis sie in einer Fachklinik sind, die auf Eventualitäten wie proarrhythmische Effekte mit wesentlich mehr Equipment reagieren kann.
Bezeichnenderweise sind es gerade die Kardiologen (zumindest bei uns am Haus), die schon so manche Belocgabe mit dem Attribut "mutig" bedacht haben, und ich denke mal, die wissen, warum sie das tun.
Jap, im Zweifel load & go, ohne sich vor Ort zu verkünsteln oder Zeit zu verschwenden
:-meinung
WackenDoc
14.04.2012, 11:21
Naja- wenigstens zur Prüfung muss ich es mir ja reinziehen.
@Miss: Scheint bei uns auch nicht verbreitet zu sein, dass der Hausarzt Notfallmedis gibt: In den Briefen vom Krankenhaus steht: Medikamente x,y und z wurden vom Notarzt verabreicht.
Nö- ich hab die Viggo gelegt und die Medis zur Erstversorgung gegeben.
Ich übergeb nach Möglichkeit am liebsten fix und fertig eingetütete Patienten, die nur noch umgestöpselt und eingepackt werden müssen. Aber das ist, wie gesagt, nen zeitlicher Wettlauf gegen unseren echt fixen RD.
So, meine aktuellen Horrorthemen: Katecholamine (ok, mit Adrenalin hab ich mich inzwischen angefreundet)-ich mag keine Medis, die in unterschiedlicher Dosierung, ne unterschiedliche Wirkung haben und Perfusoren schon gleich dreimal ned. Kinderdosierungen,Kinder allgemein und Vergiftungen(ja, ich weiss, im Zweifel Giftnotrufzentrale anrufen).
Edit: Was haltet ihr von der Kombination von Ketamin und Propofol zur Narkoseeinleitung? Und Dormicum brauch ich dann noch zusätzlich,oder? Und wie sieht es dann mit den Dosierungen aus?(Bah-mein neues Lehrbuch ist bei sowas ziemlich unkontret)
Ich wüßte keinen Grund, warum man Ketamin und Propofol kombinieren sollte. Was soll denn das bringen?
WackenDoc
14.04.2012, 17:47
Naja- der Kreislauf geht nicht so in die Knie und man hätte bessere Intubationsbedingungen. Zumindest in der Theorie, deswegen die Frage wie das mit der praktischen Anwendung ist.
Du kannst doch genausogut mit Ketamin/Dormicum allein einleiten und hast dann stabilere Kreislaufverhältnisse als mit Propofol, warum willst Du es dann überhaupt dazumischen? Welchen Vorteil gegenüber den Einzelsubstanzen bringt die Kombination?
Für bessere Intubationsbedingungen dosierst Du halt höher, und wenn es gar nicht anders geht, gibt es Succi dazu.
Eine balancierte Anästhesie ist sinnvoll, weil da Hypnotika und Analgetika kombiniert werden. Aber nur verschiedene Hypnotika?
Oder aber ich nehme ein Opiat und ein richtiges Hypnotikum und bastel mir von Anfang an vernünftige Bedingungen! Wenn ich vom Opiat eine vernünftige Dosis nehme und nicht nur so pro forma ein Stritz Dipi, dann kann ich mit relativ wenig Propofol wunderbare Intubationsbedingungen schaffen. Wenn man dann das Diso langsam injiziert bleibt auch der Druck da, wo er ist...
Ich will jetzt auf keinen Fall Ketamin/Dormicum verteufeln, aber meine Erfahrung ist, dass diejenigen, die diese Kombi als Standard nehmen, meistens Angst vor der (evtl. misslingenden) Intubation haben und dann die vermeintlich "sichere" Kombination nehmen. Allerdings wird dann deutlich unterdosiert und dann kauft man sich wieder schlechte Intubationsbedingungen ein...
Und wenn der einzige Grund gegen Propofol die (evtl.) Kreislaufdepression sein sollte... Ich habe gehört, dass es da auch was von Ratiopharm gibt. :-))
Sebastian1
14.04.2012, 20:18
*unterschreib* dem pflichte ich einfach mal bei. Ich kann aber durchaus verstehen, wenn der in der Intubation nicht geübte Respekt davor hat, den Patienten präklinisch schlafen legen und intubieren zu müssen, aber wie Brutus schon sagte: Mit zu seichter Narkoseinduktion kaufst du dir nur einen zu wachen Patienten mit bescheidenen Bedingungen ein. Da die ausserklinisch ja eh oft suboptimal von Lagerung und Lichtverhältnissen sind, muss das ja ned sein ;)
BTW: Sag mal Brutus, du hast doch Aktien von Ratiopharm gekauft, oder? :-D
WackenDoc
14.04.2012, 20:41
Ne, damit würde ich denjenigen schon richtig schlafen legen wollen.
Und wie gesagt, das steht in nem schlauen Lehrbuch- bin ja noch nichtmal selber drauf gekommen.
Ihr habt ja geschrieben, dass man mit Propofol noch die Relaxierung inclusive hat-also bessere Intubationsbedingungen. Aber der Nachteil von dem Zeugs ist ja die Kreislaufdepression. Das könnte man ja mit dem Ketanest ausgleichen.
Und mit Ketanest haste das Analgetikum mit drin.
Naja, Ketamin macht ja keine richtige Analgesie sondern eine dissoziative Anästhesie (deswegen ja auch das Benzo dabei), deshalb geb ich bei Einleitung grundsätzlich immer ein Opiat dazu. Ketanest/Dormicum solo ist imho für eine vernünftige Narkose mit Beatmung nicht ausreichend, außer unter Rea-Bedingungen. Wobei da dann oft eine Narkose überhaupt nicht erforderlich ist.
WackenDoc
26.04.2012, 13:45
Welches Thrombolytikum habt ihr in eurem RD-Bereich? Da gibt´s doch hoffentlich nur jeweils eins, oder?
Ansonsten wird´s langsam merkwürdig. Da hab ich doch tatsächlich statt Dopamin Giulini Dopamin Globuli glesen...
Überall wo ich bis jetzt gearbeitet habe gab es Metalyse (Tenecteplase). Eindeutiger Vorteil gegenüber anderen Präparaten: es wird als einmaliger, gewichtsadaptierter Bolus gegeben. Andere Thrombolytika haben komplexere Verabreichungsschemata. Ich kann mir kaum vorstellen, dass ein Rettungsdienstbereich mehr als ein Thrombolytikum vorrätig hält, insbesondere wenn man den doch recht happigen Preis von deutlich über 1000€ pro Ampulle betrachtet.
WackenDoc
26.04.2012, 14:40
Ich glaub ja, dass das Dosierungsschema von Alteplase von nem medizinerhassenden Pharmamenschen erfunden wurde um uns zu ärgern.
Entweder einer, der keinen Studienplatz bekommen hat oder einer, der endgültig beim Physikum durchgefallen ist oder so.
Gut möglich... :-oopss
Apropros Durchfallen, auf zur Histo-Klausur... hab ich eine Lust.
In meinem jetztigen Bereich haben wir auf dem NEF gar kein Lyse. Ist aber bei Stadtrettung auch nicht zwingend notwendig.
In Oberbayern hatten wir auch Metalyse.
Wir haben Rapilysin (Reteplase) :-) auch sehr anwenderfreundlich. Einheitlicher Bolus und Wdh nach 30min.
Auf ITS haben wir nämlich Actilyse -und da hatte ich mir neulich daher noch mal das Schema reingezogen.
Sebastian1
28.04.2012, 23:24
Bei dem einzigen Fall, wo ich bisher präklinisch lysiert habe (siehe Brutus aktuelles Fallbeispiel) auch Metalyse. War übrigens auch das Einzige mal, dass ich mal den Notarztleitfaden aus der Tasche genommen habe, um die DOsierung nachzuschlagen, wobei ich dann festgestellt habe, dass die beiligenden Spritzen mit Gewichts- und Dosierungsangaben versehen sind. Macht man ja doch eher selten, gerade in städtischen Bereichen. (Jemand hier, der in sehr ländlichen Strukturen fährt und das zumindest halbwegs regelmäßig macht?)
Rescue-Lyse unter Reabedingungen hatten wir in Oberbayern häufiger, eine Infarktlyse kam in den 3 Jahren genau ein einziges Mal vor, ansonsten war das Korolabor trotz durschnittlicher Entfernung von 20 - 30km im Zeitfenster < 2h erreichbar.
^^ In Doofmund machen die die Lyse oft trotzdem. Und die haben Anfang Symptome - bis zum Aufblasen des Ballons Zeiten von deutlich unter 90 Minuten. Aber gerade bei jüngeren Patienten und relativ kurzer Symptomzeit und fehlenden Kontraindikationen sind die recht fix mit der Metalyse...
Ich glaube, die haben das Konzept sogar als PDF auf ihrer Homepage stehen... Wen es interessiert, Link kann ich raussuchen...
WackenDoc
29.04.2012, 15:01
Hat jemand von euch Icatibant oder C1-Inhibitor auf dem NEF?
Und ich kann sogar was zum Thema Wühlmausschussgeräte erzählen..
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