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Hoppla-Daisy
10.03.2012, 10:28
DAS stimmt! Wurde in meinem letzten (äh ersten) Dienst geschlagen und getreten von einem dementen alten Herrn. War seiner Frau seeeehr unangenehm. Und sie bedankte sich schon so viel, dass es mir echt unangenehm war. Dass ich für ihren Mann jetzt hätte aufstehen müssen. "Naja, aber nun ist er von seinem Harnverhalt befreit, und die Nacht kann auch für Sie weitergehen". Dafür war ich dann gerne "die Böse, die mir so wehgetan hat". Der Feuerwerker wurde auch gehauen, sagte dann aber, dass ER ja von den Guten sei.... woraufhin er keinen Schlag mehr einstecken musste :-)). Da musste ich dann doch grinsen :-))
Sebastian1
10.03.2012, 10:34
In der Tat, so wie die Dame heute Nacht, die bei hochgradiger Aortenstenose derart knackig dekompensiert war, dass ihr das Ödem fast zum Hals rauslief, SpO2 irgendwas um die 60%. Aber "entschuldigung, ich wollte sie nicht stören" hat sie noch rausgebracht. Ist irgendwie das gegenstück zum rumbrüllenden "Ichwilljetztsofortsonstverklagichsie!" bei gleichzeitiger Abwesenheit jeglicher Beschwerden.
Wie schaut denn der Anteil von Patienten mit akutem Nichts vs wirklich kranke / hilfebedürftige Patienten bei euch im Notdienst aus? Das würd mich echt mal interessieren :)
Naja, gestern Abend wars mal wieder extrem. Man merkt einfach, dass alle Geld gekriegt haben. Ich habe ja "nur" einen Besoffenen begleiten müssen, und den auch nur, weil er als "Herz" reinkam. Aber die RTW-Crews taten mir schon ein bißchen leid. Allerdings haben wir auch die ganze Nacht gearbeitet und das war ALLES berechtigt. Klar, dass da auch ein paar Patienten mit bei waren, die die Probleme schon "länger" hatten, aber nichtsdestotrotz alles NA-Indikationen...
Und jetzt geht der Onkel erst mal im Bett...
Nacht Forum. :-)
MissGarfield83
10.03.2012, 11:27
Nacht Onkel.
Hellequin
10.03.2012, 11:41
Wie schaut denn der Anteil von Patienten mit akutem Nichts vs wirklich kranke / hilfebedürftige Patienten bei euch im Notdienst aus? Das würd mich echt mal interessieren :)
Bei uns gehts stramm auf die 50/50 zu, mit steigender Tendenz. Letztes Jahr hatten wir bei uns in der Notaufnahme 10% mehr Patienten bei weniger als 1% Zuwachs bei den Aufnahmen über die Notaufnahme.
Was mich am meistens nervt ist das ich meine Zeit zwischen tatsächlich kranken Patienten und denen mit Befindlichkeitsstörungen aufteilen muss und erstere dann unter Umständen zu kurz kommen.
Bei uns ist der Anteil eher 1:10, also einer von 10 hat was aufnahmebedürftiges- muss allerdings sagen, dass ich das Gefühl habe, dass es im Vergleich zu meinen Dienstanfängen sogar eher weniger geworden ist (rächt sich vermutlich in den nächsten Diensten wo ich das nun geschrieben habe ;-))
Feuerblick
10.03.2012, 12:35
Okay, für die Augenheilkunde muss man das Ganze etwas relativieren. Für mich ist derjenige ein Notfall, der nachts mit einer Erkrankung kommt, die wirklich fiese Schmerzen verursacht. Wirklich aufnahmewürdig ist davon letztlich das Wenigste. Wer wegen eines seit drei Wochen bestehenden Zipperleins und "weil man beim Augenarzt ja immer so lange warten muss" nachts in der Notaufnahme aufschlägt ist dementsprechend kein Notfall.
Viel mehr als so manch ein verunsicherter Befindlichkeitsgestörter gingen mir aber immer die niedergelassenen Kollegen auf die Nerven, die irgendwann am frühen Abend bei einer älteren Dame einen Verdacht auf feuchte Makuladegeneration stellten und der armen Frau (oder dem armen Mann) samt Angehörigen dann sagten, sie sollten SOFORT in die Klinik fahren, um das weiter abklären zu lassen. Jeder Niedergelassene hat irgendwann mal in einer Klinik gearbeitet und sollte wissen, dass jenseits des Tagdienstes nur noch der Notdienst läuft. Die Abklärung einer feuchten Makuladegeneration ist sicher nichts, was man spät abends oder nachts noch tun MUSS. Das kann gut und gerne bis zum nächsten Tag oder sogar länger warten. Leider kommen die Leute immer erst dann, wenn der Niedergelassene die Praxis schon geschlossen hat. Sonst hätte ich wohl den einen oder anderen Kollegen mal ganz unfein per Telefon zur Sau gemacht. ER muss den Leuten nämlich nicht erklären, dass sie a) umsonst gekommen sind und b) morgen nochmal kommen dürfen. :-kotz
stennadolny
10.03.2012, 12:54
Auch psychiatrisch sind manche Niedergelassenen (v.a. kurz vor Praxisschluß, insbes. am Freitag und vor Feiertagen) eigenartig kooperativ.
Blankoeinweisungen, die dann die Sanis "mal so" schnell im Vorbeifahren in der Praxis abholen dürfen, tunlichst diffuse Indikation (gerne bei Geronto-Pat.); Suchtpat., die genau jetzt um 17 Uhr AKUT zur Entgiftung geschickt werden müssen und auch wollen und suizidal, wenn nicht SOFORT..... - der Hinweis auf die Annahme bei akuter Suizidalität nur mit Polizei wird dann als Frechheit empfunden und schon mal der Hörer draufgeknallt (kommen dann eigenartigerweise nie....).
Privatpat., die dem garnicht diensthabenden Hausarzt auch am Sonntag um 3 Uhr morgens so ein persönliches Anliegen sind, daß sie jetzt gleich zur Entgiftung kommen MÜSSEN, auch wenn es garnicht das eigene Einzugsgebiet ist....und dann unter lauter Androhung von Sodom und Gomorrha NICHT genommen werden.
Verleger (meist) aus internist. Kliniken/Notaufnahmen, die einfach dastehen, schon mal OHNE irgendwelche schriftlichen Infos und Vorankündigung, einfach so......Spezialfall: Verleger aus neurolog. Kliniken wegen "Unkooperativität" des Pat., ohne (!!) daß irgendetwas neurolog. (etwa Bildgebung Cerebrum, orientierender Status, Blutabnahme o.Ä.) gemacht worden wäre. Gerne auch: Verleger aus internist. Intensivstat. nach "unklarer Verwirrtheit" (, die sich auch mal als eher unausgegoren behandelte, schwere Tablettenintox. bei BEFRAGUNG DES PAT. durch Psychiater herausstellte) oder auch bei fluktuierendem Delir völlig unklarer Genese (natürlich auch ohne EKG-Befund, ohne Bildgebung Kopf, ohne minimale Fremd-Anamnese...).
Für mich persönlich sind die ärztlich zugewiesenen Pat. in der Akutpsychiatrie weitaus mehr mit Vorsicht zu genießen als die Selbststeller.......
Leelaacoo
10.03.2012, 12:55
Ach...ich finde, das Ärgern über solche Pat. wird irgendwann weniger...zum Einen wird man cooler und traut sich auch mal, darzulegen, dass die Vorstellung nachts mit "akutem Nichts" Blödsinn ist und kann auch freundlich ein wenig schlechtes Gewissen vermitteln...und zweitens hat man dann doch "die blöden Rückenschmerzen seit 2 Wochen" gesehen, die noch nachts in der Ambulanz im hypoxischen Anfall und dann in einer Reanimation bei Aortenaneurysmaruptur endeten (leider vergeblich reanimiert, ist jetzt 2 Monate her!). Oder die chronischen Kopfschmerzen, die trotz Migräne anders sind und eine SAB...shit happens...aber man wird demütiger mit der Zeit. Gehts euch auch so?
LG Lee
Medimatze
10.03.2012, 14:24
Ich unterstelle selbst den Patienten, die welche Form des ärztlichen Dienstes auch immer akut in Anspruch nehmen, die sich dann mit absoluten Bagatellen notfallmäßig präsentieren, das der Grund ein wie auch immer gearteter Leidendruck war und nicht die Intention "heut geh ich mal nen Doc ärgern"....
Ja, dann will ich aber auch entscheiden dürfen, ob ich mich diesem Problem annahme, oder nicht. Zudem würde ich eine zusätzliche Ambulanzgebühr einrichten. Das schreckt ab, damit halten dann doch viele noch 3 Stunden durch. Es macht mir die Arbeit unerträglich, wenn sich solche "Patienten" um 2, 4 und 5 Uhr vorstellen. Nichts gegen Besoffene, nichts gegen Schnittwunden, nichts gegen Schlägereien. Aber wenn Leute vor mir stehen, sich beschwerden weil sie schon seit 30 Minuten warten und nichts los sei -da bekomme ich zuviel. Da muss einfach ein Riegel vorgeschoben werden. Z.B. ärztlicher Notdienst, hohe Ambulanzkosten, hohe Wartezeiten. Und ich lasse in der Nacht die meisten Patienten warten... Viele gehen dann nämlich von selbst, oder ich warte bis 3 da sind.
Hellequin
10.03.2012, 15:50
Bei uns ist der Anteil eher 1:10, also einer von 10 hat was aufnahmebedürftiges-
Meine 50/50 haben sich nicht auf die Aufnahmebedürftigkeit bezogen, sondern darauf ob die angegebenen Beschwerden das Bedürfnis diese einem Arzt vorzustellen wirklich nachvollziehbar machen. Die Aufnahmequote ist bei uns auch dtl. geringer.
Und wie gering der Leidensdruck bei den meisten dann tatsächlich ist, sieht man meistens dann, wenn man bei nicht eindeutig zuordenbaren Beschwerden eine stationäre Aufnahme anbietet.
In Ö etwa wird man zum Analogon des KV-Notdienstes nur zugelassen, wenn man a) Allgemeinmediziner ist und b) die Notarztqualifikation vorweisen kann. Das macht schon einen deutlichen Unterschied in der Qualität.
Hahahahahaha.... genau. Die Qualität ist unfassbar höher in Ö, weil dort die Allgemeinmed Ausbildung auch so unsagbar fundiert ist! 3 Jahre Turnus - ich korrigiere - 3 Jahre bessere medizinische Schreibkraft kombiniert mit Flascherlanhängen und Blutabnehmen sind definitiv qualifizierend für das, was das Gros der österr. Hausärzte macht: nämlich Patienten wegen jedem Schiss ans KH verweisen. Das ist nämlich das überwiegenden Patientenklientel, welches wir bei uns in der Notaufnahme versorgen.
Meine 50/50 haben sich nicht auf die Aufnahmebedürftigkeit bezogen, sondern darauf ob die angegebenen Beschwerden das Bedürfnis diese einem Arzt vorzustellen wirklich nachvollziehbar machen. Die Aufnahmequote ist bei uns auch dtl. geringer.
Und wie gering der Leidensdruck bei den meisten dann tatsächlich ist, sieht man meistens dann, wenn man bei nicht eindeutig zuordenbaren Beschwerden eine stationäre Aufnahme anbietet.
Ah sorry- da ist das Verhältnis etwas besser zugunsten des Patienten und liegt so bei 60:40. Ist aber sehr dienstverschieden- die in der NA in meinen letzten Diensten hatten echt allesamt Myalgien nach körperlicher Belastung, davor hatte ich aber mal eine Serie mit mehreren akuten Paresen, wo sich die Patienten alle kurioserweise entschuldigt haben für die Belästigung.:-nix
Das mit dem Aufnehmen anbieten mach ich auch manchmal- ist dann auch in unserem Fachgebiet so, dass dann die meisten doch erstmal wieder zum HA/ Niedergelassenen möchten.
Oft ist es ja bei den Beschwerden auch einfach nur Angst der Pat. dass irgendetwas schlimmes dahintersteckt da sie es selbst nicht einschätzen können. Was ich allerdings echt ein wenig anstrengend fand in letzter Zeit ist die Einstellung vieler, dass man auch morgens um 3 "mal eben" den Rücken zu infiltrieren hat und dass es sich häuft dass die Leute zu Dienstzeiten "eingerenkt" werden möchten ("macht der Hausorthopäde schließlich auch immer").
Dieses "Einrenken"-Gequatsche nervt mich an - nimmt auch zu...
stennadolny
10.03.2012, 16:41
Hahahahahaha.... genau. Die Qualität ist unfassbar höher in Ö, weil dort die Allgemeinmed Ausbildung auch so unsagbar fundiert ist! 3 Jahre Turnus - ich korrigiere - 3 Jahre bessere medizinische Schreibkraft kombiniert mit Flascherlanhängen und Blutabnehmen sind definitiv qualifizierend für das, was das Gros der österr. Hausärzte macht: nämlich Patienten wegen jedem Schiss ans KH verweisen. Das ist nämlich das überwiegenden Patientenklientel, welches wir bei uns in der Notaufnahme versorgen.
@Fli: Du versorgst in D Ösi-Patienten ? Abgesehen davon: Wie kannst Du als jemand ohne allgemeinmed. Ausbildung überhaupt beurteilen, was der Allgemeinmed. in Ö in der Wildnis versorgen kann und was nicht ?
In D braucht man bloß die Appro für den KV-Notdienst, also den Studienabschluß. Ich wüßte nicht, wo das sonst noch auf der Welt so primitiv geht. Habe schon Pathologe (!) oder Dermatologin (!!) im KV-Notdienst erlebt und muß sagen: Kein Vergleich.......
Äh Seb, ich kann deine Argumentation nachvollziehen. Aber nur weil man sich dieses Schicksal (diesen Job) selbst ausgesucht hat, darf man nicht moppern? Das geht mir echt ein bissl zu weit ;-).
Und ich glaube nicht, dass Maja sich über Patienten mit Schwindel aufgrund einer Vestibularneuritis aufregte ;-).
So ist es. Bei sowas sag ich doch gar nichts. (zumal die ja von mir sowieso flott in die HNO geturft werden ;-) ) auch jeden BPLS kann ich absolut verstehen, sehr quälend und der Patient weiß ja nicht, was los ist. Auch jeder echte Hirnstamminfarkt kann natürlich gern mit Schwindel kommen. Mir gehts eher um " seit zwei Tagen ne Gastroenteritis und jetzt ist mir schwummerig" oder "Schwindel sEit 10 Jahren". AbsichtlIch warten lass ich da niemanden lang. Nachtdienst ist bei mir Arbeitszeit und nicht BD, ich werde auch für diese Patienten bezahlt. Mich ärgert halt nur, wenn mir wegen sowas weniger Zeit für die richtig kranken Patienten bleibt.
Berlinerin
10.03.2012, 18:22
In D braucht man bloß die Appro für den KV-Notdienst, also den Studienabschluß. Ich wüßte nicht, wo das sonst noch auf der Welt so primitiv geht. Habe schon Pathologe (!) oder Dermatologin (!!) im KV-Notdienst erlebt und muß sagen: Kein Vergleich.......
Ähm, das stimmt so nicht. Zumindest in NRW (ist vermutlich wieder von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) braucht man zur Teilnahme am KV - Notdienst entweder einen Facharzttitel (kann natürlich auch Dermatologie sein...) ODER mind. 2 Jahre klin. Erfahrung UND den Notarztkurs.
Ich kenne die Dienste im Krankenhaus (3,5 Jahre Innere) und habe auch ein paar KV - Notdienste gemacht.
In meinen Augen sind viele Probleme auch ein Stück weit juristischer Natur.
Ich habe eben als KV - Notdienst auf Hausbesuch kein Labor, kein EKG, kein Sono, kein Röntgen. Insofern werde ich bei den vielen unklaren Problemen lieber einmal zu oft einweisen als einmal zu selten, denn ich hab keine Lust am Ende verknackt zu werden. Ich rede jetzt nicht von unkomplizierten Kreuzschmerzen oder akuter Gastroenteritis. Aber schon bei Bauchschmerzen anderer Genese oder bei akuter unklarer Verwirrtheit kommt man beim Hausbesuch schnell an die diagnostischen Grenzen. Natürlich kann man nach Ausschluß "abwendbar gefährlicher Verläufe" erstmal "abwartend Offenlassen" - dies impliziert aber oft eine kurzfristige Verlaufskontrolle usw. und ich kann die niedergelassenen Kollegen schon verstehen, daß sie dann lieber einweisen. Selbes Problem am Freitagmittag in der Praxis, wenn man Beschwerden ambulant nicht mehr vollständig abgeklärt bekommt.
Ich kann aber auch euch im Krankenhaus tätige voll und ganz verstehen. Man ist einfach was das Belastungslevel angeht teilweise schon bei mehr als 100 % und es wird immer und immer mehr. Es fehlt dann die Zeit für die wirklich kranken Patienten... Ich mußte auch im Dienst 90 stationäre Pat, die Intensiv mit 4 -6Betten und die Ambulanz betreuen und da kann man schonmal ausflippen, wenn man vom akut dyspnoeischen Patienten weggerufen wird wegen irgendeiner Banalität :-kotz.
Manchmal unsinnige Zuweisungen von Kollegen und Spontanbesuche von Pateiten, die die Nummer des Notdienstes nicht kennen nerven dann extrem.
Das 1. Posting dieses Threads erinnert mich sehr an mich zu meiner Krankenhaus Zeit - ich hätte der nächste simplen Gastroenteritis nachts um 3 ins Gesicht springen können..
Als inzwischen in der Hausarztpraxis Tätige bemühe ich mich "Verlegenheitseinweisungen" zu minimieren, allerdings ist meine Erfahrung das da auch wenig Verständis auf beiden Seiten ist. Ich habe ab und zu schon ganz schön freche Bemerkungen von den Kollegen in der Krankenhausambulanz abbekommen oder alternativ ein massives Abwimmeln - und das muß ja auch nicht sein.
Im übrigen arbeite ich immernoch fleißig daran, meine hausärztlich betreuten Patienten ein bißchen zu erziehen, wenn ich mal wieder Ambulanzbriefe wg. Pipifax erhalte. Vor allem vermittele ich die Nummer vom KV - Notdienstes für leichte Beschwerden... Obs was bringt :-nix
LG Berlinerin
Feuerblick
10.03.2012, 18:39
Ja, dann will ich aber auch entscheiden dürfen, ob ich mich diesem Problem annahme, oder nicht. Zudem würde ich eine zusätzliche Ambulanzgebühr einrichten. Das schreckt ab, damit halten dann doch viele noch 3 Stunden durch. Es macht mir die Arbeit unerträglich, wenn sich solche "Patienten" um 2, 4 und 5 Uhr vorstellen. Nichts gegen Besoffene, nichts gegen Schnittwunden, nichts gegen Schlägereien. Aber wenn Leute vor mir stehen, sich beschwerden weil sie schon seit 30 Minuten warten und nichts los sei -da bekomme ich zuviel. Da muss einfach ein Riegel vorgeschoben werden. Z.B. ärztlicher Notdienst, hohe Ambulanzkosten, hohe Wartezeiten. Und ich lasse in der Nacht die meisten Patienten warten... Viele gehen dann nämlich von selbst, oder ich warte bis 3 da sind.Eine zusätzliche Ambulanzgebühr (jenseits der üblichen 10 Euronen) würde wieder nur die abschrecken, die nur dann kommen, wenn sie nicht mehr kriechen können und sich dann auch noch tausendmal entschuldigen. Der alte Herr mit Myokardinfarkt oder bei uns die Dame mit perforiertem Hornhautulkus, die eigentlich noch übers Wochenende warten wollte, weil man doch nicht die Ärzte stören möchte.. :-nix
Wenn dir die nächtlichen Patienten die Arbeit unerträglich machen, solltest du vielleicht darüber nachdenken, dir einen Job ohne nächtliche Ambulanz zu suchen... Denn die Menschen wirst du nicht ändern - egal welche "Erziehungsmaßnahmen" du dir einfallen lässt. :-nix
Sebastian1
10.03.2012, 18:44
Eine zusätzliche Ambulanzgebühr (jenseits der üblichen 10 Euronen) würde wieder nur die abschrecken, die nur dann kommen, wenn sie nicht mehr kriechen können und sich dann auch noch tausendmal entschuldigen. Der alte Herr mit Myokardinfarkt oder bei uns die Dame mit perforiertem Hornhautulkus, die eigentlich noch übers Wochenende warten wollte, weil man doch nicht die Ärzte stören möchte.. :-nix
[...] Denn die Menschen wirst du nicht ändern - egal welche "Erziehungsmaßnahmen" du dir einfallen lässt. :-nix
*unterschreib*
@Maja85, dann habe ich dich bzgl der Schwindlpatienten missverstanden.
Leelaacoo
10.03.2012, 19:00
Grad vorhin Patient in die Ambulanz reingelaufen...die Schmerzen inner Brust seien jetzt doch schlimmer geworden...und irgendwie schlecht Luft bekommen, aber wollte eigentlich bis Montag warten, hat sich erst mal entschuldigt...und wir haben ihn mit Vorderwand-STEMI in die Coro verfrachtet:-oopss
Typisch...ist noch selbst hergefahren...man mag gar nicht dran denken, wenn er schockig geworden wäre während der Fahrt:-((
LG Lee
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