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Medimatze
16.03.2012, 08:27
Ich hatte heute - tagsueber allerdings - jemanden in der Sprechstunde sitzen, die nach Bildgebung schon op-wuerdig gewesen waere. Da aber die Homoeopathie und irgendwelchen kruden Praeparate ihr soooo toll helfen, lehnt sie die ASK ab, weil Schulmedizin eh stinkt. Und obwohl die gute Frau wirklich extrem genervt hat, hab ich sie untersucht, dokumentiert und ausfuehrlich informiert und dass auch so abdiktiert. Nicht weil ich so viel Zeit dafuer hatte oder soviel Freude an der Frau, sondern weil solche Leute doch die ersten sind, die dir auf den Sack gehen, wenn sie sich auch nur irgendwie kacke behandelt fuehlen. Gerade die kriegen die freundlichsten Briefe. :)
Naja, du willst ja nicht die Notaufnahme mit der Sprechstunde vergleichen, oder?! In der Sprechstunde ist mir völlig egal was der Patient hat oder will, da werden alle adäquat behandelt und beraten. Dafür ist die Sprechstunde. Notaufnahme ist ja keine Sprechstunde -schon garnicht in der Nacht!!!
Gerade bei solchen Kandidaten wuerde ich ganz genau und penibel untersuchen und dokumentieren.
Sag ich ja -dies ist genau das Problem. Darüber ärgere ich mich ja auch, davon spreche ich hier die ganze Zeit. Je später der Patient in der Nacht kommt, desto genauer um umfassender soll er behandelt werden, damit auch ja nichts übersehen wird. Krass, oder?!
Skalpella
16.03.2012, 12:10
Übrigens: Die 10€ Praxisgebühr muss man in der Notfallambulanz IMMER zahlen, auch wenn man bereits in diesem Quartal bei einem Niedergelassenen bezahlt hat.
denkstdu
16.03.2012, 12:23
Naja nicht ganz richtig. Wenn man in dem Quartal schon einmal bei einer Notfallsprechstunde oder in der Notfallambulanz war und 10 Euro bezahlt hat, muss man sie auch kein zweites Mal bezahlen. Diese 10 Euro haben nichts mit den 10 Euro vom HA zu tun.
Skalpella
16.03.2012, 12:34
Stimmt :-)
Sag ich ja -dies ist genau das Problem. Darüber ärgere ich mich ja auch, davon spreche ich hier die ganze Zeit. Je später der Patient in der Nacht kommt, desto genauer um umfassender soll er behandelt werden, damit auch ja nichts übersehen wird. Krass, oder?!
Du, mir geht es weniger ums Uebersehen als mehr um die schlichte Tatsache, mir nicht selber mehr Aerger zu produzieren als unbedingt noetig. Und es reicht doch voellig, nachts genauso ordentlich zu dokumentieren wie tagsueber, nett zu bleiben und dem Patienten das Gefuehl zu geben, dass seine Sorgen ernst genommen werden. Solche Maetzchen wie laenger-als-noetig-sitzen-lassen, Brief-nicht-gleich-schreiben etc. ... also mal ehrlich, dass ist doch Kindergarten Krabbelgruppe. Davon kommt man auch nicht signifikant schneller wieder ins Bett.
Wenn die Leute dass Gefuehl haben, ernst genommen zu werden, kommen sie viel weniger auf die Idee, sich ueber deine Behandlung zu beschweren.
Und mein Beispiel mit der Sprechstunde zielte nicht darauf ab, die Situation mit der NA zu vergleichen, sondern um zu sagen: Auch nervige Patienten sind Patienten und gehoeren genauso hoeflich und umfassend behandelt wie die netten und "wirklich Kranken". Aber vielleicht sind das auch nur die Illusionen einer Berufsanfaengerin.
Das sind keine Illusionen, sondern das ist die einzig professionelle Vorgehensweise.
Medimatze
18.03.2012, 11:29
Auch nervige Patienten sind Patienten und gehoeren genauso hoeflich und umfassend behandelt wie die netten und "wirklich Kranken"
Geht ja nicht um nervig oder nett.
Würdest du mitten in der Nacht einen Notdienst anrufen weil deine Heizung ausgefallen ist. Ja, wenn -20° sind und es eben gerade passiert ist. Nein, wenn sie schon seit 3 Monaten nicht geht. Und warum?! Weil es in Fall 1 ein Notfall ist und Fall 2 keiner. Wenn du aber wüsstest in der Nacht hast du halt gerade Zeit, kosten tuts auch nciht mehr und es kommt sofort einer vorbei... dann würdest du dir nicht extra freinehmen müssen (weil der kommt ja nur zur Arbeitszeit), hättest keine Wartezeit und keine zusätzlichen Ausgaben.
Ich kenne in der Unfallchirurgie keinen Fall von Rückenschmerz, der seit Monaten bestanden hat, der zu Fuß in die Notaufnahme kommt, der in irgendeiner Form sofort behandelt hätte werden müssen. In keinem Fall wäre er zu Schaden gekommen hätte man ihn 5 Stunden späterbehandelt.
Natürlich kenne ich die Erzählungen und Fallschilderung mit rupturierten Zeugs, Herzinfarkten usw. Ich spreche von gesunden Patienten die in der Nacht ihre Wehwehchen behandelt haben möchten, weil sie tagsüber keine Zeit und Lust haben. "War am Mittag schon einmal da, da war so viel los", "habe bis um 22Uhr gearbeitet", "mein Hausarzt hist im Urlaub", "mein Hausarzt hat keine Ahnung".
Leute, ich rede nicht von Notfallpatienten. Ich kann einen Notfall von einem Nicht-Notfall unterscheiden. Darum geht es doch nicht.
Ein ärztlicher Notdienst hat ja auch nicht nur Nicht-Notfälle, aber dies wäre eine gute Lösung. Wir habe bei uns den ärztlichen Notdienst im Krankenhaus. Die Notaufnahmeschwestern filtern viele raus und schicken sie gegenüber in die Praxis, ABER die machen um 1Uhr dicht. Und warum meint ihr?!
Ich finde unseren Job teilweise sehr anstrengend. In meinem letzten Dienst habe ich 13Stunden im OP gestanden. Das ist mein Job, das möchte ich machen, aber es ist anstrengend. Wenn man dann um 2Uhr endlich die Möglichkeit hat mal ne Stunde oder 2 zu schlafen, ist es doch nachvollziebar nervig, wenn jeder X-beliebige Patient mit seinen Problemen kommen kann. Ich finde in solchen Fällen müsste eine Schwester den Patienten darauf hinweisen dürfen, dass er zu einer normalen Uhrzeit wiederkommen soll, oder halt warten soll. Wer Schmerzen in der Großzehe hat, Schmerzen im Knie ohne Trauma, sich die Kleinzehe angeschlagen hat, usw. IST kein Notfall und wird auch nie einer sein. Es gibt sicher andere Krankheitsbilder bei denen das nicht so ist, aber umgekehrt auch solche bei denen es einfach klar ist...
Und zum Rückenschmerz: wenn man es dann wirklich richtig machen will gehört auch ein Ultraschall dazu, eine Blutentnahme, eine neurologische Untersuchung usw. WER macht das?! Und warum nicht, weil man recht schnell merkt obs ein Notfall ist oder nicht. (jaja, neurologische Untersuchung immer... mach ich auch, aber ich kenne genügen dies unzureichend oder garnicht machen).
In diesem Sinne...
Man könnte glatt meinen, daß bei Dir jede Nacht mindestens 5 von dieser Sorte vorbeikommen.
Vielleicht solltest Du lieber in die Patho wechseln?
Ach nee, lieber nicht, da wirst Du dann bestimmt von Zombies verfolgt
:-))
Leute, ich rede nicht von Notfallpatienten. Ich kann einen Notfall von einem Nicht-Notfall unterscheiden. Darum geht es doch nicht.
Du schon, die Patienten selber leider manchmal eben nicht.
Medimatze
19.03.2012, 12:00
Man könnte glatt meinen, daß bei Dir jede Nacht mindestens 5 von dieser Sorte vorbeikommen.
1/Nacht zur richtigen Zeit reicht doch, oder!?
WackenDoc
19.03.2012, 12:10
Für solche Fälle finde ich dann nen AvD nur für die Notaufnahme ganz praktisch:
Die Patienten wären ärztlich versorgt, die Diensthabenden der Fachrichtungen (gerade auch die schneidende Zunft, die sich in den Diensten in OPs rumtreibt) wird entlastet und die Patienten bekommen eben nicht den 24/7-Facharztservice für Kleinkram
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