Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prozeßbeginn nach Zwischenfall in "Schönheitsklinik"
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WackenDoc
15.08.2012, 12:30
Aber genau deswegen braucht man ja Fachpersonal, was mitdenkt und genau definierte Grenzen für ungelerntes Hilfspersonal.
Colourful
15.08.2012, 12:36
Fragt sich nur, ob jemand im 10. Semester tatsächlich noch als "ungelerntes Hilfspersonal" einzuschätzen ist. Offiziell schon, da kein Abschluss vorliegt, aber da gibt es auch Unterschiede und Flüchtigkeitsfehler können auch mal passieren.
Ähm - mir zeigt das auch, dass man sich vielleicht besonders bei "unnötigen" Schönheitsops mal des OP- Risikos bewusst sein sollte.
ehem-user-19-08-2021-1408
15.08.2012, 14:44
@ Colorful
nicht alle Schönheitsops sind "unnötig" :-sleppy
scnr
Espressa
15.08.2012, 16:06
@ Colorful
nicht alle Schönheitsops sind "unnötig" :-sleppy
scnr
ist jetzt OT, aber - doch, sie sind unnötig. Anderenfalls sind sie medizinisch indiziert und allein diese Definition verbietet einen reinen kosmetischen Aspekt der Sache.
Vielleicht solltet Ihr erstmal festlegen, was ihr genau unter Schönheits-OPs versteht, bevor Ihr aneinander vorbeistreitet :-))
Hm... ich finde, ihr macht es euch zu einfach. Wenn ich die Anweisung bekomme "Restinfusion OP" mache ich das halt und hinterfrage nicht, was genau jetzt in der Infusion drin ist, sondern denke mir, der Anästhesist wird sich schon was dabei gedacht haben.
Allerdings kann ich mir den Ablauf auch nicht so richtig vorstellen, wie die Studentin an diese Infusion gekommen ist. Ich meine, sie wird doch den Patienten aus dem Aufwachraum oder an der Schleuse abgeholt haben. Dann muss die fragliche Infusion ja dort dabei gewesen sein. Man geht doch nicht in den OP Saal, um sich dort umzuschauen, was da noch so rumliegt. Und WENN das Propofol noch irgendwie auf dem Bett des Patienten lag, würde ich dem Anästhesisten da schon eine gewisse Mitschuld zusprechen.
WackenDoc
15.08.2012, 17:07
Später wird sie gegenüber der Polizei angeben, sie habe „den Auftrag erhalten, die Infusionsflasche mit der Kochsalzlösung aus dem OP zuzuführen“. Vermutlich aber, so Bürgle, war gemeint, der postoperativ angeschlossene Kochsalztropf solle bis zum Ende weiterlaufen. Ein tragisches Missverständnis.
Zitat aus einem älteren Artikel der gleichen Zeitung.
Da scheint die Lösung des Rätsels um die Restinfusion zu liegen.
Aus dem Artikel geht auch hervor, dass es in besagter Nacht wohl kein anderes medizinisches Personal in der Klinik gab.
Feuerblick
15.08.2012, 17:07
Eben... Restinfusion aus OP heisst ja normalerweise nur, dass das, was noch am Patienten hängt, noch einlaufen soll und fertig. Und das muss man dann ja nicht mehr aus dem OP holen. Irgendwo passt in diesem Bericht so einiges nicht... :-nix
tsingtao2
15.08.2012, 17:19
Ähm - mir zeigt das auch, dass man sich vielleicht besonders bei "unnötigen" Schönheitsops mal des OP- Risikos bewusst sein sollte.
Dieser Vorfall bei der OP war aber kein spezieller Fehler, der nur bei Schönheits-OP's vorkommt. Das kann auch bei einer Abrasio, einer Arthroskopie oder was auch immer passieren.
Aus dem Artikel geht auch hervor, dass es in besagter Nacht wohl kein anderes medizinisches Personal in der Klinik gab.
Das wiederum ist fahrlässig von der Klinik. Nach einer 8 stündigen OP (so lang war's doch wohl), möge doch bitte eine examinierte Kraft da sein.
ChefTony
15.08.2012, 17:30
Dieser Vorfall bei der OP war aber kein spezieller Fehler, der nur bei Schönheits-OP's vorkommt. Das kann auch bei einer Abrasio, einer Arthroskopie oder was auch immer passieren.
Ich glaube Colourful meinte, dass bei jeder OP ein generelles Risiko besteht, welches gegenüber den Nutzen abgewogen werden muss. Der "Nutzen" von "unnötigen" Schönheitsops darf angezweifelt werden, das Risiko besteht immer.
Hellequin
15.08.2012, 17:36
Ihr diskutiert hier aber über ein Niveau wie es an einem regulären Krankenhaus Standard ist. Googelt doch mal nach dem Namen der "Klinik". Das ist ne Mini-Klitsche, mehr ambulantes OP-Zentrum als Klinik.
http://www.mainzer-rhein-zeitung.de/mainz_artikel,-Fontana-Klinik-fuer-grosse-OPs-ungeeignet-_arid,469678.html
Da sind noch weitere Artikel verlinkt auf der Seite. Anscheinend war es Usus das nachts kein Arzt vor Ort war und durch die Nachtdienste auch Dipi gespritzt wurde.
Moorhühnchen
15.08.2012, 17:52
Hm... ich finde, ihr macht es euch zu einfach. Wenn ich die Anweisung bekomme "Restinfusion OP" mache ich das halt und hinterfrage nicht, was genau jetzt in der Infusion drin ist, sondern denke mir, der Anästhesist wird sich schon was dabei gedacht haben.
Allerdings kann ich mir den Ablauf auch nicht so richtig vorstellen, wie die Studentin an diese Infusion gekommen ist. Ich meine, sie wird doch den Patienten aus dem Aufwachraum oder an der Schleuse abgeholt haben. Dann muss die fragliche Infusion ja dort dabei gewesen sein. Man geht doch nicht in den OP Saal, um sich dort umzuschauen, was da noch so rumliegt. Und WENN das Propofol noch irgendwie auf dem Bett des Patienten lag, würde ich dem Anästhesisten da schon eine gewisse Mitschuld zusprechen.Richtig, das liegt im Bereich dessen, was man in der normalen Berichterstattung wahrscheinlich nie herausfinden wird - es sei denn, man verfolgt den Prozeß aufmerksam! Würd mich ja ehrlich gesagt schon sehr interessieren!!
Habe heute im OP erstmal ein bißchen "Jugend forscht" gemacht, ob sich Propofol denn überhaupt in NaCl löst - ich hatte ursprünglich vermutet, daß nicht. Hat sich aber super gelöst - im Nachhinein eigentlich auch logisch, siehe Wiki...... :-D
Das Phenolderivat Propofol ist in Wasser kaum löslich und kann infolgedessen nicht als rein wässrige Injektionslösung formuliert werden. Wegen seiner Lipophilie wird Propofol daher in einem Öl gelöst, beispielsweise Sojaöl, welches dann mit Eilecithin zu Tröpfchen emulgiert wird, die feinstverteilt in einer wässrigen Phase vorliegen (Emulsion).
Und zum Thema "Was muß ein Medizinstudent im 10. Semester wissen" muß ich ab und zu an eine Kollegin einer chirurgischen Fachabteilung denken, die mich nachts um 4 mal fragte, was "Crushen" heißt und was das jetzt mit der Nüchternheit zu tun habe.....
WackenDoc
15.08.2012, 18:03
Die Frage ist nur: Warum sollte man das verdünnen?
Da brauchst doch eh schon recht große Mengen (rein ml-mäßig von). Oder haben die das etwa in nen 500ml-NaCl-Beutel getan und dann als normale Infusion laufen lassen?
Oder handelt es sich um das Propofol "Partyfässchen", was halt im OP stand und das die Nachtwache mit ner "Nährlösung" verwechselt hat?
Ganz ehrlich: Warum muss ein Student wissen, wie Propofol aussieht? Ich muss auch nicht wissen, welche Pille blau, gelb, rosa, klein oder groß ist. Ich hatte nie in der Anästhesie famuliert, hatte nichts, was auch nur im Entferntesten an einen Kurs in diesem Fach erinnert und habe somit die Schlafmilch zum ersten Mal während des Assidaseins im OP gesehen :-nix
Feuerblick
15.08.2012, 18:40
Ein Student sollte aber zumindest lesen können oder so verantwortungsbewusst sein, nichts an einen Patienten anzustöpseln, was nicht beschriftet oder wo der Inhalt unklar ist, oder? :-nix
Das ist doch klar und darum geht es mir doch gar nicht. Ich bezog mich darauf, dass hier Studenten, die nicht wussten, wie Propofol aussieht, Kopf schüttelnd betrachtet wurden, was ich völlig übertrieben finde.
McDreamy
15.08.2012, 18:46
Krasser Fall. Da wird sich die Klinik warm anziehen müssen. Ich denke das ist ein klassischer Fall von Organisationsverschulden. Der Anästhesist wird allerdings auch irgendwie drankommen, die Anweisung - auch wenn sie so üblich ist - ist ja wirklich völlig ungenau und mehrdeutig. Die Anweisung: "Restinfusion aus OP" wird man in dieser Form nimmer so oft lesen...
Was auch deutlich wird: Diplomiertes Pflegepersonal ist unersetzbar. Hoffentlich lernt man wenigstens was draus, wenn schon jemand mit seinem Leben bezahlen musste (Wachkoma).
Michael72
15.08.2012, 18:48
Meine 10 Euro sagen: Die einzige, die in diesem Fall belangt werden wird, ist die Studentin. Und zwar wegen grober Fahrlässigkeit. Die Anweisung lautete doch ganz klar, bei allen Unklarheiten zuerst den Arzt anzurufen. Dieser Anweisung hat sie sich widersetzt und deshalb kam es zum Schaden.
McDreamy
15.08.2012, 19:04
Die Anweisung lautete doch ganz klar, bei allen Unklarheiten zuerst den Arzt anzurufen. Dieser Anweisung hat sie sich widersetzt und deshalb kam es zum Schaden.
Woher weißt du denn das? Außerdem: bei einer ungelernten Hilfskraft müssen ja nicht unbedingt Zweifel aufkommen, wenn die Anweisung lautet: Infusion aus OP. Eine Studentin im 10. Semester kann sicherlich auch als eine völlig ungelernte Kraft gelten (sie wurde ja sicherlich auch als eine solche bezahlt). Man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass jeder Student die Gepflogenheiten rund um eine OP kennt.. vielleicht hat sie bisher nur auf einer Patho famuliert, oder noch überhaupt nicht. Wenn die Infusion noch nichtmal beschriftet war, siehts böse aus für den Anä. und die Klinik.
Die Studentin wird - wenn überhaupt - die mildeste Strafe bekommen. Wurde ja noch nichtmal Anklage erhoben. Dass die Klinik u. der Anästhesist ohne Strafe bzw. Schadenersatzpflicht davonkommen - NO Waaayy.
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