Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prozeßbeginn nach Zwischenfall in "Schönheitsklinik"
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ehem-user-19-08-2021-1408
19.08.2012, 14:43
Vor allem war das Propofol noch in NaCl aufgelöst. Das war mir komplett neu, dass das geht und man es macht ... ??
Vor allem war das Propofol noch in NaCl aufgelöst. Das war mir komplett neu, dass das geht und man es macht ... ??
ja, das geht, ...und ja, das macht man bisweilen auch so...
habe schon einige male bei analgosedierung mit propofol-boli das problem gehabt...du gibtst 20mg...nix...weitere 20mg...nix...nochmal 10mg...und plötzlich ist der patient apnoeisch.....blöd.
daher arbeite ich lieber mit dormicum...oder aber 100mg/200mg in 500ml stero (nehmen wir aus physiologischen gründen statt nacl...aber anderer kriegsschauplatz) und dann schön reintitrieren...
propofol löst sich wunderbar ins infusionslösungen...auch wenn das direkte zugeben lt. beipackzettel nicht "erlaubt" ist - sozusagen off-label-use...bilden sich logischerweise jedoch keine klümpchen o.ä....das zuspritzen über einen dreiwegehahn bei laufender infusion ist ja erlaubt...
Aber das Problem kann ich doch genauso mit einem Perfusor lösen. da kann ich dann entweder mit ml/h oder ich persönlich noch lieber als Target Controlled mit ug/ml arbeiten. Ist doch viel besser steuerbar und auch praktischer.
Klingt nach einem dieser hausinternen "Standards", die existieren, weil es mal irgendwer irgendwann so ausprobiert hat. Ging wohl auch gut und wurde dann von Assistent zu Assistent weitergegeben und so dann quasi inoffiziell eingeführt.
Dass es - wie geschrieben - offenbar off-label ist und sicher keiner Leitlinie entspricht sollte bei so einer häufigen Indikation wie Narkose oder Sedierung eigentlich zu denken geben. Da gibt es m.E. doch gar keinen Grund für off-label-Geschichten, schließlich gibt es zugelassene und funktionierende Methoden (siehe Vor-Posting bzgl. Perfusor).
Habe auf einer Fortbildung von einem Internisten berichtet bekommen, an seinem Haus sei während Bronchos ein Succinylcholin-Perfusor üblich. Als ich dann sehr ungläubig geschaut habe, hieß es nur "Macht der Chef schon immer so, also warum nicht..."
Mit einer off-label-Therapie bei nachweislich besser wirksamen Alternativen (in dem Fall mit demselben Medikament!) steht man im Zweifelsfall glaube ich rechtlich schlecht da.
Aber um die Art der Propofolgabe geht's in dem Prozess ja gar nicht, schließlich war die Narkose schon komplikationslos überstanden und hatte keinen Einfluss auf das später verheerende Outcome.
Aus dem gleichen Grund werden am Hause nie die Perfusoren vom Rettungsdienst einfach übernommen. Hatten schon zu oft "ungewohnte" Verdünnungen oder Beimischungen im Katecholamin-Perfusor mit dann wunderlichen Effekten ;-)
Klingt nach einem dieser hausinternen "Standards", die existieren, weil es mal irgendwer irgendwann so ausprobiert hat. Ging wohl auch gut und wurde dann von Assistent zu Assistent weitergegeben und so dann quasi inoffiziell eingeführt.
Dass es - wie geschrieben - offenbar off-label ist und sicher keiner Leitlinie entspricht sollte bei so einer häufigen Indikation wie Narkose oder Sedierung eigentlich zu denken geben. Da gibt es m.E. doch gar keinen Grund für off-label-Geschichten, schließlich gibt es zugelassene und funktionierende Methoden (siehe Vor-Posting bzgl. Perfusor).
richtiges target-controlled geht mit unsern perfusoren leider nicht...
@perfusor: unter kontrollierten bedingungen nehm ich natürlich auch immer nen perfusor...wenn ich aber rd-technisch irgendwo draußen bin und na brauche..geht das auch schonmal boli-weise oder aber 1mg/250ml stero/nacl...whatever...und dann titrieren...denn bis vorne in der perfusorleitung das ankommt, was ich gerne hätte.....da hat der patient schon einen negativen druck...;-)
wie gesagt, unter kontrollierten bedingungen immer perfusor für kattis aber ansonsten bin ich auch freund der verdünnung...
gleiches gilt für's propofol wg. o.g. "negativer" erfahrungen...oder halt dormicum (mag ich eh!)
Habe auf einer Fortbildung von einem Internisten berichtet bekommen, an seinem Haus sei während Bronchos ein Succinylcholin-Perfusor üblich. Als ich dann sehr ungläubig geschaut habe, hieß es nur "Macht der Chef schon immer so, also warum nicht..."
@succi per perfusor...: krasse sache.....mal abgesehen davon, dass meine patienten für ne broncho rocuronium bekommen und zwar reichlich (50/100mg)....tssss...
Mit einer off-label-Therapie bei nachweislich besser wirksamen Alternativen (in dem Fall mit demselben Medikament!) steht man im Zweifelsfall glaube ich rechtlich schlecht da.
bestes beispiel für mannigfachen (erfolgreichen) off-label-use ist cytotec in der (deutschen) gynäkologie...
dreamchaser
20.08.2012, 15:32
@succi per perfusor...: krasse sache.....mal abgesehen davon, dass meine patienten für ne broncho rocuronium bekommen und zwar reichlich (50/100mg)....tssss...
Aber deine Patienten müssen direkt danach nicht wieder wach sein und selbstständig atmen, oder? Bei unseren endoskopischen Untersuchungen (ÖGD, Broncho) müssen die ja danach wieder fit sein und zurück auf Normalstation gehen.
hehe...doch..
nee, spaß; wir machen bronchos ja eh nur bei länger intubierten....und bevor mir da jemand reinhustet und ich deswegen ne läsion setze...da hab ich keinen bock drauf...
Sebastian1
21.08.2012, 08:14
Wobei das nach Rocuronium mit Sugammadex ja sogar problemlos möglich wäre. Nur fürchte ich, dass derjenige, der das praktiziert, vom Finanzverantwortlichen den Kopf abgerissen bekommen würde ;-)
ehem-user-19-08-2021-1408
23.08.2012, 21:13
Weiß hier jemand eigentlich, wie es ist mit Krankenkosten/Pflegekosten nach privaten Eingriffen?
im Zitat stand ja, dass die Frau zur Zeit für Ihre Familie Pflegekosten von 3000€ monatl. verursacht.
Da kam mir die Frage, warum keine Versicherung sowas übernimmt? Schließlich zahlen die deutschen GKVs auch die ganzen C2 Leichen, deren Zustand auch selbstverschuldet ist....
Wenn ich mir bei einem ästhetischen Eingriff eine Infektion der Wunde hole zB, wer zahlt das?
im zweifel die private unfallversicherung (klingt komisch, aber es gibt sogar versicherungen, die apoplex und herzinfarkt als "unfall" deklarieren....zumindest wenn man ihrer werbung glaubt...
ansonsten viele mir noch die privat abzuschließende pflegeversicherung oder natürlich die bu ein...
sollte sich herausstellen, das die schuld jemand anderes trägt...springt eigentlich dessen haftpflicht ein...natürlich erst nachdem lange prozesse geführt worden sind....ätzend...
weiß eigentlich schon jemand was neues über den fall...was sagt die tagespresse..? bin z.zt. nicht in D und kann das dementsprechend nicht so verfolgen...
Matzexc1
23.08.2012, 22:06
Vielleicht zahlen die nur einen Teil. Weiss jemand wo die Frau versichert war?
Vielleicht zahlen die nur einen Teil. Weiss jemand wo die Frau versichert war?
sollte das als frage formuliert sein: woher denn?!?!?
allen investigativen journalismus in ehren....
Matzexc1
23.08.2012, 22:09
Okay.War ne blöde Frage
karteikarte2
16.04.2014, 20:27
Das Urteil ist da:
http://www.mjv.rlp.de/icc/justiz/nav/634/broker.jsp?uMen=634b82fe-d698-11d4-a73d-0050045687ab&uCon=4bd38102-2c36-5416-e243-084077fe9e30&uTem=aaaaaaaa-aaaa-aaaa-aaaa-000000000042
Die Studentin haftet wohl auch. Es ist bei Ihr aber kein Übernahmeverschulden, weil ihr dafür wohl das fachliche Wissen gefehlt hat.
Das heißt, das Gericht hält sie sogar für zu inkompetent für ein Übernahmeverschulden?
Das ist schon irgendwie ziemlich krass.
Sebastian1
17.04.2014, 00:05
Danke für den Link. Ich kann die Lektüre des (länglichen) Urteils nur empfehlen, es begründet sehr ausführlich die Entscheidung anhalt des Sachverhaltes. Für jeden Interessant, der irgendwie mit OP, Anästhesie und Co zu tun hat.
Absolute Arrhythmie
17.04.2014, 06:04
Ich hab jetzt mal das ganze Urteil gelesen und bin als examinierte Krankenschwester völlig schockiert, dass etwas so passieren kann :-((
naja, die studentin hat anscheinend ihr hirn nicht benutzt und/oder keine ahnung von hygiene oder wie NaCl oder propofol aussieht, sich überschätzt und auch von basics der notfallmedizin anscheinend nichts draufgehabt. traurig, wie man es so ins 10. semester schaffen kann.
sowas sollte man eigentlich schon im erste-hilfe-kurs vom führerschein und im kpp lernen.
klar wird sie völlig gestresst gewesen sein, aber wenigstens die atemwege frei machen?
ist sie jetzt eigentlich ärztin?
Was die BLS-Kenntnisse angeht muss ich sagen, dass ich das grundsätzlich schon ein wenig nachvollziehen kann. Ich hatte jetzt zufällig gerade 3 Tage Notfallmedizinpraktikum, wo wir BLS/ALS und ABCDE-Schema rauf und runter geübt und durchexerziert haben. Und selbst nach den 3 Tagen und an der Puppe stehst du im Stress manchmal da und dein Hirn ist einfach leer. Gut für Atemwege frei machen hats bei den meisten schon noch gereicht, aber danach? Gerade die Momente, in denen der "Patient" noch lebt sind echt schwierig. Ich bilde mir jetzt natürlich schon ein, dass ich es einigermaßen professionell händeln könnte, wenn mir jetzt auf dem Weg zur Arbeit einer vor die Füße kippt, aber 100% sicher bin ich mir da nicht. Dazu kommt noch, dass wir -völlig unverständlicherweise- jetzt im 6. Semester quasi das erste und einzige Mal (klar abgesehen von Erste-Hilfe-Kurs und Führerschein) Notfallmedizin hatten. Wieviel von den Abläufen in 2 Jahren im 10. Semester noch da sind, wenn man das nicht immer wiederholt und übt? Da will ich keine Prognose abgeben ^^
Unbekannte Infusionen anzuhängen geht aber natürlich gar nicht. Wobei es eigentlich schon daran hätte scheitern müssen, dass man so einen Job überhaupt nicht annehmen darf.
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