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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Masern & Co. - Wie geht Ihr eigentlich mit Impfgegnern um?



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annekii
25.03.2015, 21:48
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass ich mehr erreiche, wenn ich zu Teilimpfungen bereit bin. Was hab ich davon, wenn ein Kind nicht geimpft wird, weil ich barsch bin, obwohl Tetanus/Diptherie/Polio und Masern möglich ist (aktuell in der Praxis)? Das sind 4 mehr als Nichtimpfen, naja, Diptherie nicht perfekt, weil falscher Impfstoff für das Alter, aber immerhin.

FataMorgana
26.03.2015, 08:18
Man lese eine Broschüre des Hebammenverbandes zum Thema...
Extrem einseitig.

Gibt's die irgendwo online?

Würde mich schon mal interessieren. Ich bin der Meinung, dass ein guter Teil der Hebammen eine ziemlich unglückliche Rolle in der Impfdiskussion spielt. Und Impfgegener-Ärzte wie ein gewisser Dr. Friedrich P. Graf nutzen das gezielt aus, indem sie den da den Schulterschluss mit den Hebammen üben. Eine derartige Desinformation in einer offiziellen Broschüre des Hebammenverbandes finde ich schon einen Skandal! Das ist meiner Meinung nach Missbrauch des großen Vertrauens der Schwangeren. Ich finde auch, dass Hebammen sich bei der Impffrage eher zurückhalten sollten, denn das ist fachlich einfach nicht deren Baustelle.

Espressa
26.03.2015, 15:37
Naja, neuerliches durchlesen zeigte dass die doch auch ein wenig auf die Erkrankung eingehen - sorry Schwangerschaftsdemenz...

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Miss_H
26.03.2015, 18:49
Wie ich finde ein spannender Artikel in der Zeit. (http://www.zeit.de/community/2015-03/impfdebatte-konflikt-argumente/komplettansicht) Lohnenswert finde ich vorallem den letzten Absatz "Wie es weitergehen kann".

*milkakuh*
29.03.2015, 12:39
Ich muss den Thread jetzt auch noch mal "ausgraben".

Gerade ist beim Mittagessen bei uns das Thema Impfen aufgekommen und meinte Mutter meinte, dass bei ihr alles in Ordnung sei, das habe sie sich erst vom Hausarzt bescheinigen lassen.

Ich habe unsere Diskussion hier als Anlass genommen trotzdem nochmal in ihre Impfpässe zu schauen:
Geboren wurde meine Muter 1962, die erste Impfung ist allerdings erst 1972 verzeichnet - weitere Unterlagen habe ich leider nicht gefunden. Aktuell sind auf jedenfall FSME, Tetanus, Pneumokokken und Pertussis.
Gegen Polyo und Diptherie wurde sie in den 70ern einmalig geimpft. Das sollte ja auch ausreichend sein. Leider wurden Impfungen gegen Mumps, Masern und Röteln nicht dokumentiert. Im Mutterpass habe ich leider auch nichts gefunden. Meine Oma meinte, dass meine Mutter Masern hatte als Kind aber ob das wirklich stimmt? Wie geht man denn jetzt am besten vor? Sollte man davon ausgehen, dass sie die Impfungen im Säuglingsalter bekommen hat? Titer bestimmen? Oder sogar direkt nachimpfen? Eine Hepatitis B Impfung ist leider auch nicht dokumentiert. Würde mich über eine kurze Einschätzung freuen. :-)

Muriel
29.03.2015, 13:00
Bei Jahrgang 1962 würde ich nicht von einer MMR-Impfung im Kindesalter ausgehen.

Relaxometrie
29.03.2015, 13:08
Gegen Polyo und Diptherie wurde sie in den 70ern einmalig geimpft. Das sollte ja auch ausreichend sein.
Nein, das ist nicht ausreichend, da eine einmalige Impfung gegen die genannten Erkrankungen nicht der vollständigen Grundimmunisierung entspricht.
Gemäß dem Motto "jede Impfung zählt" ist die Grundimmunisierung hier also fortzuführen.


Aktuell sind auf jedenfall FSME, Tetanus, Pneumokokken und Pertussis.
Falls diese Aussage vom Hausarzt kommt, der auch gesagt hat, daß "einmalig Polio und Diphtherie ausreicht", würde ich der Aussage nicht trauen.
Und warum hat Deine Mutter eine Pneumokokkenimpfung? Vor dem 60sten Lebensjahr wird sie ja nur in bestimmten Fällen empfohlen. Trifft einer der Fälle auf Deine Mutter zu?

*milkakuh*
29.03.2015, 13:24
Vielen Dank für eure schnelle Einschätzungen! :-) Habe mir fast gedacht, dass wahrscheinlich keine MMR-Impfung vorliegt. FSME, Tetanus, Pneumokokken und Pertussis sind vollständig, das konnte ich selber überprüfen. Tetanus wurde 2013 nachgeimpft, FSME Grundimmunisierung in 2008 und jetzt Nachimpfung und Pneumokokken wurde dieses Jahr aufgefrischt. Meine Mutter hat Asthma bronchiale, deswegen bekommt sie die Impfung bestimmt.

Vielen Dank! Dann schicke ich sie auf jeden Fall noch mal zum Hausarzt und sie soll das direkt ansprechen. Bei meinem Vater muss ich dann auch unbedingt noch mal in den Pass schauen. Man, man, man.....:-?

Stephan0815
29.03.2015, 14:48
Also eine Möglichkeit wäre noch die Titer-Bestimmung für Masern. Man könnte ja ausnahmsweise mal davon ausgehen, dass die Oma tatsächlich weiß, wovon sie spricht und deine Mutter die Masern durchgemacht hat.
Bei Polio ist mit einmaliger Lebendimpfstoffgabe die Grundimmunisierung allerdings nicht erfüllt. Mittlerweile wird ja nur noch der Totimpfstoff empfohlen, sollte man dann mal angehen.

WackenDoc
29.03.2015, 15:54
Nein, es gibt keine Empfehlung einer Titerbestimmung für Masern.
Die Stiko-Empfehlung sagt, keine Impfung bei vor 1970-Geborenen. (Bei uns gibt es eine interne Empfehlung die Patienten aufzuklären und bei eigenem Wunsch mit einem MMR-Impfstoff aufzufrischen bzw. erstmalig zu impfen)

Polio und Diphterie sollte die Grundimmunisierung abgeschlossen werden. Mal davon abgesehen wäre eh eine Diphterieauffrischung fällig.

Wenn die Indikation für FSME weiter besteht, sollte man auch das auffrischen.

*milkakuh*
29.03.2015, 16:42
Vielen Dank ihr habt mir sehr weiter geholfen! So beim Kaffeetrinken ist das Thema wieder aufgekommen und ich habe jetzt die Impfausweise meiner gesamten Familie durchgeschaut:

1) Mutter, *62:
Vermutlich keine Impfung gegen MMR, keine Impfung gegen HepB, angeblich durchgemachte Masernerkrankung
Habe jetzt empfohlen auf jeden Fall HepB impfen zu lassen und den Hausarzt auf die MMR Impfung anzusprechen.

2) Vater, *60: Vermutlich keine Impfung gegen MMR, angeblich hatte er allerdings alle Erkrankungen

3) Schwester, *92: Vollständiger Impfschutz

4) Zukünftiger Schwager, *85: Nur einmalige Impfung gegen MMR, FSME Auffrischung wäre nach aktueller RKI-Empfehlung vor 2 Jahren fällig gewesen
Habe empfohlen MMR einmalig nachimpfen zu lassen und mit einer FSME Impfung zu boostern (in der Schweiz wird bei volständiger Grundimmunisierung ja auch nur alle 10 Jahre nachgeimpft).

Übrigens wurde allen erst kürzlich vom Hausarzt die Vollständigkeit der Impfungen bestätigt. :-?

Evil
29.03.2015, 16:56
Die MMR-Auffrischung bei Deinem Schwager sollte gemacht werden.
HepB und FSME dagegen sind bei Erwachsenen Indikationsimpfungen, idR aber keine Kassenleistungen. Sofern Deine Eltern nicht im medizinischen Bereich tätig sind oder in einem FSME-Endemiegebiet leben, besteht dafür keine eindeutige Indikation, insofern hat der Hausarzt da nicht danebengelegen.

kekskruemel
29.03.2015, 17:05
Hallo ihr,

bei so vielen kundigen Leuten hier ... Würde ich mich über eine Antwort zu meiner Frage freuen!

Ich bin soweit durchgeimpft, alles abgedeckt.
Nur bin ich nie gegen Keuchhusten geimpft worden. In meinem Bekanntenkreis kommen die Babys allmählich und für die ist der Keuchhusten doch potenziell gefährlich, richtig?
Meine Ma sagt, mein älterer Bruder und ich hätten gleichzeitig Keuchhusten gehabt. Wir mussten teils bis zum Erbrechen husten und war langwierig. Unser Hausarzt damals weigerte sich, unseren Zustand als Keuchhusten festzustellen (er war auch der Meinung, dass die Impfung unnötig sei).

Lange Rede, kurzer Sinn: Sollte ich mich vor Babybesuch noch impfen lassen? Bzw. für evt. eigene Kinder in den nächsten paar Jahren.

Vielleicht mag ja jemand etwas dazu sagen. :-)

*milkakuh*
29.03.2015, 17:07
@Evil: Vielen Dank! Bitte nicht falsch verstehen, wollte hier kein Hausarztbashing betreiben. Ich finde die ganzen Impfempfehlungen ja selber unübersichtlich und bin da sicher auch nicht die Expertin schlecht hin (deswegen habe ich ja auch hier nachgefragt).

Wir sind an der Grenze des FSME-Risikogebiets (also unser Landkreis ist noch nicht deklariert, der Nachbarlandkreis allerdings schon). Scheint also nicht zwingend zu sein. Bisher hat es hier aber immer die Kasse bezahlt.

Alles klar, dachte Hep B sei auch Kassenleistung.

Danke, dass du noch mal bestätigst, dass mein Schwager sich gegen MMR noch mal impfen lassen sollte. Hatte die Diskussion hier aus dem Thread auch noch im Kopf. Bei ihm halte ich die Impfung auch für sehr wichtig, weil er beruflich mit Kindern (u.a. Flüchtlingen) arbeitet.

Elena1989
29.03.2015, 17:28
@kekskruemel: Keuchhusten verleiht auch bei durchgemachter Erkrankung meines Wissens nach keine lebenslange Immunität, also sollte auf alle Fälle geimpft werden. Unabhängig davon ob die Krankheit durchgemacht wurde oder nicht.

WackenDoc
29.03.2015, 17:32
Hep B nur bei Indikation.

In welchem Alter wurde dein Schwager denn gegen MMR geimpft? Einmalig im Erwachsenenalter, dann reicht es. Einmalig im Kindesalter, dann braucht er noch eine.

und Keuchhusten sollte als Erwachsener einmalig geimpft/aufgefrischt werden- entweder bei Indikation oder mit der nächsten fälligen Tetanus.

kekskruemel
29.03.2015, 18:02
Elena1989, Wackendoc:
Danke für eure Einschätzung.

Kann man Tetanus auch vor Ablauf der 10 Jahren auffrischen? Letzte Impfung ist 8 Jahre her.

Eilika
29.03.2015, 18:04
Bei mir war die letzte Tetanus 5 Jahre her, als ich mich in der Schwangerschaft gegen Pertussis habe impfen lassen.

WackenDoc
29.03.2015, 18:15
Ja,kann man, das ist kein Problem.
Wenn du jetzt viel mit Kindern zu tun hast, bietet es sich an, jetzt aufzufrischen. Sinnigerweise gleich Tetanus, Diphterie, Pertussis. Je nach Patientenklientel oder Reisefreudigkeit bietet sich auch noch Polio an.

Rhiannon
29.03.2015, 18:34
Ich hätte da auch mal ne Frage: Mein Mann hat zwar zwei Masern-Impfungen aus der Kindheit, aber keine einzige gegen Mumps oder Röteln. Sollte man das im Erwachsenenalter sinnigerweise nachholen? Und gäbe es überhaupt Einzelimpfstoffe oder würde man schlicht nen MMR-Impstoff nutzen?
Beim RKI hab ich nur was zur beruflichen Indikation gefunden im Erwachsenenalter. Die würde bei ihm nicht vorhanden sein (Schreibtischtäter bei Bundesbehörde).