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Memoiren Prof. Dr. Dr. Steinhausen

Die fünfziger Jahre: Medizinstudent 1952-1958

Prof. Dr. Dr. Michael Steinhausen

Folge 8: Physiologische Chemie (Biochemie)

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Am meisten lernen musste ich in der Vorklinik für das Fach physiologische Chemie, welches von Prof. Ernst Schütte vertreten wurde. Da ich von der Schule keinerlei Chemiekenntnisse mitbrachte, war für mich eigentlich alles neu und unverständlich. Warum eine weitere Methylgruppe schon wieder zu ganz neuen Substanzen und neu zu lernenden Namen führte, fand ich immer rätselhaft. Auch hätte ich viel lieber einmal gehört, wie man denn dahinter kommt, auf welche Weise so schöne Formeln eigentlich zustande kommen. “Woher weiß man das?”. Stattdessen waren immer nur neue Formeln zu memorieren, wobei eine Formel aus der anderen abgeleitet wurde. Schütte selbst hielt ein ebenfalls gutes und weitgehend nachvollziehbares Kolleg, wenn man sich einmal auf die geheimnisvolle Formelwelt eingelassen hatte...

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Folge 9: Das klinische Studium

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Das klinische Studium absolvierte ich im Wesentlichen in der Nähe meines möblierten Zimmers im Westend-Krankenhaus. Die große internistische Vorlesung hielt Prof. Freiherr von Kress, der uns Studenten aber auch alle Patienten äußerst höflich und gepflegt behandelte. Wir wurden immer angesprochen: “Meine sehr verehrten Damen und Herren”. Die Vorlesung orientierte sich an den mehr oder minder zufällig in der Klinik vorhandenen Patienten. Ein Patient wurde in seinem Bett vor die Tafel des großen Hörsaales gefahren, der Vorlesungsassistent überreichte dem Professor einen Zettel mit der Anamnese und den wichtigsten Befunden. Anschließend berichtete der Professor über diesen Fall, dann wurde der Patient wieder herausgefahren, meist war nicht einmal die Decke aufgedeckt worden...

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Folge 10: Die Doktorarbeit
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Nach dem Physikum hätte ich gern bei Prof. Schwarz in der Anatomie (Elektronenmikroskopie) eine Doktorarbeit gemacht. Ich wurde auch von Schwarz empfangen, an meine Heldentaten aus der Embryologie schien er sich nicht mehr zu erinnern. Insgesamt war seine Reaktion auf mein Anliegen so zögerlich, ausweichend und hinhaltend, sodass ich daraus schließen musste, Schwarz sei an mir als Doktorand nicht interessiert. Später erfuhr ich, dass Schwarz grundsätzlich prospektive Doktoranden auf “vielleicht in 6 Wochen” vertröstete. Hierbei wollte er die Geduld und Frustrationstoleranz des Studenten testen. Es ist gewiss gut, für wissenschaftliche Arbeit viel Geduld mitzubringen. Aber diese Form der Prüfung scheint mir auch heute noch sehr abwegig. Es gibt halt viele sehr kauzige Professoren. Ich wenigstens war für diese Form der wissenschaftlichen Prüfung ungeeignet. Ich ging am nächsten Tag zu dem Doktorvater, den ich als Alternative ins Auge gefasst hatte und der mir dann lebenslang verbunden blieb, zum Pathologen Wilhelm Doerr, der mir durch seine wortgewaltigen Vorlesungen aufgefallen war...

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Folge 11: Heirat und Staatsexamen
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Als wir 1957 heirateten, hatte die evangelische Kirche ein Einsehen und erlaubte meiner Frau nach ihrem zweiten theologischen Examen in Greifswald eine Arbeit als Religionslehrerin in Westberlin aufzunehmen, weil ihr Mann in Westberlin studierte. Als meine Frau deshalb eine offizielle Zuzugsgenehmigung nach Westberlin erhielt, durfte auch ich Westberliner werden, weil ich nun mit einer Westberlinerin verheiratet war. Wir durften sogar einen ganzen Möbelwagen mit Hochzeitsgut aus der DDR nach Westberlin ausführen. Allerdings musste alles in 10-fachen Listen aufgeführt werden, jedes Buch mit Titel, Autor, Verlag und Jahreszahl (Kopiergeräte kannte man damals noch nicht). Aber sogar unser alter Bechstein-Flügel kam als Heiratsgut in den Westen. Ich konnte durch die Heirat einer “Westberlinerin” den Status eines politischen Flüchtlings vermeiden, sodass ich auch später noch meine Mutter in Greifswald besuchen konnte, ohne als politischer Flüchtling Repressalien fürchten zu müssen...

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