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Nach dem Physikum hätte ich gern bei Prof. Schwarz in der Anatomie (Elektronenmikroskopie) eine Doktorarbeit gemacht. Ich wurde auch von Schwarz empfangen, an meine Heldentaten aus der Embryologie schien er sich nicht mehr zu erinnern. Insgesamt war seine Reaktion auf mein Anliegen so zögerlich, ausweichend und hinhaltend, sodass ich daraus schließen musste, Schwarz sei an mir als Doktorand nicht interessiert. Später erfuhr ich, dass Schwarz grundsätzlich prospektive Doktoranden auf “vielleicht in 6 Wochen” vertröstete. Hierbei wollte er die Geduld und Frustrationstoleranz des Studenten testen. Es ist gewiss gut, für wissenschaftliche Arbeit viel Geduld mitzubringen. Aber diese Form der Prüfung scheint mir auch heute noch sehr abwegig. Es gibt halt viele sehr kauzige Professoren. Ich wenigstens war für diese Form der wissenschaftlichen Prüfung ungeeignet. Ich ging am nächsten Tag zu dem Doktorvater, den ich als Alternative ins Auge gefasst hatte und der mir dann lebenslang verbunden blieb, zum Pathologen Wilhelm Doerr, der mir durch seine wortgewaltigen Vorlesungen aufgefallen war...
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