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Nach dem Staatsexamen war damals eine 2-jährige Medizinalassistentenzeit vorge-schrieben, in welcher man den überwiegenden Teil in der Inneren Medizin, Chirurgie und in der Gynäkologie zu arbeiten hatte, der Rest war frei. Ich arbeitete zuerst in der Klinik von Prof. Bartelheimer - Innere Medizin II des Westend-Krankenhauses (damaliges Klinikum der Freien Universität), vermutlich weil sonst nichts frei war. Die Medizinalassistenten mussten in der Barthel-heimerschen Klinik bereits viele Entscheidungen alleine treffen. Nachts war keine technische Assistentin bereit, sodass der Medizinalassistent nicht nur während des Nachtdienstes die EKGs selbst schreiben musste, er hatte auch die Leukozyten selbst zu zählen und ein Blutbild anzufertigen. Also war man die ganze Nacht auf den Beinen, durfte dann aber im Laufe des anschließenden Vormittags nach Hause gehen, wurde spärlich bezahlt (500,00 DM) und kam sich höchst bedauernswert vor.
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