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Bei wem und wo kann man promovieren?

Der Doktorand und sein Betreuer

C. Weiss, A. Bauer

Einige Studenten (insbesondere diejenigen, die eine akademische Karriere anstreben) legen Wert darauf, dass ihr Doktorvater bekannt und im wissenschaftlichen Umfeld reputiert ist. Sie sind später stolz, wenn sie sagen können: „Ich habe bei diesem Professor promoviert“. Es kann freilich nicht schaden,wenn der Doktorvater ein gewisses Renommee hat, aber das sollte nicht der wichtigste Aspekt bei der Themenwahl sein. Bedenken Sie: Gerade ein bekannter und angesehener Professor will seinem Ruf gerecht werden und fordert von seinen Doktoranden eine besondere Leistung,was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass eine adäquate Betreuung gewährleistet ist. ImÜbrigen wird derWert einer Dissertation nicht durch den Namen des Doktorvaters, sondern in erster Linie durch die Arbeit des Doktoranden bestimmt. Auch bei jungen Privatdozenten lassen sich hervorragende Arbeiten schreiben.

Für die meisten Studenten ist das Renommee ihres Doktorvaters bei der Wahl des Themas nicht ausschlaggebend. Ihnen ist vielmehr eine gute Betreuung wichtig.

Nun ist der Doktorvater nicht immer identisch mit dem eigentlichen Betreuer der Arbeit. An größeren Instituten oder Kliniken ist es üblich, dass ein erfahrener, nichthabilitierter Arzt den Doktoranden betreut – angefangen von der Themenvergabe bis hin zum Schreiben des Gutachtens. Für den Doktoranden kann dies durchaus von Vorteil sein: Diese Betreuer haben in der Regel ebenfalls ein Ziel vor Augen, nämlich ihre Habilitation. Sie sind deshalb auch an den Ergebnissen ihrer Doktoranden interessiert, mit denen sie ja selbst einige Lorbeeren verdienen können.

Wie sieht nun der ideale Betreuer aus? Darüber gibt es unterschiedliche Ansichten – die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. In jedem Fall sollte er eine gewisse Autorität besitzen, geprägt von gegenseitiger Sympathie. Schließlich arbeitet man jahrelang zusammen mit einem großen, gemeinsamen Ziel vor Augen: dem erfolgreichen Abschluss der Doktorprüfung. Er sollte natürlich Interesse an der Arbeit zeigen. Im Idealfall ist er selbst Fachmann auf diesem Gebiet und hat eigene Publikationen vorzuweisen. Außerdem sollte er häufig präsent und leicht erreichbar sein (z. B. über E-Mail), damit der Doktorand bei Problemen nicht wochenlang auf sich allein gestellt ist.

Ansonsten kursieren zahlreiche Vorurteile. So hört man öfter, jüngere Betreuer seien kritischer und stellen weit höhere Ansprüche als alte Hasen, die schon zahlreiche Doktorarbeiten betreut haben. Als Gegenargument lässt sich hier anführen, dass junge Wissenschaftler, die ihre Karriere noch vor sich haben, oft wesentlich motivierter sind als erfahrene Kollegen, für die eine Doktorarbeit nichts Besonderes mehr darstellt. Man sollte sich in jedem Fall davor hüten, irgendwelchen Pauschalurteilen zu erliegen, sondern versuchen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

Ob die Betreuung einer Doktorarbeit gut war, lässt sich eigentlich erst nach ihrem Abschluss beurteilen. Dennoch gibt es Möglichkeiten, sich vor der Inangriffnahme einer Arbeit über den Betreuer ein Bild zu machen. Es bietet sich an, seine jetzigen und ehemaligen Doktoranden zu befragen. Mitunter ist es sinnvoll, sich bei einem Fachschaftsmitglied Rat zu holen – in vielen Fachschaften dokumentiert man nämlich die Erfahrungen von Doktoranden. Sie werden dabei wahrscheinlich nicht nur Positives erfahren und Sie sollten auch bedenken, dass Ihre Kommilitonen möglicherweise andere Vorstellungen bezüglich einer Doktorarbeit haben als Sie. Es ist deshalb wichtig, mehrere Meinungen zu hören. Wenn Ihnen allerdings von verschiedenen Seiten gesagt wird, dass die Betreuung miserabel ist, sollten Sie vorsichtig sein! Es ist dann kaum anzunehmen, dass ausgerechnet Sie zufrieden sein werden. Weitere Hinweise zur Person des Betreuers ergibt das erste Gespräch mit ihm (s. S. 25f).
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