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Bei wem und wo kann man promovieren?

Der Doktorand und sein Betreuer

C. Weiss, A. Bauer

 

Der nachfolgende Auszug stammt aus dem Buch "Promotion" (Weiss, Bauer), das im Thieme-Verlag erschienen ist (ISBN: 9783131272133). Das Buch bietet auf über 200 Seiten zu allen Aspekten der Doktorarbeit ausführliche, praxisnahe und profunde Informationen. Ausführliche Musterseiten und zusätzliche Angaben sind hier einsehbar und stehen zum kostenlosen Download zur Verfügung.
Wie wünscht sich ein Betreuer einen Doktoranden? Er ist fleißig, er ist selbstständig, er kann sich schnell in ein Thema einarbeiten, er ist bereit Probleme anzupacken und eigenständig eine Lösung zu finden und kommt nicht wegen jeder kleinen Schwierigkeit, die sich ihm in den Weg stellt, angelaufen. Er ist ferner umgänglich, kooperativ und hilfsbereit. Jeder Betreuer erwartet, dass der Doktorand ihn über den Fortgang seiner Arbeit auf dem Laufenden hält und das Gespräch mit ihm sucht (nicht umgekehrt).

Manche Betreuer bevorzugen weibliche Doktoranden mit dem Argument, diese seien fleißiger als ihre männlichen Kommilitonen. Man mag darüber spötteln – aber diese Doktorandinnen sind in der Regel sehr zufrieden mit ihrer Betreuung. Andere Betreuer bevorzugen weibliche Kandidaten aus anderen Gründen – auch diese Einstellung kann zu einem erfolgreichen Abschluss der Arbeit führen. Diesen Betreuern eilt in der Regel ein entsprechender Ruf voraus. Wiederum andere favorisieren männliche Kandidaten,weil diese angeblich flexibler und sofort zur Stelle sind, wenn man sie braucht.

Sie sollten sich in jedem Fall darüber im Klaren sein, dass Sie von diversen Leuten abhängig sind – nicht nur von Ihrem Betreuer, sondern auch von Mitarbeitern des Labors, der Klinik oder des Instituts, in dem Sie Ihre Untersuchungen durchführen. Sie sind darauf angewiesen, dass Ihnen jemand hilft, sich in die Methodik einzuarbeiten oder dass Sie jemanden finden, der Ihnen bei Schwierigkeiten zur Seite steht. Deshalb sollten Sie sich – soweit es in Ihren Möglichkeiten liegt – um ein gutes Arbeitsklima bemühen.

Es passiert leider hin und wieder, dass Doktoranden mit einer unglaublichen Arroganz in einem Institut auftreten, sich als kompetente Akademiker gebärden, langjährige Mitarbeiter belehrenwollen und glauben, jeder sei ihnen zu Diensten, damit ihre Doktorarbeit möglichst schnell über die Runden kommt. Bei solchen Verhaltensweisen werden Sie von vornherein auf Ablehnung stoßen. Ein guter Umgang mit den Mitarbeitern Ihres Instituts oder Ihrer Klinik wird Ihnen einiges erleichtern.
Ab und an trifft man etwas naiv anmutende Kandidaten, die glauben, dass ihnen andauernd jemand zur Seite steht und sie begleitet. Sie leben in der irrtümlichen Annahme, für Problemchen jeder Art sei der Betreuer zuständig und kommen gar nicht erst auf den Gedanken, selbst nach einer Lösung zu suchen. Bei einer Promotion ist jedoch Eigeninitiative gefragt!
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