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So werden die Examina der Zukunft

IMPP lüftet Geheimnisse um die neuen Staatsexamina

Redaktion MEDI-LEARN

1. Das lineare Fallbeispiel:

Das lineare (oder auch sequenzielle) Fallbeispiel besteht aus aufeinander aufbauenden Fragen: Ein kurzes Dossier schildert den Fall, weitergehen kann es dann mit Differenzialdiagnostik, Pathologie etc.
Problematisch ist hier, dass ein Fehler, der am Anfang des Fallbeispieles gemacht wird, weitere Fehler zur Folge haben kann (zum Beispiel, wenn man die falsche Diagnose gleich am Anfang stellt). Ebenso könnten solche Fallbeispiele „von hinten“ gelöst werden – entscheidet man sich für eine falsche Diagnose und ist später von dieser gar nicht mehr die Rede, so kann man sich leicht denken, dass man hier einen Fehler gemacht hat. Ein Lösungsansatz wäre hier zum Beispiel, die Fallbeispiele in zwei oder mehr Teile aufzutrennen und zum Beispiel die Antwortbelege einzusammeln oder neue Hefte auszuteilen, in denen die Fortsetzung der Fallbeispiele mit einer Auflösung des ersten Teiles beginnt, damit man keine weiteren Folgefehler machen kann. Neben dieser prüfungsorganisatorisch schwer zu realisierenden Art der Prüfung bleibt hier auch die Befürchtung, Fragen als Konsequenz aus einem früh begangenen Fehler zumindest bis zum Beginn der Fallfortsetzung weiterhin falsch zu beantworten. Eine Unabhängigkeit der Fragen voneinander ist nicht gegeben. Dieses Nachteils ist sich auch das IMPP deutlich bewusst, weswegen uns die zweite Variante von Fallbeispielen als die wahrscheinlichere erscheint.

2. Das analytische Fallbeispiel

Die analytischen Fallbeispiele sind sternförmig aufgebaut. Ein bis zu mehrere Seiten langes Dossier stellt den Patienten vor, die Diagnose wird bekannt gegeben und es werden mehrere Problembereiche vorgestellt. Es folgen dann Fragen, die nicht linear aufeinander aufbauen, sondern unabhängig voneinander sind – Folgefehler sind so ausgeschlossen, die Prüfungsorganisation ist deutlich einfacher, als beim linearen Modell. Ein Beispiel: Im Dossier wird ein Patient vorgestellt, der an Myokarditis erkrankt ist; es liegt ein Laborbefund ebenso wie ein Röntgenbild des Thorax bei. Von diesem Dossier und der Diagnose „Myokarditis“ ausgehend folgen Fragen aus verschiedenen Fachbereichen, die aber alle für das Krankheitsbild relevant sind – die Pharmakotherapie, die Pathophysiologie, die Histopathologie, Mikrobiologie, Kardiologie....

Ausblick

Welches Verfahren letztendlich das Rennen machen wird, entscheidet das IMPP nicht zuletzt aufgrund eines „Test-Examens“ mit Studierenden, welches wohl im nächsten Sommer stattfinden wird und beide Modelle anbieten soll. Die Erfahrungen und Ergebnisse werden mitunter ausschlaggebend für die Entscheidung für eines der beiden Modelle sein.
Deutlich gemacht wurde auch, dass man keine unüberwindbare Hürde ans Ende des Studiums setzen möchte – die Durchfallquoten werden ähnlich niedrig erwartet, wie es bereits jetzt im „alten“ 2. Staatsexamen der Fall ist (< 5%). Dies legt den Schluss nahe, dass das neue Examen im Hinblick auf die angewachsene Stoffmenge überwiegend praxisrelevante Fragen beinhalten wird. Genau werden wir es aber erst wissen, wenn im Herbst 2006 die ersten Kandidaten ihr Examen nach dem neuen Modus geschrieben haben – doch eins steht sicher fest: Das Examen wird nicht so schwer, wie es der Name "Hammerexamen" erwarten läßt, und einen Grund zur Panik vor dem Examen gibt es ebenfalls nicht.

Wir werden Euch weiter auf dem Laufenden halten!
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