Planungsphase:
a. Prospektive Definition der Fragestellung und der Endpunkte. Dies ist einer der Dreh- und Angelpunkte für die Qualität der Arbeit aus biometrischer Sicht. Werden nämlich möglichst viele Daten erhoben, um dann "zu sehen, was herauskommt", ist man auf dem besten Wege zu einem der wichtigsten Trugschlüsse - dem des multiplen Testens.
Beispiel: In einem Vorhaben werden N=100 verschiedene Parameter erhoben, für die statistische Analyse wird p<0,05 als Signifikanzgrenze gewählt (p<0,05 heißt: Die Wahrscheinlichkeit, einen nichtvorhandenen Unterschied irrtümlich als vorhanden zu erkennen, beträgt 5 %). Dann werden Sie auf jeden Fall ein Ergebnis herausbekommen. Genauer gesagt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 1-0,95100 = 99,4% wird mindestens 1 signifikanter Unterschied gefunden werden. (Selbst bei p<0,01 ist die Chance hoch: 63,4%). Auswege sind: Reduzierung der Parameter durch theoretische Vorüberlegungen, Korrekturverfahren (z.B. Bonferroni-Korrektur mit dem Signifikanzlevel = p/N, oder Überprüfung des Ergebnisses in einem Blind-Versuch u.a.). WeitereHinweise zum multiplen Testen
Besonders verheerend ist dieser Trugschluss bei den Protein- und DNA-Chips, bei denen bis zu 1000 Parameter häufig an weniger als 50 Patienten getestet werden.
b. Prospektive Festlegung der statistischen Tests, der Irrtumswahrscheinlichkeit (Def. siehe Beispiel 1) und der Power (für biomedizinische Fragestellungen wird meist 80% gewählt: Die Wahrscheinlichkeit, mit der Stichprobe einen Unterschied aufzudecken, der in der Gesamtheit tatsächlich vorhanden ist, beträgt 80% ). Unmittelbar damit hängt die Wahl des Umfanges der Stichprobe (Fallzahl) zusammen.
Beispiele fürFallzahlbestimmung