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Studentische Lernerfahrungen zweites Staatsexamen
Eva Winkler
Im letzten Sommer habe ich mein zweites Staatsexamen gemacht und habe meine Erfahrungen aufgeschrieben, da ich gemerkt habe, wie wichtig ein paar Tipps von „Ehemaligen“ sind, um sich auf einen Lernplan festzulegen. Schließlich steht man plötzlich vor der Aufgabe, alle klinischen Fächer zu lernen!
Ich habe etwa fünfeinhalb Monate gelernt und denke, dass das eine angemessene Zeit war. Vor allem dann, wenn man nicht nur bestehen will, sondern wie die meisten auch eine gute Note schaffen möchte. Ich habe mit fünf bis sechs Lerntagen pro Woche gerechnet und immer mal wieder einen Puffertag zum Aufholen eingebaut. Wichtig ist, dass man gerade am Anfang keine Panik vor dem riesigen Berg aus Altfragen und Fächern bekommt. Es sieht wirklich schlimmer aus, als es ist, und wenn man einmal angefangen hat, schrumpft der Berg Woche für Woche in sich zusammen.
Schwarze Reihe ein Muss!
Außerdem darf man nicht vergessen, dass wir alle bis zum zweiten Staatsexamen auch schon mit reichlich MC-Fragen zu tun hatten. Die meisten tun sich also mittlerweile mit dem berühmt-berüchtigten Fragenstil des IMPP viel leichter. Nun ist wichtig, sich für eine Anzahl an Lernmaterialien zu entscheiden. Ich habe mir die Schwarze Reihe und den Exaplan als Basis gekauft. Außerdem braucht man unbedingt eine Gelbe Reihe-CD, weil einige Fächer in der Schwarzen Reihe zuviel Raum einnehmen und man mit der gelben Reihe wiederholen sollte. Das geht einfach schneller als mit Büchern!
Schwerpunkt Schriftliches
Damit sind wir auch schon beim ersten wichtigen Tipp: Kreuzen, Kreuzen, Kreuzen! Aber das ist ja nichts wirklich Neues. Ihr braucht euch erst einmal nicht zu viele Sorgen ums Mündliche zu machen, weil die Prüfungen viel netter sind, als noch beim Physikum und die Noten dementsprechend auch besser ausfallen. Ich weiß: Man glaubt es erst, wenn man es selbst erlebt hat, aber es ist eh unmöglich, für alle Fächer prophylaktisch auch noch den Stoff mündlich zu können. Also: Konzentriert euch aufs schriftliche Examen, danach bleibt noch genug Zeit für die Mündliche. Schließlich habe ich noch für ein paar punktebringende Fächer umfangreichere Bücher benutzt.
In der Aufwärmrunde kleinere Fächer
Da erfahrungsgemäß gerade der Start in eine lange Lernphase besonders schwer fällt, habe ich mir zunächst ein relativ kleines Fach gesucht, das ich schon gut konnte. Ich habe Gynäkologie gewählt, aber das ist Geschmacksache, andere haben beispielsweise Orthopädie genommen. Beide Fächer sind wichtige Punktebringer und sollten ganz gut gelernt werden, aber sie sind, auch wenn man nur ein paar Stunden am Tag lernt, gut in einer Woche zu schaffen. Erst danach sollte man sich an die Dickschiffe machen: Innere Medizin und Pharmakologie. Ich habe mir für Innere vier Wochen Zeit genommen und mit dem Greten/Schettler sowie dem Exaplan gelernt. Innere Medizin muss man einfach relativ gut vorbereiten, auch wenn es schwer fällt, sich durch die rund 1.500 Altfragen in der Schwarzen Reihe zu kämpfen. Wenn man das allerdings schafft, kann man andere Fächer viel schneller lernen und als Wiederholung für Innere benutzen. Pädiatrie, Spezielle Pathologie, Chirurgie und Radiologie ergänzen das Gelernte nur um ein paar speziellere Gesichtspunkte. In Chirurgie wird z.B. detaillierter auf die Therapie des Kolonkarzinoms eingegangen, die ja in erster Linie chirurgisch ist, und in Spezieller Pathologie lernt man eben die verschiedenen Typen und histologischen Merkmale des Kolonkarzinoms und seiner Vorläufer.