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Studentische Lernerfahrungen zweites Staatsexamen
Eva Winkler
Mit Innerer Medizin starten!
Es ist also ratsam, sich ein oder zwei Fächer aus dieser Gruppe für die letzten paar Wochen vor dem Examen aufzuheben, um so gleich noch mal Innere Medizin zu wiederholen. Ähnliches gilt auch für die Pharmakologie: Die habe ich im Anschluss an Innere Medizin gemacht, weil man in jedem Fach über die entsprechenden Medikamente stolpert und es daher hilfreich ist, wenn man sie zuordnen und in einen größeren Kontext bringen kann. Andere haben es schon parallel zur Inneren gemacht, was sicherlich auch sinnvoll ist. Auf jeden Fall sollte man aber mit Innerer Medizin anfangen, weil man dann die Krankheiten schon genau kennt, die man in Pharma behandelt. Nachdem ich dann Chirurgie gelernt habe, was in zwei Wochen und nur mit dem Exaplan recht gut zu schaffen ist, habe ich mich dann der anderen großen und sehr wichtigen Gruppe zugewandt: Neurologie und Psychiatrie. Diese zwei Fächer muss man für ein gutes zweites Staatsexamen einfach können, abgesehen von ein paar Fragen zur Radiologie und zu Pharma machen sie den ganzen zweiten Examenstag aus. Neurologie ist ein Fach, in dem sich ein etwas umfangreicheres Kurzlehrbuch rentiert. Wichtig sind auch die Psychopharmaka, wenngleich es schwer fällt, sie zu lernen. Zum Trost: Psychiatrie ist viel leichter zu lernen und man sollte beide Fächer in etwa drei Wochen geschafft haben.
Arbeitsmedizin ist praktisch unlernbar
Die weitere Reihenfolge ist eigentlich Geschmacksache, weil jetzt nur noch Fächer kommen, die eine Woche (Pädiatrie, Dermatologie) oder nur eine halbe in Anspruch nehmen. Urologie, HNO und die Fächer des vierten Examenstages habe ich nur in der Gelben Reihe gekreuzt, da sie in der Schwarzen Reihe zuviel Zeit in Anspruch nehmen. Für diese vielen Fächer des Ökologischen Stoffgebietes sollte man auch rund zwei Wochen einplanen und vor allem Hygiene, Rechtsmedizin, Allgemeinmedizin und Sozialmedizin lernen. Arbeitsmedizin ist praktisch unlernbar und man schafft nur mit Glück mehr als 50%, weil man immer wieder drauf reinfällt, dass z.B. Polyvinylchlorid das Lederzellkarzinom auslöst, Vinylchlorid hingegen nur Leberschäden – oder war es umgekehrt? Also, bloß nicht darüber ärgern. Weitere schwere Fächer sind HNO und Augenheilkunde, weil diese beiden sich am wenigsten mit anderen Fächern überschneiden. Aber keine Sorge, die gute Nachricht ist: Man kann kleinere Fächer gut ausgleichen, wenn man in den großen punktet. Mindestens die letzte Woche vor Examensstart sollte man noch ungekreuzte Examen durcharbeiten und auch die neuesten Examen wiederholen, da sie dem eigenen Examen wohl am nächsten kommen und auch oft Wiederholungsfragen aus den letzten zwei Jahren gerne auftauchen.
Weniger schlimm als gedacht
Alles in allem hatte ich mir das lange Lernen über fast ein halbes Jahr schlimmer vorgestellt als es ist. Trotzdem war ich froh, als es endlich losging. Um auch die Zeit zwischen den Examenstagen zu nutzen, habe ich mir während des Gelbe Reihe-Kreuzens je einen Sammelkorb pro Examenstag gemacht, in die ich lehrreiche Fragen einsortiert und am jeweiligen Nachmittag wiederholt habe. Gerade die beiden langen Tage haben uns ganz schön müde gemacht und man war nachmittags nicht mehr in der Lage, noch groß zu wiederholen. Also: Nicht allzu viele Fragen sammeln, sondern immer mal wieder aussortieren. Außerdem sollte man, wenn man die Zeit hat, die Bilderfragen der letzen fünf bis zehn Examina wiederholen, da sich bei uns viele Bilder wiederholt haben. Ich hoffe, die Tipps helfen euch und wünsche viel Erfolg beim Examen!