Aufenthalt in Wuhan/China
Famulatur in TCM, Akupunktur und Chirurgie
Sebastian Serwe
TCM und Co.
Viele Ärzte dort haben beides studiert, je nachdem entweder TCM in der Light-Version oder westliche Medizin und das jeweils andere im Vollstudium. Sie stellen dann ein und dem selben Patienten zwei Diagnosen, eine westliche und eine, die auf der TCM beruht. In die Behandlung fließt beides ein.
Den Rest der Famulatur haben wir auf einer Akupunkturstation absolviert. Die Chefin der Station war zwei Jahre in Deutschland gewesen, sprach auch sehr gut Deutsch, hat viel erklärt und uns auch oft stechen lassen. Aber auch hier fällt es schwer, die Wirkung der Nadeln mit unserem westlichen Wissen zu erklären. Und vielleicht lag es an der Station, eine Art Reha-Klinik für Querschnittslähmungen, die einen wenig Wirkung hat merken lassen.
Untergebracht waren wir im Ausländerwohnheim. Angeblich das beste Wohnheim der Tongji Universität. Jeweils in Zweierzimmern, mit Bad, Fernseher, Klimaanlage und Kakerlaken. Die Unterbringung hat die Tongji Universität bezahlt, ebenso haben wir 550Yuan pro Monat bekommen. Damit könnte man sich gut verpflegen, wenn man denn das chinesische Essen verträgt und auf McDonalds und der gleichen verzichtet.
Es gibt drei Probleme beim chinesischen Essen. Das kleinste ist, es in den Mund zu bekommen, sie essen dort bekannter Weise mit Stäbchen. Das kann man lernen. Schwieriger ist es aber, das auf den Tisch zu bekommen, was man dann in den Mund befördern will. Genau das zu bekommen, was sie bestellt haben, oder auch nur genau das zu bestellen, was man bekommen will, schaffen selbst Chinesen nicht immer. Das dritte Problem ist, das was man im Mund hat, auch in den Magen zu kriegen, geplant ist meistens ja auch, es den natürlichen Weg weiterzusenden. Ob einem das chinesische Essen schmeckt, und ob man es verträgt, hängt von jedem selber ab. Ich fand's lecker und hatte auch im weiteren keine Probleme. Aber man sollte sich auf alle Abarten der Verdauung einrichten, wenn man nach China kommt. Hin kommt man am besten wohl mit dem Flugzeug. Ich glaube es gibt nur drei Flughäfen in China, die europäische Städte anfliegen. Shanghai, Hongkong und Peking. Wir sind über Peking geflogen und von da aus weiter nach Wuhan. Dort haben wir die Famulatur gemacht, sind mit Zug weiter nach Shanghai, von dort nach Hongkong geflogen und zurück nach Frankfurt. Vom Deutschen Famulanten Austausch haben wir einen Reisekostenzuschuss von 600 DM bekommen. Das entspricht einem Drittel der Flugkosten. Die Medizinische Fakultät Homburg hat im vergangen Jahr auch einen Zuschuss von 600 DM gewährt, in diesem Jahr war das nicht möglich.
Aufenthalt in Wuhan/China- © Joujou / PIXELIO
Kunterbuntes Klima
Vom Klima her sollte man sich auf alles einstellen, von 35°C im Schatten mit hoher Luftfeuchtigkeit bis zu herbstlich, trüben Regenwetter, wobei der Wechsel sehr plötzlich kommt.An Impfungen ist HBV und Gelbfieber wichtig, eine Malariaprophylaxe ist, wenn man nicht länger auf dem Land herumstreifen will und nur in den Städten bleibt, nicht notwendig.Geld kann man nur in China tauschen, mit DM und amerikanischen Dollar ist das problemlos. Reiseschecks in den beiden Währungen werden manchmal akzeptiert (In Wuhan, einer 5 Millionenstadt, haben wir nur eine Bank gefunden, die Reiseschecks gewechselt hat). Euroscheck- und Kreditkarten werden so gut wie nicht genommen. Kreditkarten, wenn überhaupt nur mit hohen Aufschlägen. Beim Geldabheben beispielsweise mit drei bis acht Prozent. In Hongkong (China) wiederum bekommt man mit allem Geld und findet auch sicher was, wo man's wieder los wird.
Wer Interesse hat in Wuhan eine Famulatur zu machen, kann sich bei der Tongji Universität direkt melden, oder aber an dem Homburger Austauschprogramm teilnehmen. Jedes Jahr können vier Studenten in China famulieren, dafür kommt ein chinesischer Arzt hier nach Homburg. Ansprechpartner ist Prof. Dr. Fritsche. Im letzten Jahr musste man sich formlos bewerben, und wurde dann zu einem Auswahlgespräch geladen. Prof. Fritsche ist wohl den vielen bekannt, die regelmäßig das Ethikseminar besuchen.
Information über die Tongji Universität findet man auch im Internet, über den Austausch von Homburg nach Wuhan machen Aushänge aufmerksam.
Wer noch genaueres wissen möchte, kann sich aber auch direkt an uns wenden. Wir trollen manchmal in der Uni rum, oder aber per E-Mail.