Aufgaben eines Unterassistenten
Zu den erweiterten Aufgaben der Unterassistenten gehört die Übernahme von Diensten. Diese bestanden aus einem „Zweiten Nachtdienst“, der bei dringenden OPs verlangt wurde, aus einem primären Einsatz im Rettungsdienst, d.h. auf dem Rettungswagen und einem sekundären Einsatz bei Krankenfahrten. Anfänglich hat man die schlimmsten Horrorvisionen vor Augen, aber vieles relativiert sich sehr schnell, da gerade auf dem Rettungswagen fähige Anästhesiepfleger da sind, die einem vieles beibringen. So bekam ich einen recht guten Einblick in die ärztliche Notfallversorgung vor Ort, bzw. auf dem Weg in die Krankeneinrichtung.
Auch hier konnte man einfache Tätigkeiten verrichten, was sich oftmals in der Hektik der Situation als doch nicht so einfach herausstellte. Durch eine gewisse Übung konnte man sich jedoch relativ schnell an einen solche Situation gewöhnen und auch auf ähnliche Situationen in der Klinik anwenden.Unterkunft und Arbeiten in der Schweiz
Das Spital stellt für Unterassistenten die Unterkunft für ca. 270 SF in einem nahegelegenen Wohnheim zur Verfügung. Die übliche Wäsche (Kittel,Hose) ist kostenlos. Da man in der Schweiz als Kliniksmitarbeiter angestellt ist, erhält man kantonsabhängig ein Arbeitsentgelt, welches bei mir bei ca. 1050 SF lag.
Um in der Schweiz arbeiten zu können, muß man eine Arbeitserlaubnis beantragen, die durch die jeweilige Stadt erteilt wird und zum Teil kostenpflichtig (ca. 100 SF) ist.
Bei der Beantragung dieser Erlaubnis ist das Spital behilflich und insgesamt ist die Organisation durch die Krankenhäuser in der Schweiz gut durchdacht und sehr gut ausgeführt.
Man hat immer das Gefühl, dass sich jemand um einen kümmert und alle Menschen waren nett und freundlich. Das "Du", welches von Putzfrau bis Oberarzt selbstverständlich war, war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, aber es lockerte das Betriebsklima auf, ohne den gegenseitigen Respekt zu verlieren. In der Zeit, als ich in Altstätten famulierte, wurden mehrere sehr schöne Feste gefeiert und man war überall eingeladen und sehr willkommen. Es herrschte eine sehr familiäre Atmosphäre und so bildeten sich einige Freundschaften.
Insgesamt möchte ich die Zeit in der Schweiz, als eine für mich sehr wertvolle Erfahrung beschreiben, die mich fachlich gut gebildet hat und in der ich eine neue Mentalität kennen gelernt habe, die sicherlich in Deutschland manchmal nachahmenswert wäre.