Neurologie in Innsbruck
Famulaturbericht
Falko von Stillfried
Mein erster Tag in der Klinik
Das Gelände, auf dem alle Kliniken der Universität untergebracht sind, liegt im Zentrum von Innsbruck und ist per Bus gut zu erreichen. Eine Monatskarte für den Bus ist für ca. 475 ATS zu haben. Von der Anfahrt per Auto ist dringend abzuraten, da die komplette Innenstadt eine Kurzparkzone ist. Am ersten Tag der Famulatur bin ich alle 2 Stunden zur Parkuhr gelaufen, um Schillinge nachzuwerfen. An diesem ersten Tag konnte ich die Formalitäten und Verwaltungskram erledigen. Als Famulus bekommt man einen Kittel gestellt, den man bei Bedarf jeden Tag in der Wäscherei wechseln kann. Des weiteren bekommt man in der Verwaltung eine Magnetkarte, mit der man in der Mensa kostenlos Mittagessen bekommt. Die Neurologie hat ein eigenes Studentensekretariat und dort weiß die Sekretätin im Allgemeinen, auf welcher Station gerade wie viele Famulanten sind. Von dort wurde ich auf die Station 3 geschickt, wo schon ein Innsbrucker Famulus seit einer Woche war. Besonderheit der Station 3 waren die neuen Video-Monitoring Betten für Epilepsiepatienten.
Der Arbeitstag begann immer mit der Frühbesprechung um 8.00 Uhr im Hörsaal, wo zum Teil auch kurze Vorträge gehalten wurden. Auf der Station mit etwa 19 Betten waren außer uns zwei Famulanten, einer OÄ und einer Assistentin noch eine Turnusärztin und zwei Psychiaterinnen, die eine gewisse Zeit ihrer Ausbildung auf der Neurologie verbringen müssen. Wenn ein Patient zur Aufnahme kam, waren wir als Famulanten an der Anamnese und Untersuchung meistens nicht beteiligt. Auch sonst hielt sich die Einbeziehung in den Stationsalltag in Grenzen. Mein Aufgabengebiet beschränkte sich meist auf Blut abnehmen und Infusionen anhängen.
Als Alternative zur Arbeit auf der Station gab es die Möglichkeit in der apparativen Diagnostik der Neurologie (EMG, ENG, EEG, etc.) dabeizusein und je nach Untersucher konnte man einiges lernen. Auch bei bei der wöchentlichen Parkinson-Sprechstunde eines Profs konnten Famulanten dabei sein. Als ein australischer Student anwesend war, lief fast die ganze Sprechstunde auf englisch!
Nach zwei Wochen auf der Epilepsie Station konnte ich auf meinen Wunsch hin in die Neurologische Notfall-Ambulanz wechseln. Hier arbeiteten ein Arzt und eine Ärztin und auch hier war noch ein anderer Famulus aus Deutschland anwesend. Das Arbeitsklima war hier sehr gut, und wir konnten sehr viele verschiedene Krankheitsbilder sehen und untersuchen. Die Technik des Blutabnehmens und Zugänge (in Österreich Leitungen) -legens konnte auch hier fleißig trainiert werden. Wir halfen den Ärzten bei den Routinetätigkeiten und sie hatten mehr Zeit, uns etwas zu erklären, etc. Alles in allem hat sich die Zeit in der Notaufnahme mehr gelohnt, als auf der Station, allerdings habe ich von Studenten auf anderen Stationen (z.B. Stroke Unit) sehr gutes gehört.