PJ in Kansas University Medical Center (KUMC)
Kansas University Medical Center (KUMC) - Fachabteilung Chirurgie und Innere Medizin
Nadja Schönwetter
1. Vorbereitung
Die nötigen Bewerbungsunterlagen für das Austauschprogramm mit dem KUMC erhält man beim Akadem. Auslandsamt (AAA) der Otto-von-Guericke-Universität. Neben einer Auflistung sämtlicher besuchter Kurse, Zeugnisübersetzungen, die beim AAA beglaubigt wurden, waren ein Schreiben des Dekans und ein Empfehlungsschreiben von einem Professor der Inneren und der Chirurgie erforderlich. Nicht zu vergessen ist der TOEFL-Test, der u.a. in Berlin abgelegt werden kann. Es lohnt sich darauf vorzubereiten, da eine bestimmte Punktzahl für die Bewerbung vorausgesetzt wird. Dann folgte ein Auswahlgespräch vor einer Kommission und das Warten auf eine Zu-oder Absage.
Nach der freudigen Nachricht folgte ein Regen neuer Formulare und Dinge die erledigt werden mußten, u.a. ein Gesundheitszeugnis (Bescheinigung über Impfungen etc. und einer Untersuchungsbescheinigung), Auslandskrankenversicherung (Ohne Werbung machen zu wollen, die Vereinte erwies sich als die beste Adresse), private Haftpflichtversicherung und die Bewerbung um ein Visum bei der amerikanischen Botschaft (s. Internet, gültiger Reisepaß!).
2. Formalitäten vor Ort
In Kansas angekommen wurden wir von einem Taxi abgeholt, das uns zum Internat. House brachte. Von da an gab es organisatorisch keine Probleme mehr. Alle nötigen Informationen bekamen wir durch Julis "bunte Zettel" mitgeteilt und wurden am nächsten Tag von Ihr zu einer Infotour abgeholt. Alle nötigen Formalitäten wurden in diesem Rahmen erledigt, wir erhielten unsere Kittel, unsere Klinikausweise, unsere Pager, eine Einführung in das Computersystem,... Außerdem brachte sie uns zu der örtlichen Führerscheinstelle, wo wir einen amerikanischen Führerschein erhielten. Internat. Office, das steht für Judith Reagan und Juli Heaston und eine Betreuung vor Ort, die wirklich einmalig ist. Juli, die gute Seele des Programms, egal was und wann, sie hilft, oft etwas zu fürsorglich, aber sie hat so Ihre Erfahrungen gesammelt.
3. Studium
Die erste "rotation" mußten wir schon von Deutschland aus wählen, Hämatologie, Endokrinologie oder Rheumatologie standen uns zur Auswahl.
Rotations suchten wir uns selber aus
Danach konnten wir uns in Kansas die weiteren Fachrichtungen für Innere Medizin und Chirurgie aussuchen. Nachträgliche Änderungen wurden zwar nicht gerne gesehen, aber rechtzeitig nachgefragt war es kein Problem. Es ist nicht einfach zu sagen, welche "rotation" zu empfehlen ist und welche nicht, es hängt sehr von den eigenen Interessen und den "residents" ab, mit denen man zusammenarbeitet und wie viele andere Studenten noch mit in dem "service" arbeiten.
Wir wurden als Studenten des 4. Studienjahres in den "outpatient-services" eingeteilt, das heißt, daß man Patienten in den "clinics", einer Art Ambulanz sieht und mit Konsilen beschäftigt ist. Wer möchte, kann auch fragen, ob er nicht auf Station arbeiten kann.
Ich war im ersten Monat auf der Hämatologie im "infusion room". Für den Anfang war es eine sehr angenehme Wahl, da ich Zeit hatte mich mit allem, besonders den Abkürzungen vertraut zu machen. Keine Angst, es hat wenig Sinn sich auf darauf vorzubereiten, man braucht seine Zeit, aber man lernt diese Schreibweise schätzen ! Das Patientengut umfaßt Leukämien, Anämien und besonders interessant die Sichelzellanämie. Meinen zweiten Monat habe ich bei den Endokrinologen verbracht, wo man viel über die Behandlung von Diabetes-, Schilddrüsen und Osteoporosepatienten lernt. Danach war ich bei den Gastroenterologen, wo ich morgends bei Endoskopien zusehen konnte und danach meine Konsile gesehen habe. Mir gefiehl es dort sehr gut, da ich sehr selbstständig arbeiten durfte und viele Patienten untersucht habe. Den letzten Monat war ich auf der Intensivstation bei den Pulmonologen. Ich hatte meine eigenen Patienten und habe sie zusammen mit dem "resident" betreut. Es war eine großartige Erfahrung und ich habe viel gelernt, besonders über die Betreuung von beatmungspflichtigen Patienten. Normalerweise fing der Tag auf der Inneren mit der Frühbesprechung, dem "morning report" an, mittags war dann meist eine "noon-conference", bei der es häufig auch "lunch" gab. Die "residents" und "attendings" waren stets um "teaching" bemüht, das man sehr schnell schätzen lernt. Chirurgie. Den ersten Monat verbrachte ich auf der Traumatologie. Die Akutversorgung der Patienten und deren weitere Betreuung auf der Intensiv- bzw. Normalstation standen dabei im Vordergrund. Die meisten Patienten waren Opfer von Verkehrs- oder Arbeitsunfällen und Patienten mit Schußwunden. Besonders auf der Intensivstation wurde großer Wert auf ”bedsideteaching” gelegt. Die zweite "rotation" führte mich zu den Neurochirurgen, wo ich dann auch den 3. Monat blieb.
Mir persönlich hat es dort am besten gefallen.