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Melina93
25.12.2020, 20:23
Das mit der Probezeit war nicht an meinem Haus. Ich habe es von mehreren, ehemaligen Studienkollegen mitbekommen. Bei uns im Spital ist niemand nach der Probezeit gegangen. Da war von " Wir müssen kürzen" hin zu irgendwelchen Floskeln alles dabei. Man kann ja jemanden recht einfach kündigen in der Probezeit und ja, das ist gehäuft passiert jetzt mit Corona. Davor hab ich nie was in die Richtung gehört.

Das hat auch nicht so viel mit "leiden" zu tun, sondern eher, dass die Pandemie manche Häuser eben schon dazu zwingt noch mehr zu sparen. Die Hemmschwelle jemanden in der Probezeit gehen zu lassen ist aktuell höher als sonst. Wenn man sich grob fahrlässig verhält, braucht man sich sicher nicht zu wundern, dass man gehen muss. Aber die meisten sind ja halbwegs ok am Anfang und die lässt man nicht gehen. Wozu auch? Es gibt immer irgendwen, mit dem man nicht kann und so lange Patienten nicht akut gefährdet werden, ist doch nirgends garantiert, dass der nächste Anfänger es besser macht. Meiner Meinung nach mit der Grund, warum es einfach eher unüblich ist, dass Assistenzärzte in der Probezeit gekündigt werden. Die Lernkurve ist anfangs so derart steil, dass drei Monate doch nie ausreichend prognostizieren könnten wie gut sich einer machen wird. Als Anfänger stellt man sich doch immer etwas an und jeder halbwegs nicht komplett auf den Kopf gefallener Chef checkt das doch.

Sympathie ist sicher ein Punkt, aber ich denke bei einem Bewerbungsgespräch mit zukünftigen Chefs merkt man doch schnell auf beiden Seiten, ob die Chemie prinzipiell stimmt. Beide Seiten müssen ein gutes Bauchgefühl haben. So viel hat man ja mit seinen Chefs auch nicht zu tun, als ob da Nuancen in der Sympathie entscheidend wären.
Öfter kommt es ja eher vor, dass Assis kündigen, weil sie mit der Lehre und oder den Oberärzten unzufrieden sind. Den Oberärzten ist diese Eben oft ja nicht so wichtig, so lange der Laden irgendwie läuft. Die gehen da ja viel professioneller und egozentrischer an die Sache.

daCapo
25.12.2020, 23:58
Hier ist auch ein Krankenhaus, das in der Zeitung (schon öfters war) wegen roter Zahlen und dann wurde sogar offiziell verkündet, dass mehrere Ärzte in Weiterbildung in der Probezeit gekündigt werden wegen der roten Zahlen. Insgesamt hat das Krankenhaus natürlich einen eher mäßigen Ruf. Aber das ist auch gewünscht...wegen der lokalen Versorgung vor Ort.

Die meisten Anfänger, die ich kenne, sind extrem bemüht. 1-2 Ausnahmen wegen mangelnder Sprachkenntnisse, die wirklich nur mit Erwerben der Sprache ausgeglichen werden konnten. Sonst war es das persönliche. Wenn der OA dem CA sagt...nee den oder die will ich nicht; vertraue ich nicht, wird der CA dem folgen müssen.
Nehmt es nicht persönlich, die Assistenzarztstelle im Krankenhaus möchte niemand auf Dauer machen und sie ist ja schon aufgrund der Bezeichnung nicht darauf ausgelegt.

tarumo
26.12.2020, 09:26
Hier ist auch ein Krankenhaus, das in der Zeitung (schon öfters war) wegen roter Zahlen und dann wurde sogar offiziell verkündet, dass mehrere Ärzte in Weiterbildung in der Probezeit gekündigt werden wegen der roten Zahlen. Insgesamt hat das Krankenhaus natürlich einen eher mäßigen Ruf. Aber das ist auch gewünscht...wegen der lokalen Versorgung vor Ort.
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Gibt es hier nicht ein paar Schreiber, die vor ein paar Tagen noch das unterdurchschnittliche (z.B. im Vergleich mit dem Tarif der IG Metall) Gehalt mit der "sicheren, beamtenähnlichen Laufbahn im öffentlichen Dienst" gerechtfertigt haben? Soweit zum Thema "in-die-Tasche-lügen". Zumal ich davon ausgehe, daß es weniger an mangelnder Arbeit, als vielmehr an kurzfristiger Kostenersparnis liegt. Und während sich z.B. in der Automobilindustrie oder bei der Lufthansa eine starke Gewerkschaft einschaltet und erst mal den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen durchsetzt, ist vom MB kein Piep zu hören.
Schlimmer noch, ich gehe davon aus, daß die daraus resultierenden Minderbesetzungen z.B. im Dienst dann kommentarlos mit den Wischiwaschiausnahmeregelungen aus dem letzten TV aufgefangen werden, z.B. was die monatliche Dienstbelastung angeht.

davo
26.12.2020, 09:44
Deine Vergleiche sind schon immer wieder äußerst selektiv-verzerrend.

Wenn jemand, der bei einem Automobilkonzern auf einem IGM-Job sitzt, seinen Job verliert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass der anderswo einen ähnlich gut( bezahlt)en Job finden wird, sehr gering. Wenn jemand, der bei einer Fluglinie arbeitet, seinen Job verdient, ist die Wahrscheinlichkeit dzt. nahe null.

Außerdem ignorierst du, dass es eben nur eine kleine Minderheit aller Maschinenbau-Absolventen jemals schaffen wird, einen IGM-Job zu bekommen. Du vergleichst also eine kleine, äußerst gut bezahlte Teilgruppe, die alle Vorteile genießt, mit dem Gesamtdurchschnitt einer anderen Berufsgruppe. Du siehst selbst, dass das nicht sinnvoll ist, oder?

Ja, der MB ist nicht besonders gut, und strategisches Denken ist weder eine Stärke der meisten Ärzte noch der Ärztevertreter. Aber es gibt trotzdem genug Möglichkeiten, mit den Füßen abzustimmen. Wenn man das täte, könnte man, im Einzelfall zumindest mal für sich selbst, viel bewirken. Und wenn das viele täten, könnte man, als Berufsgruppe insgesamt, noch viel mehr bewirken. Völlig egal wie schlecht der MB ist.

Das hat aber auch eigentlich nichts mit dem Thema dieses Threads zu tun. Und es war natürlich auch nicht besonders schlau von daCapo, einen extremen Einzelfall heranzuziehen, von einem Krankenhaus, das halt schwerwiegende finanzielle Probleme hat. Das ist halt Panikmache. So werden die ahnungslosen Jobsucher verunsichert, und glauben, dass sie jeden Mülljob annehmen müssen. Was auch derzeit überhaupt nicht stimmt. In großen Fächern hat man auch derzeit sehr viel Auswahl, wenn man geographisch etwas flexibel ist oder in einem Großraum lebt. Man kann nicht immer nur negativen Einzelfälle auswählen. Man sollte schon auch halbwegs realistisch bleiben und das große Ganze nicht vergessen.

tarumo
26.12.2020, 10:01
ich bin ein bißchen verwundert. Mein Vergleich bezog sich auf das Durchschnittseinkommen im Geltungsbereich des IG-Metall-Tarifs, und der ist weder exklusiv für Maschinenbauabsolventen noch für die Automobilindustrie. Sondern für alle Betriebe, die sich dem angeschlossen haben. Wenn wir Sondervereinbarungen hernehmen (zum beispiel die 32h-Woche bei VW) würde es noch viel trauriger aussehen. Soweit zum Thema "in-die-Tasche-Lügen"

Was Ärzte angeht:

Es *ist* kein Einzelfall. Die Vorschreiberin berichtet ähnliches. Und wer sich auf die Liste von Headhuntern und von Vermittlungsagenturen hat setzen lassen, der weiß, daß dieser Markt ziemlich zusammengebrochen ist. Die Anzeigenseiten im DÄB sind davon unbenommen, der Druckauftrag erging vielleicht schon im Oktober und November, und wenn es zu einer Zusage kommt, dann wird diese vielleicht bis im 2.Q 2021 oder noch später hinausgezögert.

Außerdem ist es genau andersrum, und selbst wenn Automobilhersteller Absatzprobleme bekommen- als Schlosser oder Kfz-Meister kann man im gleichen Ort oder im nächsten in einer x-beliebigen Werkstatt oder Metallbaubetrieb weitermachen. Wenn es tarifgebundene Betriebe sind, vielleicht sogar ohne Lohneinbussen. Und Handwerk boomt aktuell...

Wohingegen der WBA zwingend ein anderes KH braucht, was -je nach Stadtgröße- dann auch noch mit einem Umzug verbunden ist. Und natürlich alle Krankenhäuser flächendeckend gleiche Probleme haben, was auch ganz typisch ist für ein sozialistisches System.

davo
26.12.2020, 10:12
Doch, das sind meines Erachtens Einzelfälle.

Und wenn es um Studienabsolventen geht, du von IGM sprichst, und dann auf einmal auf Schlosser und Kfz-Meister ausweichst, ist das auch nicht unbedingt eine saubere Argumentation. Entweder bei einem Thema bleiben, oder es gleich sein lassen. Sonst ist es völlig wertloses argumentatives cherry picking.

Bei mir im Haus (Österreich) gibts viele freie Stellen, an allen Kliniken an meinem Studienort und in der Umgebung meines Studienortes (Deutschland) gibt es jeweils mehrere freie Stellen, etc. Und das ignoriert ja wieder einmal die Tatsache, dass die meisten Jobs nie ausgeschrieben wurden, auch dzt. nicht ausgeschrieben werden.

Statt viel zu jammern und nichts zu tun sollte man sich also einfach bewerben. Ist IMHO die lösungsorientiertere Strategie.

daCapo
26.12.2020, 10:34
ist vom MB kein Piep zu hören. Schlimmer noch


In der Probezeit darf jeder kündigen. Klar wurde sie hier genutzt, um kurzfristig die Zahlen zu schönen, es ist jedoch erlaubt und das wäre es auch bei Mercedes, BMW oder sonstwo möglich. Da ist mit Tarifvertrag nix zu machen, es sei denn man begeht irgendwelche Formfehler. Die Lokalzeitung hätte es natürlich nicht gedruckt, wenn der Vorgang auch moralisch einwandfrei gewesen wäre.

Lieber Tarumo, du bist in einer Praxis, soweit ich weiß. Besonders beliebt ist die Arbeit im Krankenhaus nicht. Wenn Leute längerfristig bleiben, dann doch eher in der Radiologie oder gut geführten Kliniken.


Wohingegen der WBA zwingend ein anderes KH braucht, was -je nach Stadtgröße- dann auch noch mit einem Umzug verbunden ist. Und natürlich alle Krankenhäuser flächendeckend gleiche Probleme haben, was auch ganz typisch ist für ein sozialistisches System.

Naja, der Vergleich hinkt aber. Fleischfabriken oder Agrarhöfe oder Amazon-Post mit "hohen Ansprüchen" an ihre Arbeiterschaft haben auch Probleme Personal zu finden. Besonders sozialistisch (wenn man Sozialismus als die ab den 70er Jahren ineffiziente DDR Wirtschaft definiert) sind die Betriebe nicht.
Für den Job umziehen machen viele. So blöd das ist mit Freundeskreis/Familie.



Statt viel zu jammern und nichts zu tun sollte man sich also einfach bewerben. Ist IMHO die lösungsorientiertere Strategie.

Sehr gut gesagt. Die meisten suchen in ihrem Umkreis erstmal, später dann deutschlandweit bzw. auch in Österreich/Schweiz.

Melina93
27.12.2020, 08:46
Ich hab nie gesagt, dass es üblich ist in der Probezeit gekündigt zu werden. Aktuell passiert es aber trotzdem öfter. Öfter als fast nie ist halt trotzdem noch selten. Aber trotzdem öfter.
Macht es doch nicht kompliziert...

Ich hab ja auch während Corona angefangen bzw mich beworben. Mit durchschnittlichen Noten, abgebrochener Diss und einem Hang zur totalen Nervosität bei Bewerbungsgesprächen. Und ich hab trotzdem sogar eine gute Auswahl an Zusagen gehabt. Obwohl ich mich nur in zwei grossen Regionen beworben habe.

Corona macht als unberechenbarer und es spielen halt viele Faktoren mit rein, die man nicht beeinflussen kann. Und ich bin immer noch der Meinung, dass Sympathie keine derart große Rolle spielt nachdem man die Stelle bereits hat. Manche romantisieren das Arbeitsverhältnis zum Chef- bzw Oberarzt. Klar, es sollte menschlich passen. AberMan muss nicht zwingend auf der selben Wellenlänge sein. Wofür denn? Für das tägliche "Guten Morgen" oder das "Euch einen ruhigen Dienst"? Glaubt ihr man führt persönliche und tiefgründige Gespräche mit denen oder wie?
Man sollte seine Arbeit gut machen und je nach Chef noch möglichst wenig kontern. Der Rest fi der eher zwischen Kollegen statt bzw hat keine Konsequenz.

daCapo
27.12.2020, 11:20
Üblich ist es natürlich nicht in der Probezeit zu kündigen, sonst hätte man den Bewerber ja nicht eingestellt oder andersrum hätte der Bewerber dort nicht angefangen.
Das kann mal ein neuer Oberarzt sein ohne viel Erfahrung mit Personalführung oder auch das zwischenmenschliche passt nicht zwischen OA und Assistent.
Mit dem Chef an sich hat man eher weniger zu tun, es sei denn man wird Privatassistent..

Colourful
27.12.2020, 11:27
Na ja, auch das wird man schneller als einem lieb ist.

Trüffel
28.12.2020, 10:50
Das muss man doch nicht mehr diskutieren. Wir haben hier im Forum mehrfach, eindeutig und im allgemeinen Konsenz geklärt, dass Schwierigkeiten bei der Jobfindung als Arzt ausschließlich auf persönliche und charakterliche Unzulänglichkeiten des Bewerbers zurückzuführen sind. Faktoren wie PJ-Erfahrung, Berufserfahrung, örtliche Gebundenheit, Großstadt, Fachwahl, lokale Stellenanzahl, Einstellungspolitik in einer Pandemie etc. haben bestenfalls marginalen und pauschal vernachlässigbaren Einfluss. :)

Christoph_A
28.12.2020, 12:09
Das gilt eigentlich nur in Deinem Fall @Trüffel.

P.s.: Es heißt Konsens, hat aber in Deinem Fall auch keine Konsequenz mehr.:-blush

Trüffel
28.12.2020, 20:33
Ist dir das nicht langsam peinlich, dich so primitiv triggern zu lassen? :)

Christoph_A
29.12.2020, 04:46
Nope, macht Spaß.
P.s.: Wie läuft die Jobsuche so? Schon CA geworden?

Absolute Arrhythmie
29.12.2020, 08:54
Ich finde es interessant dass Leute, die keinen Job finden, anderen, die keinen Job finden, Tipps geben.

Trüffel
29.12.2020, 09:17
Der mit Job kann Anästhesie auf dem Land machen und nach einer Bewerbung quasi ohne Vorsprechen eingestellt worden sein. Der ohne Job kann in ein hochkompetitives Fach in der Großstadt wollen und querbeet durch Deutschland gute zweistellige Zahlen an Bewerbungsgesprächen und Hospitationen mitgemacht haben, wo er so richtig durch die Mangel gedreht wurde und es leider am Ende mehrfach knapp nicht geklappt hat. Wer von denen würde wohl den besseren Bewerbungs-Guide schrieben?

Christoph_A
29.12.2020, 09:28
Dann sollte der Bewerber für das hochkompetitive Fach entweder an seiner eigenen Kompetenz bzgl. der Bewerbung arbeiten oder seine Bewerbungen auch auf weniger kompetitive Orte/Fächer erweitern, um nicht irgendwann zuviel Zeit zwischen Studienende und Arbeitsbeginn verstreichen zu lassen.
Und ich denke, den besseren Bewerbungsguide schreiben tatsächlich doch Kollegen, die wirklich einen Job erhalten haben und sei es nur durch die Feststellung, daß man halt nicht immer gleich Champions League spielen kann, sondern, um beim Vergleich zu bleiben, ein paar Jahre Euroleague vielleicht für die eigene Entwicklung nicht so schlecht sein könnten.
Andersherum wäre es ja eine Anleitung zum Mißerfolg, das hilft, denke ich, keinem so richtig weiter.

Trüffel
29.12.2020, 09:52
Ändert nichts daran, dass der Einwand unsinnig ist. Hat-Job und Sucht-Job sind keine Qualifikatoren für Expertise in Bewerbungsprozessen. Ist-Zustände werden nicht ohne Grund multivariat modelliert.

Christoph_A
29.12.2020, 10:10
Schön reden kannste, vlt. wäre ja Politik eher Deins?
Ansonsten bleibt Deine Aussage falsch, Hat-Job sticht immer Sucht-Job, da hier der Erfolg bereits nachgewiesen ist. Im anderen Fall lediglich der (fortgesetzte) Misserfolg. Selbst, wenn es noch so schön kompetitive Fächer in begehrten Städten sind. Insbesondere, wenns dann in einer zweistelligen Anzahl von Bewerbungsgesprächen nicht geklappt hat, sollte man sich mal hinterfragen. Auch und besonders, wenn das dem eigenen Ego schwerfällt.

Trüffel
29.12.2020, 10:15
Ansonsten bleibt Deine Aussage falsch, Hat-Job sticht immer Sucht-Job, da hier der Erfolg bereits nachgewiesen ist.
Nein, eben nicht. Und warum, habe ich dir bereits erklärt. Wenn Hat-Job sich daraus ergibt, dass man sich in einem Massenfach mit mehr Stellen als Bewerbern beworben hat, sticht das einen feuchten Kuhmist. Sich mit solch einer Vita als Bewerbungsexperte zu vermarkten wäre wohl eher Politikerattitüde.