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Pampelmuse
17.10.2023, 19:54
Ich krame den Thread mal wieder raus.

Könntet Ihr vielleicht mal auflisten, was die Fachärzte bei Euch in der Klinik für Aufgaben haben- im Gegensatz zu den Assistenten. Oder was Ihr so gemacht habt, als Ihr noch keine OA-Position hattet! Vielen Dank.

Heerestorte
17.10.2023, 20:05
Unvollständig, da aus Assisicht :-))

- Visiten mit den Assis gehen
- Facharzt in der Ambulanz, da Pat "abnehmen" und Assis anleiten
- Strahlenschutzbeauftrage
- Hygienebeauftragte
- BG Sprechstunde
- Unterrichte in Wahlfächern der Uni
- Vordergrunddienste ÜTZ
- Lernen in Spezialsprechstunden der Ambulanz

anignu
17.10.2023, 23:16
Und auch operativ die nächsten Schritte: Operationen als Operateur mit nur einem Assi dazu, selbst einem Assi was assistieren, schwierigere Eingriffe assistiert bekommen, Hintergrunddienste machen etc.

Kackbratze
18.10.2023, 15:26
Dienstplangestaltung Assistenten
Fortbildungsplanung

Pampelmuse
19.10.2023, 09:00
Danke für Eure Antworten!

@ Heerestorte: Was bedeutet ÜTZ? :-blush

Heerestorte
19.10.2023, 09:16
Danke für Eure Antworten!

@ Heerestorte: Was bedeutet ÜTZ? :-blush

Überregionales Traumazentrum :-))
Ob es die Abkürzung wirklich so gibt, keine Ahnung, hab ich einfach mal so gesagt :D

anignu
19.10.2023, 22:00
Bei uns heißt es auch ÜTZ. Ich glaub jeder der ÜTZ ist nennt sich so ;-)
Wer die Abkürzung nicht kennt ist nicht dabei ;-)

Berry-Alan
24.10.2023, 12:16
Eine Frage an den Gefäßchirurgen: Man kann als FA ja noch die Zertifizierung zum Endovaskulären Chirurgen/Spezialisten machen. Bei vielen LOA/CAs habe ich in ihren CVs gemerkt, dass sie den Endovaskulären Chirurgen gemacht haben, aber bis auf einen CA in der Peripherie hatte niemand den Endovaskulären Spezialisten. Da ergibt sich für mich die Frage, was genau für einen Stellenwert der Endovaskuläre Spezialist hat. Welchen Vorteil bringt es einem in der Hierarchie bzw. welche zusätzlichen Fähigkeiten hätte man dann z.B. im Vergleich zu dem Endovaskulären Chirurgen? Und v.a. warum machen so wenige den Spezialisten? :)

anignu
24.10.2023, 22:35
Den endovaskulären Chirurgen, vor allem nach dem alten Curriculum, hat man einigermaßen leicht bekommen. Paar EVARs (5), bissl PTA Beckenachse + Oberschenkel (50) was man im Rahmen einer Femoralis-TEA eh manchmal mitmacht, paar Kurse, keine Prüfung etc. Das war der endovaskuläre Chirurg nach dem alten Curriculum. Beim neuen Curriculum sind die Zahlen schonmal deutlich mehr (20 EVAR, 50 Becken, 50 Oberschenkel, 50 Verschlusssysteme etc), Prüfung dazu usw.
Der endovaskuläre Spezialist wiederum ist im alten Curriculum schon nicht wenig. 50 supraaortale Eingriffe als Gefäßchirurg? Hat kein Mensch. Vielleicht eine handvoll in D. Und der Rest? Du braucht schon mehrere TEVARs, Viszeralarterieneingriffe (z.B. FEVAR), Unterschenkel, Dialyseshunts etc. Die Zahlen muss man erstmal zusammen bekommen. Und die Kurse kosten auch, im Rahmen der Sommerakademie immerhin mit 495€/Tag noch günstig, aber man kommt auch auf paar Tausend. Mit Fahrt, mit Hotel, mit ...
Und für das neue Curriculum haben sie nochmal ein wenig angezogen.

Man muss den endovaskulären Spezialisten daher erstmal machen. FEVAR und TEVAR sind gern mal die Eingriffe des Chefs, da muss man erstmal rankommen. Und ohne die geht es quasi nicht.

Stellenwert: was hat ein MBA oder diese ganzen europäischen Facharztprüfungen etc. für einen Stellenwert? Wenn man es hat kann man sich von der Masse abheben. Der endovaskuläre Chirurg ist was, was man im Rahmen der Facharztweiterbildung eh schon zum Teil oder sogar komplett hat. Der Spezialist ist was Besonderes. Einfach halt abheben von der Masse. Ich hab mir auch grad ein paar Abteilungen angeschaut. Den Spezialisten haben echt wenige. Chefs, vielleicht noch die leitenden Oberärzte. Und ich will den auch haben. Bin auch auf einem guten Weg dorthin, bissl dauert es schon noch, aber peu a peu sammeln sich die Eingriffe... es zeichnet einen aus, dass man tatsächlich auch komplexere endovaskuläre Prozeduren eigenständig durchführen kann. Hast du schon mal alleine eine TEVAR gemacht? Mit alleine mein ich jetzt nicht komplett alleine. Dürfen schon noch andere dabei sein. Aber selbständig geplant, Prothese bestellt und die wichtigsten Schritte selbst gemacht? Und eine FEVAR? Eine Iliac-Branch-Prothese? Komplexere (zentrale) Shunt-Stenosen? Darum geht es doch. Kannst du das? Kannst du das ohne dass dir jemand die Hand hält? Und kannst du schriftlich darlegen dass du das kannst? Ich mach die Sachen. Nicht alle davon häufig, aber ich mach sie und das selbständig. Und das will ich auch irgendwann dokumentieren in Form des endovaskulären Spezialisten. Damit weiß jeder andere Gefäßchirurg "der kann wirklich auch die komplexeren endovaskulären Geschichten". Und die Kurse dazu? Sind super! Vorträge der absoluten Cracks in der endovaskulären Behandlung und umgeben von lauter Gefäßchirurgen die auch für die endovaskuläre Therapie brennen. Tolle Kurse. Ich kann da die Sommerakademie unserer Fachgesellschaft wärmstens empfehlen.

Berry-Alan
25.10.2023, 06:46
Den endovaskulären Chirurgen, vor allem nach dem alten Curriculum, hat man einigermaßen leicht bekommen. Paar EVARs (5), bissl PTA Beckenachse + Oberschenkel (50) was man im Rahmen einer Femoralis-TEA eh manchmal mitmacht, paar Kurse, keine Prüfung etc. Das war der endovaskuläre Chirurg nach dem alten Curriculum. Beim neuen Curriculum sind die Zahlen schonmal deutlich mehr (20 EVAR, 50 Becken, 50 Oberschenkel, 50 Verschlusssysteme etc), Prüfung dazu usw.
Der endovaskuläre Spezialist wiederum ist im alten Curriculum schon nicht wenig. 50 supraaortale Eingriffe als Gefäßchirurg? Hat kein Mensch. Vielleicht eine handvoll in D. Und der Rest? Du braucht schon mehrere TEVARs, Viszeralarterieneingriffe (z.B. FEVAR), Unterschenkel, Dialyseshunts etc. Die Zahlen muss man erstmal zusammen bekommen. Und die Kurse kosten auch, im Rahmen der Sommerakademie immerhin mit 495€/Tag noch günstig, aber man kommt auch auf paar Tausend. Mit Fahrt, mit Hotel, mit ...
Und für das neue Curriculum haben sie nochmal ein wenig angezogen.

Man muss den endovaskulären Spezialisten daher erstmal machen. FEVAR und TEVAR sind gern mal die Eingriffe des Chefs, da muss man erstmal rankommen. Und ohne die geht es quasi nicht.

Stellenwert: was hat ein MBA oder diese ganzen europäischen Facharztprüfungen etc. für einen Stellenwert? Wenn man es hat kann man sich von der Masse abheben. Der endovaskuläre Chirurg ist was, was man im Rahmen der Facharztweiterbildung eh schon zum Teil oder sogar komplett hat. Der Spezialist ist was Besonderes. Einfach halt abheben von der Masse. Ich hab mir auch grad ein paar Abteilungen angeschaut. Den Spezialisten haben echt wenige. Chefs, vielleicht noch die leitenden Oberärzte. Und ich will den auch haben. Bin auch auf einem guten Weg dorthin, bissl dauert es schon noch, aber peu a peu sammeln sich die Eingriffe... es zeichnet einen aus, dass man tatsächlich auch komplexere endovaskuläre Prozeduren eigenständig durchführen kann. Hast du schon mal alleine eine TEVAR gemacht? Mit alleine mein ich jetzt nicht komplett alleine. Dürfen schon noch andere dabei sein. Aber selbständig geplant, Prothese bestellt und die wichtigsten Schritte selbst gemacht? Und eine FEVAR? Eine Iliac-Branch-Prothese? Komplexere (zentrale) Shunt-Stenosen? Darum geht es doch. Kannst du das? Kannst du das ohne dass dir jemand die Hand hält? Und kannst du schriftlich darlegen dass du das kannst? Ich mach die Sachen. Nicht alle davon häufig, aber ich mach sie und das selbständig. Und das will ich auch irgendwann dokumentieren in Form des endovaskulären Spezialisten. Damit weiß jeder andere Gefäßchirurg "der kann wirklich auch die komplexeren endovaskulären Geschichten". Und die Kurse dazu? Sind super! Vorträge der absoluten Cracks in der endovaskulären Behandlung und umgeben von lauter Gefäßchirurgen die auch für die endovaskuläre Therapie brennen. Tolle Kurse. Ich kann da die Sommerakademie unserer Fachgesellschaft wärmstens empfehlen.

Danke dir sehr für deine Antwort. Hast mir buchstäblich alle Fragen beantwortet :)
Ich bin selbst noch im Studium, aber liebäugle länger mit der GCH und mache bald 30 Tage Famulatur darin, daher habe ich noch bis auf Hakenhalten in der Ortho und dabei angeschrien zu werden, keine OP-Erfahrungen (also noch keine FEVARs und TEVARS alleine geplant 😅).

Kackbratze
25.10.2023, 10:01
Wessen Hacken hast du gehalten?

Bender B. Rodriguez
25.10.2023, 10:47
Man hält den Hacken um dann die Spitze oder die Sohle zu küssen. Wie soll das sonst gehen?

Berry-Alan
25.10.2023, 11:07
Korrigiert 😅 Besser Jungs?

Kackbratze
25.10.2023, 13:32
Es ist rau in der Chirurgie.

anignu
25.10.2023, 19:27
(also noch keine FEVARs und TEVARS alleine geplant ��).
Ich red nicht von der Planung, ich red von der Durchführung! Und da gibt es einfach wenige Häuser in denen mehr als ein paar Leute das in einer Abteilung überhaupt machen. In einer Abteilung von 10 Gefäßchirurgen machen das ein bis zwei, maximal drei würde ich sagen. Und ehrlich gesagt macht das auch Sinn. Nicht jeder Viszeralchirurg transplantiert, nicht jeder Viszeralchirurg macht Hemihepatektomien, nicht jeder Unfallchirurg die komplexeren Beckenrekonstruktionen, nicht jeder Neurochirurg alle komplexen Hirntumoren. Jeder sucht und findet halt seinen Bereich, das was ihm Spaß macht, da worin er gut ist, und das ist auch gut so. Manche Gefäßchirurgen machen in hervorragender Präzision die wildesten Bypässe, anderen macht mehr die endovaskuläre Chirurgie Spaß, wieder andere spezialisieren sich Richtung Varizen. Wenn man gut werden will in einem Bereich, muss man den Bereich oft machen. Und nachdem der Tag nur 24h hat, auch für Chirurgen, ist die Zeit limitiert in der man operieren kann. Man kann daher nicht in allen Bereichen gut werden. Umso jünger man ist umso offener sollte man sein. Vielleicht auch in der Chirurgie mal wechseln wenns nicht ganz das Wahre ist. Aber vor allem offen sein. Und umso länger man im Geschäft ist umso klarer wird was einen interessiert, worin man gut ist und wo man vielleicht auch eine Nische für sich selbst findet. Beispielsweise gibt es, aus welchen Gründen auch immer, in der Unfallchirurgie gefühlt zu wenige Fußchirurgen aber dafür viele Handchirurgen. Wem Fußchirurgie Spaß macht wird gesucht. Es gibt auch viele die Viszeralchirurgie machen und weniger Leute die Gefäßchirurgie machen. Gefäßchirurgen werden auch gesucht ohne Ende. Hauptsache man findet für sich selbst seinen Bereich der einem Spaß macht oder interessiert, dann kann man gut werden.

piandorable
04.11.2023, 09:41
Hallo,
gibt es hier auch Kinderchirurgen? Ich interessiere mich seit einiger Zeit für dieses Fach (Famulatur ist für nächstes Jahr geplant) und war immer erstaunt über die scheinbare Breite des Fachs angesichts fehlender definierter Subspezialisierungen im Gegensatz zur Erwachsenenchirurgie. In der WBO finde ich lediglich die Zusatz-Weiterbildungen in Kinderorthopädie und Kinderurologie. Aber wie sieht es mit den anderen Bereichen aus? Macht man als "normale" Kinderchirurgin das komplette Spektrum der Kinderchirurgie von Kopf bis Fuß oder wird man zwangsläufig in einem Organgebiet landen und arbeitet dann als Kinder-Viszeralchirurgin?

Pampelmuse
02.01.2024, 16:30
Mal eine Frage an die VCHler hier:

Wie bereitet Ihr Eure Patienten zur Stomarückverlagerung vor? Klysma, Spülung per os, anderes? Und spült Ihr den Darm auch im OP? Falls ja- mit was?

Brutus
04.01.2024, 11:06
Ich red nicht von der Planung, ich red von der Durchführung! Und da gibt es einfach wenige Häuser in denen mehr als ein paar Leute das in einer Abteilung überhaupt machen. In einer Abteilung von 10 Gefäßchirurgen machen das ein bis zwei, maximal drei würde ich sagen. Und ehrlich gesagt macht das auch Sinn. Nicht jeder Viszeralchirurg transplantiert, nicht jeder Viszeralchirurg macht Hemihepatektomien, nicht jeder Unfallchirurg die komplexeren Beckenrekonstruktionen, nicht jeder Neurochirurg alle komplexen Hirntumoren.
Soooo wichtig! Eigene Kompetenzen kennen und achten!
Und das gilt ja nicht nur für den Aufschneider, sondern sollte eigentlich für alle Fächer gelten! :-meinung


Hauptsache man findet für sich selbst seinen Bereich der einem Spaß macht oder interessiert, dann kann man gut werden.
Genau! Denn man muss den Kram, den man sich ausgesucht hat, ja im Zweifel noch 30-40 Jahre machen...

Kackbratze
04.01.2024, 11:19
Mal eine Frage an die VCHler hier:

Wie bereitet Ihr Eure Patienten zur Stomarückverlagerung vor? Klysma, Spülung per os, anderes? Und spült Ihr den Darm auch im OP? Falls ja- mit was?

Was für ein Stoma? Colostomata werden gespült, intraoperativ machen wir keine Spülung.

Pampelmuse
06.01.2024, 14:32
Hätte mich für beides interessiert, also Dickdarm und Dünndarm.
Perorale Antibiose am Vorabend macht Ihr auch nicht? (Wir auch nicht.)