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juke5489
11.02.2021, 04:58
was meinst du denn mit plastischer mastektomie? mastektomien sind, mal abgesehen davon wenn sie wegen gynäkomastie beim mann erfolgen, in aller regel onkologische eingriffe und als solche selbstverständlich durchzuführen.

John Silver
11.02.2021, 06:09
Elektive Eingriffe sind nicht überall ausgesetzt. Wir sind kein Akuthaus, haben keine Covid-Patienten, und fahren selbstverständlich das volle Programm, weil wir sonst in 4 Wochen pleite sind. Wir bekommen nämlich keinen „Schutzschirm“ ab.

Anne1970
11.02.2021, 06:10
Mal eine etwas andere Frage an euch. Wie alt wart ihr zum Ende eurer FA-Ausbildung. Ich bin 26 und mache den Common Trunk in der Schweiz, genauer gesagt in Bern. Werde 28, wenn ich die Weiterbildung beginne. Ich plane Ortho/Trauma zu machen.
Werde effektiv erst FA mit 33/34 sein. Die Ärzte in Deutschland sind ja tendenziell früher FA.
Bin ich da spät dran oder wie seht ihr das?
:grins: war da ein Jahrzehnt später dran als du... Studium, WB in Regelzeit, FÄ innerhalb knapp 6 Jahren (kürzeste WB meiner Abteilung - Nadelöhr PSY hat mich zeitlich ausgebremst :)) ) Geht. :D

nie
11.02.2021, 08:05
Mal eine etwas andere Frage an euch. Wie alt wart ihr zum Ende eurer FA-Ausbildung. Ich bin 26 und mache den Common Trunk in der Schweiz, genauer gesagt in Bern. Werde 28, wenn ich die Weiterbildung beginne. Ich plane Ortho/Trauma zu machen.
Werde effektiv erst FA mit 33/34 sein. Die Ärzte in Deutschland sind ja tendenziell früher FA.
Bin ich da spät dran oder wie seht ihr das?

Ich war schon 30 als ich überhaupt angefangen habe als Ärztin zu arbeiten. Facharztprüfung werde ich frühestens mit 35 machen.

Die Leute, die in meinem Umfeld aktuell Facharztprüfung machen, sind so zwischen 31 und 33 Jahre alt. Das dürfe so dem normalen Zeitverlauf entsprechen wenn man ohne Verzögerungen vom Abi bis zur Facharztprüfung durchgezogen hat.

Feuerblick
11.02.2021, 08:27
Ich war schon 30 als ich überhaupt angefangen habe als Ärztin zu arbeiten. Facharztprüfung werde ich frühestens mit 35 machen.

Sah bei mir damals genauso aus. :-)

Kackbratze
11.02.2021, 08:59
Die Zeit ist kein Problem.

daCapo
11.02.2021, 11:28
Mal eine etwas andere Frage an euch. Wie alt wart ihr zum Ende eurer FA-Ausbildung. Ich bin 26 und mache den Common Trunk in der Schweiz, genauer gesagt in Bern. Werde 28, wenn ich die Weiterbildung beginne. Ich plane Ortho/Trauma zu machen.
Werde effektiv erst FA mit 33/34 sein. Die Ärzte in Deutschland sind ja tendenziell früher FA.
Bin ich da spät dran oder wie seht ihr das?

Hugh? Das würde ich nicht so streng sehen.
30-35 würde ich als durchschnittliches Alter zum FA sehen in DE.
Es gibt in DE auch einige Spätberufene, so dass auch einige Ü40 FA machen.


Wie ist eigentlich eure Meinung zu plastisch-ästhetischen Eingriffen unter den aktuellen Umständen? Meine Uni operiert nur, wenn die OP in den nächsten 14 Tagen stattfinden muss/sollte und andernorts werden plastische Mastektomien durchgeführt.

Da frag ich mich schon, wie es so unterschiedliche Einstellungen zur pandemischen und Krankenhaus-Lage geben kann. Habt ihr da Ideen/Begründungen?

Plastische Mastektomie kenne ich nicht.
Vllt meinst du Skin-sparing Mastektomie mit Sofortrekonstruktion?
Das ist weniger elektiv, weil der Brustkrebs unabhängig vom Pandemiegeschehen behandelt wird. Hinzukommt, dass eine Mastektomie bei fortgeschrittenen Erkrankungen meistens durchgeführt wird, weil eine BET nicht möglich ist.

Feuerblick
11.02.2021, 11:59
Vielleicht meint er Mamma-Reduktionsplastiken?

h3nni
11.02.2021, 12:08
Meine ich wahrscheinlich am ehesten, aber mit dem Ziel, die Mamma eben komplett loszuwerden, in diesem Fall bei Gender-Inkongruenz.

Aber wie John Silver schon sagte, kann es sein, dass in Nicht-Akut-Häusern weiter operiert wird.
Auch wenn mich diese Diskrepanz etwas verwundert.

davo
11.02.2021, 13:52
Warum verwundert dich das? Ist doch logisch, dass in unterschiedlichen Krankenhäusern unterschiedliche Entscheidungen getroffen werden.

Dazu kommt ja auch noch, dass die Inzidenz, die Intensivbettenauslastung, usw., sich sehr stark je nach Region unterscheiden. Es wäre also auch bei einem rein rationalen, bundesweit einheitlichen Vorgehen völlig logisch, dass in unterschiedlichen Krankenhäusern unterschiedlich vorgegangen wird.

h3nni
11.02.2021, 14:19
Weil es viele Häuser gibt, die sehr stark ausgelastet sind, überall verteilt. Und diese lokalen Über/Auslastungen könnte man ja regional ausgleichen . Und bei uns nicht mal elektive Gelenke operiert werden, weil das ja nicht in 14 Tagen sein muss. Ich habe eigentlich gedacht, dass die MPK ein deutschlandweit relativ einheitliches Vorgehen als Ziel hatte.
Auch nach den Verlegungen innerhalb Deutschlands oder auch der EU finde ich es spannend, dass es Regionen gibt, die bei diesem Gemeinschaftsprojekt nicht mitmachen.

Feuerblick
11.02.2021, 15:53
Meine ich wahrscheinlich am ehesten, aber mit dem Ziel, die Mamma eben komplett loszuwerden, in diesem Fall bei Gender-Inkongruenz.
Das fällt dann wohl eher in die Rubrik „geschlechtsangleichende OP“.

daCapo
11.02.2021, 16:33
Das fällt dann wohl eher in die Rubrik „geschlechtsangleichende OP“.

Yo das ist extrem elektiv und muss gut überlegt sein, bevor man sowas macht.

mbs
11.02.2021, 23:09
Die Abhängigkeit von der Willkühr der Ausbilder ist sicher einer der Hauptgründe, warum Chirurgie als Fach tendenziell unbeliebter ist als die konservativen Alternativen. Ob es tatsächlich einen Nachwuchsmangel gibt ist schwer zu sagen, wenn überhaupt denke ich dann ist das eher auf bestimmte Regionen beschränkt, aber der Zulauf wäre sicher deutlich höher wenn es verpflichtende Ausbildungskonzepte oder "Residency" Programme so wie in den USA gäbe. Wenn man früher autark wäre, unter Umständen auch schon als Nicht-FA. Das wird in Deutschland schon überdurchschnittlich streng gesehen.

Denke oft daran wie es gewesen wäre ein anderes Fachgebiet zu machen oder gleich in einer anderen Branche tätig zu sein. Man wäre wahrscheinlich viel freier und weniger abhängig. Nun ist es aber so wie es ist.

anignu
11.02.2021, 23:31
Die Zeit ist kein Problem.
Volle Zustimmung

Ich war schon 30 als ich überhaupt angefangen habe als Ärztin zu arbeiten. Facharztprüfung werde ich frühestens mit 35 machen.

Die Leute, die in meinem Umfeld aktuell Facharztprüfung machen, sind so zwischen 31 und 33 Jahre alt. Das dürfe so dem normalen Zeitverlauf entsprechen wenn man ohne Verzögerungen vom Abi bis zur Facharztprüfung durchgezogen hat.
31 Jahre zum Facharzt wäre schon ziemlich schnell, vor allem in chirurgischen Fächern. Alleine wenn man alles perfekt rechnet mit 6 Jahre alt, 12 Jahre Schule, 6,5 Jahre Studium und 6 Jahre Facharztweiterbildung dann noch paar Monate bis zur Prüfung dann darf man auf diesem Weg nicht mal ein paar Monate verlieren sonst fliegt man aus der 31-Jahre-Gruppe raus. Früher mit G13 und Wehrdienst waren das sowieso nochmal zwei Jahre mehr.
Und irgendwann muss man auch sagen: es geht ja auch nicht nur immer rein um das Alter. Eine gewisse Reife tut manchmal auch gut. Und die bekommt man auch wenn man im Leben mal nach links und rechts sieht...

Werde effektiv erst FA mit 33/34 sein. Bin ich da spät dran oder wie seht ihr das?
Nein, du bist nicht spät dran. Es wird immer Leute geben die mit deinen 33 Jahren dann schon Professor sind und andere die mit 33 Jahren noch meilenweit weg sind vom Facharzt. Ich würde 33/34 als einigermaßen "normal" einstufen.

mbs
11.02.2021, 23:37
Alter und Reife korrelieren nur bedingt miteinander - bei manchen ist das eine sogar scheinbar komplett unabhängig vom anderen.
Und wann man FA wird ist auch von vielen externen Faktoren abhängig die man nur bedingt kontrolliere kann. Und lange dafür zu brauchen zeugt ja auch nicht unbedingt von allzu großer Reife - weshalb es einem auch eher negativ angerechnet zu werden scheint wenn man zu lange braucht.

anignu
11.02.2021, 23:38
Die Abhängigkeit von der Willkühr der Ausbilder ist sicher einer der Hauptgründe, warum Chirurgie als Fach tendenziell unbeliebter ist als die konservativen Alternativen.
Das sehe ich nicht so.
Wenn man sich mit den PJlern unterhält sind es eigentlich immer Dinge wie "work-life-balance", die spätere Niederlassung, geregelte Arbeitszeiten etc. Daher gehen auch chirurgisch interessierte Kollegen gern auch mal in die Anästhesie, die kommen tendentiell pünktlicher raus als die Chirurgen.
Die Ausbildung kann willkürlich sein, muss sie aber nicht. Bei den Internisten hab ich oft genug mitbekommen dass die Assistenzärzte nie im Herzkatheter waren oder nie in der Endoskopie. Auch das ist maximal willkürlich. Nur ist es da halt so dass es den internistischen Kollegen die sich dann eh konservativ niederlassen irgendwann auch egal ist, hauptsache bescheinigt und erledigt ist das Thema.
In der Chirurgie hast du ja oft das Problem dass du auch später noch "richtige" Chirurgie machen willst. Also auch nach dem Facharzt operieren. Und da macht es dann Sinn viel Erfahrung zu sammeln. Das klappt halt in manchen Kliniken gut, in anderen weniger gut.

mbs
11.02.2021, 23:43
Vielleicht sollte man einfach nur zufrieden sein eine Stelle zu haben die man gern macht und die einem Spaß macht. Viel Unzufriedenheit erwächst aus einem zu großen Ehrgeiz und einer zu starken Bewertung was "sinnvoll" ist oder was einem "eigentlich zustehen" würde - oder wie weit man wann sein sollte, was man wann operiert haben "muss" etc...nicht nur operative Tätigkeit ist wertvoll und sinnvoll. Und wer sagt wann man was geschafft haben "muss" - wichtig ist, dass man das was einem an Tätigkeiten aufgetragen wird gewissenhaft und gut erledigt, und sich darum maximal bemüht. Und sich selbst weniger Druck macht. Tätigkeiten weniger nach ihrer Wichtigkeit oder "Güte" bewertet. Einfach froh ist eine Stelle gefunden zu haben die einigermaßen passt. In anderen Branchen wird das ja genau so gesehen - warum also nicht auch in der Medizin bzw. Chirurgie? Das Leben könnte manchmal viel einfacher sein wenn man sich selbst weniger Druck machen würde.

anignu
11.02.2021, 23:43
Alter und Reife korrelieren nur bedingt miteinander
Nochmal: ich hatte gesagt dass eine gewisse Reife zum Beispiel entstehen kann wenn man im Leben einfach mal auch nach links und rechts schaut. Und wenn man das wiederum macht dann kann es passieren dass man bissl älter ist...
Es geht mir dabei nicht um die Facharztweiterbildung an sich. Dass man die durchzieht macht Sinn. 20 Jahre chirurgische Weiterbildung ist irgendwann lächerlich. Aber manche machen vor oder während dem Studium andere Sachen, andere gehen auch mal ins Ausland während der WB usw. Rein auf das Alter bei Erreichen des FA-Titels zu schauen wäre damit ziemlich beschränkt.

Heerestorte
12.02.2021, 07:39
Ich habe aufgrund meines Lebensweges und den verschiedenen Wegen, die ich gegangen bin, wohl erst mit 37/38 den ersten FA-Titel und mit 40/41 dann den zweiten. Ja, dann bin ich alt, aber habe auch ordentlich Lebenserfahrung abseits der Klinik erfahren und auch das hilft sehr im Umgang mit Patienten und im Umgang mit dem was wir tun.

Klar, denke mir auch oft, wie geil es wäre, wenn ich beide FÄ mit 35 hätte und dann mit 40 schon richtig erfahren wäre, aber so ist es nun mal nicht und ändern kann ich es auch nicht mehr, also muss ich das beste draus machen!