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Evil
12.04.2021, 21:18
Das IST mit Skalpell ��
Das kriege ich ja sogar mit meiner Spaltaxt eleganter hin :grins:

anignu
12.04.2021, 21:21
So lange nicht mal die kleinsten Geschwüre entfernt werden brauchts auch noch keinen DaVinci.

Und @Evil: Große Schnitte - große Chirurgen ;-)

Pampelmuse
09.05.2021, 19:14
Gestern in meine Nachtdienstwoche gestartet und im ersten Dienst gleich von Anfang bis Ende gut zu tun gehabt. Normalerweise habe ich pro Dienstwoche immer einen Patienten Z.n. Messerstecherei- der kam dann gestern schon. Juchu.

Und bei Euch so? Alle fleißig am Operieren? :)

treffu
09.05.2021, 21:23
Moinmoin,

Ich hoffe ich bin jetzt nicht zu sehr offtopic hier, ansonsten verschiebt mich ruhig Iwo anders hin! :)
Und zwar bin ich gerade noch im PJ, hab eigentlich immer mit Anästhesie geliebäugelt und Chirurgie eher ausgeschlossen (hab mir iwie immer einreden lassen als Frau mit Familienwunsch ist die Idee doof)...im PJ jetzt durfte ich mal ein bisschen mehr als nur Haken halten im OP und muss ehrlich sagen, die offenen Bäuche der Viszeralchirurgie haben es mir total angetan! Bin jetzt doch am überlegen einfach mal in der Allgemeinchirurgie mit dem common trunk zu starten und zu sehen, wie es mir dann gefällt.
Bin allerdings ein bisschen skeptisch, weil ich außer dem guten PJ-Tertial eben nie eine chirurgische Famulatur gemacht hab und das Gefühl habe, ich bin halt nicht so sicher wie die Berufsanfänger, die schon immer wussten, dass sie Chirurg werden.
Außerdem ist mir ein strukturierter common trunk wichtig, am liebsten an einem Maximalversorger, aber nicht Uniklinik...hat zufällig irgendjemand Geheimtipps für so eine Klinik in Norddeutschland? Und hat noch irgendwer vllt ähnliche Sorgen gehabt zum Berufsstart hier?

Kackbratze
09.05.2021, 21:57
Als Berufsanfänger gibt es erstmal nichts, was man falsch machen kann, wenn man mit offenen Augen durch den Job geht und lernwillig ist.
Wenn Du weitere Fragen hast, die Du nicht offen stellen magst, gerne pn.

nijub
10.05.2021, 14:02
Moinmoin,


Mir geht es ganz ähnlich wie dir. Bis zum PJ nie überhaupt Interesse an der Chirurgie gehabt und nun habe ich ein Stellenangebot in der Allgemein und Visceralchirurgie erhalten, dass ich nach meinem M3 bald antreten werde.
Ich verstehe nicht ganz woher die Angst kommt, dass du mit anderen Berufsanfängern nicht mithalten kannst?
Die, die schon immer Chirurg werden wollten haben nun auch nicht unbedingt so viel mehr Erfahrung/Wissen als du. Jedenfalls war das mein genereller Eindruck im PJ.
Wenn du interessiert bist und mögliche Lücken nachholst sollte das ganze doch kein Problem sein? „Richtig“ operieren lernt man doch ohnehin erst im Verlauf, auch die frischen Assistenten machen am Anfang doch hauptsächlich die HiWi Aufgaben wie Haken halten, mal nen Trokar einbringen, Hautnähte und saugen saugen saugen.

Pampelmuse
10.05.2021, 17:18
Ich habe das auch schon häufiger erlebt, dass wir PJler hatten, die sich vorher nie für irgendein chirurgisches Fach begeistern konnten und dann im Praktischen Jahr Feuer und Flamme waren. Ich würde auch empfehlen, bewerbt Euch und schaut Euch das Fach mal an. Abbrechen bzw. das Fach wechseln kann man immer, und Chirurgie kann man sich ja auch für andere Fachärzte anrechnen lassen. Nur Mut!
Und übrigens: Chirurgie ist nicht nur was für Männer! ;-)

Kackbratze
10.05.2021, 19:33
Und übrigens: Chirurgie ist nicht nur was für Männer

Das hast Du so schön gesagt, da ist von Anfang an klar, dass Frauen in der Chirurgie nur als Maskottchen gehandelt werden. :-kotz

Chirurgie ist was für die, die Bock drauf haben. Fertig.

fornox
11.05.2021, 10:09
Also ich habe das Gefühl dass es im manchen chirurgischen Fächern viel zu viele Assistenten gibt.
Mein Beispiel: Ich mache Neurochirurgie, Maximalversorger, bin im 3. Weiterbildungsjahr. Wir sind 16 Assistenten, 5 Oberärzte und der Chef. Täglich 3-6 OPs, Durchschnittlich 4. Der Chef ist jung und will auch viel operieren (inklusive kleine Meningeome, Bandscheiben-OPs auch bei nicht privatversicherten und der Löwenanteil der Gliome). Ich habe bisher 5 Wirbelsäulen-OPs (brauche 100) und 2 stereotaktische Biopsien gemacht. 0 Tumore (brauche 40 davon, ich glaube man kann die Stereotaxien dazu rechnen). Seit Januar habe ich insgesamt 8 OPs gemacht, davon 5(!) planmäßig und 3 im Dienst. Die OP-Einteilung ist ziemlich willkürlich (meiner Meinung nach natürlich), seitens der Oberärzten und des Chefs bisher nur Lob (bin auch der einziger Assistent der promoviert ist). Da ich "erfahren" bin, darf ich die Ambulanz mitmachen, viele OÄ drücken mir Patientenakten in der Hand, auch von Kindern. Anfängern, manchen Kollegen die im Ausland studiert haben wird das noch nicht zugetraut, sie gehen ins Saal. Früher dachte ich man soll sich gedulden und irgendwann wird es besser. Jetzt frage ich mich wie zum Teufel soll ich meinen Katalog in 6-8 Jahren voll kriegen wenn wir 16 Assistenten sind und die Oberärzte und der Chef wollen natürlich mitoperieren? 2 Kollegen im 6. WBJ fehlen zw. 20-30 Tumoren-OPs und deren Verträge werden nicht verlängert. Einer hat mir gesagt dass der Chef wird seinen Katalog "unterschreiben" und dass so was gängige Praxis sei. Die werden halt andere Anfänger einstellen...

davo
11.05.2021, 10:32
D.h. ihr kommt wahrscheinlich auf 1000-1250 OPs pro Jahr... bei 22 Ärzten also 45-57 OPs pro Person pro Jahr.

Dann ist wahrscheinlich gar nicht die Anzahl der Assistenzärzte, oder die Anzahl der OPs, das Problem, sondern vielmehr deren Aufteilung. Oder?

(Mutmaßungen eines Ahnungslosen... aka Nichtchirurgen... der hier mal interessiert mitliest :-)))

treffu
11.05.2021, 17:10
Danke für eure Antworten! Das ermutigt mich auf jeden Fall.
Zu der Frage was genau die Sorgen sind: Ich bin halt gerade wenn ich die OPs noch nie gesehen habe immer noch relativ passiv beim Haken nachsetzen o.ä. und zum Beispiel steril abdecken musste bzw. sollte ich im PJ bisher auch nie, weil anscheinend da jeder OA in meinem Haus seine eigene Technik hat und das bitte nicht anders soll. Sind natürlich Sachen, die man schnell lernen kann, aber sowas nagt halt manchmal unterbewusst an meiner Chirurgie-Idee �� Außerdem müsste ich definitiv einiges an Anatomie auffrischen...das war nicht mein Parade-Fach.

][truba][
11.05.2021, 17:42
Alles egal.
Sicher ist es super, wenn man irgendwann mitdenkt und es ist schon beeindruckend ein eingespieltes Chirurgenteam zu sehen.
Allerdings sind diese sehr selten und das Assistieren lernt man auch mit der Zeit, wie alles am Arztberuf.
Letztlich wird dir jeder Operateur sagen, wenn etwas nicht ok ist oder du etwas besser machen kannst. Der Ton ist dabei sehr unterschiedlich (also davon nicht beeindrucken lassen). Manche Operateure mögen auch gar nicht, wenn man was anderes aktuellen Situation ändert, selbst wenn du es für eine gute Idee hält. Das wirst du verstehen, wenn dir mal etwas assistiert wird und der (erfahrene) Assistent dann meint, so wäre es super, du selbst findest es aber eher schlecht.

Das Auffrischen der Anatomie wird nicht ausbleiben aber meistens ist die Motivation und auch der Lerneffekt sehr viel höher wenn man es dann auch "am Lebenden" sieht. Hast du Bock, mach es! Ich kenne sehr viele tolle Mädels in der Chirurgie.

anignu
12.05.2021, 00:45
"Passiv beim Hakennachsetzen"? Für den Beginn reicht es allemal einfach exakt das zu tun was der Operateur sagt. Exakt.
Heute hatte ich im Dienst einen Kollegen der frisch begonnen hat und es war wirklich entspannt mit dem zu Arbeiten. Der war ruhig, hat zugehört und genau das gemacht was ich gesagt hab. Viele Dinge wusste er nicht, woher auch, aber er hat sich bemüht.
Ich mag es ehrlich gesagt auch nicht, vor allem wenn ich den entsprechenden Kollegen nicht kenn, wenn der dann wild versucht zu helfen. Da man den dann noch nicht kennt muss man letztlich auf den auch noch aufpassen (unabhängig davon ob gefühlt oder tatsächlich) und das kann ziemlich stressen. Wenn der Assistent erfahrener wird und das Team eingespielter wird das anders. Aber zu Beginn erstmal eher ruhig wäre meine Empfehlung.

Anatomie ist definitiv wichtig, aber auch eigentlich nicht so kompliziert. Es gibt für die entsprechenden Fachrichtungen meist die entsprechenden Bücher in denen Zugangswege und OPs incl. Anatomie beschrieben sind. Das hilft viel. Und vor allem am Anfang sollte man sich auf eine OP möglichst gründlich vorbereiten. Nicht nur Anatomie und Schnitttechnik kennen sondern auch den Patient incl. Befunde und Bildgebung.

mbs
13.05.2021, 04:00
Ne andere Frage: Was haltet ihr eigentlich von Zusatzbezeichnungen wie FEBS, FACS etc.? Weiß das nicht so richtig einzuordnen, aber man liest es oft. Angeblich legt man eine "extrem schwere" Prüfung ab die nur wenige schaffen (oder nur wenige anmelden?!), und man muss wohl Facharzt sein um da zugelassen zu werden. Ob es weitere Voraussetzungen gibt, wo man das anmeldet oder was genau das bringen soll lässt sich auf den entsprechenden Seiten aber nicht so recht herauslesen.

davo
13.05.2021, 07:05
Die Formalitäten stehen doch alle mehr als eindeutig auf den entsprechenden Seiten.

Und was es bringt, ist ja eigentlich selbsterklärend - es ist eine Zusatzqualifikation, mit der man sich abheben kann.

Wieviel das bringt, und wem das was bringt, dazu kann ich als Nichtchirurg natürlich nichts sagen.

Kackbratze
13.05.2021, 09:31
Du benötigst diesen Titel, wenn Du Chefarzt an einem Maximal Versorger oder einer Uniklinik werden willst.

Wenn Du nur etwas kompensieren musst, such Dir etwas weniger aufwendiges Hobby.

mbs
15.05.2021, 19:38
Danke für die Antworten. Eigentlich ging es mir eher darum einschätzen zu können wie besonders das tatsächlich ist. Hier hat jemand einen FEBS und wird dafür in den Himmel gelobt - das sei ja so schwer dass es kaum jemand schaffen würde.

Kackbratze
15.05.2021, 20:24
Ja, so superschwer, deswegen hat die betreffende Person es ja auch bestanden.
Alles blabla, weil es eine "internationale Prüfung" ist, am Ende ist es eine Prüfung auf die man sich vorbereiten kann, wie auf jede Andere auch.
:-meinung

Pampelmuse
15.07.2021, 17:01
Gibt's hier eigentlich Kollegen, die während der Weiterbildung länger als die geforderten 6 Monate auf der Intensivstation verbracht haben? Ich hätte ein paar Fragen dazu.

mbs
15.07.2021, 21:28
Ja, gibt es.