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anignu
15.07.2021, 23:07
Gibt's hier eigentlich Kollegen, die während der Weiterbildung länger als die geforderten 6 Monate auf der Intensivstation verbracht haben? Ich hätte ein paar Fragen dazu.
Schreib doch einfach deine Fragen.

Betrifft mich nicht selbst, aber ein paar Kollegen von mir haben das gemacht. Die Kurzfassung davon ist: wenns so im Zeugnis steht erkennt die BLÄK das was über 6 Monate hinausgeht nicht an weils nicht erforderlich ist. War das die Frage?
Die haben es halt aus Interesse gemacht.

John Silver
16.07.2021, 10:03
Bei mir wurden die 12 Monate komplett anerkannt.

anignu
16.07.2021, 22:48
In Bayern?

John Silver
18.07.2021, 19:16
In Hessen

_calendula_
18.07.2021, 19:32
Ich kenne eine Internistin der in Bayern mehr als die nötigen 6 Monate Intensivstation für Allgemeine Innere angerechnet wurden.
Anderes Fach, aber vergleichbare Konstellation.
Bei ihr haben wir auch nicht daran gedacht, dass es nicht anerkannt werden könnte. Immerhin ist es WB-Zeit bei einem entsprechenden Weiterbildner.
Ist das in der Chirurgie anders? Der OP-Katalog hat ja formal nichts damit zu tun auf welcher Station man eingesetzt wird.

juke5489
18.07.2021, 20:33
am ende ist es stationäre medizin, wieso sollte die nicht anrechenbar sein, solange man die anderen anforderungen an die weiterbildung auch erfüllt.

anignu
18.07.2021, 22:42
Weil auch andere Dinge nicht anerkannt werden?
Was macht es für einen Sinn drüber zu diskutieren? In Bayern ist das ganz einfach:
12 Monate Basis, 6 Monate Notaufnahme, 6 Monate Intensiv und nochmal 48 Monate Chirurgie. Ist Intensiv = Chirurgie? Nein. Fertig. Thema beendet. Willkommen in Bayern.
Es gibt vielleicht noch Möglichkeiten dass man die Intensiv dann nicht als Intensiv sondern als Anästhesie oder Innere aufschreibt und das kann dann zum Beispiel beim Gefäßchirurgen anerkannt werden. Ansonsten: geht nicht.
Bayern war zumindest vor einigen Jahren auch sehr kompliziert im Bereich U&O. Da haben die peinlich drauf geachtet dass man auch ein O-Jahr hatte und nicht nur U-Jahre obwohl davon null in der eigentlichen Weiterbildungsordnung steht. Und was kann man dagegen tun? Nicht wirklich was...

Heerestorte
18.07.2021, 22:59
........

Lava
19.07.2021, 08:20
Es sollten Mehrfachnennungen möglich sein. Ortho/Unfall ist ja ein Facharzt, und man kann obendrauf auch noch Handchirurg sein.

Bille11
19.07.2021, 08:35
Das kann ich nicht. Sorry.

mbs
20.07.2021, 20:40
In der Weiterbildungsordnung meiner aktuell zuständigen Ärztekammer habe ich kürzlich gesehen, dass man für den FA Allgemeinchirurgie nicht nur Unfallchirurgie, sondern auch Gefäßchirurgie bräuchte sofern man bisher nur in der Viszeralchirurgie war. In der Ärztekammer davor meine ich, dass das anders war und man nur Unfallchirurgie und Viszeralchirurgie benötigt hat. Oder hat sich das generell geändert?

Pampelmuse
28.07.2021, 16:52
Danke für Eure Antworten bezüglich Intensivzeit. Dass die Anerkennung bei längeren Zeiten als 6 Monate letztlich bei der jeweiligen Ärztekammer liegt, ist klar.

Ich frage mich eher, ob man nach einem Jahr ITS überhaupt noch operieren kann oder ob man quasi bei null anfängt. :-blush

Und gibt es irgendwelche Bücher, die sich eignen für die Arbeit auf einer chirurgischen ITS?

anignu
28.07.2021, 21:29
Ich frage mich eher, ob man nach einem Jahr ITS überhaupt noch operieren kann oder ob man quasi bei null anfängt. :-blush
Meine Erfahrung: egal ob nach 2 Monaten oder 6 Monaten "OP-Pause", man kommt sich die ersten paar OPs erstmal vor wie der letzte Depp, also wie man sich anstellt, und kommt dann aber wieder sehr schnell rein.

Pampelmuse
01.08.2021, 15:31
Dein Wort in Gottes Gehörgang... :-))

Pampelmuse
14.08.2021, 19:46
Wie läuft's bei Euch? Hier ist nichts vom ominösen Sommerloch zu spüren. Die Unfallchirurgen haben die übelsten Frakturen und Polytraumata en masse, und bei uns häufen sich die Patienten mit den Horrorbäuchen, die bei Aufnahme bereits septisch eintrudeln. :-nix

anignu
15.08.2021, 00:27
Bei uns im Haus: Unfallchirurgie = totaler Wahnsinn mit Polytraumata etc. Die belegen doppelt so viele Betten wie sie sollten bzw. geplant ist auf der Intensivstation, Allgemeinchirurgie = krass viele Karzinome, vielleicht die Welle nach dem Lockdown, Gefäßchirurgie = gemischt, mehr superinfizierte Wunden die erstmal runtergekocht werden müssen incl. Revaskularisierungen und mehr Shuntrevisionen, dafür weniger Aorten und Carotiden aktuell.

Kackbratze
15.08.2021, 08:33
Wenn man did UCH als Akutchirurgie weglässt, bleiben in den anderen Fächern die Langzeitfolgen eines Lockdowns liegen.
Die Carotiden und Arten kommen nicht, die sind entweder zugegangen oder zu Hause rupturiert. Da gab es keine Vorsorge oder eine Reaktion der Familie, weil man im KH 1. Corona bekommt und 2. Seine Angehörigen nicht besuchen durfte/darf.
Karzinome konnten bis zur Komplikation oder zu Symptomen wachsen, die chronischen Wunden wurden erstmal angelegt und ignoriert.
Die Polytraumata kann ich mir nicht erklären, meine Vermutung ist, dass nach dem Lockdown jetzt freigedreht wird auf allen Ebenen. Sport, Hobbies, selbst die Handwerker/Lieferdienste geben Gas bei den vielen Aufträgen.

Jule-Aline
19.08.2021, 12:26
Mein Schwager hat durchweg Gas gegeben. Von Corona war bei ihm im Handwerk nichts zu spüren.
Im Gegenteil, durch Corona wollten soviele Leute ihr Heim auffrischen

Pampelmuse
19.08.2021, 17:45
Mein Schwager hat durchweg Gas gegeben. Von Corona war bei ihm im Handwerk nichts zu spüren.
Im Gegenteil, durch Corona wollten soviele Leute ihr Heim auffrischen

Habe ich von Freunden, die im Handwerk arbeiten auch so gehört. Die konnten sich von Beginn der Pandemie an vor Aufträgen nicht mehr retten... Davor eigentlich auch nicht, aber seit anderthalb Jahren bräuchten sie das dreifache an Personal, um alles annehmen und bearbeiten zu können.

Und ja, dann sieht es wohl in anderen Chirurgien auch so aus wie bei uns. Die jungen Patienten mit den fortgeschrittenen Karzinomen frustrieren einen schon sehr...

mbs
19.08.2021, 21:13
Hier ist gerade erstaunlich wenig los, angeblich sei das jedes Jahr im Sommer so, aber mir kommt es weniger vor. Und Karzinome gibt es ja zu allen Jahreszeigen. Und durch COVID ist in den Vormonaten ja auch einiges liegengeblieben was die weniger dringlichen Sachen angeht. Klar wollen sich die nicht alle im Sommer operieren lassen, aber mir kommt es schon so vor dass viele durch das tausendmal-verschobenwerden verprellt wurden. Hier in der Gegend ist die Klinikdichte ziemlich hoch, kann sein, dass Patienten und Niedergelassene einfach auf andere Kliniken ausgewichen sind die besser organisiert schienen, wo es schneller Termine gab, weniger Verschiebungen, weniger Organisationsprobleme. Wo man sich mehr um Zuweiser bemüht. Hier wird das total vernachlässigt, man geht davon aus dass alles von selbst kommt.

Glaube aber schon, dass Zuweiserpolitik wichtig ist und einen immer größeren Stellenwert einnimmt, vor allem dann wenn es in der näheren Umgebung zig Alternativen gibt.

Wie ist es denn bei euch? Bemüht man sich bei euch um Zuweiser und wenn ja in welcher Form?