Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2022
Der Organisationsgrad dürfte insbesondere aufgrund Seiteneinsteigern gering sein, hiesige Studis sind ja quasi mit der Haftpflicht usw eh mal Mitglieder.
Und warum eine Gewerkschaft keine Streikkasse haben sollte, verstehe ich auch nicht. Wofür braucht man denn sonst eine Gewerkschaft?
Ja, ich weiß, es gibt auch andere Aufgaben und Services, aber für hart auf hart sollte sie das doch leisten können...
SineNomine
29.08.2022, 19:25
Und warum eine Gewerkschaft keine Streikkasse haben sollte, verstehe ich auch nicht. Wofür braucht man denn sonst eine Gewerkschaft?
Um Beibehaltung / Wiedereinführung der Maskenpflicht zu fordern und ähnliches.
Notify von vor 2h:
"Liebe Mitglieder,
für Ihre Rückmeldungen zum Tarifergebnis mit der TdL danken wir Ihnen ausdrücklich. Neben vielen rechtlichen Anfragen zur Einmalzahlung sind es auch viele kritische Anmerkungen zu den Eckpunkten. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir nicht alle Anfragen kurzfristig beantworten können.
Grundsätzlich zur Einordnung der Tarifeinigung, die aus unserer Sicht tragfähig und ein Fortschritt für die Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken ist: Das Ergebnis ist keine Nullrunde! Im Gegenteil: Die zum 1. September 2023 erhöhte Tabelle ist die Grundlage für die nächsten Verhandlungen bereits ab 1. Oktober 2023. Eine Einmalzahlung von 4.500 Euro netto bedeutet für viele Ärztinnen und Ärzte eine Erhöhung, die teils deutlich über 3,35 % liegt.
Wir werden Ihnen im Lauf der Woche weitere Informationen zu den Einzelheiten und Erklärungen zur Verfügung stellen. Reine Rechtsanfragen, etwa zum Anspruch auf die Einmalzahlung, können Sie auch gerne an Ihren Landesverband richten.
Ihr Marburger Bund"
Keine Nullrunde! Yay!
Ich mach' mir die Welt
Widdewidde wie sie mir gefällt ....
desichko
29.08.2022, 20:14
Hier mal die Antwort auf meine E-mail....
Lieber Herr XXXX,
vielen Dank für Ihre Rückmeldung. Leider kann ich Ihrer Mail nicht so recht entnehmen, was genau die „Schande“ sein soll. Sind es die 4.500 €, die die Ärztinnen und Ärzte steuerfrei erhalten, und die je nach Entgeltgruppe den Effekt einer knapp 9 prozentigen Entgelterhöhung haben? Oder sind es die 3,35 % lineare Erhöhung am Ende der Laufzeit der Tarifeinigung, die bereits ab dem dann folgenden Monat Oktober 2023 die Basis für weitere Erhöhungen bilden?
Den Vorwurf, Thema Arbeitsbedingungen nicht anzugehen, erlaube ich mir allerdings sehr deutlich zurückzuweisen. Zahlreiche Begrenzungen, Restriktionen und arbeitgeberseitige Pflichten haben wurden bereits in der letzten Tarifrunde geregelt- einschließlich der Pflicht zur Erfassung der gesamten Anwesenheitszeit und der Wertung derselben als Arbeitszeit. Natürlich gibt es weiterhin wichtige Änderungsnotwendigkeiten im Tarifvertrag, allerdings agieren wir nicht in einem luftleerem Raum, sondern haben uns an rechtliche Maßgaben zu halten. Dazu gehört eben auch, dass nur solche Regelungsbereiche mit Forderungen unterlegt werden können, die zuvor gekündigt worden sind. Den durch die Kündigungen eröffneten Rahmen und die möglichen Forderungen haben wir im Frühsommer in verschiedenen Formaten erläutert und auch dargestellt, warum diverse Bereiche (zum Beispiel der gesamte Komplex der Schichtarbeit) in dieser Runde keiner Forderung zugänglich sind. Im Bewusstsein dieser Beschränkung haben wir mit der Tarifgemeinschaft der Länder ein gesondertes Kündigungsrecht für diesen Komplex vereinbart, um diesen Bereich zielgerichtet angehen zu können.
Mir ist bewusst, dass ich Sie mit diesen Erwägungen vermutlich nicht mit der Einigung werde versöhnen können; ich würde mich allerdings freuen, wenn ich Ihnen vermitteln konnte, dass wir eben nicht leichtfertig den vermeintlich einfachen Weg gewählt haben.
Die Tarifgremien haben nun bis Mitte September Gelegenheit, den Tarifabschluss und die Reaktionen unserer Mitglieder auf ihn zu bewerten. Natürlich werden wir die Reaktionen der Ärztinnen und Ärzte in die Abwägung einbeziehen.
FirebirdUSA
29.08.2022, 20:40
Und warum eine Gewerkschaft keine Streikkasse haben sollte, verstehe ich auch nicht. Wofür braucht man denn sonst eine Gewerkschaft?
Ja, ich weiß, es gibt auch andere Aufgaben und Services, aber für hart auf hart sollte sie das doch leisten können...
Weil der Beitrag viel zu niedrig ist, um eine adäquate Kasse aufzubauen. IG Metall z.B. 1% vom Bruttolohn... bei 5000 - 10.000 Euro, also 50 bis 100 Euro/Monat ....
4500 Steuerfrei sind viel Geld, trotzdem hätte ich lieber eine Tariferhöhung (z.B. 4% jetzt und die 3.3x% nächstes Jahr) und keine Einmalzahlung.
Ja, das schon. Die Frage ist, wieso ist der Beitrag so hoch wie er ist? Würden so viele aussteigen dann? Wenn es nur um Gesundheitspolitik geht und eigene Aufgaben der Gewerkschaft wir Streiks oder auch arbeitsrechtliche Beratung nicht (zufriedenstellend) durchgeführt werden, dann sind 200 Euro auch zu viel Geld. Lieber 600 zahlen und es wird geliefert, was man eigentlich will.
@desichko
An wen hast du die Email gesendet?
Wer meint, richtig stellen zu können, behauptet, dass er es besser weiß. Mit welchem Zusatzwissen postulierst du denn, das es gute Gründe gibt, die diese Tarifeinigung relativieren und ins richtige Licht rücken könnten? Wäre es nicht möglich, dass einfach grottenschlecht verhandelt wurde? Oder geht es dir nur darum, auf dem Zaun in der Mitte zu sitzen und bei jeder Gelegenheit "Du weißt nichts, John Snow" in den Raum zu rufen? Das ist nicht konstruktiv. Hier wurde sehr viel handfeste Kritik geäußert und diskutiert.
Nein, ich meine nicht, es besser zu wissen. Aber wenn hier permanent geschrieben wird, dass es „nur“ die Einmalzahlung gibt, und die 3,5% am Ende werden nicht gesehen und man müsse wieder bei 0 anfangen, dann stelle ich das richtig. Und zumindest Relaxometrie, und auf ihre Posts habe ich mich ja bezogen, hat es ja schlichtweg nicht so gesehen.
Ob der MB besser hätte verhandeln können / sollen / müssen, kann ich nicht beurteilen, weil ich eben nicht weiß, wie die Hintergründe waren. Und auch das schreibe ich seit mehreren Seiten: Da müsste sich halt mal jemand offizielles vom MB bequemen, ein Statement abzugeben. Solange das nicht da ist… :-nix
Wow. In diesem Thread ist ja richtig LEBEN. Vielleicht war das ja die Intention des MB;-):-oopss
@Brutus: Ich gebe dir in dem Punkt Recht, dass man mit Unterstellung sehr vorsichtig sein sollte. Diese sind teils grenzwertig.
Schade ist auch, dass sich die Animositäten langsam auf Forenmitglieder untereinander ausweiten....hier wäre ebenfalls Mäßigung angebracht.
Danke!
Brutus, ich schätze deine Meinung sehr. Dennoch kann ich dir inhaltlich nicht zustimmen, wie schon andere gesagt haben.
Das Problem mit der Erhöhung von 3,5% am Ende der Laufzeit in Monat 13 ist, dass man damit 12 Monate auf Gehalt verzichtet.
Das Problem ist, dass diese 3,5% nicht ausreichen, um die Inflation von gut 8,6% auszugleichen. Selbst wenn die 3,5% die vollen 12 Monate gezahlt würden, käme man am Ende mit einem Minus von 5,1% aus.
Das Problem ist, allein um dieses Minus auszugleichen, müsste der MB dann in den nächsten Verhandlungen schonmal 5,1% erreichen (on top auf die 3,5%).
Aber: das reicht nicht. Denn im nächsten Jahr geht die Inflation ja weiter und liegt wohl wieder bei 8%+.
Um Das dann auszugleichen, müsste der MB dann also mindestens 13,1% raushandeln (wohlgemerkt raushandeln, nicht fordern- da man bei Forderungen immer ein bisschen nachgeben muss). Sag ehrlich, für wie realistisch hältst Du das denn?
Okay, wenn ich aber die Einmalzahlung als Ausgleich für die fehlende Tariferhöhung sehe, dann ist das Minus doch gar nicht so hoch, oder? Für WBA dürfte die Erhöhung durch den Bonus um die 7,5% betragen. Ja, die oberen Gehaltsklassen fallen weniger aus. Die hätten von einer linearen Erhöhung eventuell mehr profitiert.
Der MB hat ja schon angedeutet, dass ein paar Verträge gekündigt werden mussten, sodass bei der nächsten Verhandlungsrunde nächstes Jahr dann auch rechtssicher härtere Bandagen angewendet werden können. Streik? Auch da wäre sicher ein Statement hilfreich gewesen.
Das Problem ist auch das Timing....Du schreibst, es sei bestimmt bewusst gewählt worden, um bei den nächsten Verhandlungen ein "Sprungbrett" zu haben und eben nicht bei 0 zu starten.....Aber mal ehrlich...für wie realistisch hältst Du es, dass die Arbeitgeber sagen: "Klar, die 3,5% waren ja schon in der letzten Runde und haben nix mit dieser zu tun, also schauen wir, was wir extra geben können" Natürlich werden die Arbeitgeber in der nächsten Runde das Argument nutzen, zu sagen, dass gerade erst eine Erhöhung stattgefunden hat...
Kommt drauf an. Wie schon gesagt, kann klappen, muss aber nicht. :-nix
Nur, wenn man eben genau auf diese Erhöhung schon jetzt drängt, dann weiß die TDL auch, worauf sie sich einstellen müssen. Und die Frage ist halt: Sind die Uni-Ärzte bereit, für einen Abschluss auch richtig zu streiken?
Ganz ehrlich: WARUM fordert der MB erst 8,9% und landet dann bei einer NULLRUNDE? In einer PANDEMIE? Nach deutlichen Verbesserungen für die Pflege?
WARUM werden die 3,5% erst am Ende der Laufzeit gewährt (und übrigens nicht rückwirkend)?
WARUM schließt der MB einen Streik selbst kategorisch aus?
Ich weiß es nicht. Ich vermute, dass eine Einmalzahlung besser zu „rechtfertigen“ ist, als die lineare Erhöhung. Denn sind wir ehrlich: hätte man einen Abschluss erzielen können, wo WBA der unteren Stufen bis zu 7,5% mehr bekommen hätten? Dann hätte man sich auf eine Zahl einigen müssen. Und die wäre sicher nicht bei 7,x gewesen. :-nix
Brutus, Du selbst schreibst in deiner Verteidigung für die Einmalzahlung, dass Du nicht verstehst, warum die AG diese lieber leisten als die lineare Erhöhung....Mein Bio-Lehrer hat mal gesagt: "Immer dann, wenn ihr etwas nicht versteht, dann fragt euch, wo das Geld steckt".
Die Einmalzahlung hat massive Vorteile für die TdL, weil das Gehalt dauerhaft weginflationiert wird...
Sorry, aber das ist einfach nur unverständlich und dumm, und das ist es, was die Leute so sauer macht und zu Verschwörungstheorien anheizt....
man kann es sich eben nicht erklären rational. Klar kommen da Gerüchte auf.
Ich frage nochmal: Ihr hättet ernsthaft lieber 62.000€ genommen, und in dem Setting 3,5% über die gesamte Zeit bekommen? Und die 64.000€ ausgeschlagen, am Ende trotzdem 3,5% mehr und neue Verhandlungen? :-nix :-nix
Ich finde, der MB hätte wenigstens kämpfen müssen. Der MB hätte wenigstrens dass Ergebnis kommunizierenn müssen und dann versuchen müssen, testen müssen zum Streik zu mobilisieren. Auch da teile ich deine Meinung nicht: nie wäre der Zeitpunkt besser gewesen! Die TdL war reifgeschossen durch die Pflege.
Öffentliche Zustimmung? Gibt`s für Bahn-Streiks auch nicht. Außerdem: Der Streik schafft mitunter erst die Öffentlichkeit um deine Anliegen zu kommunizieren. Aber auch das versucht der MB ja nichtmal.
Okay gleiche Frage an Dich: wie hoch schätzt Du den Streikwillen in Deinem Haus unter ALLEN Ärzten? Also wieviele würden tatsächlich mit auf die Straße gehen?
Ich sage es nochmals: Gerade hier im Westen hätte man auf die Streikwelle aufspringen können. Nachdem man gerade ja eben gesehen hat, dass auch die ekelhaftesten Unikliniksvorstände bei ausreichender Streikdauer halt doch in die Knie gehen war das doch ein super Ansatzpunkt.
Jetzt nicht mal über einen Streik nachzudenken war ein großer Fehler und wird auch langfristige Schäden im Bild des MB bei der Ärzteschaft hinterlassen.
Nochmal die Frage: Wieviele der Ärzte, und damit meine ich nicht die nur die WBA, sondern auch die Ober- und Chefärzte, wären denn Bereit gewesen, nach 14 Wochen noch einmal einen Streik vom Zaun zu brechen. Beim letzten Streik 2010 waren die Oberärzte meines damaligen Hauses die treibenden Kräfte, die alle WBA mit nach Düsseldorf geschlörrt haben. Wäre das jetzt tatsächlich auch so?
Das du eine konträre Meinung hereinbringst schätze ich sehr. Nur so können Diskussionen wachsen. Deswegen kannst du mir vielleicht folgenes erklären:
Das Einstiegsgehalt eines angestellten Lehrers in Berlin beträgt 5701,88 Euro Hier handelt es sich ausschließlich um angestellte lehrer und nicht um verbeamtete Lehrer.
https://www.bz-berlin.de/ratgeber/beamter-oder-angestellter-welcher-lehrertyp-verdient-mehr
Das Einstiegsgehalt einer Arztes in der charite beträgt 5007 euro. Selbst mit der Coronasonderzalung verdient er noch deutlich weniger.
https://www.oeffentlichen-dienst.de/entgelttabelle/tv-aerzte-charite.html
Übrigens haben Lehrer selbstverständlich auch einen Coronabonus bekommmen.
Lehrer haben einen harten Job und haben das Gehalt und den Bonus mehr als verdient.
Warum hat ihn der Arzt in der Charite nicht verdient? Ich kann es mir nur durch Scheitern der Gewerkschaft erklären. Hast du auch hier eine andere Erklärung?
Nein, das kann ich Dir nicht sagen. Ich weiß nicht, ob ein Lehrer mehr verdienen darf oder muss oder sollte als ein Arzt. Die Frage ist doch, kann ich das Gehalt von angestellten Lehrern, das ja irgendwie mit denen verbeamteter "gekoppelt" ist, mit dem Gehalt von Ärzten vergleichen? Kann ich das Gehalt eines Schweißers mit dem eines Elektrikers vergleichen. Oder sind das einfach Äpfel und Birnen. Könnte der Lehrer auf der anderen Seite ebenfalls ein gleiches Einstiegsgehalt verlangen, wären die Verhältnisse umgekehrt?
Liebe Leute, das sollte eigentlich ein Signal sein, in den MB einzutreten. Nicht auszutreten. Lasst euch in Funktionärsebenen wählen. Im MB, in den Kammern. Nur so werdet Ihr repräsentiert.
Politik ist langwierig, aufwendig und braucht viel Aushandlung. Es funktioniert nicht wie bei Twitter, wo man schnell seinen Unmut hinrotzt und 3k Likes mit Schulterklopfen kriegt.MB ist für mich ein hoffnungsloser Fall, ähnlich wie manche Altparteien oder religiöse Einrichtungen, die ich aus demselben Grund nicht mehr unterstütze. Jegliche Investition persönlicher Ressourcen in den MB erachte ich als verschwendet. Ich bin aus Überzeugung dieses Jahr eingetreten und genauso überzeugt ausgetreten.
Notify von vor 2h:
(…)Das Ergebnis ist keine Nullrunde! Im Gegenteil: Die zum 1. September 2023 erhöhte Tabelle ist die Grundlage für die nächsten Verhandlungen bereits ab 1. Oktober 2023. Eine Einmalzahlung von 4.500 Euro netto bedeutet für viele Ärztinnen und Ärzte eine Erhöhung, die teils deutlich über 3,35 % liegt.(…)Das ist echt sensationell. Dazu legen wir einfach ein Datum fest und berücksichtigen nicht simpel die Leute, die in den Zeitraum des neuen TVs, 1.7., fallen. Und das ist „ein Fortschritt für Ärztinnen und Ärzte an Universitätskliniken“.
Die Tarifgremien haben nun bis Mitte September Gelegenheit, den Tarifabschluss und die Reaktionen unserer Mitglieder auf ihn zu bewerten. Natürlich werden wir die Reaktionen der Ärztinnen und Ärzte in die Abwägung einbeziehen.Letzter Satz=einzig erfreulicher Satz in den bisherigen Statements. Und ich find cool, dass sich anscheinend viele die Mühe gemacht haben, eine Rückmeldung zu geben. Sicher auch einige von uns hier, richtig gut!
Nefazodon
29.08.2022, 21:46
Wofür braucht man denn sonst eine Gewerkschaft?
Ja, ich weiß, es gibt auch andere Aufgaben und Services, aber für hart auf hart sollte sie das doch leisten können...
Um Beibehaltung / Wiedereinführung der Maskenpflicht zu fordern und ähnliches.
Nachdem ich jetzt einige Zeit über das Thema nachgedacht habe, sehe ich genau das als grundlegendes Problem und Grund für die Misere:
Der Marburger Bund ist keine Gewerkschaft. Er sieht sich selbst als mehr, nämlich als Ärzteverband, mit dem Anspruch Politik zu gestalten.
Auf der Agenda steht eben nicht zuförderst Gewerkschaftsarbeit und Interessenvertretung der einfachen angestellten Ärzte.
Ziel der Funktionäre des MB ist es Gesundheitspolitik zu gestalten.
Die Funktionäre des MB sind vielfach Chefärzte/Chefärztinnen und auf hohen Positionen in den Ärztekammern.
Genau das führt aber zu einer Veränderung des Blickwinkels und zu einer veränderten Interessenlage.
Ich glaube, den MB geht es nicht darum, das Maximum für die angestellten (Assistenz)ärzte rauszuholen, sondern darum, das Gesundheitssystem zu gestalten. Und zwar für Alle.
Und so wie Verdi die Gehälter der Ärzte für die Pflege opfern würde, so würde der MB die Gehälter der Ärzte dafür opfern, dass das Gesundheitssystem so "läuft", wie man sich das vorstellt.
Natürlich ist so eine Position statthaft und notwendig, die Frage ist aber, ob man sich von jemandem gewerkschaftlich bzw. in Verhandlungen vertreten lassen möchte der so denkt.
Versteht mich nicht falsch: es spricht nichts dagegen Verantwortung zu tragen und zu leben und das steht Ärzten gut zu Gesicht und gehört dazu, nur ist es in Verhandlungen überaus hinderlich, wenn man selbst aus Skrupel heraus, schon eine gemäßigt Position einnimmt, und jedes der eigenen Argumente, gleich mit einem "aber" selbst entkräftet.
Natürlich muss es zu einem Ausgleich von Positionen kommen, keine Frage, aber es ist Aufgabe der Gegenseite die "abers" zu finden, nicht von einem selbst.
VKA und TdL sind da ganz anders drauf. Die VKA wollte sogar hinter schon vereinbarte Regelungen zurück und beide haben die Coronapandemie und den Krieg schamlos als Argument genutzt, dass man sich gerade jetzt nichts leisten könnte...
Aus meiner Sicht erklärt das, warum der MB immer so "zahm" auftritt und generell so wenig fordert. Es erklärt auch, warum nicht schärfer für Streiks getrommelt wird.
Das Problem ist, wie ich weiter oben schonmal geschildert habe, dass man nicht zwei Herren auf einmal dienen kann.
Und so werden wir Ärzte in Verhandlungen mit BWLern und Politikern, die weit weniger Skrupel haben, immer den Kürzeren ziehen.
Zum Wohle des großen Ganzen.
Ich denke, dass ist die Erklärung. Und sie kommt ganz ohne persönliche Vorteilsnahme oder Korruption aus.
Ich würde mir wünschen, dass der MB wieder mehr an seine Basis denkt und kampfeslustiger auftritt.
Vielleicht war er das sogar mal, nur fürchte ich, ist er mittlerweile einfach zu groß geworden.
Nur meine Theorie.
Ich glaube, den MB geht es nicht darum, das Maximum für die assistenzärzte rauszuholen,
Volle Zustimmung. Die Musik spielt in den Tarifkommisionen des Marburger Bund. Hier werden die Entscheidungen gefällt. In der kleinen Tarifkommision sitzen 18 Personen. 5 Juristen und 13 Ärzte. Von den 13 Ärzten sind 10 Fach/Oberärzte. Nur bei 3 der 13 Ärzten konnte ich ncht nachvollziehen, ob es sich hier um Weiterbildungsassistent oder Fachärzten handelt.
Selbst wenn diese 3 Ärzte Weiterbildungsassistenten wären, würden sie in der großen Masse untergehen. Der Marburger Bund hat auch keine Statuten, dass die Weiterbildungsassistenten in den entscheidenen Gremien ausreichend vertreten seien müssen.
Somit findet hier kein ausreichende Abbildung der Realität statt. Zahlen dürfen die Weiterbildungsassistenten den Mitgliedsbeitrag gerne. Aber ausreichend vertreten durch ihresgleichen sind sie nicht
Holthusen
29.08.2022, 22:07
Naja das ist ja nun wirklich nix neues, dass sich niemand für WBAs interessiert.
Niedergelassene und die angestellten Klinik -Fachärzte in höheren Positionen machen die Musik. (= Erfolgreiche Lobbyarbeit)
Relaxometrie
29.08.2022, 22:11
Der Marburger Bund ist keine Gewerkschaft. Er sieht sich selbst als mehr, nämlich als Ärzteverband, mit dem Anspruch Politik zu gestalten.
So habe ich es nie gesehen; aber Du hast Recht.
Auf jeden Fall finanziere ich diesen bürokratischen Wasserkopf (siehe meine Nennung der Zahlen für NRW/ RLP......die Zahlen für den Bundesverband möchte man gar nicht wissen) für die extrem magere Leistung, die abgeliefert wird, nicht mehr.
Nein, das kann ich Dir nicht sagen. Ich weiß nicht, ob ein Lehrer mehr verdienen darf oder muss oder sollte als ein Arzt. Die Frage ist doch, kann ich das Gehalt von angestellten Lehrern, das ja irgendwie mit denen verbeamteter "gekoppelt" ist, mit dem Gehalt von Ärzten vergleichen? Kann ich das Gehalt eines Schweißers mit dem eines Elektrikers vergleichen. Oder sind das einfach Äpfel und Birnen. Könnte der Lehrer auf der anderen Seite ebenfalls ein gleiches Einstiegsgehalt verlangen, wären die Verhältnisse umgekehrt?
Danke für deine Antwort. Schade dass du es mir auch nicht sagen kannst . Anscheinend benutzt du das Stilmittel der rhetorischen Fragen in deiner Antwort. Ich dachte dir geht es um eine sachliche Diskussion, da ist es immer seltsam, wenn rhetorische Mittel benutzt werden anstatt Sachpunkte zu erläutern . Das hat auf dann auf mich immer dein Eindruck als denkst du, dass du von vornherein Recht hast. Ich stelle dir eine Frage und du antwortest mit vier Fragen. Soll ich jetzt mit acht Fragen antworten? So diskutiert meiner Erfahrung niemand, der eine offen Diskussion will und auch bereit wäre zu akzeptieren das er falsch liegen kann.
Nein, man vergleicht hier keine Äpfel und Birnen. Beides sind akademische Berufe, beides Mangelberufe. Und ganz wichtig, beide werden sozusagen aus den öffentlichen Kassen gezahlt. Und natürlich sollte der Lehrer dies auch fordern können
Zu deiner Frage bezüglich Schweißer und Elektriker. Den mehrjährige Ausbildung als Schweißer gibt es laut Wikipedia nicht mehr. Sie werden jetzt den Metallberufen zugeordnent. Diese werden von der Ig Metal vertreten, genauso wie auch die Elektriker. Siehe auch Metall und Elektro – Branchen und Handwerke der Ig metall.
Gruß
Bonnerin
29.08.2022, 22:31
Nochmal die Frage: Wieviele der Ärzte, und damit meine ich nicht die nur die WBA, sondern auch die Ober- und Chefärzte, wären denn Bereit gewesen, nach 14 Wochen noch einmal einen Streik vom Zaun zu brechen. Beim letzten Streik 2010 waren die Oberärzte meines damaligen Hauses die treibenden Kräfte, die alle WBA mit nach Düsseldorf geschlörrt haben. Wäre das jetzt tatsächlich auch so?
CÄ? Mit Sicherheit nicht. Im OA-Bereich wäre die Chance vermutlich besser gewesen, weil auch sie teils eine echte Entlastung durch den Pflegestreik mitbekommen haben und die Hintergrunddienste auf einmal dank Bettenmangel wieder erträglich waren
Nachdem ich jetzt einige Zeit über das Thema nachgedacht habe, sehe ich genau das als grundlegendes Problem und Grund für die Misere:
Der Marburger Bund ist keine Gewerkschaft. Er sieht sich selbst als mehr, nämlich als Ärzteverband, mit dem Anspruch Politik zu gestalten.
Auf der Agenda steht eben nicht zuförderst Gewerkschaftsarbeit und Interessenvertretung der einfachen angestellten Ärzte.
Ziel der Funktionäre des MB ist es Gesundheitspolitik zu gestalten.
Die Funktionäre des MB sind vielfach Chefärzte/Chefärztinnen und auf hohen Positionen in den Ärztekammern.
Genau das führt aber zu einer Veränderung des Blickwinkels und zu einer veränderten Interessenlage.
Ich glaube, den MB geht es nicht darum, das Maximum für die angestellten (Assistenz)ärzte rauszuholen, sondern darum, das Gesundheitssystem zu gestalten. Und zwar für Alle.
Und so wie Verdi die Gehälter der Ärzte für die Pflege opfern würde, so würde der MB die Gehälter der Ärzte dafür opfern, dass das Gesundheitssystem so "läuft", wie man sich das vorstellt.
Wenn dem so wäre, hat man sich aber jetzt endgültig überflüssig gemacht. Wenn keine Basis mehr zum Vertreten da ist, kann man sich stilisieren, wie man möchte. Sieht man doch auch an den Kammerwahlen - da verliert der MB meines Wissens doch permanent gegen den Hartmannbund.
Fakt ist, dass das Gesundheitssystem hierzulande seit Jahren nicht mehr läuft und die Klinikkrisen in so einem Szenario hausgemacht (bis sogar - gewollt) wären. Dann wäre tatsächlich der Austritt und damit die offensichtliche Bekundung, dass hier KEINE Arztinteressen (FÄ und OÄ im Tarifbereich inkludiert) (mehr) vertreten werden das letzte Mittel, das einem noch bleibt. Denn wenn das Gehal zumindest zum Teil plötzlich wegbleibt werden auch eine Frau J. oder ein Herr H. (der ja auch den Bundestagseinzug verpasst hat) sich der Realität nicht mehr verschließen können.
Tartaros
29.08.2022, 22:41
Um die Idee wieder aufzugreifen: https://www.change.org/de
Mag einer der Kollegen, die besonders schön und lebendig schreiben können (Endoplasmatisches Retikulum?) einen kämpferischen Text aufsetzen?
Endoplasmatisches Reticulum
29.08.2022, 23:11
Nein, ich meine nicht, es besser zu wissen. Aber wenn hier permanent geschrieben wird, dass es „nur“ die Einmalzahlung gibt, und die 3,5% am Ende werden nicht gesehen und man müsse wieder bei 0 anfangen, dann stelle ich das richtig.
Das stimmt doch nicht. Du hast dich daran aufgehangen, dass die Leute von einer Nullrunde sprachen. Warum das zutreffend ist, haben dir verschiedene Leute lang und breit und wiederholt erklärt. Wäre jetzt gar keine Entgelterhöhung vereinbart worden und in einem Jahr würden dann ein paar Prozente neu ausgehandelt werden, würde niemand auf die Idee kommen, die 12 Monate Dürre bis dahin als irgendetwas anderes als die "Nullrunde" zu bezeichnen, die sie ist. Aber bloß weil jetzt eben eine (niedrige) Erhöhung für in einem Jahr vorweg beschlossen wurde, ist es auf einmal keine?
Was nächstes Jahr passiert, steht in den Sternen. Vielleicht werden nochmal ein paar Prozente ausgehandelt, vielleicht nicht. Vielleicht werden welche ausgehandelt, die dann wieder erst ein Jahr später in Kraft treten. Das ist bloße Spekulation, und die Präzedenz lässt nichts Gutes erahnen.
Um bestimmte Dinge noch einmal klarzustellen:
- die 4500€ sind als Coronaprämie gedacht und nicht als Gehaltserhöhung! .. ? .. (!).
Schaut euch folgenden Link an: https://coronavirus.nrw/corona-boni-bis-4-500-euro-steuerfrei/ . D.h. für mich u.a., dass ich einfach nur ein Akteur unter vielen bin, und de facto, jeder andere im Gesundheitswesen diesen Bonus noch bis Ende des Jahres erhalten kann. Das wiederum bedeutet, dass es gar nichts mit dem üblichen Gehaltsanstieg im Rahmen einer Verhandlung zu tun --> Nullrunde. Denn andere, die den Coronabonus erhalten habe, im HomeOffice ihre Hunde gefüttert und nicht auf meine Emails reagiert haben, haben ebenso einen wenn auch kleineren Bonus erhalten und dennoch eine Gehalterhöhung erstritten.
- Weiterer wichtiger Punkt: der MB achtet sehr genau auf seine Wortwahl: es heißt nämlich, dass es in dieser Runde primär um das Geld ging. Daraus lässt sich schließen, dass es in der nächsten Runde wohl eher nicht mehr um das Geld gehen wird, d.h. alle die hoffen, dass es nach dem September 2023 noch eine Gehaltsrunde gibt, können getrost davon ausgehen, dass dem nicht so sein wird. Es wird sich allein um die Dienstgestaltung etc. drehen, wo ich wiederum nicht verstehen kann, warum man das in der aktuellen Runde nicht erreichen konnte...
Holthusen
30.08.2022, 09:11
Naja Prämie ist Prämie. Egal welcher Vorname.
Es wird sich allein um die Dienstgestaltung etc. drehen, wo ich wiederum nicht verstehen kann, warum man das in der aktuellen Runde nicht erreichen konnte...
So schlecht ist das Grundgehalt auch nicht im europäischen und auch internationalem Vergleich für die Weiterbildung, so ärgerlich es jetzt auch ist mit der geringen Lohnsteigerung, die effektiv bei der aktuellen Inflation ein Minus bedeutet. Da kann man sich bei der EZB mit ihrer absichtlich halbherzigen Inflationsbekämpfung und auch dem gekränkten Herrn Putin bedanken.
Von dem Grundgehalt in der Ausbildung hier kann man in anderen großen Nachbarländern wie Großbritannien, Spanien, Frankreich, Italien nur träumen. Für Fachärzte/Oberärzte wird dort übrigens außertariflich (und zwar nicht schlecht) gezahlt.
Ich würde auch Dienstgestaltung und Umgang miteinander als vordergründiges Problem sehen. Das macht der MB schon richtig so.
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