Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2022
Nefazodon
17.09.2022, 11:47
Es gibt einen Kollegen von der Charité, der sich beim MB engagiert und etwas Community Pflege betreibt. Er sagt zum TdL Abschluss „Der MB war ziemlich überrascht, dass es so wütende und enttäuschte Reaktionen auf Twitter und den Online Foren usw. gab …“
https://www.instagram.com/p/Ch5PYmtIdp8/?igshid=YmMyMTA2M2Y=
Ja, aber das ist eben auch das Problem: Anstatt prinzipiell kämpferisch in die Verhandlungen reinzugehen und davon auszugehen dass eine Streikbereitschaft da ist, hat sich der MB anscheinend von vornherein selbst kleingemacht.
So kann man aber doch nichts erreichen!
"Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren".
Sicher kann man lang und breit über die Streikbereitschaft der Ärzteschaft diskutieren, nur muss man eben auch versuchen, diese wach zu rufen. Ohne massive! Öffentlichkeitsarbeit, nicht nur bei den eigenen Mitgliedern, sondern auch in der breiten Öffentlichkeit, und ohne streitbare, auch provokative Forderungen kann das aber nicht funktionieren.
Und wenn der MB wirklich vom Feedback überrascht war, wäre es doch schön gewesen davon auch zu lesen ala: "Uns haben die Reaktionen wirklich überrascht.....wir müssen schauen was wir in zukünftigen Verhandlungen anders machen könnten".
Stattdessen bekommt man als einfaches Mitglied noch nichtmal eine Antwort und in den Pressemitteilungen wird gemauert und an den Korpsgeist appelliert.
-"(...)Solche Zuschreibungen bedrohen einen Verband in seinem Kern, schwächen seine Integrationsfähigkeit, demotivieren die ärztlichen Multiplikatoren und dienen letztlich den Interessen des sozialen Gegenspielers(...)" -Falsch! Was den Verband in seinem Kern bedroht, ist wohl eher, wenn man nicht auf seine Mitglieder hört und für diese nicht erreichbar ist.
Ich würde mir wünschen, dass der MB anders mit Kritik umgeht und versucht, die Basis mehr einzubeziehen.
Relaxometrie
17.09.2022, 12:05
Ich würde mir wünschen, dass der MB anders mit Kritik umgeht und versucht, die Basis mehr einzubeziehen.
Genau das.
Ich war vor Jahren mal auf einer MB-Bezirksversammlung, für die man offiziell eingeladen worden ist. Dort waren viele "alten Hasen", also Ärzte aus umliegenden Krankenhäusern, die schon lange im MB mitarbeiten. Es schien mir aber doch auch etwas von einer kleinen und machtlosen Gruppe zu haben, in der seit Jahren die gleichen Leute agieren. Da "mein" Krankenhaus bislang durch keinen Arzt vertreten war, wurde ich gefragt, ob ich das machen würde. Ich habe angedeutet, keinerlei Erfahrung in Tarifpolitik zu haben, mich mit Hilfe aber gerne einarbeiten zu wollen. Man versprach Hilfe, trug mich in eine ominöse Liste ein. Dann erfolgten einige Wahlen, bei denen eh schon klar schien, wer welche Posten bekommen wird, und man verabschiedete sich voneinander. Gehört habe ich nie wieder etwas von denen. Klar brauchen viele Ärzte, incl. mir, dringend Nachhilfe in Sachen Tarife/ Gestaltungsmöglichkeiten der Arbeitsbedingungen. Aber den MB sehe ich inzwischen leider überwiegend als bürokratischen Wasserkopf ohne den festen Willen, etwas zu ändern. Sonst hätten sie schon längst die Basis mehr einbezogen. Seit Jahren liest man den gleichen Laberrhabarber, was sich dringend tun müsse.
Bonnerin
17.09.2022, 13:27
Das Ding ist ja - wenn der MB ehrlich sagen würde "Jo, wir haben im Gegensatz zu ver.di keine adäquate Streikkasse. Für wirkliche Dauerstreiks muss der Beitrag erhöht werden." wäre das etwas, mit dem ich leben könnte. Aber so? Nur das Geld einstecken und dann surprised Pikachu-Meme, dass tatsächlich Unmut aufkommt? Tja...spricht für die Organisation des Vereins.
Kann den Bericht von Relaxometrie unterschreiben. So habe ich die Versammlungen, bei der ich als Studentin war, auch erlebt.
Tatsächlich ist nächste Woche Samstag die Jahresversammlung vom MB Nordrhein/R-P in Köln. Bin fast versucht, da hinzufahren um mir mal anzugucken, wie die sich selbst beweihräuchern.
Hier ein schönes Beispiel für die Merkwürdigkeit des MBs. Normal wäre Frage: Gilt das auch für Zahnärzte? Antwort: Ja, steht auch im TV: Alle Ärzt*innen und Zahnärzt*innen an der Uni.
Stattdessen so ne Nonsense Konversation, wobei die erste Hypernonsense Antwort auch noch 2 Wochen gebraucht hat. 33358
Das könnt wahrscheinlich jemand im 10. Schuljahr Praktikum besser.
Whatever, gehe jetzt grillen.
Es gibt keinen vernünftigen Grund, weiterhin Mitglied zu bleiben. Eine Gewerkschaft die so verhandelt, hat sich de facto selbst abgeschafft. Die Passivität der Kollegen treibt mich aber mehr um. So gibt es ernsthaft Kollegen die behaupten, dass wir als Ärzte "eigentlich schon zu viel" verdienen würden. Solche Aussagen bringen mich um den Schlaf.
Endoplasmatisches Reticulum
17.09.2022, 14:29
Das Ding ist ja - wenn der MB ehrlich sagen würde "Jo, wir haben im Gegensatz zu ver.di keine adäquate Streikkasse. Für wirkliche Dauerstreiks muss der Beitrag erhöht werden." wäre das etwas, mit dem ich leben könnte.
Das wäre taktisch aber keinen Deut besser als die Aussagen, die der MB tatsächlich getätigt hat.
Selbst wenn so etwas nur "intern" an die Mitglieder kommuniziert werden würde, müsste man annehmen, dass es über Social Media, Foren etc. zur Gegenseite gelangt. Glaubhaft zu postulieren, dass Streiks grundsätzlich unfinanzierbar sind, sollte man tunlichst unterlassen. Selbst wenn es stimmen sollte.
Nefazodon
17.09.2022, 15:22
Das wäre taktisch aber keinen Deut besser als die Aussagen, die der MB tatsächlich getätigt hat.
Selbst wenn so etwas nur "intern" an die Mitglieder kommuniziert werden würde, müsste man annehmen, dass es über Social Media, Foren etc. zur Gegenseite gelangt. Glaubhaft zu postulieren, dass Streiks grundsätzlich unfinanzierbar sind, sollte man tunlichst unterlassen. Selbst wenn es stimmen sollte.
Naja, aber ganz ehrlich....schlimmer kann es ja fast nicht mehr werden.
Die Arbeitgeber sind doch nicht dumm. Die werden sich sehr genau angesehen haben, wie der MB auf die Angebote der VKA und der TdL reagiert hat.
Da muss der MB nicht mehr groß verkünden dass man nicht streiken kann. Faktisch machen sie es ja nicht, selbst wenn die Bedingungen günstig sind.
Würde der MB, wie von Bonnerin vorgeschlagen, die Streikkasse erhöhen, wäre das wenigstens ein Lebenszeichen....ein Zeichen, dass vielleicht nochmal irgendwann etwas vom MB kommen könnte.
Aber so? Sie versuchen es ja nicht einmal
Endoplasmatisches Reticulum
17.09.2022, 19:32
Du hast Recht! Aber rückblickend mit unserem jetzigen Kenntnisstand. Im Vorfeld hätte ich einen Streik keinesfalls ausgeschlossen. Nun ist das Kind in den Brunnen gefallen und der MB kann schreiben, was er will. Die Arbeitgeber werden in zukünftigen Verhandlungen sehr genau wissen, was sie von zaghaften Drohgebärden halten sollen. Falls sich der MB dann überhaupt noch entblöden sollte, mit etwas bluffen zu wollen, was er selbst in aller Öffentlichkeit ausgeschlossen hat. Vielleicht beruft er sich dann auf die vage Idee, dass der Verhandlungspartner diesmal keine stoische TdL ist und man es deshalb nochmal probieren kann ...
dermoxin
19.09.2022, 17:10
Habt Ihr denn irgendwas mitbekommen, was in den Gremien des MB diskutiert wurde? Heute ist ja die Erklärungsfrist.
Nefazodon
19.09.2022, 17:27
Bisher nicht. Wenn jemand mehr weiß, immer her damit.
Anne1970
19.09.2022, 18:08
Nach meiner Kenntnis gab es ausführliche Diskussionen im abstimmenden Gremium und dann eine Zustimmung bei einigen Gegenstimmen.
Nefazodon
19.09.2022, 18:17
@Anne1970: danke für die Info!
Okay, aus meiner Sicht schade aber erwartbar.
Wenigstens hätten sie nachverhandeln können.....naja.
Gucken ob der MB dazu noch was verlautbaren lässt.
Gucken ob der MB dazu noch was verlautbaren lässt.
Vermutlich wieder eine Lobeshymne auf sich selbst, was für einen Hammer Abschluss man - entgegegen der Widrigkeiten! - rausgeholt hat.
Nefazodon
19.09.2022, 18:44
Vermutlich wieder eine Lobeshymne auf sich selbst, was für einen Hammer Abschluss man - entgegegen der Widrigkeiten! - rausgeholt hat.
Es ist auch wirklich hart, wenn die eigene Basis nicht zu schätzen weiß, was man da tut.
Wobei....Basis...naja.
Was denkt ihr, wieviele von den 130.000 haben die Tarifverhandlungen verfolgt? Wieviele waren so empört wie wir? Und wieviele haben dem MB geschrieben?
Denkt ihr, es waren viele Emails und Schreiben?
Ähm, wie wäre es eigentlich mit einer Gründung einer Ärztegewerkschaft? Also einer richtigen?
Anscheinend zumindest mehr als sonst. Aber sicher trotz allem ein geringer Anteil der 130 k Mitglieder. Will ja auch niemand in diesem Verein aktiv mitmachen, der MB beklagt ständig die Passivität. Frag mich, wo die 130 k Mitglieder herkommen. Die, die ich kenne, sind seit der Studi-Zeit Mitglieder und in den meisten Fällen auch mit dem Abschluss ausgetreten. Wie viele sind wohl im Erwachsenenalter :D beigetreten und verfolgen dann die Machenschaften auch bewusst und wie viele bleiben quasi grundlos Mitglied, obwohl sie gar nichts mehr mit dem Wirkungskreis des MB zu tun haben? Bei denen besteht sicher auch wenig Interesse am MB.
Wobei hier ja auch einige bei sind, die nicht nach dem TdL TV arbeiten und sich trotzdem mit uns solidarisiert haben <3. Allerdings ist die Quote der MB Fürsprechenden ähnlich, auch wenn hier die absolute Anzahl natürlich deutlich geringer ist. Da hat doch auch die Hälfte mitgeteilt, dass sie mit dem TV nichts zu tun haben und eigentlich auch nichts vom MB Wirkungskreis und von den beiden anderen weiß man es nicht.
So rein intuitiv würde ich sagen, die meisten, die es betrifft, haben es nicht mitbekommen und so gut wie alle, die es nicht betrifft, erst recht nicht.
Die haben wohl angenommen und machen nicht mal eine Pressemitteilung. Wollen das ganze totschweigen - miserabel.
Anne1970
20.09.2022, 20:35
https://www.marburger-bund.de/sites/default/files/files/2022-08/22-08-25_Einigung%20TdL-MB_final.pdf
das ist m. E. die neueste Information dazu …
Relaxometrie
22.09.2022, 13:20
Es trägt nichts zur Tarifdiskussion bei. Da wir hier aber auch über die etwas komplizierten Kündigungsformalitäten der Mitgliedschaft beim Marburger Bund gesprochen haben, hier noch eine Ergänzung: inzwischen habe ich einen Brief vom MB erhalten, in dem um eine schriftliche Kündigung (per Snail-Mail, Fax mit Unterschrift oder eingescannter Kündigung mit Unterschrift) gebeten wurde. Diese Kündigung würde man dann nicht mehr bestätigen. Es ist echt unsäglich. Nachdem sie also jetzt 4 Kündigungen erhalten haben (Mail an Bundesverband, 3x Weiterleitung der Mail an den Landesverband) und mir der fristgerechte Eingang telefonisch bestätigt wurde, habe ich jetzt auf Aufforderung also eine weitere Kündigung abgeschickt. Ich wundere mich nicht mehr über die unsäglichen Personalkosten beim MB. Wasserkopf pur.
Danke Relaxo, ich bin an diesem Update interessiert. Dann bist du jetzt auf dem gleichen Stand, auf dem ich mich seit ein paar Wochen befinde. XD Mir wurde allerdings anders als bei dir gesagt: „Eine Kündigungsbestätigung geht Ihnen nach Erhalt der unterschriebenen Kündigung zu“. Aber gut, der MB hat mir (außer beim Geldeintreiben) ja wie gesagt noch nie geantwortet.
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