Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : TdL Tarifverhandlungen 2022
Anne1970
10.08.2022, 05:35
Oh ja @ anignu: Vermisse gerade schmerzlich die insuffizient vertretene Case Managerin …
Den TV-E find ich schon spannend, hier erkennt die Arbeitgeberseite ja die Notwendigkeit einer zusätzlichen Entlastung für das nicht-ärztliche Personal in Kliniken an. Übergeordnet betrachtet - warum soll dies nicht auch für den ärztlichen Dienst möglich sein? (Gleichbehandlung im Unternehmen).Ich bin da zwiegespalten. Es ist natürlich ein Schritt in die richtige Richtung. In Berlin ist mittlerweile schon viel Zeit (ein Jahr?) seit der Durchsetzung des TVEs vergangen und was ich bisher so mitbekommen habe, scheint es immer noch genauso zu sein, wie vorher. Wundert mich auch nicht, will halt auch kaum jemand in diesen Jobs arbeiten, was ich gut nachvollziehen kann. 🫣 Bei ärztlichen Stellen ist das Jobinteresse zwar sehr groß und die Nachwuchsprobleme liegen ganz woanders; trotzdem glaube ich, dass es unterm Strich wie bei den Verdis endet und wir am Ende auf einem Haufen wertloser Entlastungspunkte hocken würden. Wie bereits oben schon gesagt, find ich schon alleine den Weg dahin so unrealistisch, dass sich überhaupt ein gefälliges Personalberechnungstool durchsetzt.
Was ich eindrucksvoll fand, waren die affigen Vorstände mit dem ungeschlagenen Clownskönig am UKB. Aber auch der Vorstand des UKA hatte ganz üble Schlagzeilen gemacht und die medialen Auftritte von leitenden Ärzt:innen der UKK fand ich ebenfalls sehr problematisch. Solche Vorgesetzte in Kombination mit persönlicher Lebens- bzw. Karriereplanung und schon ist es für mich relativ gut nachvollziehbar, weshalb sich Änderungen nicht so einfach durchsetzen lassen. Auch hierbei gibt es einfach einen viel zu großen Unterschied zwischen dem nicht-wissenschaftlichen Personal und uns, sowie zwischen der Manier von Verdi und dem MB, die mich bisher noch nicht abgeholt haben.
Bin sehr gespannt, was die nächsten Tage so ergeben.
Salatsultan
17.08.2022, 12:58
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tarifverhandlungen-fortgesetzt
Deswegen gibt es in dieser Verhandlungsrunde ja auch eher Forderungen deren Einhaltung einfach zu verfolgen ist. Die Umsetzung des letzten Tarifvertrags funktioniert in vielen Bereichen bekanntlich nicht. Mit dem TV-E erkennt man aber die besondere Belastung einer Berufsgruppe an und geht gleichsam davon aus das dem Arztberuf diese Belastung erwartbar inkludiert ist.
dissection
18.08.2022, 18:36
https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/tarifverhandlungen-fortgesetzt
Deswegen gibt es in dieser Verhandlungsrunde ja auch eher Forderungen deren Einhaltung einfach zu verfolgen ist. Die Umsetzung des letzten Tarifvertrags funktioniert in vielen Bereichen bekanntlich nicht. Mit dem TV-E erkennt man aber die besondere Belastung einer Berufsgruppe an und geht gleichsam davon aus das dem Arztberuf diese Belastung erwartbar inkludiert ist.
Dieser Zwischenstand bestätigt die düsteren Vorahnungen die man als Assistenzarzt in letzter Zeit so hatte.
NitroBacter
18.08.2022, 19:16
Das sind ja freche Ansagen, fühlt man sich sehr wertgeschätzt.
Das ist vor allem ein MB, der in seinem Duktus die nötige Schärfe vermissen lässt.
Was soll denn die Aussage "wie bereits mit anderen Klinikträgern vereinbart" bedeuten? Die VKA Verhandlungsergebnisse waren ein schlechter Scherz.. aber man will wohl schon mal vorwarnen, dass man am Ende nicht allzu enttäuscht ist.
dissection
19.08.2022, 00:22
Guten Tag, ich hätte gerne jene demographische und berufliche Entwicklung in meinen Perspektiven, Arbeitsbedingungen und Gehältern abgebildet anstatt mich zu maximal mittelmäßigen Gehältern in irgendwelchen kommerzialisierten MVZ-Ketten anstellen zu lassen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/165521/umfrage/medizinisches-personal-angebot-und-nachfrage-bis-2030/#professional :-stud :-angel
Salatsultan
19.08.2022, 04:44
Das ist vor allem ein MB, der in seinem Duktus die nötige Schärfe vermissen lässt.
Was soll denn die Aussage "wie bereits mit anderen Klinikträgern vereinbart" bedeuten? Die VKA Verhandlungsergebnisse waren ein schlechter Scherz.. aber man will wohl schon mal vorwarnen, dass man am Ende nicht allzu enttäuscht ist.
Es war Verhandlungsrunde zwei, welche schärfe neben dem bestehen auf Forderungen der Mitglieder wäre den ein konstruktiver Ansatz?
Endoplasmatisches Reticulum
19.08.2022, 08:14
Eine gewisse Orientierung an der Attitüde der Gegenseite.
Ich fand schon die ewige Betonung von "Konstruktivität" und "Am Ende müssen beide Seiten unterschreiben" in der VKA-Runde wenig überzeugend. So eine betonte Sachlichkeit ist fehlplatziert, wenn die Arbeitgeberposition gleichzeitig keine Gelegenheit auslässt, gezielt aus allen Rohren in jede denkbare Richtung unterhalb der Gürtellinie um sich zu schießen. Das heißt nicht, dass man nicht einen konstruktiven Schlachtplan verfolgen soll. Aber in der Kommunikation darf dann doch etwas Feuer lodern. Der MB stellt sich hier wie gehabt zurückhaltend, steril und gefühlt einfach gleichgültig dar.
Die Verhandlungssituation ist nicht "enttäuschend". Das Gebaren der TdL ist insbesondere angesichts der vergangenen Pandemiejahre eine an Absurdität nicht zu überbietende Verspottung ihrer Leistungsträger.
Nefazodon
19.08.2022, 10:37
Es war Verhandlungsrunde zwei, welche schärfe neben dem bestehen auf Forderungen der Mitglieder wäre den ein konstruktiver Ansatz?
Naja, dieselbe Schärfe die andere Gewerkschaften zeigen, von Verdi bis zu IG-Metall....
Dieselbe Schärfe und derselbe Duktus, den die Arbeitgeber in der VKA-Tarifrunde gezeigt haben und auch jetzt zeigen.
Leider zeigt die Geschichte um den Entlastungstarifvertrag in NRW doch sehr gut, dass man nur dann seine Forderungen durchsetzen kann, wenn man bereit ist, lange und ausgiebig dafür zu streiken.
Ich finde, nach so einer Auftaktrunde, wie oben beschrieben, sollte der MB sagen:"Schönen Dank. Wir sehen, dass ihr uns und die Verhandlungen nicht ernst nehmt. Wir streiken jetzt erstmal einen Tag und sehen uns dann wieder."
Immer noch keine Änderungen nach einem Tag Streik? -Dann halt als nächstes eine Woche usw...
Ich finde, man kann ruhig mal ein bisschen Druck machen. Gerade auch, wenn die Gegenseite ein lächerliches Angebot macht.
dissection
19.08.2022, 15:02
Naja, dieselbe Schärfe die andere Gewerkschaften zeigen, von Verdi bis zu IG-Metall....
Dieselbe Schärfe und derselbe Duktus, den die Arbeitgeber in der VKA-Tarifrunde gezeigt haben und auch jetzt zeigen.
Leider zeigt die Geschichte um den Entlastungstarifvertrag in NRW doch sehr gut, dass man nur dann seine Forderungen durchsetzen kann, wenn man bereit ist, lange und ausgiebig dafür zu streiken.
Ich finde, nach so einer Auftaktrunde, wie oben beschrieben, sollte der MB sagen:"Schönen Dank. Wir sehen, dass ihr uns und die Verhandlungen nicht ernst nehmt. Wir streiken jetzt erstmal einen Tag und sehen uns dann wieder."
Immer noch keine Änderungen nach einem Tag Streik? -Dann halt als nächstes eine Woche usw...
Ich finde, man kann ruhig mal ein bisschen Druck machen. Gerade auch, wenn die Gegenseite ein lächerliches Angebot macht.
This. Schon nach den ersten zwei Verhandlungstagen, der gezeigten absoluten Respektlosigkeit und mangelnden Wertschätzung gegenüber den Leistungserbringern (die die Kliniken während der Pandemie durch maximale persönliche Flexibilität am Laufen hielten) ist ein Warnstreik hinreichend gerechtfertigt. Die aktuelle internationale Krise wird durch die Arbeitgeberseite natürlich wieder öffentlichkeitswirksam schamlos als Argument gegen substantielle Verbesserungen instrumentalisiert, die Ärzteschaft und der deutsche antischulmedizinische Michel ist diesen ethischen Appellen gegenüber andscheinend immer sehr offen. Ich hoffe man kann sich auf die grundlegende starke Verhandlungsposition besinnen: wir sind kritische Infrastruktur und international stark nachgefragte Humanressource. Dies sollte auch mit objektiver Wertschätzung verknüpft sein.
Hallo miteinander,
ich find die Kommunikation ist besser, als vor ein paar Wochen bei der VKA-Runde. Da dauerte eine kurze Rückmeldung, wie diese, mehrere Tage. Eine ausführlichere Info dauerte dann länger oder blieb quasi aus, z. B. diese unklaren Aussagen bzgl. Abschluss des VKA TVs. Das hätte man mit einem Satz für alle Laien ganz eindeutig machen können.
Das heißt nicht, dass man nicht einen konstruktiven Schlachtplan verfolgen soll. Aber in der Kommunikation darf dann doch etwas Feuer lodern. Der MB stellt sich hier wie gehabt zurückhaltend, steril und gefühlt einfach gleichgültig dar.Find ich nachvollziehbar, obwohl ich nicht zustimme. Mir ist derzeit der MB Stil lieber. Verdi ist sehr polarisierend und der MB schwingt da in beide Richtungen weniger extrem. Perfekt wäre es, wenn der MB dann so ein Lauerjäger wäre. Wirkt wie ein Stein, ist aber voll der Killer. :D Um ehrlich zu sein wirkt Verdi auf mich manchmal in ihrem Auftreten wie so eine Bauernfängerin. :-oopss
Leider zeigt die Geschichte um den Entlastungstarifvertrag in NRW doch sehr gut, dass man nur dann seine Forderungen durchsetzen kann, wenn man bereit ist, lange und ausgiebig dafür zu streiken.Im Gesundheitswesen besteht aber ein gravierender Unterschied zwischen den Berufsgruppen von Verdi und uns. Hab letztens den Satz gelesen, "Wer Kuchen backen will, muss vorher die passenden Zutaten bereitstellen (...)!" und das trifft wohl auch auf die Streikvorbereitung für das ärztliche Personal zu. Kein Schwein wird seine persönliche Karriereplanung mit dem MB als Backup riskieren. Da muss der Organisationsgrad deutlich erhöht werden. So, wie bisher zu Streiks mobilisiert wird, wird eine ärztliche Krankenhausbewegung zu 100 % nix. Auf mich wirkt es nicht so, als ob das Interesse des MBs diesbezüglich hoch ist, und selbst wenn, wird es Monate dauern, bis man soweit ist. Wer Interesse hat, kann ja mal die öffentliche Missbilligungen der leitenden Ärzt*innen der NRW UKs während des Verdi Streiks, sowie die Forderung nach Beendigung des Streiks inkl. Klage des UKBs nachlesen. Wenn ich Blutläuferin bin, werde ich darauf scheißen, wie sich Prof. Dr. Clownsface so gebärdet. Dass für unsere ärztlichen Kolleg*innen eine ganz andere Hürde besteht und die Konsequenzen weitreichender sind, als für die Verdi-Berufsgruppen, ist für mich schlüssig.
Endoplasmatisches Reticulum
19.08.2022, 18:40
Perfekt wäre es, wenn der MB dann so ein Lauerjäger wäre. Wirkt wie ein Stein, ist aber voll der Killer. :D
Tarifverhandlungen sind aber kein Mystery-Roman, und auch keine Gerichtsverhandlung zwischen einem Piraten und seiner polyamorösen Viper von einer Ex. Was sollte das denn für ein Kracherargument sein, das der MB über zig Tarifrunden lang geheim halten könnte, nur um damit in letzter Instanz mit einer brachialen Zündung im Rahmen eines geschichtsträchtigen Comebacks seine Forderungen durchzusetzen? Selbst der Corona-GAU hat bei der VKA kein Stück gefruchtet, und den müsste man nochmal toppen.
Letztlich wollen wir Arbeitnehmer Verbesserungen durchsetzen. Eine Hinhaltetaktik und kategorische Milde schaden also vor allem uns selbst. Als Dank für einseitige Nettigkeit wird uns die TdL keine Braunülenlänge weit entgegen kommen. Den Arbeitgebern kann das im Kern egal sein, wenn sich die Verhandlungen wie Kaugummi ziehen. Das gibt ihnen im Zweifel noch Munition für die nächste Tarifrunde, wo dann mit Verweis auf die eben erst getroffenen Zugeständnisse auf ein Neues blockiert wird.
Ich sehe wirklich keinen Vorteil darin, anders als "Hit Fast & Hit Hard" zu taktieren. Vor allem nach dem Exempel des letzten Jahres. Wenn die Taktik Murks ist, ändere sie.
Holthusen
19.08.2022, 19:14
Warnstreik? Warum nicht. Vllt auch mal länger als ein Tag, damit es auch Effekte gibt. Die Pflege in NRW hat das doch ganz gut hinbekommen, auch wenn es Monate waren. Warzum nicht?
wir sind kritische Infrastruktur und international stark nachgefragte Humanressource. Dies sollte auch mit objektiver Wertschätzung verknüpft sein.
Wer ist wir?
Assis? Never ever. Wertschätzung in der Regel (leider!!!) nicht vorhanden, dafür Austauschbarkeit. Ich finde lediglich Bezahlung und Belastung durch Dienste sehr unattraktiv, Grundgehalt für Weiterbildung ok. Da ist ein Warnstreik immer mal gut.
NitroBacter
19.08.2022, 19:33
Ich sehe wirklich keinen Vorteil darin, anders als "Hit Fast & Hit Hard" zu taktieren. Vor allem nach dem Exempel des letzten Jahres. Wenn die Taktik Murks ist, ändere sie.
Dito, genauso handhabt es die Gegenseite auch und baut noch darauf dem MB mit harten Worten den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Tarifverhandlungen sind aber kein Mystery-Roman, und auch keine Gerichtsverhandlung zwischen einem Piraten und seiner polyamorösen Viper von einer Ex. Was sollte das denn für ein Kracherargument sein, das der MB über zig Tarifrunden lang geheim halten könnte, nur um damit in letzter Instanz mit einer brachialen Zündung im Rahmen eines geschichtsträchtigen Comebacks seine Forderungen durchzusetzen? (...)OMG so viel Story. Es ging um die Pressemitteilungen und Präsentation in der Öffentlichkeit, nicht um die tatsächliche Strategie. Ich halte den Stil des MBs für besser, als eine feurige. Abschließend sollten Forderungen schon durchgesetzt sein.
Endoplasmatisches Reticulum
19.08.2022, 20:09
OMG so viel Story.
Wenn das für dich schon viel Text ist, dann kann ich nachvollziehen, dass der anämische Stil des MB genau dein Ding ist. :)
Es ging um die Pressemitteilungen und Präsentation in der Öffentlichkeit, nicht um die tatsächliche Strategie.
Gab es dazwischen denn in der relevanten Vergangenheit eine erkennbare Diskrepanz?
Zu viel Story, nicht zu viel Text, wobei in Fall des obigen Postings beides. Ja, wir sind ziemlich offensichtlich grundverschieden.
Du denkst, dass eine vollblutige Kommunikation bessere Ergebnisse erbracht hätte?
Endoplasmatisches Reticulum
19.08.2022, 20:25
Ne! Es ging entgegen deiner Behauptung nicht ausschließlich um die Kommunikationsweise in Pressemitteilungen, sondern ums gesamte Verhandlungsgebaren des MB.
Du hast die taktische Komponente auf den Tisch gelegt ("Lauerjäger ... wie ein Stein, aber voll der Killer"). Ich wüsste eben gerne, was das im Falle einer Tarifverhandlung sein soll und wie das realistisch funktionieren könnte. Klingt für mich nach Mystery-Roman. Also bevor du über Storytime meckerst - du hast angefangen! ;)
:-nix Ok, da ist unser Scheideweg für diesen Fall. Für mich ging es um die Pressemitteilung, weil ich die Schärfe der tatsächlichen Sitzungen nicht kenne. Leider habe ich keine Gegendarstellung von der TdL gefunden.
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