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Dooly
12.07.2022, 20:45
Die erste Wasserstandsmeldung ist heute veröffentlich worden. https://www.marburger-bund.de/bundesverband/meldungen/auftakt-tarifverhandlungen-tdl
Leider habe ich keine Pressemitteilung der TdL gefunden. Deren Darstellung des unten aufgeführten Zitats vom MB wäre ja mal interessant.

Solidarität?
Besonders erstaunlich waren die Einlassungen der Arbeitgeber, als sie von den Ärztinnen und Ärzten forderten, sich solidarisch mit jenen zu zeigen, die durch Krieg und Inflation besonders belastet seien. Zwar bestünde eine hohe Wertschätzung gegenüber der Arbeit der Ärztinnen und Ärzte gerade an den Uniklinika, diese könne sich aber, so die wenig verhohlene Drohung, auch öffentlich schnell in Unverständnis wandeln, sollte an den Forderungen festgehalten werden.

Nefazodon
12.07.2022, 20:58
@Dooly: Na, das klingt ja schon wieder fabelhaft. Das lässt Böses ahnen....

Endoplasmatisches Reticulum
12.07.2022, 21:37
Trinkspiel oder Bingo?

Nefazodon
12.07.2022, 23:05
Trinkspiel oder Bingo?

Warum nicht beides verbinden? Bullshit-Bingo Trinkspiel....

Salatsultan
13.07.2022, 11:02
Die Aussage der TdL ist Sinngemäß so gefallen. Auch das die Arbeit zu ungünstigen Zeiten halt, anders als bei Finanzbeamten, zum ärztlichen Beruf dazugehört als Kommentar zu den Zuschlägen bei Regelarbeit.

Es bleibt spannend für die weiteren Verhandlungen.

Dooly
13.07.2022, 11:31
Ja, das war meine zweitliebste Aussage.
Überhaupt wüsste man als Arzt und Ärztin bereits beim Einstieg, worauf man sich einließe. Besondere Belastungen gehörten – anders als bei Finanzbeamten (sic!) – schließlich zum Beruf und müssten nicht durch Zuschläge abgegolten werden.Ich liebs ^^ 🤡

Ich muss sagen, da hält die TdL auch den Finger direkt in die Wunde. Das Bedürfnis, sich profilieren zu wollen in Kombination mit der privilegierten Wahrnehmung des ärztlichen Berufs in der Gesellschaft ist halt echt ein Problem, das eine bedachte Öffentlichkeitsarbeit fordert. Selbst die nicht-wissenschaftlichen Angestellten von Verdi an den NRW UKs spüren ja mittlerweile die Ablehnung eines nicht so geringen Teils der Gesellschaft.
BTW, Verdi hat für das Abfertigungspersonal vom Flughafen in Düsseldorf Gehaltserhöhungen zwischen 8,2 und 18 % erwirkt. https://nrw.verdi.de/presse/pressemitteilungen/++co++ef05bc14-01d1-11ed-b77b-001a4a160100
Da frag ich mich, ob das nicht ein geschicktes Vorgehen ist, für kleine Gruppen auszuhandeln statt für große. Es ist ja doch ein Unterschied, ob man in einer niedrigen Gehaltsstufe für einen ungelernten Beruf x % mehr zahlen muss, oder für tausende akademische Stellen. Die Bewegung Notruf NRW betont ja insbesondere die Einigkeit aller nicht-wiss. Arbeitsbereiche aber vielleicht sind das echt einfach zu viele zu unterschiedliche Berufe, Gehalts- und Qualifikationsklassen. Wir sollten auch TVs für FÄ alleine und ÄiW alleine haben. XD

freak1
13.07.2022, 19:07
Tja und in 10 Jahren stehen dann alle mit ganz großen Augen da und fragen sich, warum es keine Ärzte mehr für die Dienste und tagtägliche Versorgung in den Unis gibt... Hat keiner kommen sehen... Sofortige Erleichterung für Approbation für Nicht-EU Ärzte!!!

anignu
13.07.2022, 22:43
BTW, Verdi hat für das Abfertigungspersonal vom Flughafen in Düsseldorf Gehaltserhöhungen zwischen 8,2 und 18 % erwirkt.
Ja, das Ziel war dass man DEUTLICH über dem Mindestlohn bleibt. Weils sonst so unattraktiv ist. Man hat 13,08€ geschafft. Also 108 Cent über dem Mindestlohn. Rein rechnerisch geht damit schonmal die Hälfte der 18% rein durch die gesetzlich verpflichtende Erhöhung des Mindestlohns drauf und da wollte man aufgrund der aktuell katastrophalen Zustände nochmal massiv drüber bleiben. Nen ganzen Euro. Und wird gelobt hier.

Für mich spannend und wirklich wegweisend wird die IG Metall und hier speziell die Runde Metall und Elektro. Gut organisierte Gewerkschaft, hohe Mitgliederzahlen und schon ein eher höheres Gehalt. Da wird spannend was rauskommt. Nicht bei den Prozenten von Verhandlungen um den gesetzlichen Mindestlohn rum...

Banane123
14.07.2022, 05:15
Nen ganzen Euro. Und wird gelobt hier.

Entspricht doch in etwa der Lohnsteigerung, die der MB für die Ärzte in der EG 1 im TVÖD erreicht hat...etwa 1€/h.

Dooly
14.07.2022, 08:08
Ja, das Ziel war dass man DEUTLICH über dem Mindestlohn bleibt. Weils sonst so unattraktiv ist. Man hat 13,08€ geschafft. Also 108 Cent über dem Mindestlohn. Rein rechnerisch geht damit schonmal die Hälfte der 18% rein durch die gesetzlich verpflichtende Erhöhung des Mindestlohns drauf und da wollte man aufgrund der aktuell katastrophalen Zustände nochmal massiv drüber bleiben. Nen ganzen Euro. Und wird gelobt hier.

Für mich spannend und wirklich wegweisend wird die IG Metall und hier speziell die Runde Metall und Elektro. Gut organisierte Gewerkschaft, hohe Mitgliederzahlen und schon ein eher höheres Gehalt. Da wird spannend was rauskommt. Nicht bei den Prozenten von Verhandlungen um den gesetzlichen Mindestlohn rum...Ich kapiere den ganzen Text nicht. Woher weißt du, was das Ziel war und welche Berufsgruppe wie viel Prozent bekommen hat? Mit dem bisherigen Mindestlohn +18 % kommt man immer noch nicht auf den zukünftigen Mindestlohn von 12 €?

Wie ich oben geschrieben habe, stimme ich zu, dass man uns und das Abfertigungspersonal am Flughafen nicht vergleichen kann, aber in wiefern erwartest du, das IGM wegweisend sein könnte? Ich halte ausschließlich die VKA Verhandlungen für uns für wegweisend.

Thomas24
14.07.2022, 08:55
Für mich spannend und wirklich wegweisend wird die IG Metall und hier speziell die Runde Metall und Elektro. Gut organisierte Gewerkschaft, hohe Mitgliederzahlen und schon ein eher höheres Gehalt. Da wird spannend was rauskommt. Nicht bei den Prozenten von Verhandlungen um den gesetzlichen Mindestlohn rum...

Wobei man als durchschnittlicher Bürger den IG Metallern leider einen möglichst geringen Tarifabschluss wünschen muss, a) damit andere Sektoren sich nicht an den absurden Forderungen der IG Metall orientieren, sondern gemäßigte Abschlüsse abschließen, die der realökonomischen Situation entsprechen und b) die Inflation nicht noch weiter angeheizt wird (Stichwort: Lohn- Preis Spirale).
Natürlich kümmert sich die IG Metall erstmal um die Interessen der eigenen Mitglieder und schert sich einen Kehrricht darum, wie desaströs und asozial sich eine dauerhafte festsetzende Inflation für andere Teile der Bevölkerung auswirken sollte - schon gar nicht im Niedriglohnbereich. Das sind ja nicht deren Mitglieder.

Zur Einordnung der übergeordneten Großwetterlage
Der Stichtag ist ja der 22 Juli. An dem Tag ist die ...Wartung... von Nordstream 1 vorbei. Wenn wir wieder Zugang zu russ. Erdgas bekommen, zahlt unsere Volkswirtschaft (ähem, Industrienation, ähem...) zwar noch immer 5x soviel für Wärme/ Energie wie unsere Hauptkonkurrenten auf den Weltmärkten- aber unser Land hat eine Zukunft, wenn auch deutlich düsterer- mit deutlichen Wohlstandsverlusten breiter Bevölkerungsschichten, sozialen Spannungen usw. Wenn aber ab dem 22 Juli dauerhaft die Gasflows wegbleiben, dann hat auch die IG Metall andere Sorgen als Tarifabschlüsse- dann geht es darum, überhaupt Arbeitsplätze zu erhalten*. In diesem Worst Case Szenario wird sich die Politik einige ernsthafte Fragen bezüglich der Westbindung/ Positionierung im Ukrainekonflikt und ihrer verfehlten Energiewende stellen müssen. Und ich hoffe, Sie wird sich dann ihrer Verantwortung für die Bevölkerung erinnern. Frei nach Brecht: zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.

*Unser befreundeter Nachbar im Westen ist zwar der größte Energieexporteur der Welt, aber ca. 50% der Reaktorflotte von EDF ist derzeit wegen Wartungsarbeiten offline. Von Frankreich dürfen wir uns- nicht wie in den letzten Jahren, als wir fleißig französische Atomstrom und polnischen Kohlestrom importiert haben- derzeit leider keine Hilfe erwarten.

Nefazodon
14.07.2022, 10:37
Die Aussage der TdL ist Sinngemäß so gefallen. Auch das die Arbeit zu ungünstigen Zeiten halt, anders als bei Finanzbeamten, zum ärztlichen Beruf dazugehört als Kommentar zu den Zuschlägen bei Regelarbeit.

Es bleibt spannend für die weiteren Verhandlungen.

Wobei dieser Umstand alleine ja kein Grund ist, die Arbeit nicht besser zu entlohnen....

Wie auch immer...da kann man nur hoffen, dass einige junge Menschen, die mit dem Gedanken spielen Ärztin oder Arzt zu werden diesen Kommentar der TdL lesen und sich zu Herzen nehmen

Endoplasmatisches Reticulum
14.07.2022, 10:53
Natürlich kümmert sich die IG Metall erstmal um die Interessen der eigenen Mitglieder und schert sich einen Kehrricht darum, wie desaströs und asozial sich eine dauerhafte festsetzende Inflation für andere Teile der Bevölkerung auswirken sollte - schon gar nicht im Niedriglohnbereich. Das sind ja nicht deren Mitglieder.
Lohn-Preis-Spirale ist insofern schwierig, als dass der Trigger hier ein exogener Stimulus war (Covid + Krieg). Somit zieht der Lohn der bereits erfolgten Inflation hinterher. Täte er das nicht, hätten wir ja bereits einen dauerhaften Wertverlust. Historisch ist die Evidenzlage in so einem Fall alles andere als eindeutig.

Natürlich agiert die Gewerkschaft im Interesse ihrer Mitglieder. Das ist ihr Job. Bewusst niedrige Abschlüsse zur Inflationseindämmung würden nicht funktionieren. Da ist man in der Spieltheorie. Jede Gewerkschaft müsste antizipieren, dass jede andere Gewerkschaft auch niedrige Abschlüsse in derselben Intention erziehlt. Andernfalls wäre man die einzige Gewerkschaft, die das täte, und würde die vertretenen Arbeiter bewusst gegenüber allen anderen benachteiligen. Und wenn fast alle Gewerkschaften das täten, wären die verbleibenden unter starkem Zugzwang, die Gunst der Stunde zu ergreifen und durch einen besonders hohen Abschluss ihre Mitglieder besser zu stellen. Sähen sie diese Möglichkeit und würden sie nicht bewusst ergreifen, würden sie wiederum ihrer Verpflichtung nicht nachkommen.

Alles hochgradig spekulativ.

Nefazodon
14.07.2022, 11:04
Wobei man als durchschnittlicher Bürger den IG Metallern leider einen möglichst geringen Tarifabschluss wünschen muss, a) damit andere Sektoren sich nicht an den absurden Forderungen der IG Metall orientieren, sondern gemäßigte Abschlüsse abschließen, die der realökonomischen Situation entsprechen und b) die Inflation nicht noch weiter angeheizt wird (Stichwort: Lohn- Preis Spirale).


Aber ein einseitiger Verzicht der IG Metall wird die Lohn-Preis-Spirale nicht aufhalten.
Alleine schon deshalb, weil es doch eigentlich eine Preis-Lohn-Spirale ist?;-)


Natürlich kümmert sich die IG Metall erstmal um die Interessen der eigenen Mitglieder und schert sich einen Kehrricht darum, wie desaströs und asozial sich eine dauerhafte festsetzende Inflation für andere Teile der Bevölkerung auswirken sollte - schon gar nicht im Niedriglohnbereich. Das sind ja nicht deren Mitglieder.


Natürlich kümmert man sich zuerst um sein Klientel. Genau das ist Aufgabe einer Gewerkschaft und Interessenvertretung.
Ansonsten ist sie ohne Nutzen für die Mitglieder und macht sich damit selbst überflüssig.

Und ganz ehrlich...warum sollten ausgerechnet die Mitglieder der IG Metall zum Wohle Aller verzichten ohne etwas dafür zu bekommen?

Genauso realistisch wäre es, zu fordern, dass die Unternehmen doch bitte darauf verzichten sollten, die Preise zu erhöhen, um die Inflation nicht weiter anzuheizen....sollen die doch auf einen Teil ihres Gewinns verzichten und beispielsweise die Dividende zusammenstreichen. Das ist nicht realistisch. :-keks

Es versucht nunmal jeder den Schaden für sich selbst möglich gering zu halten. :-nix

Jetzt sind wir zwar OT, aber ich möchte dem Folgenden auch etwas entgegnen:


Zur Einordnung der übergeordneten Großwetterlage
Der Stichtag ist ja der 22 Juli. An dem Tag ist die ...Wartung... von Nordstream 1 vorbei. Wenn wir wieder Zugang zu russ. Erdgas bekommen, zahlt unsere Volkswirtschaft (ähem, Industrienation, ähem...) zwar noch immer 5x soviel für Wärme/ Energie wie unsere Hauptkonkurrenten auf den Weltmärkten- aber unser Land hat eine Zukunft, wenn auch deutlich düsterer- mit deutlichen Wohlstandsverlusten breiter Bevölkerungsschichten, sozialen Spannungen usw. Wenn aber ab dem 22 Juli dauerhaft die Gasflows wegbleiben, dann hat auch die IG Metall andere Sorgen als Tarifabschlüsse- dann geht es darum, überhaupt Arbeitsplätze zu erhalten*. In diesem Worst Case Szenario wird sich die Politik einige ernsthafte Fragen bezüglich der Westbindung/ Positionierung im Ukrainekonflikt und ihrer verfehlten Energiewende stellen müssen. Und ich hoffe, Sie wird sich dann ihrer Verantwortung für die Bevölkerung erinnern. Frei nach Brecht: zuerst kommt das Fressen, dann die Moral.

Die Aussichten haben sich definitiv *ähm* deutlich eingetrübt. Allerdings ist Deutschland immer noch eines der reichsten Länder der Welt.
Und die Geschichte zeigt nunmal, dass Phasen von Wohlstand und Frieden nicht ewig währen. Vielleicht haben wir uns die letzten Jahre einfach zu sehr in Sicherheit gewähnt und waren zu sorglos?!

Wieviel und was man da wirlich der Politik vorwerfen kann, muss man glaube ich differenziert betrachten....
Was ist denn für dich die Alternative zur Westbindung, wenn Du schon so einen großen politischen Begriff ins Spiel bringst? Und was ist die Alternative dazu, jetzt auf der Seite der Ukraine zu stehen?
Wenn Russland mit seinem Vorgehen mittelfristig Erfolg haben sollte, und der Preis nicht hoch genug wäre, hätte das vermutlich schwere geopolitische Folgen....
Es gibt auch noch andere große Player, die gierig auf abtrünnige *Provinzen* blicken....
Ich befürchte uns steht da eventuell noch ein ganz anderer Konflikt ins Haus in Zukunft.

Dooly
14.07.2022, 11:06
Und sehr verwirrend. Man wird in letzter Zeit ja geflutet von Informationen und Meinungen zur Lohn-Preis-Spirale, da fällt mir das Sondieren der Infos und eigene Meinung bilden echt schwer. :(

Endoplasmatisches Reticulum
14.07.2022, 11:17
Und sehr verwirrend. Man wird in letzter Zeit ja geflutet von Informationen und Meinungen zur Lohn-Preis-Spirale, da fällt mir das Sondieren der Infos und eigene Meinung bilden echt schwer. :(

https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jmcb.12449

Auch historisch schwierige Evidenzlage. Die Lohn-Preis-Spirale ist ja als Begrifflichkeit v.a. in den 60er/70er Jahren in den Volksmund gespült worden und war vor allem mit der Ölkrise assoziiert. Auch dort ging die Inflation voraus, exogene Faktoren (Öl) wirkten als Hebel, die Löhne zogen nach. Am Ende haben sich Löhne und Preise etwa gleichbleibend zueinander für eine Weile erhöht und am Ende stabilisiert. Was passiert wäre, wenn die Löhne nicht nachgezogen hätten, ist doch eher spekulativer Natur.

Personalkosten machen in Unternehmen keine 100 % der Betriebskosten aus. Das heißt wenn ich z.B. die Gehälter um 10 % erhöhe, steigen nicht alle Preise um 10 % - sondern vielleicht eher um 5 %. Dann fordere ich wieder 5 % mehr Gehalt zum Ausgleich, dadurch steigen die Preise vielleicht 2-3 %. Deshalb gibt es auch die Idee der Lohn-Preis-"Rampe", die langsam ausebbt. Für eine echte Spirale müssten die Unternehmen bei jeder prozentualen Lohnerhöhung ihre Preise überproportional anheben. Es ist daher durchaus fraglich, ob einer Inflation hinterherlaufende Lohnsteigerungen überhaupt in der Lage sind, eine Lohn-Preis-Spirale anzutreiben.

Dazu muss man aber auch einwenden, dass Ökonomie in Krisenzeiten keine sehr harte Wissenschaft ist. Fünf Leute, 10 Meinungen, rückblickend ist es sehr leicht, sich fürs Rechthaben auf die Schulter zu klopfen oder Gründe fürs Falschliegen zu finden.

SineNomine
14.07.2022, 17:26
Wobei man als durchschnittlicher Bürger den IG Metallern leider einen möglichst geringen Tarifabschluss wünschen muss, a) damit andere Sektoren sich nicht an den absurden Forderungen der IG Metall orientieren, sondern gemäßigte Abschlüsse abschließen, die der realökonomischen Situation entsprechen und b) die Inflation nicht noch weiter angeheizt wird (Stichwort: Lohn- Preis Spirale).

Das ist Unsinn. Wenn man das zuende denkt, muss man als Deutschland dann aus dem Euro aussteigen, um wieder mit unabhängiger Zentralbank inflatiosnregulierend eingreifen zu können (Stichwort longh-preis-spirale ... haha). In letzter Konsequenz ein Dexit. Kann man schon so wollen. ebenso wie man wollen kann, dass möglichst alle Lohnabschlüsse moderat sind. Sinn machts keinen.



Genauso realistisch wäre es, zu fordern, dass die Unternehmen doch bitte darauf verzichten sollten, die Preise zu erhöhen, um die Inflation nicht weiter anzuheizen....sollen die doch auf einen Teil ihres Gewinns verzichten

So ist es. Man könnte einfach weiter russisches Gas beziehen oder Unternehmensgewinne verstaatlichen und auf die Arbeitnehmer umlegen oder Brotfestpreise einführen oder aus dem Euro aussteigen oder auf Arbeitslohn verzichten. Na, Lust auf die oben genannten Ideen bekommen?

Man kann natürlich vieles. Aber nNur weil mans kann, heißt es lange nicht, dass es sinnhaft ist. Ein einseitiger Lohnverzicht ist es mithin nicht.

Salatsultan
15.07.2022, 12:04
Wobei dieser Umstand alleine ja kein Grund ist, die Arbeit nicht besser zu entlohnen....

Wie auch immer...da kann man nur hoffen, dass einige junge Menschen, die mit dem Gedanken spielen Ärztin oder Arzt zu werden diesen Kommentar der TdL lesen und sich zu Herzen nehmen

In unserer Berufsordnung steht dazu auch nichts. Aber ich bin mir sicher die TdL wird das beim nächsten Verhandlungstermin noch konkretisieren oder erklären ;)

Dooly
16.07.2022, 02:20
Dazu muss man aber auch einwenden, dass Ökonomie in Krisenzeiten keine sehr harte Wissenschaft ist. Fünf Leute, 10 Meinungen, rückblickend ist es sehr leicht, sich fürs Rechthaben auf die Schulter zu klopfen oder Gründe fürs Falschliegen zu finden.Jo, das kann ich mir gut vorstellen. Danke fürs Verlinken des Papers. Hab es für später gespeichert.

Salatsultan, bist du bei den Verhandlungen dabei? Fänd nen Stream geil, wie aus dem Bundestag.

Salatsultan
16.07.2022, 21:58
Ich bin Teil der Verhandlungskomission. Muss einmal die Verschwiegenheitsaspekte beim nächsten Termin abklären. Über Allgemeine Stimmung darf man bestimmt was erzählen, live tweeten wird vermutlich schwierig ;)