Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was haltet Ihr von Homöopathie?
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Ich bin mir fast sicher, würde es wie bei den Homöopathen anständig (und ohne Stress mit irgendwelchen Abrechnungsstellen) bezahlt werden, würde sich auch ein normaler Niedergelassener gut und gerne zwei Stunden Zeit für eine entsprechende "Erstanamnese" nehmen.
Tellerrand
12.09.2013, 11:08
Ein paar interessante Aussagen von Eckart von Hirschhausen in der Sendung "Maischberger" vom 10.09.2013:
"Hirschhausen glaubt an Selbstheilungskräfte - Wenn er denn konnte, gab sich Hirschhausen im Laufe der Sendung zwar als Homöopathie-Skeptiker zu erkennen, sagte aber auch Sätze wie "Wir können viel von der Homöopathie lernen" oder "Die Schulmedizin ist selber schuld am Erfolg der Homöopathen". Anders als der Rest der Skeptiker verteufelte er Homöopathie nicht grundsätzlich. Für Hirschhausen war die wichtige Frage, warum jemand zum Homöopathen gehe, wo also der Grund seiner Krankheit liege.
Nur wenn durch alternative Medizin wie Homöopathie eine Therapie unterlassen werde, also zum Beispiel eine Krebsbehandlung zu spät begonnen werde, sei das "ein wirklich großer Schaden". Ansonsten könne Homöopathie durchaus hilfreich sein. Gerade, weil sie die Selbstheilungskräfte der Menschen fordere und nicht immer eine Gegenreaktion, sprich Nebenwirkungen, wie eben die klassische Medizin hervorrufe."
Quelle: http://www.welt.de/vermischtes/article119900633/Globuli-essende-Homoeopathen-gegen-Schulmedizin.html
Eckart von Hirschhausen ist ein famoser Selbstdarsteller, der sich hervorragend zu inszenieren und zu verkaufen weiß. Das sei unbestritten.
In dieser Sendung hat er aber - abgesehen davon, dass die Welt keine Quelle, sondern teures, minderwertiges Klopapier ist - nur dümmlich dahergeschwurbelt, ohne dabei auch sachlich irgendwas gesagt zu haben.
"Wir können viel von der Homöopathie lernen"
Nein. Können wir nicht. Die Homöopathie hat keinerlei Antworten für gar nichts zu bieten. Nur ein nachweislich falsches, rein dogmatisches System, das eigenständiges Denken verbietet und Weiterentwicklung pauschal verdammt.
Homöopathen sind Abzocker.
Und dass Patienten sich besser fühlen, wenn der Therapeut sich Zeit für sie nehmen kann, ist ein alter Hut, für die Erkenntnis braucht kein Mensch die Homöopathie.
Seit DRG, Fallpauschalen und Kodierungswahnsinn ist sowas in der wissenschaftlichen Medizin aber einfach nicht mehr im notwendigen Ausmaß drin. Die Politik will halt kein Geld fürs Gesundheitssystem hergeben.
Man schaue sich nur mal an, wie viel Zeit Ärzte tatsächlich mit Patienten verbringen. Und wie viel mit patientenfernen Dokumentations- und Kodierungsleistungen. Oder was auch immer.
"Die Schulmedizin ist selber schuld am Erfolg der Homöopathen"
Schwachsinn.
Schuld sind die, die dafür gesorgt haben, dass Ärzte sich keine Zeit mehr für ihre Patienten nehmen können, weil sie mit nichtärztlichem Kodierschei** beschäftigt sind.
Gerade, weil sie die Selbstheilungskräfte der Menschen fordere und nicht immer eine Gegenreaktion, sprich Nebenwirkungen, wie eben die klassische Medizin hervorrufe."
Der Ausdruck "Selbstheilungskräfte" an sich ist inhaltsleeres Geschwurbel von Leuten, die sachlich nichts zu bieten haben, aber was sagen wollen, was toll klingt.
Und von Hirschhausen sollte es besser wissen, als von "Gegenreaktionen" zu faseln. Das klingt nämlich so, als würde der Körper sich gegen die pöööööhse CHEMIE! wehren, die ihm der Arzt verordnet. Und das ist einfach nur dümmliches Geschwurbel.
Weil Nebenwirkungen einfach keine "Gegenreaktionen" sind. Nebenwirkungen kommen zustande, weil unsere Medikamente - so spezifisch sie auch sein mögen - einfach nicht perfekt hundertprozentig nur am gewünschten Ziel wirken, sondern auch an extrem ähnlichen. Doof, aber zumindest momentan nicht zu ändern.
Nebenbei.
Ich finde Eckart von Hirschhausen durchaus sehr unterhaltsam.
Aber er verfährt hier nach dem Motto "Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass"
Einerseits versucht er, Homöopathie-Skeptiker zu sein, andererseits will er natürlich auch, dass Homöopathisten seine Werke kaufen.
Der Mann will ja auch leben.
Dummerweise kommt dabei halt letztendlich nur Geschwurbel heraus.
Die Diskussion über den Nutzen und die Wirksamkeit der Homöopathie ist seit Jahren geführt.
Sie nutzt nix. Sie wirkt nicht. Sie ist überflüssig und kostet jährlich Millionen, teilweise sogar aus Kassenleistungen.
Geld, das anderswo vernünftiger investiert werden könnte.
Zum Beispiel, um es Ärzten zu ermöglichen, sich endlich wieder adäquat um ihre Patienten zu kümmern.
Aber nein, wir geben lieber massenhaft Geld für esoterischen Hokuspokus aus, der nachweislich nutzlos ist.
Feuerblick
12.09.2013, 17:43
*grins* Soso, die Homöopathie aktiviert die Selbstheilungskräfte? Will er etwa andeuten, dass diese Mittelchen gar nicht wirken und der Körper das tut, was er auch ohne Homöopathie getan hätte... nämlich bei Befindlichkeitsstörungen und leichten Erkrankungen selbst gesund werden? :-))
Und ja, die Schulmedizin ist selbst schuld... d.h. eigentlich die, die am grünen Tisch vorrechnen, wieviele Ärzte für wie viele Patienten ausreichend sind und wie viel (eher wenig) Zeit man für einen Patienten zur Verfügung hat. Stimmt... Herr von Hirschhausen weiß schon, wie man Dinge formuliert, damit man zwar eigentlich Negatives sagt, aber positiv rüberkommt. Und die Homöopathie-Fans sind voll drauf reingefallen :-))
Die Argumente pro Homöopathie gibt es hier in einer netten Übersicht:
http://www.sheng-fui.de/aktuell/homoopathie-bullshit-bingo/
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