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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was haltet Ihr von Homöopathie?



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milz
28.07.2007, 19:08
Noch ein Beispiel. Kind mit Neurodermitis:

http://f17.parsimony.net/forum30362/messages/6618.htm

"ich war schon bei 3 Homöopathen/Bioresonanzler, aber niemand konnte mir bisher helfen. Vielleicht ihr ?"


Ich will damit nur sagen, das Homöopathie und der restliche Eso-Schwachsinn nicht harmlos ist.

Blondi
28.07.2007, 19:35
Ganz so einfach ist das mit dem Placeboeffekt auch nicht, da alles mit der Glaubwürdigkeit steht und fällt. Beispielsweise wurde die Angina pectoris in den Fünfziger Jahren mit einer Ligatur der A.thoracica interna "therapiert". Die Symptome verschwanden nach der Operation; allerdings stellte sich später heraus, dass das gleiche Ergebnis erzielt wurde, wenn man einfach nur den Brustkorb aufsägte, nichts machte und wieder zunähte. Scheinbar war das ganze beeindruckende Drumrum einer großen OP fähig, bestimmte vegetative Schaltkreise umzustellen und somit einen echten Effekt zu erzielen.

Denn letzten Endes ist das autonome Nervensystem für alle wichtigen Regelungsparameter wie Blutdruck, Herzfrequenz und zirkadiane Rhythmen des gesamten Organismus zuständig, außerdem über Hypothalamus/Hypophyse eng an das endokrine System gekoppelt. Es handelt sich also nicht um eine psychische, sondern eine organische Wirkung. Oder besser gesagt ist es eine grobe Vereinfachung, diese beiden als getrennt zu betrachten.

Noch etwas: Wer hat je bewiesen, dass es bei Tieren keinen Placeboeffekt geben kann? Wissen wir denn, wie die Psyche der Tiere funktioniert, wie sie ihre Welt erleben? Hat diesbezüglich schon jemand etwas beweisen können?

christo
29.07.2007, 00:31
Mein Gott warum reiten den alle auf diesem $c%&$$ Placepo-Effekt rum. Die Kernthese der Homöopathen beruht doch hoffentlich nicht nur auf diesem?
Ansonsten könnten wir uns die ganze Diskussion sparen.
Warum wird der ganze Mist von der Presse so verteidigt? Wenn du dein Kind "homöopathisch impfst" schaut dich noch nicht mal einer schief an.
"Sanft" ist das Unwort des Jahrhunderts in der Medizin, nie wurde soviel Schwachsinn mit einem einzigen Schlagwort verkauft.
Kinder sterben wieder an den Folgen von Strep-Infektionen, oder, noch besser, scheiden während der Geburt in Geburtshäusern dahin, weil die meisten Hebammen die sowas anbieten noch nicht mal reanimieren können.
Viel Spaß beim verdünnen.

Super-Doc
29.07.2007, 07:50
Ob sowas denn strafbar ist? Ein Kind mit einer offensichtlich bakteriell oder viral bedingten Infektion nicht adäquat zu behandeln sondern mit Humbug-Globuli vollzupumpen?

Falls das Kind überleben sollte und Spätschäden (Masern) davonträgt, könnte es doch später die Eltern verklagen.
Daß da niemand einschreitet, ich glaubs einfach ned.

Da läßt jmd sein Kind das offensichtlich an Asthma leidet lieber verrecken anstatt es einem Arzt zuzuführen oder Berotec nur im Notfall falls Globuli auch nichts mehr helfen.
Diesen Menschen ist meiner Meinung nach nicht mehr zu helfen.

Aber mit Placebo-Effekt hat das Ganze absolut nichts zu tun, das ist ne andere Baustelle.

Derma
29.07.2007, 11:27
Aber mit Placebo-Effekt hat das Ganze absolut nichts zu tun, das ist ne andere Baustelle.Nochwas zum Thema Placeboeffekt:

Die Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur (http://www.daegfa.de/Patientenportal/ChinMed_Laser-Akupunktur.aspx) sagt zur zur Laserakupunktur:


Wer sich vor einer Behandlungsmethode [gemeint ist das Einstechen der Nadeln] fürchtet, hat weniger Heilungschancen als ein Patient, der einem Verfahren hundertprozentig vertraut. Für Ängstliche ist die Laser-Akupunktur also ideal, außerdem hilft sie bei speziellen Gesundheits-problemen besonders gut.Welche speziellen Gesundheitsprobleme damit wohl gemeint sind?

An der Ruhr Uni Bochum hat es anscheinend (Link (http://www.webermedical.com/17/indikation.html))
eine Studie zur Anwendung der Lasernadelakupunktur bei orthopädischen Problemen gegeben:


Nach einer [.....] in Zusammenarbeit mit der Ruhr-Universtiät Bochum durchgeführten Doppelblindstudie bei Wirbelsäulenerkrankungen zeigte sich jedoch, das eine reine Rotlichtlaserakupunktur tiefe Akupunkturpunkte nicht ausreichend stimuliert und somit die Therapieerfolge auf Placebo-Niveau lagen.[.....]Aber ....:


Nach Einführung der Hochleistungsinfrarotlaser in die Lasernadeltherapie wurden diese Daten erneut erhoben und es zeigte sich, dass mit dem Infrarotlaser wesentlich bessere klinische Wirkungen nachzuweisen waren. [.....]
Mit dem neuartigen .....System wurden bisher mehrere hunderttausend Behandlungen durchgeführt, wobei insgesamt die klinischen Wirkungen denen einer normalen Nadelakupunktur nicht nur gleichwertig, sondern in vielen Fällen auch überlegen ist. Insgesamt empfanden die Patienten die Behandlungen subjektiv als wesentlich intensiver als mit reiner Rotlichtlasertherapie. Nebenwirkungen traten in keinem Fall auf.War das auch eine Doppelblindstudie? ;-)

christo
31.07.2007, 12:30
Das muss man einfach gelesen haben, ist an Dummheit echt nicht zu toppen:

Trotz Prophylaxe Borreliose (http://www.lage-roy.de/forum/viewtopic.php?t=650)



Und hier noch einer aus meiner Best-of-Heilpraktiker&Sanfte-Medizin:

Seit 5 Wochen Scharlach (http://www.lage-roy.de/forum/viewtopic.php?t=423)

Meuli
31.07.2007, 12:36
Aaaaaaaaaaaaaaarrrrrrrrrrggggggggggggggghhhhhhhhhh hhhhhhhhh ... *sprachlos bin*

Blondi
04.08.2007, 00:12
Man muss sicherlich unterscheiden, um WELCHE Erkrankung es sich denn handelt. Nicht einmal in der Schulmedizin behandelt man alles auf die gleiche Art und Weise. Mittlerweile sind die häufigsten Leiden psychosomatisch und Dinge wie Rückenschmerzen et cetera, da ist Homoöpathie eventuell sogar die beste Lösung.

Fall es sich jedoch um ernsthafte Erkrankungen mit messbarem Hintergrund handelt, muss eine reguläre Behandlung erfolgen und die Verweigerung einer solchen strafrechtlich wie unterlassene Hilfeleistung bewertet werden.

DieAndere
12.08.2007, 19:45
..heißt das Zauberwort. Guten abend erst mal; ich bin neu in diesem Forum. Habe es durch Zufall entdeckt und mich erst mal eingelesen.
Um mich gleich zu outen; ich komme aus der "alternativen Ecke", gehe aber mit vielen Ansichten meiner Kollegen nicht konform.
Ganz besonders schade fand ich, daß der Thread über die Heilpraktikerprüfung - ist schon eine Weile her - geschlossen wurde und die anwesenden HP`s nicht den Mumm hatten, hier weiter zu diskutieren. Ich fand den Tenor hier nämlich eigentlich sehr offen - es wurde niemand beleidigt und persönlich angegriffen; die Reaktionen der Kollegen in ihrem eigenen Forum, indem man den Usern dieses Forums "Menschenverachtung" vorgeworfen hat, kann ich auch nicht nachvollziehen. Aber das ist nicht das Thema dieses Threads; sorrey fürs Abschweifen. :-wow
Ich persönlich würde mir auch mehr wissenschaftliche Arbeit und vor allem den Willen dazu von Seiten alternativer Heilmethoden wünschen.Denn dann könnte man auch mit vielen gefährlichen Ansichten aufräumen, die in alternativen Kreisen über die Schulmedizin kursieren.
Die Argumentation gegen Impfungen und Antibiosen kann ich persönlich schon lange nicht mehr hören - und diese Argumente kommen meistens verstärkt aus den Reihen der Homöopathie Befürworter.
Nosoden sind sicherlich als Impfersatz ungeeignet, zumal das Prinzip der Impfung der klassischen Homöopathie eigentlich völig widerspricht.
Es gab vor einiger Zeit mal einen sehr interessanten Artikel zum Thema Wirkmechanismus der Homöopathie im Deutschen Ärzteblatt.
Was mich persönlich angeht: daß tiefe Potenzen, die zwar sehr wenig Wirkstoff, aber immerhin noch Wirkstoff enthalten, etwas bewirken können (rein stofflich), kann ich mir ja noch vorstellen. Bei den hohen Potenzen habe ich da auch Schwierigkeiten - aber auch der Placebo-Effekt würde meiner Ansicht nach genügen, um die Homöopathie an zu wenden.
Wo es unschön wird ist immer dann, wenn man die Homöopathie mißbraucht um die Schulmedizin schlecht zu machen.
Und die Homöopathie hat, wie alle Therapien, auch Grenzen.
Und Grenzen überschritten worden sind in den beiden oben geposteten Links ganz klar:
Eine Borreliose gehört nun mal mit Antibiotika behandelt und Scharlach auch.
So - das war meine persönliche Ansicht der Dinge. :-meinung

Schönen abend alle miteinander!

DieAndere

KingLoui
12.08.2007, 22:28
Das muss man einfach gelesen haben, ist an Dummheit echt nicht zu toppen:

Trotz Prophylaxe Borreliose (http://www.lage-roy.de/forum/viewtopic.php?t=650)



Und hier noch einer aus meiner Best-of-Heilpraktiker&Sanfte-Medizin:

Seit 5 Wochen Scharlach (http://www.lage-roy.de/forum/viewtopic.php?t=423)

Also dieser Scharlachmutter gehört das Kind weggenommen :-meinung
Unglaublich!
Hab' gerade erst erlebt wie ein Patient mit Morbus Hodgkin von sogenannten Heilern dahin gebracht wurde, dass sein Körper eine einzige Metastase ist. Gut, das hat nichts mit Homöopathie zu tun, aber mit Alternativmedizin sollte man sehr vorsichtig sein, besonders als Laie.

DieAndere
13.08.2007, 09:12
>>Gut, das hat nichts mit Homöopathie zu tun, aber mit Alternativmedizin sollte man sehr vorsichtig sein, besonders als Laie.>>

Da hast Du meine volle Zustimmung! Die Verknüpfung von Naturmedizin und sanft ist in meinen Augen sowieso sehr fragwürdig; sanft ist die Natur im Allgemeinen nämlich nicht.
Schönes Beispiel, das ich hier immer wieder gerne anführe, ist die Varizen-Behandlung mit Hilfe von Blutegeln. Das ist alles andere als sanft; dagegen ist jedes Stripping geradezu Pille Palle. Noch dazu haben die Patienten dann eine erhöhtes Risiko, durch die Viecher eine Infektion zu erleiden, es bleiben nicht selten Narben zurück und das Nachbluten dauert schon mal so an die drei Tage.
Allerdings muß man die Blutegelbehandlung seit neuerem unter dem Schutz einer Antibiose durchführen, um die Infektionsgefahr zu verhindern.

milz
13.08.2007, 12:48
OT:

Allerdings muß man die Blutegelbehandlung seit neuerem unter dem Schutz einer Antibiose durchführen, um die Infektionsgefahr zu verhindern.Dann schadet es aber wahrscheinlich mehr als es nützt (unnötig AB). Das Infektionsrisiko ist glaube ich eher gering (nur Vermutung). Die Viecher werden extra gezüchtet, sind "Einmalartikel" und relativ sauber. (Von diabetischen Füßen u.a. infektions-sensiblen Bereichen würde ich mich damit aber rein gefühlsmäßig fernhalten, es sei denn Studien sagen was anderes.) Wie die Tiere bei Varizen helfen sollen ist mir unklar, die ausgesackten Gefäßwände lösen sich durch die Behandlung ja nicht in Luft auf.

Flauta
13.08.2007, 12:51
Meine Mutter will jetzt auch gerne die Blutegel an die Varizen lassen. Bei ner dt Heilpraktikerin weil bei uns im and sowas nicht legal ist....naja....

milz
13.08.2007, 12:53
OT:

Hab' gerade erst erlebt wie ein Patient mit Morbus Hodgkin von sogenannten Heilern dahin gebracht wurde, dass sein Körper eine einzige Metastase ist. Gut, das hat nichts mit Homöopathie zu tun, aber mit Alternativmedizin sollte man sehr vorsichtig sein, besonders als Laie.Hepatitis durch Schöllkraut, Leberschäden durch KavaKava, Nierenschäden durch chinesische Heilkräuter, mit Microcystinen belastete Algen.... Nicht alles was Bio ist und nichts nützt (außer dem Verkäufer) ist auch ungefährlich.

milz
13.08.2007, 13:22
OT:

Um mich gleich zu outen; ich komme aus der "alternativen Ecke", gehe aber mit vielen Ansichten meiner Kollegen nicht konform.
Ohne eine OT-Diskussion anfangen zu wollen (wobei zum Thema Homöopathie wahrscheinlich auch alles gesagt ist): Ich bin dafür dass das Heilpraktikertum verboten wird und zwar aus dem einfachen Grund: HP dürfen fast nichts, was medizinisch irgendwie wirksam ist und mit Wellness und Gesundheitsberatung lohnt sich keine Praxis. Da ist es kein Wunder, dass sich die meisten darauf spezialisieren esoterische ******* zu verkaufen. Und das wiederum ist für die meisten ethisch kein Problem, weil sie bildungsmäßig (Hauptschulabschluss genügt) und ohne reguläre Ausbildung (nicht vorgeschrieben, keine Praktika, nichts!) nie mit der Wissenschaft und selbstkritischem Denken in Berührung gekommen sind und von der objektiven Realität im Körper (Biochemie, Pathologie usw) keine Ahnung haben müssen. Dafür beschäftigt man sich dann nach der Amtsarztprüfung ersatzweise mit feinstofflichen Vorgängen, Astralkörpern, Aura, Energiebahnen und ähnlicher Hirnw***e.

Viele Patienten wissen auch gar nicht, dass HP von Medizin weniger Ahnung haben (müssen) als eine Krankenschwester! Teilweise werden die Patienten auch absichtlich darüber im unklaren gelassen.

Laut Gesetz müssen HP nur nachweisen, dass sie keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, aber daran kann man mit gutem Grunde zweifeln. Ich bin der Meinung: Wer alternative (= zweifelhafte) Verfahren mit Heilungsversprechen anbieten will, der soll zuerst Medizin studieren, damit er wenigstens die Möglichkeit hat zu erkennen, was er da tut. (Auch wenn sich dadurch am objektiven Nutzen dieser Verfahren nichts ändert.) Das Problem ist auch nicht nur das mangelnde Wissen, sondern auch: Verschleppung von Diagnostik und Behandlung ernsthafter Erkrankungen, Schüren von Ressentiments gegenüber der Schulmedizin und forcierte Volksverdummung (Homöopathie, Anthroposophie, Impfkritik, Neue Medizin, "Krankheit als Weg", Bioenergetiku.s.w. ), hier wirken HP als Multiplikatoren.

Sicherlich gibt es löbliche Ausnahmen, aber das ändert nichts daran, dass das System krank ist.

Nettes Video zum Thema:

http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_6265727.html

Relaxometrie
13.08.2007, 13:43
Sicherlich gibt es löbliche Ausnahmen, aber das ändert nichts daran, dass das System krank ist.

Das Heilpraktikergesetz ist wirklich eine Katastrophe, wenn ich mir den kurzen Film so ansehe :-((

Aber nicht nur das alternativmedizinsche System ist krank.
Die Arbeitsbedingungen für so manchen Anfänger im Arztberuf sind auch nicht weniger verantwortungslos, als es das Heilpraktikertum ist.

Blondi
13.08.2007, 19:52
Trotz dieser Extremfälle ist es reichlich arrogant, alles "Alternative" von oben herab als Humbug zu betrachten. Wissen wir denn überhaupt von allen schulmedizinischen Therapieformen, warum sie wirken? Und wirken sie wirklich immer? Ist jede Krankheit heilbar, kommt die konventionelle Medizin niemals ans Ende ihres Lateins?

Tatsache ist, dass oft nichts mehr gemacht werden kann. Dass manchen Therapieformen teilweise eher schaden als nutzen. Dass die Wirkung unkalkulierbar und höchst individuell ist. Hat man sich denn jemals gefragt, woran das liegt?

Meiner Meinung nach wird der psychosomatische Aspekt generell unterschätzt; damit meine ich jetzt nicht schwere Einzelfälle, sondern die Mehrheit der Leiden, sprich "Volkskrankheiten". Auch bei Schmerzpatienten ist dieser Aspekt nicht zu vernachlässigen. Vielleicht sollte man es so sagen: Alternative Heilmethoden haben ihre Berechtigung bei chronischen, nicht lebensbedrohlichen Erkrankungen, zur potentiellen Verbesserung der Lebensqualität.

So viel ist in den letzten Jahren der Medizin zugefallen, das eigentlich unter die Kategorie "Lifestyle" fallen sollte. Ich finde, diese sollte sich wieder den "richtigen" Krankheiten widmen, und Alternative Therapieverfahren könnten das ermöglichen, indem sie den "Wellness/Lifestyle"-Teil übernehmen.

christo
14.08.2007, 19:13
Das der Heilpraktiker"Beruf" verboten gehört, daran sollte man eigentlich keinen Zweifel lassen. Hat milz ja schon ausgeführt.

netter video

DieAndere
16.08.2007, 11:39
OT:
Dann schadet es aber wahrscheinlich mehr als es nützt (unnötig AB). Das Infektionsrisiko ist glaube ich eher gering (nur Vermutung). Die Viecher werden extra gezüchtet, sind "Einmalartikel" und relativ sauber. (Von diabetischen Füßen u.a. infektions-sensiblen Bereichen würde ich mich damit aber rein gefühlsmäßig fernhalten, es sei denn Studien sagen was anderes.) Wie die Tiere bei Varizen helfen sollen ist mir unklar, die ausgesackten Gefäßwände lösen sich durch die Behandlung ja nicht in Luft auf.

Hm, naja, ob die Antibiose unnütz hier ist oder nicht - kann ich nicht wirklich beurteilen. Du hast recht; Blutegel sind eigentlich Einmalartikel; fallen aber seit dem 01.04. 2007 unter das "Apothekengesetz" und sind ein "Medikament" mit Beipackzettel, indem drin steht, daß eine Antibiose zwingend ist bei Blutegelbehandlung. Offenbar hat es Probleme gegeben dahingehend, daß einige Züchter der netten Tierchen eben doch nicht so sauber gearbeitet haben und irgendwelche Bakterien (hab vergessen, welche, muß nachrecherchieren) haben die Blutegel wohl grundsätzlich in sich, die bei immungeschwächten Patienten massive Infektionen hervorrufen können.
Ich finde die ganze Bluteglerei ohnehin sehr fragwürdig - wie eigentlich alle Behandlungen, bei denen viel mit Blut "herumgepanscht" wird im ambulanten Bereich. In Zeiten von Aids, Hepatitis B, C etc. sollte man meiner Meinung nach mit solchen Dingen so sparsam wie möglich - also nur, wenn zwingend - umgehen.
Bei der Varizenbehandlung handelt es sich nur um eine temporäre Wirkung; d.h. der Egel saugt die Varize leer. Natürlich kommt die wieder. Die Behandlung muß also nach einer bestimmten Zeit wiederholt werden.
Man hört ja eigentlich vom Venenstripping nicht mehr so viel. Ist das nicht mehr üblich - oder verödet man die Varizen eher - oder spritzt sie weg !?
An Diabetiker - Füße gehören Blutegel natürlich gar nicht! Für den Diabetiker ist ja jede Wunde im Fußbereich eine potentielle Gefahr.

Gruß

DieAndere

DieAndere
16.08.2007, 11:59
OT:

Ohne eine OT-Diskussion anfangen zu wollen (wobei zum Thema Homöopathie wahrscheinlich auch alles gesagt ist): Ich bin dafür dass das Heilpraktikertum verboten wird und zwar aus dem einfachen Grund: HP dürfen fast nichts, was medizinisch irgendwie wirksam ist und mit Wellness und Gesundheitsberatung lohnt sich keine Praxis. Da ist es kein Wunder, dass sich die meisten darauf spezialisieren esoterische ******* zu verkaufen. Und das wiederum ist für die meisten ethisch kein Problem, weil sie bildungsmäßig (Hauptschulabschluss genügt) und ohne reguläre Ausbildung (nicht vorgeschrieben, keine Praktika, nichts!) nie mit der Wissenschaft und selbstkritischem Denken in Berührung gekommen sind und von der objektiven Realität im Körper (Biochemie, Pathologie usw) keine Ahnung haben müssen. Dafür beschäftigt man sich dann nach der Amtsarztprüfung ersatzweise mit feinstofflichen Vorgängen, Astralkörpern, Aura, Energiebahnen und ähnlicher Hirnw***e.

Viele Patienten wissen auch gar nicht, dass HP von Medizin weniger Ahnung haben (müssen) als eine Krankenschwester! Teilweise werden die Patienten auch absichtlich darüber im unklaren gelassen.

Laut Gesetz müssen HP nur nachweisen, dass sie keine Gefahr für die Bevölkerung darstellen, aber daran kann man mit gutem Grunde zweifeln. Ich bin der Meinung: Wer alternative (= zweifelhafte) Verfahren mit Heilungsversprechen anbieten will, der soll zuerst Medizin studieren, damit er wenigstens die Möglichkeit hat zu erkennen, was er da tut. (Auch wenn sich dadurch am objektiven Nutzen dieser Verfahren nichts ändert.) Das Problem ist auch nicht nur das mangelnde Wissen, sondern auch: Verschleppung von Diagnostik und Behandlung ernsthafter Erkrankungen, Schüren von Ressentiments gegenüber der Schulmedizin und forcierte Volksverdummung (Homöopathie, Anthroposophie, Impfkritik, Neue Medizin, "Krankheit als Weg", Bioenergetiku.s.w. ), hier wirken HP als Multiplikatoren.

Sicherlich gibt es löbliche Ausnahmen, aber das ändert nichts daran, dass das System krank ist.

Nettes Video zum Thema:

http://www.rbb-online.de/_/kontraste/beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_6265727.html

....also, der Bericht von Kontraste ist ja so nicht richtig.
Schon die Aussage, daß einem HP, der seine Sorfaltspflicht verletzt und den Patienten schadet, nichts passiert, stimmt so einfach nicht.
Dieser Bericht ist genauso schlimm, wie die Aussage, daß alle Schulmediziner ihren Patienten nur schaden wollen.....er bedient gerne gehegte Vorurteile.
Was meine Wenigkeit angeht; ich hatte schon vorher einen medizinischen Beruf, bin auch schulmedizinisch ausgebildet und lege darauf auch großen Wert. Denn ich bin der Meinung, daß die Schuldmedizin Grundlage ist, die man wissen muß, da man sonst keine Alternativen anbieten kann. Denn auch ein HP sollte wissen, was ein Schulmedizniner in einem bestimmten Fall tut; das ist schon deshalb wichtig, um beurteilen zu können, ob man den Patienten überweisen muß.
Heilungsversprechen darf auch ein Heilpraktiker nicht geben.
Ich gebe zu, daß die nichtgeregelte Berufsausbildung ein Problem ist. Auch ich bin dafür, daß man das Berufsbild des HP`s regelt und ein "klinisches Jahr" oder wie auch immer verpflichtend macht. Auch ich bin oft erschrocken über die Naivität, die manche HPs an den Tag legen.
Nun, was ich außerdem für tatsächlich gefährlich halte, ist die sog. alternative Diagnostik, die ich persönlich auch nicht mache. Was Therapien angeht; das ist ein ganz anderes Feld. Wie heißt es so schön- der Glaube versetzt Berge. Aber auch hier gibt es Grenzen, die man kennen und an die man sich tunlichst halten sollte.
Ich arbeite viel mit der Schulmedizin zusammen, denn ich bin nicht HP geworden, weil ich was gegen die Schulmedizin habe. Meistens liegt die Wahrheit immer in der Mitte, das heißt für die Praxis: miteinander und nicht gegeneinander. Und dieser ganze Mist über "gefährliche" Impfungen und "tödliche" Antibiosen ist natürlich nicht förderlich.
Aber wie gesagt - nicht alle Ärzte sind gleich und auch nicht alle HP`S :-))

DieAndere