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horsedoc
02.08.2007, 23:11
Vergiftungszentrale wegen Mischintox und Zwangseinweisung auf jeden Fall-was machste denn wenn die Gute aufsteht und geht? das die so nicht in die Psychiatrie kann ist selbst dem Tierarzt klar aber im Krankenhaus bleiben wär schon schön,oder?

test
02.08.2007, 23:15
Propylthiouracil hoch dosiert + 1h später Iod Gabe bei der Menge an Thyroxin. Weiterhin Propranol zur Kontrolle Puls + RR.
Wie lange ist das ganze her?
Elektrolyte checken, IV Zugang is schon drin oder? evtl. Flüssigkeit geben, Elektrolyte korrigieren.
Ansonsten denke ich gehen von den anderen Medikamenten nich so große Gefahr aus.
Magenspülung is denk ich nich unbedingt angezeigt, wenn das ganze länger als 1-2 h her ist, forcierte DIurese von mir aus, aber eher sehr zurückhaltend von Antihistaminika geht keine so große gefahr aus von benzos auch nich, in der situation eher vorteilhaft. Jetzt muß die Cardiovaskuläre Seite durch BB stabilisiert werden und die thyreotoxische krise in den griff gekriegt werden, dazu therapie wie oben. Forcierte diurese bringt für thyreotoxicose nichts meines wissens.



achja @Bangen wie willst du denn ne alkalische forcierte diurese machen und wie ne saure und mit welchem Hintergedanken?

bangen
02.08.2007, 23:20
Man beantragt in der jetzt geschilderten Situation bestimmt keine Zwangseinweisung. Meistens sind diese Patienten kooperativ und froh erstmal in einer beschützenden Umgebung zu sein.

Und die Vergiftungszentrale anrufen um eine fachliche Auskunft über die Mischintoxikation zu bekommen? Das hat natürlich Sinn. Ich denke aber die wenigsten Ärzte würden das tun.

FataMorgana
03.08.2007, 06:37
Und die Vergiftungszentrale anrufen um eine fachliche Auskunft über die Mischintoxikation zu bekommen? Das hat natürlich Sinn. Ich denke aber die wenigsten Ärzte würden das tun.

Ich würde meinen, dass es in den meisten Häusern zum Standard gehört, bei einer Intox. frühzeitig mit der Vergiftungszentrale Kontakt aufzunehmen.

PhineasGage
03.08.2007, 07:49
Nun gut, ich denke, alles wesentlich ist gesagt.

Die Patientin war kooperativ, von daher wurde das Psych,Konsil erst auf der Intensivstation gemacht.....
Die Einnahme war mehr als 6 Stunden her, da die Patientin aber nicht erbrochen hat, hat sie Kohle bekommen - sie hats echt tapfer runterbekommen...ob die noch viel genutzt hat?! man weiß es nicht.
BetaBlocker als symptomat. Therapie sind wichtig. Elyte kontrollieren und Wasserhaushalt. Große Zugänge, falls mal ein Problem auftritt...
Das mit der Diurese etc. kann ich leider derzeit selber nicht nachschlagen (keine Bücher dabei).
Giftnotrufzentrale ist eigentlich immer sehr hilfreich - aber das war für die Docs hier nicht das erste Mal, sie haben deswegen drauf verzichtet.

vlsime
03.08.2007, 16:19
Nur mal ne Frage zum Sauerstoffpartialdruck:
"SpO2 100% unter Raumluft" <<< Was ist das für eine Angabe?

Ich denke, die Sauerstoffsättigung war gemeint (nicht der Partialdruck)...

bangen
03.08.2007, 21:04
Ist mir dann auch aufgegangen, weil "100 Prozent unter dem Partialdruck der Raumluft" ist ist recht ungewöhnlich.

PhineasGage
03.08.2007, 22:45
Noch eins?!

Frau Mitte zwanzig. Vorstellung durch Hausarzt. Vor 14 Tagen wg. Sinusitis und Otitis mit Amocillinin behandelt (für 10 Tage). Keine Besserung.Kein Fieber.Mäßiges Krankheitsgefühl. Zwei Tage nach Ende der AntibiotikaTherapie morgens mit feinfleckigem Exanthem erwacht. Durch HA mit Antihistaminika und Cortison behandelt. Keine Besserung der Symptome sondern Progredienz des Exanthems...

Und nun?!

bangen
03.08.2007, 23:31
Die Lymphknoten abtasten. Was findet man da?

PhineasGage
03.08.2007, 23:52
Keine vergrößerten LK

bangen
04.08.2007, 00:24
War sie ín letzter Zeit im Ausland?

Könnte ne seltene Tropenkrankheit sein.

PhineasGage
04.08.2007, 00:27
Nö, nix Ausland....fleißig wegen ihrem geistenwissenschaftl. Studiums in der Uni gewesen, keine Auffälligkeiten.

test
04.08.2007, 01:05
dann beschreib das exanthem doch mal bitte.
Primäreffloreszenz? Farbe? Verteilungsmuter? Konfluation? Oberflächenveränderungen? Lokalisation? Begrenzung? Juckend? Schmerzend? An Sonnen exponierten Stellen? Exkoriationen?

PhineasGage
04.08.2007, 11:55
Schön, ich versuchs mal mit meinem Dermahalbwissen der Exanthembeschreibung.
Also:
kleinfleckiges (ca. 3-4mm), ein ganz bisschen erhabenes Exanthem mit uniformen Bild.Keine Pusteln oder Abschorfungen. Fast kein Juckreiz. über Nacht beginnend, genauer Ort des Beginns unklar. Vor allem Kopf/Gesicht betroffen, langsam über den Rumpf ausbreitend bis zu den Unterarmen. Die Hände sind frei. Seit einigen Stunden zeigt es sich vor allem am Kopf konfluierend.
Sonnenexponierte Bereiche nicht stärker betroffen. Auffallen tut mir aber dabei, dass die Patientin - trotz bewölktem Himmel - mit Sonnenbrille in die Notaufnahme marschiert ist.

horsedoc
04.08.2007, 12:02
darf der Tierarzt wieder mitspielen? :-))

Zoidberg
04.08.2007, 12:06
Hört sich nach einem morbilliformen Exanthem an.
Zur Sonnenbrille, hat die Frau auch einen kleinen Hund in der Handtasche dabei und ist eher der Typ einer Hotelerbin? Oder besteht tatsächlich Lichtempfindlichkeit?

PhineasGage
04.08.2007, 12:08
Ok, sie will zwar später vielleicht mal berühmt werden aber die Brille ist nicht für den Lifestyle...
Was fragen wir sie denn noch?

test
04.08.2007, 13:14
Warum trägts sie denn eine Brille? Blendempfindlichkeit? Hat sie noch andere Symptome bemerkt?

bangen
04.08.2007, 21:53
Wie wäre es mit einer Psoriasis guttata / punctata ?

Ich muss nochmal genau nachlesen.

bangen
04.08.2007, 22:12
Diese Psoriasis kann nach einer Streptokokkeninfektion auftreten.
Ca. 20 % der Streptokokken sind gegen Amoxicillin resistent. Daher wirkte das Antibiotikum nicht. Vorübergehende Blendempfindlichkeit ist auch typisch bei einer Psoriasis.

Dass das Kortison nicht gewirkt hat passt nicht so ganz.