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habichnicht
10.07.2007, 09:15
Tja, "gönnen dürfen" ist keine Frage, aber dann zu sagen, man könne sich ja nichts leisten, ist schon... naja... Jo, das ist eine suboptimale Formulierung ;-)

astrophys
10.07.2007, 09:16
Und wie gesagt, nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium und Vollzeitarbeit in einem anspruchsvollen Job wird man sich und seiner Familie doch eine 3-Zimmer-Wohnung in einer besseren Gegend gönnen können dürfen.

Das scheint ja der Knackpunkt zu sein. Gönnt man sich dann neben einer Wohnung in einer besseren Gegend auch noch ein besseres Auto, zwei Versicherungen mehr...

Und so kommt man weder mit 1000 Euro netto, noch mit 10.000 Euro netto hin. Davon abgesehen, verdienen Ärzte als angestellte im öffentlichen Dienst (man könnte ja auch in die Industrie gehen, wenn man dort mehr verdient und einem dies wichtig ist) im Vergleich zu anderen Akademikern noch sehr gut. Man darf ja auch nicht vergessen, dass man in den nächsten Jahren (und Jahrzehnten) mehr verdienen wird, sodass man sich dann auch eine bessere Gegend ohne Abstriche anderswo leisten kann.

Feuerblick
10.07.2007, 09:16
Jo, das ist eine suboptimale Formulierung ;-)Dieses Wort habe ich gesucht... ;-)

leo11
10.07.2007, 09:25
Ich denk auch, dass hier ein paar Leute mal von ihrem hohen Ross als ach so hochqualifizierte Akademiker runterkommen sollten. Wir sind halt trotz des langen Studiums Berufsanfänger und da wird man bekanntlich noch nicht reich. Und, dass man mit Mitte, Ende zwanzig und ner Familie ein bißchen aufs Geld gucken muss, ist auch nichts Neues, auch nicht in anderen akademischen Berufen.
Und wenn der Verdienst als Aushilfs-Pflegekraft soo toll ist, dann versucht mal, da - nach wie vor für das gleiche Geld - ne Festanstellung zu kriegen. Dann sieht das Gehalt gleich anders aus. Und wenn alles als Arzt soo schlimm ist, würd ichs mir vor der Approbation überlegen und halt in der Pflege arbeiten. Es zwingt ja niemand irgendjemanden, Arzt zu werden.
Man sollte zwischendurch vielleicht auch bedenken, wie gut es auf dem Arbeitsmarkt für Ärzte so aussieht. Das ist bei Ingenieuren und Juristen zum Beispiel schonmal was gaaaanz anderes. Und das Geheule hier will ich gar nicht lesen, wenn mal einer nach dem Examen keinen Job findet.
Ein bißchen mehr Bescheidenheit hat noch keinem geschadet. Und, da es ganz offensichtlich auch Leute gibt, die hier mit ihren Arbeits- und Gehaltsbedingungen zufrieden sind (mich eingeschlossen), liegts manchmal vielleicht auch doch am einzelnen Arbeitgeber..

habichnicht
10.07.2007, 09:30
... Man darf ja auch nicht vergessen, dass man in den nächsten Jahren (und Jahrzehnten) mehr verdienen wird, sodass man sich dann auch eine bessere Gegend ohne Abstriche anderswo leisten kann.Ich will das jetzt nicht endlos fortsetzen. Hab mich nur wegen meines Kumpels Doc-Ingi-Matze, dem 31-jährigen Vater zweier kleiner Kinder, zum ersten Mal näher mit dem Thema Familiengründung eines jungen Akademikers beschäftigt und sehe seither manches anders als vorher.

Zur Aussicht auf ein höheres Gehalt in einigen Jahren oder Jahrzehnten:

Eine kinderfreundliche Wohnung oder ein Häuschen mit Garten ist vor allem interessant und wichtig, solange die Kinder noch jünger sind. Wie lange soll man denn mit der Familiengründung warten? Um die 30 Jahre herum ist man dafür schließlich alt genug.

Mein Kumpel, der Ingenieur, jammert nicht. Er ist zufrieden, obwohl die Familie zur Zeit noch in einr kleinen 3-Zimmer-Wohnung in einer Großstadt lebt, aber so ein kleines Reihenhäuschen mit einem Gärtchen wäre eben schon schön für die Kinder....:-love

und da müssten sich die Eltern an der Finanzierung beteiligen.

Feuerblick
10.07.2007, 09:52
Tja, man kann nicht alles haben. Entweder einen Beruf der ein langes Studium voraussetzt oder früh mit malochen anfangen, weniger verdienen, aber früh Geld zurücklegen können und sich ein Häuschen leisten.
Man kann nicht gleich Reichtümer voraussetzen, nur weil man studiert hat... Das ginge wohl etwas zu weit, oder?

Es ist durchaus okay, sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen und dafür, dass geleistete Mehrarbeit (!) entsprechend finanziell oder wahlweise mit Freizeit honoriert wird, aber das eben an das Arbeitsaufkommen angepasst. Will sagen: Ich für meinen Teil fühle mich in meinen Job ausreichend gut bezahlt. Als ich noch in der Chirurgie war, hätte ich schon gerne mehr Kohle gesehen dafür, dass ich fast meine gesamte Freizeit in der Klinik zugebracht habe.

alley_cat75
10.07.2007, 09:56
Ich bin 27 Jahre alt, verheiratet, 1 Kind (4). Meine Frau arbeitet zu 80% in der Altenpflege, ich nebenbei in der Krankenpflege. Wir wohnen zu 3. auf 66m2, haben leider keine Elternbank, die uns zinslose Darlehen für den Hausbau vorstreckt, noch leisten wir uns mehr als einen 11 Jahre alten Opel, ... Wir planten noch ein 2. Kind zu bekommen. ...

Und das alles während der Studienzeit! Du erwartest nicht wirklich Mitleid für Deine Situation? Ich habe während des Studiums zu zweit auf 30 qm gewohnt - und Du träumst jetzt schon vom Haus und zweitem Kind. Sorry, für einen Studenten mehr als hochgeschraubte Ansprüche. Im Übrigen ist mein Auto 14 Jahre alt und wird noch eine Weile gefahren werden. Auch hier wirst Du von mir kein Mitleid bekommen.

habichnicht
10.07.2007, 10:00
Tja, man kann nicht alles haben. Entweder einen Beruf der ein langes Studium voraussetzt oder früh mit malochen anfangen, weniger verdienen, aber früh Geld zurücklegen können und sich ein Häuschen leisten.
Das ist sicher auch einer der Gründe, weshalb Akademiker(innen) immer weniger Kinder bekommen.

alley_cat75
10.07.2007, 10:01
Ich hab mir mal den Spaß gemacht auszurechnen, ob man für eine monatliche Hypothekenrate von 1000 Euro ohne Eigenkapital ein Haus bekäme. ...

Du musst Dir nicht die Mühe der Linksuche machen, sondern einfach mal auf Erfahrungen von anderen eingehen. Ein Freund von mir hat eine kleine Baufirma, die ihm monatlich Netto 1500 Euro abwirft. Seine Frau ist Arzthelferin und gerade im 7. Monat schwanger mit dem 2. Kind. Ihr monatliches Nettoeinkommen beträgt 650 (!) Euro. Nach Adam Riese haben die beiden mit bald zwei Kindern also das Netto, was ich allein verdiene. Und jetzt das Unglaubliche: sie haben sich gerade für 150.000 Euro in Berlin ein Haus gekauft, fahren einen nagelneuen Kombi (den mit dem Stern) und leiden keine Not. Okay, Urlaub ist natürlich nicht drin, aber Haus ist in jedem Fall machbar. Ohne Eigenkapital, ohne helfende Eltern. Wie passt das bitte in Deine Theorie und vor allem zu Deinem Link?

alley_cat75
10.07.2007, 10:08
...nach einem abgeschlossenen Hochschulstudium und Vollzeitarbeit in einem anspruchsvollen Job wird man sich und seiner Familie doch eine 3-Zimmer-Wohnung in einer besseren Gegend gönnen können dürfen.

Das stimmt, wobei wir dann wieder bei der Prioritäten-Duskussion wären. Als Berufsanfänger kann man nicht von heute auf morgen alles haben. Unsere Elterngeneration hat Jahre auf das neue Auto, den großen Urlaub oder das Häuschen gespart. Wir hingegen müssen alles sofort haben und dazu in der besten Ausführung. Wer Wert auf eine schöne, große, familienfreundliche Wohnugn in bester Lage legt, kann halt nur das 11 Jahre alte Auto fahren und nach Malle in Urlaub fliegen. :-meinung Andere bevorzugen den neuen Sportwagen und Urlaub auf Hawaii - und leben dann in einer bescheidenen Wohung in Berlin-Kreuzberg. Ihr ewig Unzufriedenen tut mir unendlich leid. Anstatt sich über das zu freuen, was man hat, mosert ihr ein Leben lang rum. Ihr werdet auch nicht mit dem 4fachen Gehalt zufrieden sein. :-meinung Denn das Gefühl, noch mehr haben zu können und sich ständig mit anderen vergleichen zu müssen, wird Euch ein Leben lang begleiten. Mein Beileid.

alley_cat75
10.07.2007, 10:15
Das ist sicher auch einer der Gründe, weshalb Akademiker(innen) immer weniger Kinder bekommen.

Die Kinderfrage hat meiner Meinung nach ganz andere Ursachen. Wer wirklich welche haben möchte, kann sie sich zumindestens in Deutschland problemlos während des Studiums oder der Ausbildung zulegen. Dutzende von meinen Komillitoninen haben mir gezeigt, dass das geht und während des Studiums sogar noch einfacher als später im Job ist. Die Rolle der Frau ist heute eine andere und die Ehe als Versorgungsanstalt hat längst ausgesorgt. Dass ich noch kein Kind habe, liegt nicht am Studium, sondern an Egoismus und dem Unwillen, für andere permanent verantwortlich zu sein. Ich möchte 100% im Job aufgehen und meine freie Zeit genießen. Jedem eben seine Priorität.

Medimatze
10.07.2007, 10:18
Finde es trotzdem toll dass ihr 12Euro pro Stunde noch toll findet. Das mag sogar für die Arbeit die IHR leistet stimmten. Ihr verdient einfach nicht mehr. Also ist ja alles super. Wieso haben die Ärzte gestreikt? Ich finde es eigentlich jetzt auch gut, dass es kein Weihnachtsgeld und kein Ulraubsgeld mehr gibt. Eigentlich könnte ich auch in eine 20qm Wohung, weil viele Türken ja auch mit 70Leuten in einem Zimmer wohnen. Sogar mit einem Deutschen. Ich denke man sollte auch wieder das Kindergeld streichen, das Benzin teurer machen und die Steuern anheben. Ärzte sind Ärzte weil sie sich den Leidenden verschrieben haben, anspruchslos sein sollten und sich daran freuen könne, weil es anderen schlechter geht als ihnen.

Ich bin es Leid. Wie soll man einem Blinden erklären was eine Farbe ist. Es gilt nach wie vor: 12h pro Stunde finde ich für meine Arbeit zu wenig. Wer damit glücklich ist, verdient nicht meinen Respekt, sondern meine Verachtung, weil er sich selbst verachtet (bzw. seine Arbeit) :-meinung

habichnicht
10.07.2007, 10:27
@alley cat: Ich staune.:-wow

In Berlin scheint es tatsächlich wesentlich günstigere Häuser als in Hamburg und an meinem Wohnort zu geben.


Zum Beispiel der hier (http://www.immowelt.de/) findet sowohl in Hamburg als auch an meinem Wohnort kein Einfamilienhaus (nicht mal ein Reihenmittelhaus) für maximal 150 000 Euro, in Berlin dagegen findet er einige Objekte zu diesem Preis.

alley_cat75
10.07.2007, 10:27
:-sleppy :-sleppy :-sleppy

Sorry, Matze, aber Dein 12-Euro-Stundenlohn-Argument macht mich total müde. Nur die wenigsten Akademiker haben mehr als wir in der Tasche und wenn, dann nicht mit so exzellenten Jobaussichten. Und dass Unstudierte mehr verdienen, stimmt einfach nicht.

:peace:

Wenn Du derart unzufrieden bist, gehe doch in die Pharmaindustrie. Die haben in der Tat mehr. Und was für eine berufliche Herausforderung, jeden Tag durch`s Land zu tingeln, sich ständig anzubiedern und immer das Gleiche zu erzählen... :-nix

leo11
10.07.2007, 10:28
Die große Frage ist doch, ob es überhaupt etwas gibt, was Du nicht verachtest?

Und was bitte hat diese Diskussion jetzt mit Nationalitäten zu tun?? Sachlichkeit ist auch ne Tugend..

alley_cat75
10.07.2007, 10:31
@habichnicht: dass Hamburg teuer ist, wundert mich nicht. Natürlich gibt es auch in Berlin Wohngegenden, wo die Hauspreise ab 500 000 Euro beginnen. Aber darum geht es hier nicht. Ich wollte nur zeigen, dass Haus haben mit unserem Gehalt (und noch deutlich weniger) grundsätzlich möglich ist. Und mein besagter Freund wohnt in einer schönen Wohngegend, ruhig und sehr kinderfreundlich. Zwar 25 km vom Stadtzentrum entfernt, aber immerhin.

alley_cat75
10.07.2007, 10:33
@Leo: wem die Argumente ausgehen, wird unsachlich. Eine Schwäche der menschlichen Natur. Aber zu Matzes Rettung füge ich noch hinzu, dass das wohl allen so geht. :-stud

leo11
10.07.2007, 10:34
hast ja recht, aber arrrrgh... :-wand

Feuerblick
10.07.2007, 10:46
@Medimatze: Sorry, aber nun wirst du hochgradig unsachlich! Hier macht sicherlich jeder gute Arbeit, die auch entsprechend vergütet werden sollte. Falls du aber wirklich so eine Leuchte bist, solltest du vielleicht mal mit deinem Chef verhandeln... :-)) Dieses Stundenlohnargument finde ich schlichtweg albern. Dann lieber dafür sorgen, dass man Überstunden entsprechend vergütet bekommt...

@Alley: Ich kann es mal wieder nicht fassen, aber ich bin ganz deiner Meinung! ;-)

Medimatze
10.07.2007, 10:46
:-sleppy :-sleppy :-sleppy

Sorry, Matze, aber Dein 12-Euro-Stundenlohn-Argument macht mich total müde. Nur die wenigsten Akademiker haben mehr als wir in der Tasche und wenn, dann nicht mit so exzellenten Jobaussichten. Und dass Unstudierte mehr verdienen, stimmt einfach nicht.


Naja Alley, frag mal eine Schwester was die verdient!