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Pampelmuse
22.01.2018, 11:12
Wie und wo schreibt man "Auszeiten" (welcher Art auch immer: Elternzeit, Krankheit, längere Pause zwischen zwei Stellen...) rein?

vanilleeis
22.01.2018, 12:50
Lebenslauf. Nicht ins Anschreiben. Möglichst logisch nachvollziehbar und gerne auch "optimiert" von der Begrifflichkeit her. Meine erwerbstätigkeitslose Zeit zwischen Examen und erstem Kind z.B.habe ich immer mit "Familienphase" beschrieben.

Lava
22.01.2018, 12:53
Und wo genau kommt das dann hin? Zwischen die entsprechenden Stationen unter "beruflicher Werdegang"?

vanilleeis
22.01.2018, 13:05
Ja, in der Tabelle, zb

12/20xx Staatsexamen und Ärztl Approbation, anschließend Familienphase
01/20XX-12/20XX Ärztin in Weiterbildung bei Blabla

chuquicamata
22.01.2018, 14:23
Hallo,
ich habe auch noch zwei Fragen zur Bewerbung:
- Familienstand: angeben oder nicht? (habe 2 kleine Kinder, aber gute Kita und Mann arbeitet Teilzeit, habe die Befürchtung, dass man die Bewerbung sofort aussortiert, wenn ich es angebe. Habe keine Lücke im CV durch die Kinder.)
- im Anschreiben (Initiativbewerbung) erwähnen, dass man Teilzeit arbeiten will? Habe die Chefsekretärin angerufen, aber sie konnte mir dazu leider keine Auskunft geben, meinte nur, erstmal Unterlagen schicken.
Danke!

chuquicamata
22.01.2018, 14:27
@vanilleeis: darf ich fragen, wie lange deine Familienphase war? Ich habe kurz nach dem mündlichen mein 2. Kind bekommen und zeitgleich mit der Diss angefangen, so dass es nicht so offensichtlich ist. Ich frage mich jetzt aber, wie lange ich max. daheim bleiben kann, bevor es schwierig wird, ohne Berufserfahrung und lange nach Studienabschluss was zu finden.

vanilleeis
22.01.2018, 14:55
Etwas über zwei Jahre bei Kind 1, dann noch mal 2 Jahre Elternzeit plus vorher Beschäftigungsverbot über die gesamte Schwangerschaft bei Kind 2.
Ich wohne zwar ländlich, aber hätte nie Probleme, einen Job zu finden. In Großstadt, Teilzeit und beliebtem Fach mag das anders aussehen

Lava
22.01.2018, 14:58
Ich glaube der Familienstand gehört schon lange nicht mehr in den Lebenslauf.

anignu
22.01.2018, 22:19
Stimmt, es hat nichts mit der eigentlichen Qualifikation zu tun. Genauso wie ein gutes Bewerbungsfoto. Eigentlich auch wie der eigene Name... gibt's auch immer wieder entsprechend Bestrebungen das abzuschaffen.

Ich seh es so: der Lebenslauf drückt aus was einem selbst wichtig ist oder wichtig war und ist auf der anderen Seite für den Arbeitgeber eine mehr oder weniger lückenlose Dokumentation der letzten wichtigen Stationen. Es gibt also gewisse Mindestanforderungen ansonsten gibts noch Luft nach oben. Dafür hab ich ein bis zwei DIN A 4 Blätter Platz mich auszutoben. Und wenns mir wichtig ist, schreib ich Hobbies rein. Wenn ich will auch politisches Engagement oder Qualifikationen wie Skitrainer, Handballschiedsrichter oder Vortänzer im Männerballett. Völlig egal. Es ist genug Platz, man kann meiner Meinung nach schon ein wenig machen was man will. Das kann dann aber eben auch ziemlich nach hinten losgehen, auf der anderen Seite dokumentiert es auch die Individualität. Ich hatte mal ein Vorstellungsgespräch für eine Assistenzarztstelle direkt nach der Uni und auch daraufhin ein Stellenangebot ausschließlich wegen dem Zeug was ich sonst so gemacht hab. War ein sehr spannendes Vorstellungsgespräch, der Chefarzt sagte zu mir: er fand die Sachen die ich sonst so gemacht hatte spannend und hat mich deshalb eingeladen. Die sonstigen Sachen wie "Approbation geschafft" oder "ich war wirklich auf irgendeiner Uni" haben sowieso alle, Noten sind ihm nicht so wichtig, er will sehen dass die Leute über den Tellerrand hinausblicken können. Und so hat er auch z.B. eine wettkampforientierte Trampolinspringerin etc. im Team.

Ich habs auf jeden Fall mit drin, das mit dem Familienstand. Es gibt so ein paar Dinge für mich die wirklich wichtig sind im Leben, und das ist ganz vorne mit dabei. Also kann ich es auch rein schreiben. Ich war auch mal politisch sehr engagiert, das war auch mal ein wichtiger Bestandteil meines Lebens, ist es inzwischen nicht mehr, daher steht es drin wenn grad Platz ist oder es passt und kommt ansonsten raus.

Ich hab 2 Versionen von Lebensläufen. Den Ausführlichen inclusive jedem Schwachsinn (Poster, Paper, halbe Dr-Arbeit, Hobbies, Grundschulbesuch etc), den keiner bekommt, und dann den Gekürzten der auf ein bis zwei Seiten gekürzt wird je nach Anforderung. Wenn man nun glaubt "Familienstand" wäre ein Nachteil kann man es auch rausnehmen. Bei mir passt es sehr gut zum Rest des Lebenslaufes. Spießig halt, richtig spießig.

vanilleeis
23.01.2018, 05:38
Ich schreibe ihn auch mit rein. Warum auch nciht.
Derjenige, der mich aufgrund der Kinder nicht zum Gespräch einläd, wäre auch kein passender Chef. Im Gespräch wird die Frage ohnehin auftauchen, da kann ich mir dann auch die Mühe für ein Bewerbungsgespräch sparen, wenn jemand so tickt.
Anderes Argument: Man kann es auch positiv sehen, dass die Familiengründung damit abgeschlossen ist. Bei (kinderlosen) Frauen in einem gewissen Alter rechnet man ja doch damit, dass sie irgendwann schwanger werden und erstmal raus sind

Lava
23.01.2018, 09:08
Ich denke eher so: ich schreibe es nicht rein, der Chef interessiert sich für mich und läd mich ein. Beim Gespräch kommt es dann zur Sprache, aber dann hat man ja schon einen gewissen Eindruck hinterlassen und vielleicht eine bestimmte Chemie festgestellt. Dann überlegt er es sich vielleicht zweimal, ob er mich wirklich deswegen ablehnt.

Hobbies hatte ich nach dem Studium auch drin. Wurde auch bei einem Bewerbungsgespräch mal darauf angsprochen. :-) Mittlerweile ist kein Platz mehr dafür.

WackenDoc
23.01.2018, 11:01
Ich hab bei den letzten Bewerbungen die Tipps der üblichen Bewerbungsportale genutzt. Seit meiner Schulzeit hat sich ja bewerbungstechnisch einiges getan.

Hobbys sollte man halt nicht als Lesen, Joggen und Kino aufführen, sondern überlegen was an den Hobbys interessant für den Arbeitgeber sein könnte. Politisches oder ehrenamtliches Engagement soll wohl gerne gesehen sein. Sonst die Verbindung zwischen Hobby und Job oder als Ausgleich. Und dann konkretisieren.

Bei meiner letzten Bewerbung hab ich alle raus geworfen, schlichtweg weil es nicht sinnvoll auf die Seite gepasst hat. Mein sonstiger Lebenslauf ist eh schon exotisch genug. Ansonsten gibt es wohl keinen anderen Bewerber und meine Qualifikationen passen auch.

Lava
23.01.2018, 11:38
Wenn ich an die extremsportversessene Anästhesie der Uniklinik Freiburg denke, verschaffen dir da Sachen wie Triathlon, Marathon, Bergsteigen und Co. fast schon sicher eine Stelle.