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zweistein
23.12.2007, 13:15
...es bleibt dabei, daß außerhalb der üblichen Geschäftszeiten nur Notfälle behandelt werden sollten, mehr gibt unser Sytem nicht her und alles andere ist nicht finanzierbar, auch nicht von Privatpatienten.Und eigentlich sollte man sich außerhalb der üblichen Geschäftszeiten auch erst mal an den KV-Notdienst wenden, sofern der Notfall kein Fall die den Notarzt ist. In den Notfallambulanzen ist vermutlich u. a. auch deshalb so viel los, weil die Leute ins KH gehen statt zum Notdiensthabenden der KV.

Und nun mein ketzerischer Vorschlag: Man sollte die KV-Notdienste abschaffen und statt dessen für die Notfallambulanzen an Krankenhäusern zwei oder drei zusätzliche Stellen für Allgemeinmediziner schaffen, die dort die Anamnesen und erstenUntersuchungen machen und die Patienten dann an die richtigen Stellen weiterleiten.

Warum ich von KV-Notdiensten nicht viel halte, liegt z. B: an der Story, die ich vor einigen Monaten mal in einem anderen Thread gepostet habe.

Da hatte es in einem sehr heißen Sommer vier Tage gedauert, bis man herausgefunden hat, dass die Ursache der plötzlich aufgetretenen neurologischen Störungen eines alten Menschen eine Exsikkose gewesen ist.
Die Störungen waren Mittwochnachmittag zum ersten Mal aufgetreten und erst am Samstag hat die Behandlung begonnen.

Mittwochabend war der erste Notdiensthabende da; Donnerstagvormittag war der Hausarzt da; Freitagabend war der zweite KV-Notdiesnthabende da. Alle drei haben weder eine Anamnese noch die nötigen körperlichen Untersuchungen gemacht, mit denen man auf die richtige Diagnose hätte kommen können, sondern nur auf einen Schlaganfall getippt, gegen den man nichts unternehmen könne. Am Samstag ist der Patient dann vom dritten KV-Notdiensthabenden ins KH eingewiesen worden.

Im Nachhinein wäre es wohl sinnvoller gewesen, den Patienten gleich am Mittwochnachmittag in die Notfallambulanz zu bringen oder sogar 112 anzurufen.

Medimatze
23.12.2007, 21:01
Hatte im letzten Dienst eine Patietin die kam mit einer Überweisung vom HA zur operativen Adhäsiolyse um 22:30 Uhr. Da nehme ich mir als kleines Licht auch mal raus einen Patienten zu beschimpfen und für den nächsten Vormittag einzubestellen.

Rückenschmerzen ohne Trauma seit mehr als 4 Wochen kriegen nicht mal mehr ein Röntgenbild, oder müssen bis 7:00 Uhr warten. Teilweise ist es echt eine Frechheit. :-(

DrSkywalker
23.12.2007, 21:12
Generell kann ich verstehen, dass man natürlich genervt ist, wenn Patienten wegen "Pipifax" kommen. Nur ist das für manche Patienten ohne unsere Vorkenntnisse nur nicht so klar, was Pipifax ist und was nicht.

Danke! Ich dachte schon in diesem Thread wird nur munter Patienten gebasht. Teilweise sind die geschilderten Fälle wirklich eine Frechheit, man sollte aber immer bedenken, dass es immer einen Grund gibt, warum diese Leute nachts in die Ambulanz kommen. Der Leidensdruck ist jedenfalls bei den meisten vorhanden also hat man als Arzt auch die Pflicht sich der Sache anzunhemen, und zwar nach bestem Gewissen.

Nur absolute Notfälle behandeln? Was ist ein absoluter Notfall? Muss Lebensgefahr bzw. die Gefahr eines bleibenden Schadens gegeben sein? Was ist mir der kleinen Platzwunde? Nachts nähen oder hat das bis morgen Zeit? Wo ist die Grenze? Schwieriges Thema wie ich finde..

Muriel
23.12.2007, 21:16
Die Frage ist halt wirklich immer "Was kann ich einem Patienten zutrauen im Sinne des richtigen Einschätzens der Beschwerden?"
Beispiel unsinnigen Aufsuchen des notärztlichen Dienstes um 3h nachts von medizinischer Seite aus betrachtet: Die Verblitzung nach dem Schweißen ohne Schutzbrille. Aus Patientensicht (ich rede von einem Patienten, der zum ersten Mal eine Verblitzung hat) aber der völlige Albtraum: Schmerzen ohne Ende, Augen bekommt man nimmer auf, es tränt wie bescheuert, und nichts abslout nichts hilft. Medizinische gesehen absolut Pillepalle, weil macht nichts und ist eh nicht therapierbar außer zu sagen "abwarten, Schmerzen müssen Sie aushalten, sorry". Aber woher soll der Kerl das wissen? Wenn er allerdings zum zweiten oder gerne auch zum fünften Mal mit der gleichen Sache kommt (und das ist leider sehr wahrscheinlich), dan werde ich schon sauer, denn irgendwann sollte man 1. gelernt haben, dass es Schutzbrillen gibt und 2. dass man echt nichts machen kann.
Und so, denke ich, gibt es viele Dinge, die völlig überflüssig in unserer Ambulanz landen, egal in welcher Fachrichtung. Aber wer vermag denn zu entscheiden, wer kommen darf und wer nicht? Wer hätte erkennen müssen, dass es eine Lapalie ist, die, wenn es hoch kommt, so gerade noch würdig ist, von einem Hausarzt am nächsten Tag betrachtet zu werden? Ich möchte darüber nicht entscheiden. Denn sonst kommen wir auch ganz schnell in die Situation, dass keiner mehr kommt und es dann so ist wie vor kurzem Montags mal bei uns, als eine alte Dame der Kategorie "aber ich möchte nicht zur Last fallen" anamnestisch mit einem Augeninnendruck von 70mmHg seit dem letzten Freitag herumgelaufen ist ("nein, es ist Wochenende, das hat bestimmt Zeit bis Montag, so schlimm sind die Schmerzen auch nicht, und die Übellkeit geht ja noch, und soooooooo schlecht seh ich ja auch nicht") und dann letztendlich erblindet war. Denn drei Tage hält kein Auge einen Druck von 70 aus.
Ich möchte eigentlich nur sagen, dass ich es schwer finde, da eine allgemein gültige Regel aufzustellen. Vielleicht wird es ja mal irgendwann ein gutes System geben, wer weiß.

Ehemaliger User 20130505
23.12.2007, 22:50
Ich hab dieses Thema auch schon mehrmals mit der Freundin diskutiert, die ich in meinem ersten Beitrag hier zitiert hatte. Sei sagt auch, das Problem bestünde eben darin, dass man als medizinische Laie oft nicht beurteilen könne,wie gefährlich ein plötzlich neu aufgetretenes oder plötzlich intensiver gewordenes Symptom sei. Sie hat da vor allem Probleme, wenn es um Kinder geht, und sagt, wenn ein Kind nachts plötzlich Husten und Atmenot bekäme, könne sie nicht beurteilen, ob es Pseudokrupp wäre oder nur eine beginnende Erkältung, und dann brächte sie das Kind eben in die Notfallambulanz.

Aber ich hab da noch ein anderes Beispiel, zu dem ich gern Eure Meinung hören würde. Ein erwachsenes Familienmitglied dieser Freundin hat mal abends Fieber und Bauchschmerzen bekommen, die nachts so stark zugenommen haben, dass sie ihn in die Notfallambulanz gebracht hat. Sie hat ihn selbst hingefahren, obwohl er kaum noch gehen konnte.

In der Notfallambulanz war sehr viel los und sie mussten sehr lang (Stunden) warten. Dem Angehörigen ging es immer schlechter, und als er sich vor Schmerzen fast auf den Boden gelegt hat, hat sie endlich mal nachgefragt, wann sie denn dran kommen würden.

Ergebnis: Er hatte eine Appendizitis, ist noch in der Nacht operiert worden und der Wurm sei schon kurz vor dem Platzen gewesen.

Ich hab damals gesagt, in diesem Fall wäre es wohl besser gewesen, einen Notarzt kommen zu lassen, anstatt den Angehörigen selbst ins KH zu fahren, weil man sich dann dort früher um ihn gekümmert hätte. Was meint ihr dazu?

tonexxx
23.12.2007, 23:05
Werde jetzt immer an einen Schweißer denken, wenn Muriel mal wieder gestresst an mir vorbeihetzt. ;-)

Zu den Transportkosten: habe mich auch verdammt lange über meine Stammkunden aufgeregt, die uns teilweise mehrmals täglich für derzeit gut 250 Euro in Anspruch nehmen. Bis ich dann mal erfahren habe, dass Transportkosten im gesamten Gesundheitswesen nur 3 % ausmachen. Klar, in Euro ausgedrückt ist das ne Riesensumme, aber an anderen Stellen ließe sich noch mehr sparen.

Sicherlich gibt es unverschämte Patienten, die wohlwissend als Nicht-Notfall in nächtens in die Ambulanzen pilgern (mein Highlight: "Als Stewardess kann ich doch mit diesem Pickel morgen nicht arbeiten gehen!"), aber -und das ist echt ärgerlich- jeder Patient sichert unseren Job! Dass wir in diesen Situationen nicht immer freundlich sein können, finde ich absolut OK. Aber in einer nüchternen Diskussion wie dieser hier, sollten wir schon die Ausnahmesituation anerkennen!

Kackbratze
24.12.2007, 06:32
Kalte Füsse auf Grund von Embolien kommen gerne mitten in der Nacht, nachdem die Beschwerden schon seit dem Vortag existieren und er diensthabende Allgemeinarzt das schon gesehen hat und die Leutz zu vernünftigen Tageszeiten ins KH schicken wollte.

Wenn die direkt vom Arzt mit dem Krankenwagen kommen ist alles okay, aber wenn die erstmal noch von Angehörigen nach Hause gebracht werden, damit sie die Kippen noch einpacken können, bekomme ich echt einen Hals.

Muriel
24.12.2007, 09:29
Werde jetzt immer an einen Schweißer denken, wenn Muriel mal wieder gestresst an mir vorbeihetzt. ;-)


Kennen wir uns? Fährst du im RD Merheim an? Wenn ja, dann komm doch mal vorbei :-)

Die Niere
24.12.2007, 10:15
Auch gerne gesehen: Patient beim Hausarzt irgendeine Diagnose gestellt bekommen, die eine operative Internvention bedingt (zB. Abszes oder ähnliches). Das ganze war um 3 Uhr nachmittags. Patient wird angemeldet, kommt aber erst gegen 9 Uhr abends, da er noch Abendessen wollte.

gruesse, die niere

PS: Zuletzt passiert...gestern!

psycho1899
24.12.2007, 10:27
Das Problem sind ja nicht akut aufgetretene, subjektiv stark beeinträchtigende Symptome, die vom Laien logischerweise nicht in ihrer Bedrohlichkeit so adäquat eingeschätzt werden können, wie das ein Arzt vermag.

Aber die Rückenschmerzen seit 6 Monaten, in den letzten 2 Wochen zunehmend, die dann Sonntags nachts reinkommen, sind schon sehr ärgerlich und darauf reagiere ich auch meist mit kaum maskiertem Unverständnis.
Schwindel seit 3 Jahren ist auch immer wieder der Knaller.

Oder depressive Patienten, die vom Rettungsdienst in die Neuro angekarrt werden, weil sie lt. RD "auf keinen Fall in die Psychiatrie wollen".

Der absolute Hit war ein Patient mit wochenlanger Lumbago, der elektiv kommen sollte, sich dann jedoch um 20.30 beim Nachtdiensthabenden in der Notaufnahme meldete. Als Begründung wurde angegeben, er habe vorher keine Zeit gehabt zu kommen. Beruflich war dieser Zeitmangel sicher nicht bedingt, denn der Pat. war arbeitslos.

blanko
24.12.2007, 10:33
Mein absolutes Highlight Samstag nach eine halbe Stunde nach Mitternacht im BD. Ich will mich gerade zurückziehen, da werd ich von der Pforte angepiept. Hier sitzt jemand mit Luftnot.
Ich renn schon halb panisch zur Ambulanz und überlegt fast noch ob ich den quicktrach im vorübergehend greife, reiß die Tür auf da sitz da ien 20 jähriger Bubi im Adidas Trainingsanzug ganz entspannt und trinkt Kaffee.
Dann ruf ich in auf und er schlurft in mein Behandlungszimmer:
Farg ich ihn was er hat. Na Luftnot hätter er der Dame vorhin ja schon gesagt. Ich 'na dafür kriegen sie ja gut Luft'. Stellt sich raus er hat Luftnot, weil er nicht die Nase atmen kann. Nächste frage seit wann 'na seit dem Unfall vor 15 Jahren!!!!! Schau rein, absolute Septumlixation bei äußerer Schiefnase. Ist wohl war das da keine Luft durchgeht.
Und was will er? Nasenspray!
Ich erklär ihm noch, daß da eh nur noch ne OP hilft (er ist übrigens seit 1 Jahr auch bein einem HNO-Arzt in Behandlung). Und er fragt, ob wir das denn nicht gerade jetzt machen könnten!

Auch gut: Cerumen am Wochenende mitten in der Nacht. Und da liegt der Unterschied-einer kommt vor Angst weil er plötzlich nichts mehr hören kann und der andere kommt ******dreist, weil seine Ohren ja alle 4 Wochen verstopfen und jetzt ist es mal wieder so weit.

psycho1899
24.12.2007, 10:36
Schau rein, absolute Septumlixation bei äußerer Schiefnase. Ist wohl war das da keine Luft durchgeht.

Ich erklär ihm noch, daß da eh nur noch ne OP hilft . Und er fragt, ob wir das denn nicht gerade jetzt machen könnten!



Hättest sagen müssen "Gerne" und ihm die Nase wieder 'gerade' brechen sollen ;-)

tonexxx
25.12.2007, 01:13
Kennen wir uns? Fährst du im RD Merheim an? Wenn ja, dann komm doch mal vorbei :-)

Kennen ist vielleicht übertrieben, aber dieses Jahr biste schon einmal in der Zentralaufnahme und einmal an den Fahrstühlen an mir vorbei gehechtet. Aber wenn du das so willst, halt ich dich beim nächsten Mal auf. ;-) Und ja: ich trage dort meist eine rote Hose.


Oder depressive Patienten, die vom Rettungsdienst in die Neuro angekarrt werden, weil sie lt. RD "auf keinen Fall in die Psychiatrie wollen".

Das ist tatsächlich eine Sauerei. Vornehmlich allerdings von Seiten der Kollegen.

Muriel
25.12.2007, 17:35
Kennen ist vielleicht übertrieben, aber dieses Jahr biste schon einmal in der Zentralaufnahme und einmal an den Fahrstühlen an mir vorbei gehechtet. Aber wenn du das so willst, halt ich dich beim nächsten Mal auf. ;-) Und ja: ich trage dort meist eine rote Hose.

*mir das Bild von Herrn Tonexxx vor der Hohenzollernbrücke noch mal genauer anschau* :-))
Ich bitte vehement um ein Aufhalten beim nächsten Mal, ist ja witzig! Machst Du Dein gesamtes PJ in Solingen oder kommst Du auch in heimische Gefilde zurück?
LG von der mehr als gespannten Muri :-)

Thomas24
25.12.2007, 18:13
Das ist bei uns besser geregelt, hier muß der Ambulanzarzt einen Transportschein unterschreiben, damit die Kasse das übernimmt. Und da verweiger ich ab und an bei so Pipifax die Unterschrift, dann darf der Patient wirklich selber zahlen.


Bin dazu übergegangen, den Transportschein erst nach der Untersuchung auszustellen... oder eben auch nicht. Dann ist es für den Patienten eben eine Fahrt mit einem teuren super deluxe Taxi gewesen. Ist ja manchmal auch eine pädagogisch wertvolle Erfahrung, eine Rechnung von der Feuerwehr zu bekommen:-D



Zu den Transportkosten: habe mich auch verdammt lange über meine Stammkunden aufgeregt, die uns teilweise mehrmals täglich für derzeit gut 250 Euro in Anspruch nehmen. Bis ich dann mal erfahren habe, dass Transportkosten im gesamten Gesundheitswesen nur 3 % ausmachen. Klar, in Euro ausgedrückt ist das ne Riesensumme, aber an anderen Stellen ließe sich noch mehr sparen.

NUR 3 % der Gesamtkosten?
Für die gesamten Kosten der ärztlichen Behandlung stehen nur knapp 16% zur Verfügung. Daneben sind 3 % für Transporte schon ein gigantischer Batzen Geld, finde ich zumindest.

Ehemaliger User 20130505
25.12.2007, 19:18
NUR 3 % der Gesamtkosten?
Für die gesamten Kosten der ärztlichen Behandlung stehen nur knapp 16% zur Verfügung. Daneben sind 3 % für Transporte schon ein gigantischer Batzen Geld, finde ich zumindest.Sorry, Thomas, das stimmt nicht.

Die GKV hat im Jahr 2006 insgesamt 147,6 Milliarden Euro ausgegeben. ( also nur GKV, die Ausgaben der PKV sind da nicht drin)

Von diesen 147,6 Mrd. Euro wurden

2 % (2,9 Mrd. Euro) für Fahrtkosten ausgegeben,

15,1% (22,2 Mrd. Euro) für ambulante Behandlungen durch Ärzte (also überwiegend für Honorare niedergelassener Ärzte)

und

34 % (50,5 Mrd. Euro) für stationäre Behandlungen.

Ein Teil (meines Wissens knapp 20 Prozent) dieser 50,5 Mrd. ist zur Bezahlung der im Krankenhaus arbeitenden Ärzte verwendet worden.

Also: Von den Ausgaben der GKV sind etwa 15 Prozent für ambulant tätige Ärzte ausgegeben worden plus ca. 7 Prozent (ganz grober Wert) für stationär tätige Ärzte. Insgesamt sind also nicht nur 16 Prozent, sondern etwa 22 Prozent der GKV-Ausgaben an Ärzte gegangen.


Das heißt selbstverständlich nicht, dass man nicht darauf achten sollte, dass keine unnötigen Krankentransporte auf Kassenkosten durchgeführt werden, denn wenn die GKV-Ausgaben für Fahrtkosten fast 10 Prozent der GKV-Ausgaben für Ärztegehälter und Ärztehonorare ausmachen, ist das schon ganz schön viel. .


Ich setzte den Link zu der Aufstellung der Anteile der einzelnen Posten an den Gesamtausgaben der GKV (http://daris.kbv.de/daris/doccontent.dll?LibraryName=EXTDARIS%5EDMSSLAVE&SystemType=2&LogonId=8dabe06b766413ec966178b6274050e0&DocId=003754962&Page=1) mal rein, aber er wird bei den meisten nicht funktionieren. Auf Seite 2 stehen dort die Ausgaben der GKV im Jahr 2006.

tonexxx
25.12.2007, 19:28
NUR 3 % der Gesamtkosten?
Für die gesamten Kosten der ärztlichen Behandlung stehen nur knapp 16% zur Verfügung. Daneben sind 3 % für Transporte schon ein gigantischer Batzen Geld, finde ich zumindest.

Chris06 hat schon gerade gerückt, dass du etwas anderes berechnet hast, als die von mir wiedergegebene Statistik. Dass ich auch diese 3% für viel Geld halte hatte ich schon im vorigen Beitrag gesagt.

Aber gegen deutlich mehr als 30% für Arzneimittel ist das halt doch wenig!

Mit besten weihnachtlichen Wünschen für ein kostensparendes Jahr 2008
tonexxx

Ehemaliger User 20130505
25.12.2007, 19:52
Wie kommst Du auf 30 Prozent für Arzneimittel? Hast Du da die Zuzahlungen der Patienten mitgerechnet?



Also: Hier ist die vollständige Liste (Quelle: KBV)

Ausgaben der GKV im Jahr 2006 (wie gesagt: das sind nur die Ausgaben der GKV, d. h. der Ausgaben für Kassenpatienten)


Ausgaben insgesamt: 147,6 Milliarden Euro


Aufteilung:


Krankenhaus: 34,0 % (=> darin sind auch die Gehälter der in den Krankenhäusern tätigen Ärzte enthalten)

Arzneimittel: 16,4 %

Ärzte: 15,1 % (=> Honorare der ambulant tätigen Ärzte)

Heil- und Hilfsmittel: 7,9 %

Zahnärzte/Zahnersatz: 7,0 %

Krankengeld: 3,9 %

Fahrkosten: 2,0 %

Kuren: 1,6 %

Häusliche Krankenpflege: 1,4 %

Sonstige Leistungsausgaben: 4,5 %

Verwaltungskosten der Krankenkassen: 5,5 %

Sonstige Ausgaben: 0,7 %

Thomas24
25.12.2007, 20:07
Sorry, Thomas, das stimmt nicht.

Die GKV hat im Jahr 2006 insgesamt 147,6 Milliarden Euro ausgegeben. ( also nur GKV, die Ausgaben der PKV sind da nicht drin)

Von diesen 147,6 Mrd. Euro wurden

2 % (2,9 Mrd. Euro) für Fahrtkosten ausgegeben,

15,1% (22,2 Mrd. Euro) für ambulante Behandlungen durch Ärzte (also überwiegend für Honorare niedergelassener Ärzte)

und

34 % (50,5 Mrd. Euro) für stationäre Behandlungen.

Ein Teil (meines Wissens knapp 20 Prozent) dieser 50,5 Mrd. ist zur Bezahlung der im Krankenhaus arbeitenden Ärzte verwendet worden.

Also: Von den Ausgaben der GKV sind etwa 15 Prozent für ambulant tätige Ärzte ausgegeben worden plus ca. 7 Prozent (ganz grober Wert) für stationär tätige Ärzte. Insgesamt sind also nicht nur 16 Prozent, sondern etwa 22 Prozent der GKV-Ausgaben an Ärzte gegangen.


Das heißt selbstverständlich nicht, dass man nicht darauf achten sollte, dass keine unnötigen Krankentransporte auf Kassenkosten durchgeführt werden, denn wenn die GKV-Ausgaben für Fahrtkosten fast 10 Prozent der GKV-Ausgaben für Ärztegehälter und Ärztehonorare ausmachen, ist das schon ganz schön viel. .


Ich setzte den Link zu der Aufstellung der Anteile der einzelnen Posten an den Gesamtausgaben der GKV (http://daris.kbv.de/daris/doccontent.dll?LibraryName=EXTDARIS%5EDMSSLAVE&SystemType=2&LogonId=8dabe06b766413ec966178b6274050e0&DocId=003754962&Page=1) mal rein, aber er wird bei den meisten nicht funktionieren. Auf Seite 2 stehen dort die Ausgaben der GKV im Jahr 2006.

Ah, hatte nur die ambulanten Behandlungen berücksichtigt.
3 % der Ausgaben der GKV für Transporte sind aber trotzdem jede Menge Geld. Zumindest im Vergleich zum schwindelerregend kleinen Anteil des Kuchens, der sich auf unseren montalichen Lohnzetteln wiederfindet :-D

Weiterhin noch Lebkuchenselige Feiertage!

tonexxx
25.12.2007, 21:59
Wie kommst Du auf 30 Prozent für Arzneimittel? Hast Du da die Zuzahlungen der Patienten mitgerechnet?

Hatte irgendwo in meinem Kopf noch die Zahl von 2005. Da ich eine dermaßen rapide Änderung von 2005 auf 2006 ausschließe, hat mich meine Erinnerung wohl leider getäuscht. Sorry. Komme jetzt grad leider nicht an die entsprechenden Folien ran, auf denen das stand. Und deinen Link konnte ich leider nicht öffnen.

Dennoch kosten die mehr, wenn auch nicht das Zehnfache.