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Ehemaliger User 20130505
20.12.2007, 22:09
Berichtet doch mal, wegen welcher Beschwerden Patienten nachts oder auch am Wochenende zu Euch in die Notfallambulanz gekommen sind und sagt dazu, ob Ihr das für gerechtfertigt haltet. Schreibt bitte auch dazu, ob Ihr in dieser Nacht Bereitschaftsdienst oder Nachtschicht hattet.

Es geht mir vor allem um "Leiden", mit denen man Eurer Meinung nach nicht in die nächtliche Notfallambulanz gehört, wie z. B. Brennen beim Wasserlassen oder Todessicca:

Die Idee, hier mal eine solche Sammlung anzulegen, ist mir beim Lesen dieser beiden Beiträge gekommen:



[....]Der Typ kommt zum wiederholten Mal nachts um halb 4 wegen analem Juckreiz in die Ambulanz und wird dann noch pampig [....]
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=582184&postcount=1025


Ja, z.B. 2.30h nachts ne junge Frau (um die 30), hatte ein wenig Brennen beim Wasserlassen bemerkt und wollte damit nicht bis zum nächsten Morgen warten.... noch Fragen?!?!? http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showpost.php?p=604488&postcount=25

p. s.: Sagt doch auch noch, ob die Patienten, die nachts wegen eingewachsener Zehennägel etc. in die Ambulanz kommen, eher in der GKV oder eher in einer PKV sind.

Evil
20.12.2007, 22:24
Grundsätzlich ist alles vertreten, vom eingewachsenen Fußnagel bis zum akuten Abdomen, meiner Einschätzung nach Hälfte pillepalle, Hälfte ernsthaft.


ob Ihr in dieser Nacht Bereitschaftsdienst oder Nachtschicht hattet.Unsere Nachtschicht zählt wochentags ab 22 Uhr bis 6 Uhr als Bereitschaftsdienst, daher gibt es weder Nachtarbeits- noch Schichtzulage. Es ist also eigentlich gar kein Schichtdienst im engeren Sinne, der ist im deutschen Gesundheitssystem gar nicht finanzierbar.

Ehemaliger User 20130505
20.12.2007, 23:38
Es ist also eigentlich gar kein Schichtdienst im engeren Sinne, der ist im deutschen Gesundheitssystem gar nicht finanzierbar.Das ist genau die Frage, die ich gerade mit einer Bekannten diskutiert habe.
Ich habe ihr die beiden Beispiele mit dem Juckreiz und der vermutlich beginnenden Cystitis geschildert und sie gefragt, ob sie wegen solcher Beschwerden nachts ins Krankenhaus gehen würde. Sie hat zumindest die Patienten verteidigt, die so etwas machen. Sie meinte, Brennen beim Wasserlassen oder Juckreiz am After könnten einen schon so nerven, dass man damit evtl. nicht bis zum Morgen warten könnte. :-???

Vor allen meinte sie, den Ärzte könne es egal sein, wie schlimm die "Krankheit" der Patienten wirklich sei. Die Ärzte hätten Dienst, und es sei schließlich der Job, für den sie bezahlt würden, und sie hätten sich um ihre Kunden zu kümmern, egal ob die wegen Pillepalle gekommen seien oder wegen ernsthafter Beschwerden. (Edit.: Bevor jetzt wieder einer anfängt, über Kassenpatienten zu meckern, die Luxusbehandlung zum Nulltarif haben wollen: Nein, sie ist in einer PKV versichert. Und nun könnt ihr über anspruchsvolle Privatpatienten meckern.;-))

Ich hab sie dann darauf hingewiesen, dass da teilweise Ärzte, die bereits seit morgens um acht im Krankenhaus seien und einen harten Arbeitstag hinter sich hätten, nachts um zwei wegen Pillepalle aus ihrem Zimmer geholt würden. Darauf meinte sie, das könne man als Patient nicht wissen. Als 08/15-Patient nähme man an, der Arzt mache eine normale Nachtschicht, wie es auch in anderen Berufen üblich sei, und da hätte er gefälligst auch zu arbeiten, wie es bei Nachtschichtarbeiten in anderen Berufen auch üblich sei.

Meine Meinung dazu: Wenn Leute nachts wegen eingewachsener Zehennägel oder Juckreiz am After ins Krankenhaus gehen, sollte man endlich mal öffentlich darüber diskutieren, ob die Bevölkerung einen solchen Service der Krankenhäuser wünscht, und falls ja, müsste man auch darüber diskutieren, wieviel die Gesellschaft für diesen Service bezahlen will.

Und wenn dadurch die Kassenbeiträge steigen müsssten oder zur Finanzierung zusätzliche Steuermittel benötigt würden, wäre das eben so.

Alternativ könnte man auch über hohe Zuzahlungen für solche nächtlichen Behandlungen nachdenken.

Meine Meinung: Bereitschaftsdienste gehören abgeschafft, auch wenn ein Schichtdienstsystem teurer wäre. Arbeit bei Nacht und an Wochenenden muss mit einem höheren Stundenlohn bezahlt werden, ganz egal, wie stark die Inanspruchnahme tatsächlich ist.
Ich möchte im Fall des Falles - der hoffentlich nie eintreten wird - nachts von einem ausgeruhten Arzt versorgt werden und nicht von einem, der schon seit dem Morgen im Krankenhaus ist. Ich wäre eher bereit, dafür höhere Versicherungsbeiträge zu bezahlen als für die Behandlung von Pillepallekram auf Kosten der Solidargemeinschaft.

Evil
21.12.2007, 08:15
Vor allen meinte sie, den Ärzte könne es egal sein, wie schlimm die "Krankheit" der Patienten wirklich sei. Die Ärzte hätten Dienst, und es sei schließlich der Job, für den sie bezahlt würden, und sie hätten sich um ihre Kunden zu kümmern, egal ob die wegen Pillepalle gekommen seien oder wegen ernsthafter Beschwerden.
Siehst Du, und genau das ist das Problem. Schichtdienst hin oder her, es bleibt dabei, daß außerhalb der üblichen Geschäftszeiten nur Notfälle behandelt werden sollten, mehr gibt unser Sytem nicht her und alles andere ist nicht finanzierbar, auch nicht von Privatpatienten. Warum auch? Wenn nachts eine Kleinigkeit an Deinem Auto kaputt ist, kann das doch auch warten, bis die Werkstatt wieder offen hat.

Und besagter Patient war die Nacht davor schon um dieselbe Zeit dagewesen und hatte den Juckreiz (und auch noch irgendwelche Wurmerkrankungen, nebenbei bemerkt) schon mehrere Monate... das erfüllt nicht mehr so richtig die Definition eines Notfalles...

Persephone
21.12.2007, 16:22
Bei uns handelt es sich auch um Bereitschaftsdienst - hat allerdings nix damit zu tun.... Schlaf im Durchschnitt 3 Stunden. In besagter nacht hab ich um 9h morgens angefangen, hab noch nicht geschlafen und somit ca 18h gearbeitet. Vllt reagiert man da nicht mehr so entspannt, als wenn man grad erst 1 Stunde im Dienst bist.... Ich hab nix dagegen, wenn ne exacerb. COPD oder jemand mit Ausschluss ACI, Koliken etc kommt. Dafür steh ich auch gerne auf, aber wie von Evil schon gesagt, ist Bereitschaftsdienst für die NOTFALL-Versorgung gedacht!!!

lala
21.12.2007, 17:53
Also gut, dann mal Beispiel für blödsinnige Paientenkontate aus meinem letzten Bereitschaftsdienst, Anruf über Pforte gegen 20:00...

Anrufer: "Ja, hallo, ehhh, ja, ich hab ein Alkoholproblem....ich muss davon weg...so volles Programm halt mit Entwöhnung und so...wie mach ich das denn?"
Ich: "OK, Entgiftung und Entwöhnung, dann gebe ich ihnen die Durchwahl der Suchtabteilung, da können Sie direkt morgen einen festen Aufnahmetermin vereinbaren und dann lassen sie sich vom Hausarzt einweisen".
...
10 min nach Auflegen erneuter Anruf:

Anrufer: " Ja, ehhh, ich muss aber JETZT entziehen, ich brauche Hilfe, sofort...."
Ich: " Ja, dann melden sie sich doch einfach bitte morgen und bekommen dann einen Termin wie eben besprochen..vielleicht sogar sehr kurzfristig."
Anrufer: " Hören Sie mal?! Wollen Sie kein Geld verdienen? Ich ruf nicht aus Spass an - ich bin Bayern-Fan und die führen 2:0, da ruf ich nicht aus Spass an - ich brauche Hilfe.....jetzt...".
Ich: "OK, dann kommen Sie sofort und wenn ich meine Sie müssen als Notfall aufgenommen werden, werde ich sehen ob ein Bett frei ist in der Suchtabteilung.".
Anrufer:" Bett? Ich brauche nur einen Stuhl und eine gute Ärztin und das volle Programm! Ich komme jetzt - zur Not mit der Polizei! Sie MÜSSEN mich aufnehmen!!"
Ich: " Muss ich gar nicht, die Indikation zur Notfallaufnahme stelle ICH! Aber sie können gerne jetzt kommen, dann diskutieren wir hier weiter."

...
Im Anschluss habe ich ihm ungefähr dreimal gesagt, wie er zur Klinik kommt und so....und? Natürlich ist er NICHT angekommen - war vermutlich hackebreit und außerdem hat der FC Bayern ja gewonnen!


:-nix

Doktor_No
21.12.2007, 18:46
ich habe nachts auch bereitschaftsdienst (ab morgen wieder :-(), irgendwie ist das immer das gesetz der serie: entweder es kommt nur gülle, oder die wirklich akuten notfälle rollen in einer tour ein. schwachsinn sehe ich vor allem am wochenende, zum beispiel privatpatienten, die sich mal die prostata untersuchen lassen möchten, weil sie grad zeit haben usw... wenn ich lust und zeit habe, mach ich das dann auch, ich garantiere: meinen sehr eingehenden service werden sie nicht vergessen!!! :-))
ansonsten, und das ist meisten so, sag ich ganz klar, dass im dienst nut notfälle behandelt werden, und nach einem kurzen gespräch schick ich die wieder weg. ab und an wird mal einer pampig, dann verweise ich an das sekretariat meines chefs und mach die tür zu. meistns sind die patienten aber schön skurril, die wegen solcher kleinigkeiten kommen, da macht es oft schon wieder spass die mal zu untersuchen.

hennessy
21.12.2007, 18:59
ist zwar bei uns in der niedergelassenen Zahnarzt-Praxis etwas anders gelagert, aber auch hier reicht die Spanne von Zunge abgebissen, Kieferbruch, Logenabszess einerseits bis zur "mittelschweren" Entfernung von Zahnstein und Auftragen von Fluoridlack wegen Zahnhalsempfindlichkeit andererseits. Aufstehen muss man allemal.

Werwolf
21.12.2007, 20:36
Dienst hieß bei mir bisher (2008 wird alles anders) morgens um 07:00h in der Klinik aufschlagen, normale Arbeitszeit, ab 15:30h dann Bereitschaftsdienst Stufe D. Bis morgens um 09:00h. (Jaaaa, sind mehr als 24h....)

Meine Erfahrung bezüglich der Beschwerden, mit denen die Leute die chirurgische Notaufnahme aufsuchen: verdammt viel Pillepalle. Wenn es Verletzungen sind, bei denen die Patienten halt ängstlich sind oder selber nicht einschätzen können, daß es kein soooo schlimmer Notfall ist, finde ich es OK.
Aber wenn jemand Samstag, 20:00h in die Notaufnahme kommt, weil er schon seit 2 Wochen Knieschmerzen hat, bin ich angepißt. Dann frage ich dreimal nach: "Wie lange???? Seit wann genau???? Hmmmm. Waren Sie damit schon mal beim niedergelassenen Arzt? Nicht? Ach so. Hm. Verstehe. Und was genau hat sie jetzt dazu bewogen, am Samstag um 20:00h in die NOTAUFNAHME eines Krankenhauses zu kommen???" Aaaaaargh.

Gerne genommen auch Schulterschmerz nachts um 02:00h. "Ist schon seit 2 Wochen. Aber jetzt schlimm. Konnte nicht mehr schlafen!" - "Ach, guck an. Und dieses traurige Schicksal wollten Sie mit dem Ambulanzarzt teilen. Super!" (Das denke ich aber meistens nur...)

Manche Leute kommen auch (gerne schon mal per RTW) mit Schnittwunden, die mit einem Pflaster eigentlich fast übertherapiert wären. Da frage ich mich (und wenn ich ganz mies drauf bin auch die Patienten), ob´s denn noch geht. Aber manche Leute sind einfach lebensuntüchtig. Leider fehlt mir diesbezüglich die notwendige Gelassenheit.

Ein weiterer Favorit: Oma aus dem Pflegeheim. Saß laut Pflegebericht neben dem Bett. Keine offenen Verletzungen, keine Prellmarken, keine Schmerzangabe, kann laufen und alles bewegen. Aber Nachtschwester Hildegard ruft 112, damit die Oma im Krankenhaus mal durchgeröntgt wird. Ihr tut zwar nix weh (was auch schon im Pflegebericht vermerkt ist), aber besser mal gucken lassen und selber bloß keine Verantwortung übernehmen.

Grmpf. Ich schreibe mich gerade in Rage... :-))
Der nächste Dienst kommt schon sehr bald...

Werwolf
21.12.2007, 21:21
Vor allen meinte sie, den Ärzte könne es egal sein, wie schlimm die "Krankheit" der Patienten wirklich sei. Die Ärzte hätten Dienst, und es sei schließlich der Job, für den sie bezahlt würden, und sie hätten sich um ihre Kunden zu kümmern, egal ob die wegen Pillepalle gekommen seien oder wegen ernsthafter Beschwerden. (Edit.: Bevor jetzt wieder einer anfängt, über Kassenpatienten zu meckern, die Luxusbehandlung zum Nulltarif haben wollen: Nein, sie ist in einer PKV versichert. Und nun könnt ihr über anspruchsvolle Privatpatienten meckern.;-))

Wenn man es als puren Dienstleistungsjob sieht- OK. Aber dann sollen die Leute auch dafür zahlen. Ruf mal nachts um 03:00h einen Schlüsseldienst, weil Du Dich ausgesperrt hast. Da mußt Du für die Unzeit, zu der Dir dieses Unglück geschieht, halt tiefer in die Tasche greifen. Oder alternativ woanders pennen und Dir am nächsten Werktag zu einem günstigeren Kurs die Tür öffnen lassen.



Alternativ könnte man auch über hohe Zuzahlungen für solche nächtlichen Behandlungen nachdenken.
Die Idee finde ich nicht so übel. (Wie oben mit dem Schlüsseldienst beschrieben.)
Partiell zu dieser Idee passend:
Früher gab´s auf unseren Verbandberichten eine Ankreuzspalte "Transport mit Rettungsmittel O gerechtfertigt
O nicht gerechtfertigt
O fraglich gerechtfertigt
Wurde abgeschafft- war auch nutzlos. Zahlen mußten die "nicht gerechtfertigten" auch nicht. Darüber rege ich mich nämlich (leider) auch immer wieder auf. Junge Leute mit ´ner Schnittwunde am Finger kommen per RTW. Und ´ne klapprige Omi setzt sich mit einem völlig zerdengelten Handgelenk in den Bus, juckelt durch die halbe Stadt, steigt dreimal um und kommt dann in die Notaufnahme...


Meine Meinung: Bereitschaftsdienste gehören abgeschafft, auch wenn ein Schichtdienstsystem teurer wäre. Nö. :-dagegen


Arbeit bei Nacht und an Wochenenden muss mit einem höheren Stundenlohn bezahlt werden, ganz egal, wie stark die Inanspruchnahme tatsächlich ist. Ja! :-dafür
Aber ich möchte jetzt lieber nicht in die "Schichtdienst/Bereitschaftsdient- Für-und-Wider-Diskussion" einsteigen... :-))

Eule
21.12.2007, 22:27
Im Bereitschaftsdienst (normaler Tagdienst, Dienst ab 16 Uhr, nach Hause um 8.30 am nächsten Morgen), um 3.30 Uhr, eine junge Patienten kommt als Notfall: "Ich hatte seit 10 Tagen keinen Stuhlgang." :-wand Da kann meinereiner seine normalerweise nur latent vorhandenen Aggressionen kaum noch unterdrücken... :-( Die Gute hatte allerdings "Pech", da ein echter Notfall kam, um den ich mich sofort kümmern musste... sie hatte keine Lust zu warten und verschwand nach kaum 10 Minuten... :-???
Ansonsten immer wieder gerne gesehen: seit Tagen / Wochen bestehende Schmerzen, die plötzlich - in der Regel mitten in der Nacht - einer Abklärung bedürfen. Die Antwort einer jüngeren Frau auf die Frage, warum sie damit mitten in der Nacht käme: "Tagsüber muss ich ja arbeiten." :-((
Manchmal ist es einfach unmöglich, nett und zuvor kommend zu sein... dann versuch ich es gar nicht erst! :-))

Evil
23.12.2007, 09:37
Partiell zu dieser Idee passend:
Früher gab´s auf unseren Verbandberichten eine Ankreuzspalte "Transport mit Rettungsmittel O gerechtfertigt
O nicht gerechtfertigt
O fraglich gerechtfertigt
Wurde abgeschafft- war auch nutzlos. Zahlen mußten die "nicht gerechtfertigten" auch nicht. Darüber rege ich mich nämlich (leider) auch immer wieder auf. Junge Leute mit ´ner Schnittwunde am Finger kommen per RTW. Und ´ne klapprige Omi setzt sich mit einem völlig zerdengelten Handgelenk in den Bus, juckelt durch die halbe Stadt, steigt dreimal um und kommt dann in die Notaufnahme...
Das ist bei uns besser geregelt, hier muß der Ambulanzarzt einen Transportschein unterschreiben, damit die Kasse das übernimmt. Und da verweiger ich ab und an bei so Pipifax die Unterschrift, dann darf der Patient wirklich selber zahlen.

Achja, ein Highlight von gestern: Patinetin mit Bauchschmerzen seit 4 Tagen, kommt dann samstags in die ambulanz ("könnt ja der Blinddarm sein") und muß aber nach der Untersuchung (BEVOR die Laborergebnisse da sind, wohlgemerkt) erstmal einen Kaffee trinken und eine rauchen gehe... :-keks

Hoppla-Daisy
23.12.2007, 10:44
Nur mal so nebenbei: Schon mal 10 Tage keinen Stuhlgang gehabt? Da kann man aber mal so richtig fiese Schmerzen bekommen, die einem auch Angst machen können. Dann kommt dem medizinischen Laien das Wort "Darmverschluss" in den Sinn und -zack- ist die latente Panik da. Soviel dazu.

Wer nachts wegen Pillepalle in den Notdienst kommt, sollte erstmal zahlen. Und nach Kurzbericht (mit dem kleinen Nachsatz: "nicht notfallmäßig") an die Kasse sollte dann dort entschieden werden, ob diese die Kosten erstattet. Das wär's doch. Wenn man den Leuten erstmal das Geld abknöpft, kommen Zweifel an der Notwendigkeit eher, würde ich sagen. :-meinung

Relaxometrie
23.12.2007, 10:48
Und da verweiger ich ab und an bei so Pipifax die Unterschrift, dann darf der Patient wirklich selber zahlen.
Richtig!

Wieviel kostet den Patienten eigentlich ein überflüssiger Transport per KTW, oder sogar per RTW? Peinlicherweise habe ich da gar keine Vorstellungen.


In meiner Famulatur in der chirurgischen Ambulanz kam mal ein Patient mit einem steifen Nacken per (ich glaube es war zum Glück nur ein) Krankentransportwagen. Auch nett :-nix
Immerhin kam er tagsüber --- hat also doch noch ein bißchen mitgedacht :-))

test
23.12.2007, 10:59
Richtig!

Wieviel kostet den Patienten eigentlich ein überflüssiger Transport per KTW, oder sogar per RTW? Peinlicherweise habe ich da gar keine Vorstellungen.


In meiner Famulatur in der chirurgischen Ambulanz kam mal ein Patient mit einem steifen Nacken per (ich glaube es war zum Glück nur ein) Krankentransportwagen. Auch nett :-nix
Immerhin kam er tagsüber --- hat also doch noch ein bißchen mitgedacht :-))

Ein Transport mit nem RTW (nehme mal an, dass es ein RTW war) hat 480 Euro gekostet. Bin privat versichert, weiß nicht, ob das für Kassenpatienten anders abgerechnet wird.

Generell kann ich verstehen, dass man natürlich genervt ist, wenn Patienten wegen "Pipifax" kommen. Nur ist das für manche Patienten ohne unsere Vorkenntnisse nur nicht so klar, was Pipifax ist und was nicht.
Allerdings ist es natürlich maximal unverschämt zu sagen, unter der Woche arbeite ich, daher komm ich in die NOtfallambulanz am WE (hab ich so in der Derma erlebt). Denn als Ersatz für den Niedergelassenen ist die nächtliche oder WE Ambulanz nicht gedacht.

Hypnos
23.12.2007, 11:50
Hatten wir schon "Pimmelasthma"???

Malsonachfragt:-))


Frohe Weihnachten,

Hypnos

Die Niere
23.12.2007, 11:55
Wer nachts wegen Pillepalle in den Notdienst kommt, sollte erstmal zahlen. Und nach Kurzbericht (mit dem kleinen Nachsatz: "nicht notfallmäßig") an die Kasse sollte dann dort entschieden werden, ob diese die Kosten erstattet. Das wär's doch. Wenn man den Leuten erstmal das Geld abknöpft, kommen Zweifel an der Notwendigkeit eher, würde ich sagen. :-meinungHilft leider nicht. Hier in der CH gibt es ja eine zwingende Selbstbeteiligung. Das heisst, dass du auf jeden Fall mindestens die ersten 300 CHF von medizinischen Kosten selber tragen musst (je nach Versicherung kann das bis zu 2500 CHF sein - alles darüber hinaus muss man sich mit 10% selber beteiligen). Das ändert aber nichts daran, dass Menschen in den Notfall mit kleinsten Kleinigkeiten kommen, sich selbst finanziell ins Bein schiessen, dessen auch bewusst sind und manchmal so frech sind auch noch zuzugeben, dass sie entweder keine HA haben oder noch besser keinen haben wollen, da man dort immer so lang warten muss und im Spital viel schneller dran kommt. Es gibt auch Leute die kommen zur Fadenentfernung ins Spital.

gruesse, die niere

Hoppla-Daisy
23.12.2007, 11:57
Oh Mann, und ich dachte immer, das Portemonnaie sei am schmerzempfindlichsten *kopfschüttel*

Moorhühnchen
23.12.2007, 12:30
In meiner Famulatur in der chirurgischen Ambulanz kam mal ein Patient mit einem steifen Nacken per (ich glaube es war zum Glück nur ein) Krankentransportwagen. Auch nett :-nix
Immerhin kam er tagsüber --- hat also doch noch ein bißchen mitgedacht :-))
Wie sollte er sich auch mit seinem steifen Nacken selbst ins Auto setzen, er kann ja nichtmal den Schulterblick machen und wäre damit ein potenzielles Verkehrsrisiko!! ;-)

Nein, mal im Ernst - so ein "steifer Nacken" kann schon auch mal richtig fies sein!! Mir ist das mal beim Garage aufziehen und gleichzeitig runtergfallenem Schlüssel-aufheben passiert. Allerdings hab ich mich danach noch ins Auto gesetzt, bin ins Krankenhaus (zum Arbeiten!) gefahren, habe tapfer Blutabnahmen gemacht (was richtig schwierig war, wenn man nur in eine Richtung schauen kann) und bin abends zum Hausarzt, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe - der konnte allerdings auch nix machen, als mich mitleidig anzuschauen... :-))
Meine Schwester hat es mal mitten auf der Autobahn - beim Schulterblick - erwischt: sie konnte den Kopf nicht mehr drehen und mußte auf den Seitenstreifen fahren...

Letzte Woche: mein Schwager fällt mit 3 Gläsern in der Hand die Treppe runter, vor den Augen seiner Kinder, die erstmal anfangen zu schreien wie am Spieß. Meine Schwester stürmt aus der Dusche und sieht die (nach Erzählungen) blutende, ca. 10cm lange Schnitt(?)wunde am Unterschenkel.
Was macht man in so einer Situation? Zum Glück war ein Nachbar zuhause, der ihn zum Hausarzt gefahren hat - der wollte das aber auch nicht nähen.
Also auch in die Notaufnahme obwohl das eigentlich keiner für nötig gehalten hätte - Resultat: Naht mit 26 Stichen...... :-music

Wäre der Nachbar nicht zuhause gewesen, wäre wohl auch nur die 112 übriggeblieben.......

Relaxometrie
23.12.2007, 12:44
Hier fällt öfter das Argument "das und das Wehwehchen kann richtig fies sein".
Na klar sind einige Verletzungen oder sonstige Anflüge von Krankheit "fies".
Aber es kommt dann, wenn man schon bei grenzwertiger Indikation den KTW/RTW gerufen hat, auf die weitere Anspruchshaltung an. Wenn der Patient selbst zugibt, daß es vielleicht etwas übertrieben war, sich auf Kosten der Allgemeinheit ins KH transportieren zu lassen, ist es ja noch ok. Wenn die Anspruchshaltung aber grenzenlos ist, wird es unangenehm.