Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wegen welcher Beschwerden kommen Eure Patienten nachts in die Notfallambulanz?
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dreamchaser
25.01.2012, 19:24
Ohne dass dein Fuss geröntgt wurde kannst du ja gar nicht wissen, ob er verstaucht ist oder ob eine Fraktur vorliegt oder was auch immer kaputt sein kann. Und wenn eben etwas gebrochen ist, dann ist evtl. eine direkte operative Versorgung erforderlich. Die Diagnosestellung solltest du wirklich dem Unfallchirurgen überlassen und nicht versuchen hellzusehen, was mit deinem Fuss los ist.
netfinder
25.01.2012, 19:29
Manchen Menschen kann man nicht helfen...aber jetzt ist es eh zu spät, jetzt kaeme es in den Dienst :-))
naja, wenns doch etwas mehr als eine Bandverletzung ist, sprich eine Fraktur (und auch damit sind Leute schon laufend in die NA gekommen, übrigens auch ein oder zwei Tage nach dem Trauma) dann kann so etwas auch in Fehlstellung verheilen und das macht langfristig meistens nicht so viel Freude (und dem Orthopäden ne volle Sprechstunde ;-))- letztendlich musst du aber natürlich selber wissen ob du es in einer UCH zeigst.
Ehemaliger User 20130505
25.01.2012, 19:35
Ohne dass dein Fuss geröntgt wurde kannst du ja gar nicht wissen, ob er verstaucht ist oder ob eine Fraktur vorliegt oder was auch immer kaputt sein kann. Und wenn eben etwas gebrochen ist, dann ist evtl. eine direkte operative Versorgung erforderlich.
Ich bin nicht gestürzt, sondern nur umgeknickt. Meinst Du, man sollte trotzdem immer sofort röntgen, oder nur, wenn es durch das Umknicken zu einer starken Schwellung gekommen ist?
Die Schwellung hat übrigens inzwischen nicht mehr zugenommen. Allerdings ist nun offensichtlich ein ziemlich großes Hämatom im Entstehen.
dreamchaser
25.01.2012, 19:37
Wenn Beschwerden da sind (und eine Schwellung und Schmerzen deuten ja schon darauf hin, dass da was nicht ok ist), dann sollte schon geröntgt werden (und ich bin nur Internist, aber das sollte auf jeden Fall geröntgt werden). J
Ehemaliger User 20130505
25.01.2012, 19:38
naja, wenns doch etwas mehr als eine Bandverletzung ist, sprich eine Fraktur (und auch damit sind Leute schon laufend in die NA gekommen, übrigens auch ein oder zwei Tage nach dem Trauma) dann kann so etwas auch in Fehlstellung verheilen und das macht langfristig meistens nicht so viel Freude (und dem Orthopäden ne volle Sprechstunde ;-))- .
Okay, das klingt gar nicht gut.....
dreamchaser
25.01.2012, 19:42
Okay, das klingt gar nicht gut.....
Und genau deshalb wurde dir heute Mittag schon geraten, dich damit heute ärztlich vorzustellen - und zwar in der Regelarbeitszeit durchaus in der Notaufnahme. Diese Chance, damit zu einer vernünftigen Zeit und in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang zu dem Trauma dort aufzutauchen, hast du jetzt leider verpasst.
Feuerblick
25.01.2012, 19:47
Und man kann durchaus auch mit dem Taxi in Richtung Notaufnahme fahren. Da braucht man keinen RTW für...
psycho1899
25.01.2012, 19:57
Mal ne mitunter blöde Frage, aber... bei welchem Befund (welche Frakturart) würde ein UCHler den Fuß in dem Zustand mit der ausgeprägten Schwellung akut operieren?
Ich hab's vor 5 J mal ähnlich gehandhabt... umgeknickt, whs. Außenbandriss, ziemlich geschwollen und am Folgetag auch ausgeprägtes Hämatom... Schmerzen handlebar unter Rückstellung und Kühlung. Ist konservativ gut ausgeheilt, wobei es natürlich unvernünftig war, es nicht untersuchen zu lassen. Aber schon damals hatte ich eine Abneigung/Mißtrauen gegenüber UCHlern ;-)
netfinder
25.01.2012, 19:59
Lustig wirds, wenn man mit ner unerkannten Fraktur wieder belastet und dann geht noch mehr kaputt.
WackenDoc
25.01.2012, 20:01
Bänderrisse des OSG operiert man heutzutage ja auch nicht mehr standardmäßig. Dafür hat man dann 6 Wochen die Schiene an der Backe.
Übrigens: Viele Krankenhäuser haben nicht nur ne Notaufnahme, sondern ne chirurgische Ambulanz, wo man sich mit so nem Hax´n vorstellen kann. Und die wissen auch, dass die Niedergelassenen Mittwochs nachmittags geschlossen haben.
Und ob eine radiologische Abklärung erforderlich ist, entscheidet der Kollege vor Ort nach Anamnese und Untersuchung. So wie ich die Chirurgen aber kenne, würden die das ganz sicher röntgen lassen.
Edit: Erst vor kurzem gehabt: Junger Mann hat sich seinen Finger beim Volleyball verstaucht. Hat ordentlich weh getan, ist aber nicht zum Arzt. Erst nachdem es nach 2 Wochen nicht wirklich besser wurde, hat er sich vorgestellt.
War klinisch schon klar, dass da was kaputt sein muss. Beim Röntgen dann eine Faktur mit Gelenkbeteiligung nachgewisen. Ab zum Handchirurgen (zum Glück haben wir nen eigenen in brauchbarer Entfernung): Wegen Kallusbildung nicht mehr operabel. Wenn der Patient Pech hat, kann sich eine Pseudoarthrose oder auch eine echte Arthrose bilden. Außer noch was Ruhigstellen kann man zur Zeit nichts machen.
MissGarfield83
25.01.2012, 20:21
Mal ne mitunter blöde Frage, aber... bei welchem Befund (welche Frakturart) würde ein UCHler den Fuß in dem Zustand mit der ausgeprägten Schwellung akut operieren?
Instabile Frakturen mit Syndesmosenbeteiligung müssten evtl. stabilisiert werden bis die Schwellung abgeklungen ist .... Trümmerfrakturen mit Weichteilschaden auf jeden Fall ( auch wenn der Unfallmechanismus nicht so richtig dazu passen würde ) . Wenn ne Fraktur da sein sollte ist es jetzt eh zu spät - da müsste man jetzt wohl erstmal abwarten bis die Weichteile abgeschwollen sind und seinen Fuß ruhig stellen bis man operieren könnte - Zeit genug das eine evtl. Fraktur richtig schön dislozieren könnte ... aber es gibt ja immer Patienten die alles besser wissen ;)
PS: Falls ich falsch liegen sollte , so korrigiere mich bitte eine der Unfallchirurginnen in Weiterbildung ;)
jup.
eine freundin von mir hat nun ein auf ewig versautes sprunggelenk...
allerdings wars da die ärztin in der notaufnahme, die quasi durch die blume meinte, sie solle sich nicht so anstellen (nach blickdiagnose aus 3m entfernung) und sie mit schiene heimschickte.
nunja, wochen später mrt wegen immer noch bestehender schmerzen... siehe da: knöcherner bandausriss, syndesmosen-beteiligung....
meinung von mehreren orthopäden und uch: zu spät zum operieren.
also, husch husch zum doktor... (also morgen früh)
Und man kann durchaus auch mit dem Taxi in Richtung Notaufnahme fahren. Da braucht man keinen RTW für...
:-meinung !!!! Ganz meine Meinung - die zu Grunde liegende Äußerung habe ich vorhin schon nicht verstanden. Ich wäre statt mit dem Taxi nach Hause lieber mit dem Taxi in die Notaufnahme gefahren.
stennadolny
25.01.2012, 22:18
Heiße Kandidaten für absolut schwachsinnige Konsultationen sind in der Psychiatrie selbsternannte "Angst"patienten, die "einfach so" mal jemanden zum Reden brauchen ("Ach, Sie haben jetzt keine Halbe Stunde für mich ? Da werde ich mich aber über Sie beschweren !") oder vom Psychotherapeuten den genialen Ratschlag bekamen, sich in der Nacht und am WE an die nächstgelegene Psychiatrie bei einer "Krise" zu wenden.
Gerne auch telephonisch um 2 Uhr nachts.
Toll ebenfalls: Keine Benzos/Antidepressiva/Substi mehr, Psychiater soll mal schnell einfach so den Stoff rüberreichen. Mit mehr oder weniger Schauspielkunst. Neuroleptika praktisch nie.
Immer gerne gesehen: "Spontan" entzugswillige Alkis/Drogis. Trinken seit 3 Monaten/Wochen/Tagen wieder und müssen GLEICH entgiften. Werden grundsätzlich abgewimmelt und mit Termin versehen. (Es sei denn, "Intensivbehandlung" im mechanischen Behinderungssetting OHNE Nikotin wäre nötig.) Beschweren sich entweder exzessiv oder kommen dann nicht mehr.......
Megagau (für`s Heim): "Spontan" hereingestellter Altersheimpat., der verhaltensoriginell gewesen sein soll. Häufig ohne oder mit telepathischer Hausarzt/KV-Notdienst-Zuweisung. Gehen postwendend retour, natürlich nicht ohne vorher nett bescheid zu geben. Bei Ping-Pong schon mal Heimaufsicht verständigt. Kam gut an.
Nemesisthe2nd
25.01.2012, 23:38
zum flunken....
ich hab im chirurgie tertial auch viel in der uch-ambulanz abgehangen... war noch mit am spannensten.. und die meisten leute kamen mit deutlich weniger in die ambulanz gewackelt... vor allem tagsüber...
ps: ich bin auch schonmal tagsüber! in die ambulanz gewackelt nachdem ich mir mitm teppichmesser beim altpapier zerkleinern abgerutscht bin... war ne lächerliche schnittwunde streckseitig am daumengrundglied.. hinterher war ich nen steristrip reicher... und bei licht betrachtet hätte ich auch selbst drauf kommen können, das die sehne nicht kaputt sein kann wenn ich noch alles bewegen kann...
Kackbratze
25.01.2012, 23:58
Man sieht Patienten in den meisten Fällen an, ob sie panisch sind und deswegen überfordert mit der gesamten Situation (ja, auch ein Teppichmesserschnitt kann sowas sein) oder ob sie "gerade mal Zeit haben", ihnen die Hausmedikation ausgegangen ist oder sie sich der Hausarbeit entziehen wollen.
Vor ein paar Jahren bin ich einmal eine ausgetretene Treppe (glücklicherweise nur 2-3 Stufen) hinuntergefallen, weil ich umgeknickt war. Tat zwar weh, aber wenn ich mir sonst schon mal den Fuß "umgeknickt" hatte, war das eigentlich der gleiche Schmerz... also nach Hause gehumpelt, Bein hoch und Fuß gekühlt... (und noch ein bisschen sterbender Schwan gespielt ;))
Als es dann am nächsten Tag nicht besser, sondern eher noch stärker geschwollen war, wollte ich das ganze einem Orthopäden zeigen. In der Praxis dann die "nette" Empfangsdame (weil anders konnte man die nicht beschreiben) zu mir: "Wir haben erst in 6-8 Wochen wieder einen Termin frei".
Ich war so außer mir... bin dann zum nächsten Orthopäden, hab mich da nicht abwimmeln lassen und wurde schließlich auch geröntgt... gebrochen war glücklicherweise nichts, aber ich hatte noch gut 8-10 Wochen später noch Schmerzen beim Laufen oder wenn ich den Fuß ungeschickt bewegt habe...
Seither gehe ich lieber direkt in die Notaufnahme... ;)
Edit: Erst vor kurzem gehabt: Junger Mann hat sich seinen Finger beim Volleyball verstaucht. Hat ordentlich weh getan, ist aber nicht zum Arzt. Erst nachdem es nach 2 Wochen nicht wirklich besser wurde, hat er sich vorgestellt.
War klinisch schon klar, dass da was kaputt sein muss. Beim Röntgen dann eine Faktur mit Gelenkbeteiligung nachgewisen. Ab zum Handchirurgen (zum Glück haben wir nen eigenen in brauchbarer Entfernung): Wegen Kallusbildung nicht mehr operabel. Wenn der Patient Pech hat, kann sich eine Pseudoarthrose oder auch eine echte Arthrose bilden. Außer noch was Ruhigstellen kann man zur Zeit nichts machen.
Da ich selber Volleyball spiele muss ich mal sagen, wenn jeder der sich etwas am Finger zu gezogen hat zum Arzt gehen würde, dann wäre das die einzige Aufgabe von Ärzten. 2 Wochen finde ich gar nicht so lang, ab wann sollte man denn zum Arzt gehen?
Kackbratze
26.01.2012, 08:13
Wenn man die Hose zum pinkeln nicht mehr aufmachen kann, den Finger nicht mehr beugen kann oder die Bierdose nicht mehr aufgeht. ;-)
Man sollte dann zum Arzt gehen, wenn man sich nicht sicher ist. Manche sind sich erst sehr spät sicher, dass was kaputt ist, aber eine Fraktur sorgt meist für eine frühzeitige Vorstellung, sofern der Mensch nicht indolent oder verängstigt ist.
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