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CHALi
07.01.2009, 10:58
Und ich bin strickt dagegen, dass du dich in Witten bewirbst... :-dagegen (ist reiner Selbstschutz :-D)

Ich glaube auch, dass sich die Eignung für den Beruf "Arzt" nicht anhand vom Abitur beurteilen lässt, ich merke immer wieder, wie wenig ich von dem, was ich in der Schule gelernt habe, wirklich brauche.. Chemie hilft mir perfekt weiter, aber der rest, bissle Mathe und Bio.. Es heißt ja Studium...

Zu meiner Abizeit musste ich 4 mal unters Messer, bin viel ausgefallen in den 2 Jahren Oberstufe, deswegen auch nur das sehr gute 2er Abi...

In meinem Semester (bunte Truppe vom 1,0 bis zum Krankenpfleger) merkt man, dass es überhaupt nicht darauf ankommt, sondern auf Fleiß, Selbstmotivation und Interesse.. so lernt es sich am besten.

Soviel dazu... :-oopss

Leidenschaft.. damit verbinde ich v.a. selbstaufopferung...

Jemand der Mediziner wird, muss meiner Meinung nach Spaß an der Wissenschaft und der Medizin und dem Umgang mit dem Menschen mitbringen.

Leidenschaft und Empathie sind da fehl am Platz, der Patient braucht kompetente Mediziner, die routine haben (=Sicherheit!!!), wissen was sie tun und dennoch nicht der Eisklotz aus der Arktis sind.
Was hat der Patient von jemanden, der Leidenschaftlich Mediziner ist und keine Ahnung von tuten und blasen hat, veraltete Therapien runterbetet oder gar mit Heiltänzen ankommt?..
Mir persönlich kommt es als Patient darauf an, das der Doc weiß, was er tut und sagt, Routine hat.... nettigkeiten sind für mich eher zweitrangig oder der Bonus.
Ebenso die Empathie... klar braucht man Einfühlungsvermögen, sogar sehr viel, aber eben keine Docs, die bei irgendwelchen Diagnosen selbst zum häufchen elend werden oder sich von ihren Gefühlen "beherrschen" lassen.

So, Senf ende

Evil
07.01.2009, 10:59
Mebahel, das ist keine Definition, denn es beschreibt nicht, was Leidenschaft überhaupt ist. Insofern ist eine Diskussion schwierig, wenn wir ja nicht einmal wissen, worüber wir diskutieren.


Nun denn, ich versuch es trotzdem mal:

Insgesamt klingt es ganz gut, denn es beschreibt zunächst mal nur Engagement und Interesse an der Sache.
Aber hiermit
mich durch Probleme zu führen die unlösbar scheinenwirst Du zwangsläufig scheitern, als Beispiel führe ich mal den Rettungsdienst an:
die meisten Einsätze sind entweder sehr banal (es ist eigentlich kein Arzt erforderlich, nötig ist lediglich der zügige Transport in die Klinik) oder sehr frustran (der Patient kann vor Ort nicht genügend versorgt werden, vielleicht ist es schon von vorneherein zu spät). Infolgedessen wirst Du sehr schnell mit Deiner Leidenschaft Probleme bekommen, denn ersteres unterfordert Dich, letzteres überfordert Dich.
Analog dazu stellt sich der Klinik- oder Praxisalltag dar (Unterforderung nach Deinen Maßstäben durch Routine, Überforderung durch Streß, Zeitmangel,...).

Auf die Anforderungen mit teilnahmslosen Zynismus à la Dr House zu reagieren ist sicherlich kein humanistisch wünschenswerter Weg (wo wir schon bei der Aufklärung sind), für die Aufrechterhaltung der Patientenversorgung allerdings besser als ein grandioses Scheitern.

Die meiner Ansicht nach beste Alternative ist, wie so oft, ein ausgewogener Mittelweg: primär mit kühler Präzision handeln und gelegentlich mal besonders ins Zeug legen.
Aber Vorsicht: einen gewissen Abstand brauchst Du, sonst gehst Du unter, und davon hat keiner was.

Wie sehr sich ein Arzt jetzt engagiert, ist absolut seine Angelegenheit und muß wertfrei betrachtet werden. Wichtig ist, daß die Patienten gut und kompetent behandelt werden.
Kritik, die darüberhinaus geht, wirkt ausgesprochen anmaßend. Insbesondere dann, wenn sie von Leuten kommt, die es selber (noch) gar nicht gemacht haben.

Mebahel
07.01.2009, 11:14
Warum kann man nicht einfach davon ausgehen, dass man als Leidenschaftlicher Arzt der sich seinen Aufgaben hingibt auch gut in seinem Beruf sein kann, warum wird es immer schon als nicht kompetent festgenagelt.
Allein CHALi's Vorstellung von einem Leidenschaftlichen Arzt ist traurig, ich hoffe wirklich das andere Menschen, auch ein anderes Bild haben.

@Evil, ich kritisiere niemanden der seine Aufgabe auf eine andere Art und Weise meistert. Nur, kann ich meine Meinung genau dazu äußern, dann man einfach gewisse Dinge auch anders gestalten kann.
Vor allem die speziellen Fälle, die sich komplett von Leidenschaft freireden wollen und es auch noch als absoluten Blödsinn abstempeln, denen kann ich meine Idee zukommen lassen, trotzdem spreche ich keine Kritik aus, die in irgendeiner Weise, der effektiven Behandlung zu den Patienten steht.

Andere Menschen in dieser Weise zu Verurteilen Evil, anscheinend beschäftigt man sich nicht genug mit der formulierten Diskussion , das wirkt ausgesprochen anmaßend.

Dr. Pschy
07.01.2009, 11:30
Schon mal auf die Idee gekommen, dass das evtl. ein Vorgang ist, der nicht beeinflusst werden kann?

horsedoc
07.01.2009, 11:58
Andere Menschen in dieser Weise zu Verurteilen Evil, anscheinend beschäftigt man sich nicht genug mit der formulierten Diskussion , das wirkt ausgesprochen anmaßend.

Mal selber lesen und drüber nachdenken...
Kennst du Dieter Nuhr? "Wenn man keine Ahnung hat..." :-dafür

Mebahel
07.01.2009, 12:11
@Horse, wie wäre es wenn du dich einfach produktiv in die Diskussion einbringen würdest, als einfach irgendetwas aufzugreifen, es dann selbst nicht verstehen, trotzdem einen "ausdrucksstarken" Beitrag formulieren.

Das hast du das letzte mal auch schon gemacht.
Eine eigene Meinung zum Thema zu bilden ist ja nicht so schwer, ansonsten verweise ich dich gerne an den Herr Nuhr, du kennst ja seine Philosophie was Menschen betrifft die keinen Schimmer haben :-dance

horsedoc
07.01.2009, 12:13
Geantwortet hab ich dir schon viel weiter vorne und im Gegensatz zu dir find ichs ausreichend meine Meinung nur einmal zum Ausdruck zu bringen. :-))

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 12:19
Abi 2006 mit 34 Jahren - Studienplatz in HD 2006 mit 34 Jahren und 2 WS (die gab's für den zweiten Bildungsweg geschenkt).

Hätte ich jetzt 2006 im Abi nur nen Schnitt von 4,0 gehabt, dann hätte ich genauso 10-12 WS sammeln müssen, wie alle anderen, deren DN nicht reicht. Das Alter ansich spielt da überhaupt keine Rolle. Und was ich damit sagen wollte war, dass der Pharmareferent da oben sein Abi sicherlich auch nicht mit 19 auf'm Gymi gemacht hat.

Hier muss man auch wirklich alles erklären...

ja ja, mit Letzterem hast du recht, so erkläre ich also auch noch mal:
du fragstes mich, ob ich nicht wüßte, dass man sein Abi auch später machen können, aber genau weil das nichts daran ändert, dass man etweder den ensprechenden DN braucht für Medizin oder sonst wie alle, die es in jungen Jahren gemacht haben, warten muss, habe ich nicht verstanden, was du überhaupt mit deiner Farge, ob ich nicht wüßte, dass es Leute gibt, die erst später ihr Abi machen (z.B. zweiter Bildungsweg), sagen wolltest

ehem-user-02-08-2021-1033
07.01.2009, 12:35
Warum kann man nicht einfach davon ausgehen, dass man als Leidenschaftlicher Arzt der sich seinen Aufgaben hingibt auch gut in seinem Beruf sein kann


Bist du dir darüber im Klaren, dass es da draußen den "idealen" Patienten selten gibt ?


Etwas ist aber auch interessant:
Einige mir persönlich bekannte Assistenzärzten ( aus dem Forum soll sich bitte keiner angesprochen fühlen...) sind von ihrem Beruf schon sehr angekotzt.
Vielleicht haben sich da Erwartungen vor dem Studium mit der Realität nach dem Studium auch nicht so ganz gedeckt...
Ist aber auch nicht so einfach, wenn man nach dem Abi gleich studiert und man nach 6 Jahren dann merkt, dass es doch nicht das "Richtige" war.
Dann könnte ich den Frust schon verstehen. :-wow

Nachtrag:
@Mebahel
Was hast du in deinen 8 WS bisher gemacht ?

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 12:38
Ich kenn keinen einzigen Arzt, der mit Mitte 50 noch wirklich leidenschaftlich ans Werk geht...

ich schon

Skalpella
07.01.2009, 12:50
Zu dieser Empathiegeschichte:

Das Mitfühlen des Medziners ist in der Tat nicht wünschenwert. Niemand möchte, dass der Arzt bei einer schlimmen Diagnose mitweint.
Aber zumindest sollte man nachvollziehen können, wie Verhalten von Patienten zustande kommt und damit auch umgehen können.

Das Problem hier ist, dass die Pro-Leidenschaft-Fraktion leidenschaftsloses Arbeiten mit Herzlosigkeit und mangelnder Menschlichkeit dem Patienten gegenüber gleichsetzt. Dies ist aber, denke ich nicht der Fall. Zumindest nicht bei den meisten, die hier schreiben. Wie schon erwähnt ein Definitionsproblem :-nix

Mit eurer Vorstellung vom Arztberuf seid Ihr leider auf dem Holzweg. Das meiste ist im ärztlichen Tagesgeschäft, wie schon erwähnt, Routine. Was man dabei natürlich immer bedenken muss ist, dass die Situation für den Patienten KEINE Routine ist. Beispiel: das ist zwar schon die fünfte Narkose für den Arzt an diesem Tag, aber die erste (womöglich die allererste) für den Patienten, der nicht weiß, was als nächstes geschieht. Ihn höflich und freundlich über alle Schritte aufzuklären, die Situation durch ein nettes Gespräch aufzulockern, Ruhe auszustrahlen hat aber nichts mit Leidenschaft zu tun, sondern sollte selbstverständlich sein. Die Tatsache, dass tatsächlich vereinzelt medizinisches Personal, sei es ärztlich oder pflegerisch den Eindruck macht, keine Erziehung genossen zu haben, ist sehr schade, hat aber nichts mit Leidenschaftslosigkeit zu tun.

(DAS IST SOO GEIL; ICH SPRITZ JETZT DAS PROPOFOL!!! AAAAH! WAS PASSIERT JETZT? WIE GEIIIL!! DER PATIENT SCHLÄFT EIN, WIE GEIL!!! :-dagegen )

Mebahel
07.01.2009, 12:58
Nachtrag:
@Mebahel
Was hast du in deinen 8 WS bisher gemacht ?

Nach dem Abitur direkt Praktikum im Krankenhaus(wunderbar, kann ich nur jedem ans Herz legen) dann MTA Ausbildung, und jetzt die Arbeit.

Mebahel
07.01.2009, 13:00
(DAS IST SOO GEIL; ICH SPRITZ JETZT DAS PROPOFOL!!! AAAAH! WAS PASSIERT JETZT? WIE GEIIIL!! DER PATIENT SCHLÄFT EIN, WIE GEIL!!! :-dagegen )

Wie man sehen kann, kann man Leidenschaft unterschiedliche definieren, das beides nebeneinander laufen kann, scheint wohl unmöglich zu akzeptieren.
:-nix

Coxy-Baby
07.01.2009, 13:08
Mit besten Grüßen von Herrn Meyer, aus seinem Lexikon: "Leidenschaft, starker Antrieb, übermäßiges Begehren, das das Fühlen und Handeln eines Menschen unabhängig von vernünftiger Einsicht bestimmt."

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 13:14
[QUOTE=medianab]Das Problem hier ist, dass die Pro-Leidenschaft-Fraktion leidenschaftsloses Arbeiten mit Herzlosigkeit und mangelnder Menschlichkeit dem Patienten gegenüber gleichsetzt.


QUOTE]

nein - das ist einfach eine plumpe Unterstellung!

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 13:17
Mit besten Grüßen von Herrn Meyer, aus seinem Lexikon: "Leidenschaft, starker Antrieb, übermäßiges Begehren, das das Fühlen und Handeln eines Menschen unabhängig von vernünftiger Einsicht bestimmt."


Leidenschaft: Begeisterung, Eifer, Feuer
Quelle:Duden

Ehemaliger User 05022011
07.01.2009, 13:20
Wie schon erwähnt ein Definitionsproblem :-nix

dem wir uns jetzt ja endlich nach tagelanger Disskusion mal nähern


Mit eurer Vorstellung von Leidenschaft seid Ihr leider auf dem Holzweg.

deswegen versteh ich nicht, wie du zu so einer Aussage kommen kannst

Linda.1001
07.01.2009, 13:28
Leidenschaft: Begeisterung, Eifer, Feuer
Quelle:Duden


Sagt mal, ist das etwa besonders konstruktiv??

Ihr kommt doch eh nicht auf einen gemeinsamen Nenner.

Evil
07.01.2009, 13:31
@Evil, ich kritisiere niemanden der seine Aufgabe auf eine andere Art und Weise meistert.Doch tust Du, sogar schon wieder 2 Zeilen tiefer. :-D

Abgesehen davon vermisse ich bei Dir eine inhaltliche Auseinandersetzung mit den Argumenten. Soviel zur Diskussion.

Schönes Restleben noch!

horsedoc
07.01.2009, 13:41
Bei "Leidenschaft" spielen Emotionen die Hauptrolle-sollten sie aber bei Medizinern imo keinesfalls. Sie helfen nicht dem Patienten offen und vorurteilsfrei (im positiven und negativen Sinne) gegenüberzutreten und ihn in SEINEM Sinne zu behandeln. Da helfen eher ein gewisser Abstand und Logik.
Sich von "schwierigen" Patienten nicht persönlich "angemacht" zu fühlen ist auch schwer möglich wenn die Gefühle mit einem durchgehen.
Und natürlich können auch die "Leidenschaftslosen" sich in Patienten einfühlen/eindenken und logisch nachvollziehen warum er/sie sich so verhält bzw. was bestimmte Diagnosen bedeuten.

Wie medianab schon bemerkt hat-Freundlichkeit sollte selbstverständlich sein-aber ich glaube Menschen ohne Kinderstube trifft man in jedem Beruf.

Wenn man zu sehr mitfühlt kann die Konsequenz sein, dass man nicht mehr im Sinne des Patienten (be)handelt sondern nur noch im eigenen-evtl. ohne es zu merken. Blöd ists halt wenn beide sich nicht überschneiden-und ich spreche da leider aus Erfahrung... :-?