PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Arrogantes Rettungs-/Pflegepersonal



Seiten : 1 2 [3] 4 5 6 7 8 9

Giant0777
10.03.2011, 18:21
also, mein alter chef sagte immer, du ar***loch ist leichter, als sie ar***loch zu sagen...

und ich denke, diese weisheit hat schon ihre berechtigung. mir ist das ganze neumoderne geduze persönlich zu distanzlos. und fröhlicher wird das ganze auch nicht, wenn mich jmd. duzt. insofern weiss ich nicht, was es bringt. für mich ist das du immer noch ausdruck einer gewissen freundschaft oder vertrautheit, wenn man sich duzt.

aber zu thema: anerkennung ( und darum scheint es ja hier zu gehen ) erlangt man nicht durch anbiedern ( "kannst mich ruhig duzen, wir sind ja alle kumpels..." ), sondern durch ein vernünftiges miteinander. und ein paar "plinsen" hat man überall, ist überhaupt nicht branchenspezifisch!

ihr giant! ;-)

Keenacat
10.03.2011, 18:48
Bekannte kann man sich leider auch nicht immer aussuchen :-nix
Bei mir wandern ausgeprägte Spakken schnell ins soziale Aus, insbesondere wenns nur Bekannte sind. Ansonsten (= bei Freunden, an denen mir was liegt) weise ich gern freundlich darauf hin, dass ich ihnen ja auch nicht sage, was für einen popeleinfachen Beruf sie gewählt hben, da ichs schließlich nicht wissen kann. Das verstehen dann nur die größten Vollspaten nicht.


Sehe ich ähnlich.
Das Hamburger Sie (http://www.abendblatt.de/vermischtes/article664758/Duzen-ist-out-Comeback-fuer-das-Hamburger-Sie.html) finde ich aber auch nicht schlecht. ;-) So als Alternative.

Meiner Meinung nach unter anderem in der Schule das einzig Wahre. Bei uns wurde in der Oberstufe gesiezt, aber vom "du, Vorname" auf "Sie, Herr/Frau Nachname" wär einfach beknackt gewesen, die meisten Lehrer kannte man ja lang genug.
Keine Ahnung, obs daran lag, dass ich in HH zur Schule gegangen bin. :-))
Ich ziehe es immer noch vor, zum Beispiel jetzt als PJlerin, vom Pflegepersonal oder Ärzten, mit denen man weniger zu tun hat, mit Vorname und Sie angesprochen zu werden. Ist ein gutes Mittelding zwischen zu distanziert und zu vertraut.

Evil
10.03.2011, 18:58
Sehe ich ähnlich.
Das Hamburger Sie (http://www.abendblatt.de/vermischtes/article664758/Duzen-ist-out-Comeback-fuer-das-Hamburger-Sie.html) finde ich aber auch nicht schlecht. ;-) So als Alternative.
Mag ich gar nicht (aber ich mag auch die Hamburger nicht ;-)).
Da find ich das bayerische "Du" (Anrede erfolgt als Sie, im Gespräch wird schonmal auf Du umgeschaltet) sympathischer :-)

Solara
10.03.2011, 19:05
Da find ich das bayerische "Du" (Anrede erfolgt als Sie, im Gespräch wird schonmal auf Du umgeschaltet) sympathischer :-)

:-party

Flemingulus
10.03.2011, 19:37
Mag ich gar nicht (aber ich mag auch die Hamburger nicht ;-)).
Da find ich das bayerische "Du" (Anrede erfolgt als Sie, im Gespräch wird schonmal auf Du umgeschaltet) sympathischer :-)

Hamburger find ich jetzt zwar nicht so schlimm (dazu entweder eine eiskalte Cola oder hochwertiges amerikanisches Lagerbier oder ein kräftiges Weissbier oder Schampus... evtl. Versuch mit Stout), das Hamburger Sie find ich aber total beknackt... ssso a Schmarrn!!!

Bille11
10.03.2011, 19:39
ich mag das Hamburger Sie sehr. Bin immer froh, wenn ältere (Freunde meiner Eltern) so mit mir umgehen, weils für mich Klarheiten schafft.

Ist irgendwie anscheinend typisch norddeutsch/süddeutsch diese Zu-/Abneigung..

Flemingulus
10.03.2011, 19:42
Ich kenn ohnewitze zwei Leute, die grundsätzlich die 3. Person Singular (!) zur Anrede benutzen: Ah... guten Tag... wie gehts ihm denn?

Das find ich dann wieder so verschroben, dass es anfängt cool zu werden. :-))

WackenDoc
10.03.2011, 19:43
Beim Pflegepersonal passt das "Hamburger Sie" meiner Meinung nach aber gang gut.
Die Anrede Schwester+ Vornahme+ Sie ist doch auch von Patienten zu Pflege üblich.
Was das Thema an sich angeht, halte ich das total unterschiedlich:
- in meinem eigenen Bereich (3 Mitarbeiter unterschiedlichen Alters) halte ich es mit dem "Sie". Gegenüber denen aus der Verwaltung auch- obwohl ich mich mit vielen sehr gut verstehe und sogar bei Facebook mit ein paar verlinkt bin.
Aber in meiner eigenen Ambulanz bin ich wenigstens gefragt worden, ob mir das recht ist.
Im restlichen Haus ist das "Du" üblich- unter Kollgen (außer Oberärzten und Chefs) sowieso- da ist es aber für mich nicht soo einfach, weil ich auch Kollegen, mit denen ich nicht so eng zusammenarbeite, als Patienten hab.
Innerhalb meiner Abteilung und in der Notaufnahme finde ich das schon ok- mit Stationen, wo ich nur als Diensthabender vorbei komme, wäre das "Sie" manchmal besser.
ABER: Zwischen den Ärzten und den Mitarbeitern der anderen Ambulanzen ist "Sie" üblich. Bei Stationen der Fremdabteilungen eigentlich auch.
Was ich befremdlich finde, dass das Duzen nicht nur das ausgebildete Assistenzpersonal betrifft, sondern auch Praktikanten und Azubis- das stört mich schon je nach Person.
Andererseits werden wir Assis auch von unserem Abteilungsleiter gedutzt- bei den OÄ ist es Sie- find ich auch etwas befremdlich.

Im RD ist das "Du" meiner Erfahrung nach- noch üblicher. Vielleicht, weil man in kurzen Zeit enger zusammenarbeitet. So genau weiss ich das aber nicht.

Ich war jetzt auf nem Lehrgang, wo wir mit ein paar Ärzten, vielen RettAssen und RettSan/Kraftfahrern waren. Da war es recht gemischt. Aber irgendwann hab ich auch ein wenig den Überblick verloren.
Den deutlich lebensälteren Kollegen haben wir gesiezt. Mit ein paar RettAssen und einzelnen RettSan war ich per "Du" mit anderen per "Sie". Gut der Dienstgrad macht es auch nicht gerade einfacher.
Aber da hat sich keiner herabgesetzt gefühlt, weil er nicht geduzt wurde.
In meiner Funktion als Vorgesetzte in ner anderen Situation hab ich auch Kollegen gleichen Alters gesiezt- war einfacher.
Bei Leuten, die ich z.B. als Studentin kennen gelernt hab, würd ich aber auch nie auf die Idee kommen, die plötzlich zu Siezen.

In Wacken sind z.B. alle per "Du" unabhängig von der Funktion und Alter. Da ist sogar "Du" zwischen Ärzten/Sanis und Patienten nicht unüblich- aber abhängig vom Lebensalter.

Ist aber auf jeden Fall ein spannendes Thema.
Ich hab mit beiden Versionen gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Im Krankenhaus, fände ich das "Sie" aber manchmal angebrachter- vor allem, wenn man sich noch nicht so gut kennt. Ein "Du" zurück zu nehmen ist deutlich schwieriger als es anzubieten.

Das "Ihrzen" finde ich in einigen Situationen übrigens eine brauchbare Alternative.

Meuli
10.03.2011, 19:46
Ich kenn ohnewitze zwei Leute, die grundsätzlich die 3. Person Singular (!) zur Anrede benutzen: Ah... guten Tag... wie gehts ihm denn?

Das find ich dann wieder so verschroben, dass es anfängt cool zu werden. :-))

boah mein Fahrlehrer hat das auch immer gemacht ... "jetzt biegt sie rechts ab" ... grau-en-voll^^

Keenacat
10.03.2011, 20:04
Beim Pflegepersonal passt das "Hamburger Sie" meiner Meinung nach aber gang gut.
Die Anrede Schwester+ Vornahme+ Sie ist doch auch von Patienten zu Pflege üblich.

Jo. Gehört sich mMn auch, dass da gesiezt wird. Erfahrungsgemäß lassen Patienten, die duzen, auch anderswo häufig den Respekt vermissen. :-( Das mag insbesondere für männliche Pflegekräfte anders sein, aber für (insbesondere jüngere) Frauen gilt oft: Wer ungefragt duzt, grabscht oft auch. Hab ich beim Kellnern ebenfalls so erlebt.

flopipop
10.03.2011, 22:08
Ein Sie fördert die Hierarchie. Ein Du ist eher Ausruck flacher Hierarchien. Alle beschweren sich über die starren Hierarchien in Deutschland und wandern in Länder ab, wo die Stimmung innerhalb einer abteilung lockerer und flacher ist. Auf der anderen Seite wollen viele die Hierarchien doch aufrechterhalten, sobald man den Pflegern gegenüber in einer weisungsbefugten Position gegenübersteht. Das ist Doppelmoral. Hierarchie sucks, wenn man unten steht. Dieses krampfhaft-distanzierte Sie im eng zusammenarbeitenden Team ist doch lächerlich und schafft nur zusätzliche Barrikaden.

Die Amis habens einfacher, ein "you" für alle. Wenn innerhalb einer Station OÄ, Assis und Pfleger sich dutzen, dann fördert das vielleicht psychologisch eine flache Hierarchie, vorausgesetzt die Leute wissen trotzdem wer wem im Endeffekt weisungsbefugt ist und das Du nicht missbrauchen. Aber in einem gut miteinander arbeitenden Team eröffnet das Du oft relativ schnell ungeahnte Vorteile, man kommt sich schneller näher, man integriert sich schneller...das geht natürlich nicht bei jedem, dieselbe Altersklasse sollte man schon haben..Ich machs so, dass wer von den gleichaltrigen pflegern oder Ärzten mich dutzt, auch von mir gedutzt wird. Gerade wenn man als Neuer irgendwohin kommt, kann das viele Barrieren abbauen. Ich finde das Du ok :-dafür

gnuff
10.03.2011, 22:16
zum Ausgangspost: im vierten Semester hast Du keine Ahnung von Tuten und Blasen... sag Dir das immer wieder wie ein Mantra vor... dann kriegst irgendwann die Kurve und lernst den respektvollen Umgang mit Deinen Mitmenschen. Wie man in den Wald ruft...

zum Siezen: was bin ich froh, dass ich diese Probleme nicht habe, hier gibt es kein Sie, für niemanden, fertig.

Rettungshase
10.03.2011, 23:44
@ Medic3: Begegne den Leute mit dem - hier so oft angemerkten Respekt - und du wirst ihn in der Regel auch entgegengebracht bekommen. Darunter verstehe ich auch, dass man sich ein wenig mit der Arbeit des jeweils anderen beschäftigt. Wenn du wirkliches Interesse hast, empfehle ich ein entsprechendes Praktikum.
Wenn du beispielsweise Rettungsdienstpersonal als Krankenwagenfahrer oder gar Taxifahrer bezeichnest, brauchst du dich nicht wundern, wenn ein paar von ihnen einen Hals auf dich haben. Ebenso kann man von (werdenden) Ärzten durchaus erwarten, dass man die Grundzüge der Ausbildungen des medizinischen Assistenzpersonals, mit denen man ja dann zusammenarbeiten soll, verinnerlicht hat (z.B. dass es wesentliche Unterschiede zwischen Rettungsassistenten, -sanitätern und -helfern gibt).

Ich wüsste nicht, warum besagtes Pflege- und Rettungsdienstpersonal ständig, immer und überall nur deswegen gemein zu dir ist, weil sie von "Minderwertigkeitskomplexen" geplagt sein sollen; vielleicht mögen sie dich auch einfach nicht, was ich aufgrund des Eindrucks einiger hier getätigter Aussagen sogar nachvollziehen könnte, wenn ich sie nicht falsch interpretiert habe (nimm's mir nicht übel, aber Vieles liest sich über die Maßen arrogant).
Man kann sicherlich auch ohne Arztkittel glücklich mit seiner Arbeit sein :-top

Wertschätzung ist meiner Meinung nach übrigens nur nachrangig an der Anrede festzumachen: Ein wohlwollendes "Du" ist mir deutlich lieber als ein abschätziges "Sie".

P.S.: Ich bedaure es sehr, dass die Kenntnisse der Arbeit von Pflege-(trotz Krankenpflegepraktikum) und Rettungsdienstpersonal unter der Ärzteschaft oft so ungenügend vorhanden sind. Kein Wunder, dass viele nicht zwischen einem arroganten Rettungsassistenten und einer ganzen Berufsgruppe unterscheiden können.

GOMER
11.03.2011, 02:20
Kann die Erfahrung/Meinung vom Threadstarter nachvollziehen, aus der Sicht des Studenten und des RAs mit 10 Jahren Berufserfahrung. Viele meiner RD-Kollegen waren Idioten oder arrogante Säcke und haben sich insbesondere ggü. Studenten unmöglich aufgeführt, außer bei hübschen, weiblichen.

Kackbratze
11.03.2011, 07:49
Kann ich mir garnicht vorstellen...

Narcanti
11.03.2011, 10:08
Nochmal kurz zum "Sietzen und Duzen".
Ich würde die Kollegen eher dutzen wollen, wenn ich fast jeden Tag 8-10 Stunden mit ihnen zu tun habe, aber das "Sie + dutzen" ist eine gute Alternative.
Was aber macht denn ihr "Dutzgegner", wenn euch das Du angeboten wird?
Ich könnte das schwer zurückweisen und würde mich auch zurückgewiesen fühlen wenn mir das abgeschlagen würde...

DoctorNew
11.03.2011, 10:45
Unter ärztlichen Kollegen, insbesondere den anderen Assistenten, fände ich es höchst befremdlich, sich zu siezen. Man steht zum einen auf der selben Stufe der Hierarchie und entspringt auch grob der gleichen Altersstufe. Gleiches gilt für Famulanten in der Abteilung. Oder habt ihr im ersten Semester die aus dem 10. Semester auch gesiezt?

Dass Duzen zu verminderter Autorität führt, wage ich im Übrigen zu bezweiflen, dass hängt vielmehr am Auftreten der Personen selbst. Nicht umsonst ist es in vielen Unternehmen Usus, auch die direkten Vorgesetzen zu duzen.

Im Krankenhaus ist man doch in erster Linie ein Team. Ein Team braucht Zusammenhalt und keine kühle Distanz, die durch das Siezen erzeugt wird. Unter Polizisten ist ja z.B. auch das Du generell üblich und das ist sicher ein Beruf, wo neben Teamarbeit auch das Vorhandensein eines Teamleiters wichtig ist.

facialis
11.03.2011, 19:27
Das chronische und allgegenwärtige Geduze im Krankenhaus geht mir sehr auf die Nerven. Ich würde viel lieber das "Sie" aufrechterhalten. Ich habe mich eigentlich nur auf das "Du" eingelassen, weil es allgegenwärtig war und man kaum etwas dagegen unternehmen konnte, ohne arrogant zu wirken. Trotzdem finde ich es falsch, daß man sich im Krankenhaus so schnell duzt. Ein wirklich respektvolles Miteinander ist auch (oder gerade) möglich, wenn man sich siezt, und ich verstehe die Vorteile der ewigen Duzerei nicht.

Im privaten Bereich habe ich zwei Bekannte, die beide 15-20 Jahre älter als ich sind. Wir siezen uns, und es ist traumhaft. Da es sowieso nicht an meiner Stelle ist, das "Du" anzubieten, liegt es eh nicht in meiner Hand, das Siezen zu beenden. Ich warte aber auch nicht darauf, denn das "Sie" macht mir in beiden Fällen viel Spaß.

ist natürlich eine persönliche angelegenheit jedes einzelnen, aber diese einstellung und verallgemeinerungen finde ich schwachsinnig und sogar etwas krankhaft.

Alzheimer
13.03.2011, 16:57
Bei uns in der Abteilung wird der CA und ltd. OA gesiezt. Die restlichen OÄ und die Assis/ FÄ duzen sich. Ich persönlich bevorzuge das Du auch mit der Pflege und dem Rettungsdienstpersonal. Es kommt einfacher über die Lippen und mit mangelndem Respekt untereinander hatte ich noch keine Probleme.
Außerdem finde ich es befremdlich, wenn man im RD gemeinsam im Straßengraben im Dreck einen Pat. versorgt und sich dabei siezt.

ehemalige Userin 24092013
13.03.2011, 17:13
Interessant wird das ganze doch erst, wenn man vor z.B. fünf Jahren in einem KH gearbeitet hat, wo man mit einem OA zu tun hatte, den aber alle noch geduzt haben.
Dieser OA verschwindet plötzlich von der Bildfläche und man selbst Jahre später auch und man trifft sich plötzlich in einem anderen KH wieder.
Der OA ist mittlerweile CA geworden und wird dort vom Personal gesiezt - völlig ok. soweit.

Man selbst war mit diesen EX OA - jetzt CA aber mal per DU und man begrüsst sich also mit den Worten: "ja wir kennen uns doch noch von da und da."
CA: " Ja genau."


Was macht man denn nun? Du? Sie - wie alle anderen auch?
Irgendwie meide ich die direkte Anrede aktuell (was zwar recht gut funktioniert aber immer umständliche Vorüberlegungen braucht....) wobei mir das ein oder andere Mal im "Schuss der Arbeit" dann doch schon mal das Du "rausgerutscht?" ist....hmm.
Komisch sowas.