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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fieber unklarer Genese, was für Hobby Dr. Houseis



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SuperSonic
23.07.2011, 08:21
die 200g Glucosebedarf beziehen sich ja auf den "Normalzustand".
... der angestrebt werden sollte, auch wenn das Gehirn mit der Zeit auch Ketonkörper zur Energiebereitstellung verwenden kann!
Bei der Ketoazidose ist es nur eine Frage der Zeit, bis das

Nieren- und Leberwerte sind in Ordnung
auch nicht mehr zutrifft, da helfen auch keine Nahrungsergänzungsmittel.



Und sie trinkt ca. 3,5 Liter pro Tag.
Sie beklagt Ödeme, bekommt Diuretika und trinkt dann so viel? Das passt irgendwie nicht zusammen.



Serotoninsyndrom als DD... Mal was Neues, dankeschön!

Ursache evtl. das Trazodon, auch wenn das ja kein so hohes Potenzial dafür hat. Aber hätte dann die Reduzierung des Trazodons nicht eine Verbesserung bewirken sollen?
Und hätte das erst später eingeführte 5HTP dann nicht eine Verstärkung des Fiebers verursacht?
Ob auch eine Dosisreduktion zu einer Verbesserung der Symptomatik führen müsste, kann ich dir ad hoc nicht sagen. Man liest immer, dass als Therapie die entsprechenden Medikamente komplett abgesetzt werden müssen.
5-HTP könnte die Symptome verstärken, aber das muss nicht unbedingt heißen, dass dabei die Körpertemperatur betragsmäßig steigt.

Das ist aber recht spekulativ. Wie mehrmals auch von anderen Forenmitgliedern erwähnt, ist erst mal die Stoffwechsellage zu normaliseren. Die Ernährung ist die "große Baustelle", die ganzen Details und Nebenschauplätze können im Anschluss wieder näher beleuchtet werden.

Frank-Walter
23.07.2011, 10:21
Hi,

eine ketogene Diät muss auch auf Dauer nicht zu Problemen führen:

http://www.sciencedaily.com/releases/2010/02/100216163531.htm

Und Ketose ist nicht gleichzusetzen mit Ketoazidose. Acetongeruch habe ich selbst bei der Phase mit 500kcal bei ihr nicht feststellen können.

Ich habe auch schon jemanden betreut, der sich ein halbes Jahr mit ca. 2g Kohlenhydraten pro Tag ernährt hat (nur tierische Lebensmittel, und die 2g KH stammten hauptsächlich von der Glucose in den Eiern). Auch keine Ketoazidose und einwandfreie Leber- und Nierenwerte.

Und ja, sie macht keine "klassische" ketogene Diät, weil sie nicht fettdominiert isst, aber ob die Ketonkörper aus Nahrungsfettsäuren oder Körperfett gebildet werden, sollte "den Kohl auch nicht fett machen".

Und stimmt, eigentlich würde ich ihr wegen den Ödemen zu maximal 2 Litern Trinkflüssigkeit pro Tag raten (wohl eher 1,5 Liter), was ich auch beim Auftreten der Ödeme getan habe. Aber bei der ketogenen Diät muss man auch ein wenig an die Nieren denken, deshalb die "Erlaubnis" auf 3,5 Liter hochzugehen.

Die Ödeme sind durch die Diuretika auch gut im Griff, und bevor jetzt geschrieben wird, dass ohne die ketogene Diät keine erhöhte Trinkmenge, und ohne diese keine Diuretika nötig wären:
Die Ödeme hat sie schon vor der ketogenen Diät bekommen, und sie hat schon lange vor dem Auftreten der Ödeme mehr als 3 Liter pro Tag getrunken, also sollte weder die Trinkmenge noch die ketogene Diät ursächlich für die Ödeme sein.
Und auch vor der ketogenen Diät hat eine Reduzierung der Trinkmenge nicht gereicht um die Ödeme zu therapieren.


Es kam weder bei der Reduktion des Trazodons, noch bei der Einführung des 5HTP zu irgendwelchen Symptomänderungen.


Da eine Gewichtszunahme für sie "nicht drin" ist, das momentane Gewicht wohl aber akzeptabel scheint, wird es, so wie es monentan aussieht, auf eine Erhöhung des Trainingsvolumens hinauslaufen (zumindest hat sie die empfohlene Erhöhung der Proteinzufuhr akzeptiert), um nach einer weiteren Reduktion um 2-3kg dann die Stoffwechsellage zu normalisieren, so dass dann eine Zunahme von 3kg (Auffüllung der Speicher, Zunahme der aufgrund der Reduktionsdiät geschrumpften Organe etc.) von ihr toleriert werden kann.


Um das nochmal zu unterstreichen:
KEINES der Symptome (Fieber, Abgeschlagenheit/Erschöpfung, kognitives Impairment, Ödeme, UV-Intoleranz) hat sich nach Beginn der ketogenen Reduktionsdiät gegenüber dem Zustand der davor liegenden Wochen auch nur irgendwie verändert.

Gruß
Frank-Walter

Coxy-Baby
23.07.2011, 10:41
"Ich habe auch schon jemanden betreut, der..." Welche Funktion erfüllst du eigentlich genau, bist du ihr lifestyle Coach, der HP des Vertrauens, ein Freund?

WackenDoc
23.07.2011, 10:43
Nochmal: Die Frau hat eine massive Esstörung, wenn sie bei einem BMI von 23 noch nicht mal eine Gewichtszunahme von 2-3kg toleriert.

Und nochmal: Welche Qualifikation hast du genau, dass du ihr das alles rätst?

Und was spricht dagegen erstmal die Esstörung zu behandeln, dann zu einer halbwegs normalen Nahrungsaufnahme zurück zu kehrern und dann schauen, welche Symptome überhaupt über bleiben.

Der Körper leidet übrigens auch, wenn sie zwar Ergometertraining betreibt, sich aber ansonsten eigentlich nicht bewegt.

Die Frau gehört dringend in eine Fachklinik für Essgestörte.

THawk
23.07.2011, 10:49
Langsam wirds mir auch deutlich zu bunt - die Dame benötigt eine vernünftige stationäre Behandlung mit Normalisierung der Ernährung und spezifischer psychosomatischer Betreuung. Ich bin mir sicher, dass du in deiner Rolle als 'Diagnostik-Koordinator' und 'Ernährungs-Berater' deine Kompetenz deutlich überschreitest. So etwas sollte man erkennen und den Mut haben sich zurückzuziehen.
Was für einen Sinn hat diese Ketose? Irgendwelche vorklinisch anmutenden Kalorien-Rechnungen eines Laien werden die Frau nicht gesund machen. :-nix

Evil
23.07.2011, 11:01
Ich habe auch schon jemanden betreut, der sich ein halbes Jahr mit ca. 2g Kohlenhydraten pro Tag ernährt hat (nur tierische Lebensmittel, und die 2g KH stammten hauptsächlich von der Glucose in den Eiern). Auch keine Ketoazidose und einwandfreie Leber- und Nierenwerte.
Manche Menschen besitzen eine erstaunlich robuste Konstitution und überstehen sogar längerdauernde unsinnige Diäten unbeschadet.

Rico
23.07.2011, 13:36
eine ketogene Diät muss auch auf Dauer nicht zu Problemen führen:
http://www.sciencedaily.com/releases/2010/02/100216163531.htm
[...]
Und ja, sie macht keine "klassische" ketogene Diät, weil sie nicht fettdominiert isst, aber ob die Ketonkörper aus Nahrungsfettsäuren oder Körperfett gebildet werden, sollte "den Kohl auch nicht fett machen".So einfach ist es nun auch wieder nicht:
Das ist nämlich etwas ganz anderes, eine eukalorische (!!!) ketogene Ernährung zu haben, bei dem man dem Körper nur ketogene Energieträger anbietet, diese aber in ausreichender (!!!) Menge oder ob man den Körper eine Mangelernährung zumutet, die ihn zwingt zum Überleben alle Reserven anzuzapfen, darunter auch die Ketogenese.
Bei ersterem ist die Ketose gewollter therapeutischer Effekt, bei letzterem Symptom der Mangelernährung. Und deshalb kann man die Unschädlichkeit von ersterem nicht auf das letztere einfach übertragen.
Den um das klar zu stellen: dass die Ketonkörper per se gefährlich wären oder Schaden würden, das glaubt hier ja keiner (Ketoazidose natürlich ausgenommen), aber in der Zusammenschau mit hypokalorischer Ernährung sind sie halt ein Zeichen dafür, dass die zugeführte Kalorienmenge nicht ausreicht um den Bedarf zu decken - das ist die Message, die man aus den erhöhten Ketonkörpern ziehen kann.

Und Ketose ist nicht gleichzusetzen mit Ketoazidose. Acetongeruch habe ich selbst bei der Phase mit 500kcal bei ihr nicht feststellen können. Na bei Azetongeruch brennt die Hütte ja auch schon lichterloh... da kommen ja vorher noch andere Stadien, in denen der Körper gegenregulieren kann. Und auch wenn sie derzeit natürlich höchstwahrscheinlich einen normalen Blut-pH hat, dann würde ich aber trotzdem wetten, dass sie im Säuren-Basen-Status eine (wahrscheinlich komplett) kompensierte metabolische Azidose hat (siehe auch Urin-pH).

Ich habe auch schon jemanden betreut, der sich ein halbes Jahr mit ca. 2g Kohlenhydraten pro Tag ernährt hat (nur tierische Lebensmittel, und die 2g KH stammten hauptsächlich von der Glucose in den Eiern). Auch keine Ketoazidose und einwandfreie Leber- und Nierenwerte.Beeindruckt mich wenig, schau mal in den Rekortwerte-Thread, was es für abgefahrene Sachen geben kann, die überlebt werden.
Es gibt leute, die verlieren ihr halbes Hirn durch nen Schlaganfall und haben trotzdem noch kognitiv mehr drauf als so mancher, der draussen mit den ganzen Hirn durch den Stadtpark läuft....
Außerdem geht es ihr ja schlecht in der gegenwärtigen Kostellation, deshalb hilft der Verweis auf Leute mit noch abgefahrerneren Ernährungsgewohnheiten nicht wirklich weiter....

Es kam weder bei der Reduktion des Trazodons, noch bei der Einführung des 5HTP zu irgendwelchen Symptomänderungen. Was man ja gemeinhin als Wirkungslosigkeit bezeichnet und deshalb auch die Frage auffwirft, wieso
a) das Antidepressivum nicht wieder in den therapeutischen Bereich gesteigert wurde, da die Erschöpfungszustände & Co. ja durchaus Symptome einer Depression sein können
b) das unnütze 5-HTP nicht wieder abgesetzt worden ist (das Fass wie es zu der Indikation zu einem obsoleten Präparat gekommen ist machen wir besser nicht auf)?

Da eine Gewichtszunahme für sie "nicht drin" ist, das momentane Gewicht wohl aber akzeptabel scheint, wird es, so wie es monentan aussieht, auf eine Erhöhung des Trainingsvolumens hinauslaufen (zumindest hat sie die empfohlene Erhöhung der Proteinzufuhr akzeptiert), um nach einer weiteren Reduktion um 2-3kg dann die Stoffwechsellage zu normalisieren, so dass dann eine Zunahme von 3kg (Auffüllung der Speicher, Zunahme der aufgrund der Reduktionsdiät geschrumpften Organe etc.) von ihr toleriert werden kann."Erst noch ein klein bisschen abnehmen, dann nehm ich auch wieder zu, ich versprech's. Ehrlich." - klassicher Anorektiker-Trick: Ich will ja zunehmen, geht aber grade nicht wegen [blablabla - hier aktuellen Grund des Tages einsetzen], aber bald wird es bstimmt wieder gehen, dann kann ich auchwieder mehr essen.
Essgestörte (und besonders Anorektikerinnen) sind unglaublich manipulativ und echte Profis darin jedermann im Umfeld einzureden, dass sie gar nicht soviel essen brauchen wie alle anderen, dass das aber keiner versteht, dass das jetzt nur vorrübergehend ist, dass ja bald alles besser wird, wenn sie nur erstmal noch ein bisschen so weitermacht...

Ohne Krankheitseinsicht oder Therapie wird der Moment aber nicht kommen in dem sie freiwillig wieder zunimmt, nachdem sie sich unter Qualen die Kilos rutergehungert hat.

Aber das ist ja immer nur bei den anderen so... bei der Essgestörten, die vor einem sitzt ist das immer alles gaaaanz anders, nämlich... :-sleppy

Um das nochmal zu unterstreichen:
KEINES der Symptome (Fieber, Abgeschlagenheit/Erschöpfung, kognitives Impairment, Ödeme, UV-Intoleranz) hat sich nach Beginn der ketogenen Reduktionsdiät gegenüber dem Zustand der davor liegenden Wochen auch nur irgendwie verändert.Huch, plötzlich ist es eine Reduktionsdiät - war es neulich nicht noch eine ausgegliche Ernährung, weil "eben irgendeine andere Störung zugrundeliegt, die ihren Grundumsatz quasi vernachlässigbar gemacht hat, und ihre körperliche Leistungsfähigkeit soweit einschränkt, dass sie auch durch körperliche Aktivität keinen einigermaßen normalen Energieverbrauch hinbekommt"?

Bezüglich der subfebrilen Temperaturen: Was ist denn jetzt mit den Schilddrüsenwerten? Ist sie jetzt wieder nachgewiesenermassen euthyreot? Unter der Hyperthyreose wundern einen ja erhöhte Temperaturen nicht wirklich, auf diesen (schon etwas älteren) Vorschlag von Wacken bist Du ja nicht wirklich eingegangen.
BTW ist die Überdosierung von L-Thyroxin auch ein populärer Trick unter den Anorektikern...
"Abgeschlagenheit/Erschöpfung, kognitives Impairment" --> Depression?

WackenDoc
23.07.2011, 13:40
Bevor ich es vergesse: War nicht mal die Rede davon, dass die Substitution der Schilddrüsenhormone absichtlich so eingestellt wurde, dass sie sich im hyperthyreoten Bereich befindet? Wieso eigentlich?

sodbrennen
23.07.2011, 13:58
"Ich habe auch schon jemanden betreut, der..." Welche Funktion erfüllst du eigentlich genau, bist du ihr lifestyle Coach, der HP des Vertrauens, ein Freund?

Er arbeitet doch in der Pharmabranche. Vermutlich Vertreter für Nahrungsergänzungsmittel. :-oopss

Rico
23.07.2011, 14:07
Bevor ich es vergesse: War nicht mal die Rede davon, dass die Substitution der Schilddrüsenhormone absichtlich so eingestellt wurde, dass sie sich im hyperthyreoten Bereich befindet? Wieso eigentlich?Manche machen ne latente Hyperthyreose als Therapieziel unter der Annahme, dass weniger TSH weniger Prolifertaionsreiz auf die SD hat.
Wird aktuell aber eigentlich nicht mehr empfohlen, wegen der Nebenwirkungen der latenten (bzw. schnell auch mal manifesten) Hyperthyreose (v.a. Vorhofflimmern, Osteoporose (bei postmenopausalen Frauen)), Therapieziel ist die Euthyreose.

Anyway, hier lag ja eine manifeste Hyperthyreosis facticia vor mit komplett suprimmiertem TSH und erhöhtem fT4 - und das ist egal unter welchen Vorstellungen zuviel.

Peter_1
23.07.2011, 15:53
Lieber F. W.,

ich werfe jetzt mal was in den RAum wo Du sicher nicht erfreut drüber sein wirst, aber ich finde das ganze völlig gruselig abstrus. Wenn die Geschichte wirklich so stimmt und Du nicht selber der/die Betroffene bist, dann habe sich hier anscheinend 2 psychisch auffällige Menschen in einer ungünstigen Konstellation zusammengefunden. Du bist der "Experte" und "Koordinator" einer Frau, die augenscheinlich ein Problem hat was Du noch zusätzlich befeuerst durch Deine völlig insuffiziente Einschätzung der Situation. Augenscheinlich hat die Frau einen etwas derangierten Stoffwechsel, was bei der zwanghaften Art der Nahrungszuführung und sportlichen Betätigung aber absolut niemanden verwundern muss. Anscheinend schafft ihr es auch viele Ärzte zu beschäftigen, in dem ihr ein Fass an Diagnostik und Labor angestossen habt, deren pathol. Ergebnisse sich alle samt und sonderlich mit einer Mangelernährung erklären lassen. Leider ist keiner der von euch eingespannten Experten darauf gekommen, dass es eine simple Erklärung für das Problem gibt, bzw. vielleicht habt ihr diejenigen Ärzte welche drauf gekommen sind einfach abgetan. Bei Deiner "Medikation" läuft einem ein kalter Schauer den Rücken runter und bei Deiner Art des Einflusses auch. Sollte es die Frau wirklich geben, dann ist Sie grundsätzlich einfach verloren wenn Du das ganze weiterhin so betreibst (und weiter den persönlichen "Dr. House" spielst, wenn es so sein sollte, dann gefährdest Du mit Deinem Pseudowissen die Gesundheit dieser Frau!). Sollte es hierbei um Dich selber gehen und die Frau nur eine Erfindung sein, dann denke mal nach ob das ganze zwanghafte rumtitirieren von Essen, Nahrungsergänzungsmitteln, Sport und Medikamenten ohne Indikation noch ganz normal ist. Ich kann als aussenstehender Arzt nur ganz deutlich sagen: hier liegt eindeutig eine völlig "schräge" Vorstellung von Ernährung und Gesundheit vor, egal was nun noch so von "Hobby Dr. House Menschen" rausgefunden wird.

Keenacat
23.07.2011, 16:15
Bevor ich es vergesse: War nicht mal die Rede davon, dass die Substitution der Schilddrüsenhormone absichtlich so eingestellt wurde, dass sie sich im hyperthyreoten Bereich befindet? Wieso eigentlich?

Bei jemandem mit so hochgradigem Verdacht auf ne Essstörung würd ich doch mal vermuten: Zur Gewichtsreduktion. *sfz* Garnicht so selten.

Frank-Walter
23.07.2011, 16:15
Hi,

zur Hyperthyreosis facticia:
Ja, die ist beabsichtigt und vom Endokrinologen auf TSH-Supprimierung eingestellt wegen der Hashimoto Thyreoiditis. T4 ist erhöht, weil ansonsten T3 noch niedriger ist, und Hypothyreose auftritt. Warum die Konversion nicht ausreichend zu sein scheint, weiß ich nicht, aber der Endokrinologe hat das wohl anders nicht hinbekommen. Ist aber wohl schon jahrelang so eingestellt, und da T3 eine deutlich höhere Potenz als T4 hat, ist es auch verständlich, dass sie damit insgesamt euthyreotisch ist.

Wegen der Esstörung, und dass sie auch in minus 3kg kein Zunehmen akzeptieren wird:
Erstens ist sie zwar nicht ganz auf der Höhe ihrer geistigen Leistung, aber sie ist nicht blöd. Dass die leeren Speicher wieder aufgefüllt werden müssen, dass die Organe bei stark hypokalorischer Ernährung schrumpfen und danach wieder wachsen werden usw. hat sie durchaus verstanden.
Zweitens ist es nicht ihr Ziel, abzumagern. Sie hat einen BMI von 23, also mitten im Normalgewicht, und dass sie den halten möchte finde ich nicht pathologisch.
Wenn ich ihr sage, dass mit dem Abnehmen Schluss ist, und das entsprechend erklären kann, dann wird sie damit aufhören. Aber sie wird nicht auf mich hören, wenn ich ihr keine schlüssige Erklärung liefern kann. Und dass die Symptome von der Diät kommen, ist eben nicht schlüssig, da die Symptome ohne Diät kamen und sich durch die Diät nicht verschlimmert haben.
Und ich werde einen Teufel tun und ihren Wunsch, nicht mehr wiegen zu wollen als jetzt, im mittleren Normalgewichtsbereich, zu verteufeln. Nur wenn ich ihre Ziele akzeptiere, solange keine schlüssigen Argumente dagegen sprechen, wird sie auch meine Empfehlung akzeptieren, davon abzulassen, wenn es eben schlüssige Argumente dafür gibt.
Wenn sie wirklich das Urteilsvermögen über ihren Körper verliert (Körperschemastörung, Ursache für Anorexia nervosa), dann braucht sie jemandem, dem sie vertrauen kann, wenn er ihr sagt, dass ihre Körperwahrnehmung nicht mehr stimmt, und dass sie stattdessen auf die Wahrnehmung und Empfehlungen anderer angewiesen ist. Und dieses Vertrauen werde ich nicht leichtfertig verspielen.
Man kann eine Notbremse nicht nur einmal benutzen, aber wenn man sie einmal zu früh zieht, kann es leicht passieren, dass sie beim nächsten Mal nicht mehr funktioniert.

Und ja, es ist eine Reduktionsdiät, weil sie unter anderm auch durch die Bettlägerigkeit zugenommen hat, und das wieder loswerden wollte. Hätte sie das nicht gemacht, wäre sie jetzt wahrscheinlich bei einem BMI von 29 oder darüber (als sie die Reduktionsdiät begonnen hat, war sie schon über 26).
In der Klinik hatten sie übrigens bereits Schwierigkeiten, vernünftige Venen zu finden.

Wie gesagt, wir reden hier hauptsächlich über die Angina und nicht über den perforierten Appendix. Trotzdem schön, dass sich einige ab und zu noch Gedanken über das Fieber machen.

Von wegen wenn sie sich außer dem Sport nicht bewegt:
Sie bewegt sich auch beim Kochen, Wäsche machen, Einkaufen, auf dem Weg zu den Ärzten usw.
Die Wasserkästen bringe ich ihr allerdings vorbei, die würde sie wohl eher nicht die Treppen hochbekommen, und ein Auto hat sie ja auch nicht.

Gruß
Frank-Walter

Frank-Walter
23.07.2011, 16:26
@Peter_1

wer aufmerksam mitgelesen hat, hat mitbekommen, dass die Symptome lange VOR der Mangelernährung angefangen haben, und sich durch die Mangelernährung keine Veränderungen der Laborparameter ergeben haben, die nicht ganz normal bei einer entsprechenden Ernährung sind (bsp. Ketonkörper im Urin und der Urin-PH).

Gruß
Frank-Walter
P.S.:
Und nope, ich bin nicht die betroffene und ernähre mich auch nicht so. Meine Frau ist Diätassistentin und die könnte wohl nicht auf der einen Seite mich so bekochen und auf der anderen Seite bei ihren Beratungen die Empfehlungen der DGE vertreten.

EKT
23.07.2011, 16:28
@Peter_1:

Absolut:-meinung!!!

Keenacat
23.07.2011, 16:36
In der Klinik hatten sie übrigens bereits Schwierigkeiten, vernünftige Venen zu finden.

Keine vernünftigen Venen zu finden hat nix damit zu tun, dass jemand übergewichtig ist. :-)) Ich hab erst letzte Woche einem 160-kg-Mann ohne Probleme Blut aus den fast bleistiftdicken Unterarmvenen abgenommen. Klar, die sah man nicht auf den ersten Blick, lagen ja in ordentlich Unterhautfettgewebe, aber die ließen sich ohne weiteres tasten. Die dürren Ömchen dagegen, mit ihren fadenfeinen Venchen, die dann auch noch kollagendefizient (= zerreißen leicht) und verkalkt sind... :-(( Bis du da ein Butterfly reingefriemelt hast...

Im übrigen wissen selbst enge Vertraute von Essgestörten oft lange garnichts über das Ausmaß des Problems, nur weil du nix von ner Mangelernährung wusstest, kann sie trotzdem bestanden haben.

PS:

@Peter_1:

Absolut:-meinung!!!
Ditto.

WackenDoc
23.07.2011, 16:40
Ich hab ja schon mal geschrieben, dass die Ursache der Symptome durchaus in dem ursprünglichen Infekt liegen können- nur damit, was sie und du da zur Zeit treiben kann sie gar nicht gesund werden.

Wobei ich bei so einer Essstörung nichtmal sicher bin, dass sie sich vorher ganz normal ernärt hat. (oder normales Essen irgendwie ausgeglichen hat)

Zu deiner Theorie mit der Hyperthyeose:
Sie hat eine manifeste Hyperthyreose duch die Medikation. Zu sehen an dem erhöhten T4 und dem erniedrigten TSH. Es gibt keinen Grund einen Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis so einzustellen.

Ich sag nicht, dass sie blöd ist, aber eine Essstörung ist eine sehr mächtige Erkrankung. 1. sie ist zur Zeit offenbar krank und hat 2. ein Gewicht im Normbereich.3. mit 2-3 kg mehr wäre sie immernoch im Normbereich, kann das aber nicht tolerieren.
Allein diese Zusammenhänge sprechen für eine Essstörung.

Ich hatte dich extra gefragt, in wie weit sie sich außerhalb des Ergometertrainings bewegt. Da hattest du was ganz anderes geantwortet als jetzt.

Ansonsten stimm ich dem Beitrag von Peter völlig zu. Sowohl was seine Einschätzung deiner Bekannten als auch deiner Beziehung zu ihr angeht.

Und um bei deiner Methapher zu bleiben: Du doktorst am Fusspilz rum während wir beim durchbrechenden Appendix sind.

Warum verrätst du uns eigentlich nicht, was dich zu ihrem "Gesundheitskoordinator" qualifiziert?

@Keencat: Auch Zustimmung!!!
Dass man bei ihr bei nem BMI von knapp über 26 Probleme hatte, Venen zu finden, lag sicher nicht am Gewicht.
So bei 30-35 aufwärts wird´s dann langsam schwerer.

Peter_1
23.07.2011, 16:55
@Peter_1

wer aufmerksam mitgelesen hat, hat mitbekommen, dass die Symptome lange VOR der Mangelernährung angefangen haben, und sich durch die Mangelernährung keine Veränderungen der Laborparameter ergeben haben, die nicht ganz normal bei einer entsprechenden Ernährung sind (bsp. Ketonkörper im Urin und der Urin-PH).

Gruß
Frank-Walter
P.S.:
Und nope, ich bin nicht die betroffene und ernähre mich auch nicht so. Meine Frau ist Diätassistentin und die könnte wohl nicht auf der einen Seite mich so bekochen und auf der anderen Seite bei ihren Beratungen die Empfehlungen der DGE vertreten.

Lieber F. W.,
wenn es so ist, dann bist Du eine Gefahr für die Gesundheit dieser Frau und hast anscheinend auch noch zusätzlich selber ein massives Problem. Fakt ist: die Art und Weise der Umgehensweise von euch beiden mit Ernährung und Medikamenten ist sicher als gesundheitsschädigend zu bezeichnen. Und P.S. es gibt einen Haufen essgestörter ausgebildeter, diplomierter "Ernährungsspezialisten", frage Dich doch mal kritisch warum das so ist!

Peter_1
23.07.2011, 17:04
und um es vorweg zu nehmen:
ich will nicht sagen, dass auch Deine Frau essgestört ist, aber wenn Du Deine Frau mal zum Thema befragt hast und sie das ganze völlig normal findet, dann hat auch Deine Frau trotz Expertenstatus ein Problem. Hats Du sie mal dazu befragt?

Frank-Walter
23.07.2011, 17:10
Es gibt keinen Grund einen Patienten mit Hashimoto-Thyreoiditis so einzustellen.

Sag das nicht mir, sondern ihrem Endokrinologen. Und ich habe ihr auch gesagt, dass 25µg weniger die Hashi nicht gleich wieder aufleben lassen werden, und IMHO hat sie auch entsprechend reduziert.
Ich habe ihr ja auch nochmal einen Termin bei einem anderen Endokrinologen besorgt, aber der ist erst in ein paar Wochen (hier bekommst Du einen Termin beim Endokrinologen unter 2 Monaten nur als absoluter Notfall).



Warum verrätst du uns eigentlich nicht, was dich zu ihrem "Gesundheitskoordinator" qualifiziert?

Wie wäre es mit meinem Koordinationstalent?
Und der Tatsache, dass ich im Gegensatz zu manchen Ärzten fähig bin, etwas über den Tellerrand hinauszuschauen.



Dass man bei ihr bei nem BMI von knapp über 26 Probleme hatte, Venen zu finden, lag sicher nicht am Gewicht.

Jepp, wahrscheinlich lag es an den unfähigen Klinik-Ärzten. Nach 4 vermurksten Venen musste ich denen erklären, wie sie das machen sollen.

Gruß
Frank-Walter
P.S.:
Hätte sie es vorher "ausgeglichen", hätte sie wohl eher nicht zugenommen.