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RS-USER-schmoelzi
31.07.2003, 15:08
Und das mit den Kartoffeln hat funktioniert?

Nächster Comic: (in altertümlichen schwarz/weiß und entsprechendem Outfit gehalten)

Arzt zu Schwester: Bringen Sie mir doch endlich die heißen Kartoffelschalen gegen die Mittelohrentzündung!

RS-USER-Claudi
31.07.2003, 15:12
Original geschrieben von schmoelzi
Und das mit den Kartoffeln hat funktioniert?

wie mans nimmt. Es hat zu einer massiven Mittelohrvereiterung geführt - wobei ich aber nicht beurteilen kann, ob es an den heißen Kartoffelschalen lag, oder ob es auch von selbst so schlimm geworden wäre.
Endresultat: Geplatztes Trommelfell (Eiter hat sich schwallartig entleert), 80 % Hörminderung, Tinitus.
Ich weiß es aber nur vom Erzählen. War nicht dabei. Die Patientin war meine Ma ;)

RS-USER-Hoffi
31.07.2003, 15:38
cool

operation gelungen, patient tot...

nefgeländefahrer
31.07.2003, 15:59
Original geschrieben von schmoelzi
Sicher super, aber vielleicht etwas weit weg vom Thema, oder?

T3 und Medizingeschichte???

sollte eigentlich in schwarze seiten..

RS-USER-schmoelzi
31.07.2003, 16:02
Kann passieren, passiert doch hier in den meisten Theme, dass man etwas vom Weg abkommt.

RS-USER-Claudi
02.08.2003, 11:05
Ein freundlicher Mensch hat mir ein antiquarisches Gynäkologiebuch aus den
frühen 20er Jahren (1. Auflage 1905) zukommen lassen.
Hier gibt es eine Statistik über die Sterblichkeit von Müttern und
Kindern bei placenta praevia:
Zwischen 1878 und 1907 lag die durchschnittliche Mortalität
der Mutter bei 19 % (!!) und die des Kindes bei 50 % .
Leider geht aus den Angaben nicht hervor, um welchen Grad es
sich handelte. Die Sterblichkeit der Mütter liegt heute bei 0,5 %.
Netter Schmöker, dieses "Büchlein" (7 Pfund schwer...)
Darin wird sich sicher noch so einiges für diesen thread finden lassen.
Das Buch wurde übrigens noch von Herrn Albert Döderlein höchstpersönlich überarbeitet.
*Brust stolz anschwill*:o


An dieser Stelle DANKE Matthias – falls du demnächst mal wieder
unregistriert hier herumsurfst und das hier liest! Ich weiß es wirklich
zu schätzen! ECHT, EY ! ;) :) :cool:

RS-USER-Katja
02.08.2003, 11:19
Herr Professsor Herxheimer war Dermatologe sienes Zeichen und in Sachsenhausen tätig. Er stellte in der Vorlesung einen jungen Mann von 16 Jahren mit einem Primäraffekt der Syphillis vor (scheinbar war es damals noch einfacher, Patienten mit solchen peinlichen Krankheiten in Vorlesungen zu zerren ;)) und erklärte: "Einen solchen Fall hat die Welt noch nicht gesehen. Dieser junge Mann gehhörte zu den ersten Säuglingen, die ich vor sechzehn Jahren hier in der Klinik ihrer ererbten Syphilis wegen behandelt habe, und zwar mit Dioxydiaminoarsenobenzolderivat, aus dem später das Salvasan entstand. Daß die ererbte Krankheit damals ausgeheilt ist, wird in immunbiologisch überzeugender Weise durch die Tatsache erhärtet, daß der Patient sie von neuem erworben hat." Und dann wies er auf den jungen Mann und sagte mit ironischem Pathos: "Was du ererbt von deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!"
:D

Ghoose
04.08.2003, 17:20
makaber! Gibt es denn keine Immunität gegen die Treponemen nach Ausheilung?? Hmm...anscheinend nicht! Oder liegt es daran, dass die Infektion zu schnell überwunden wurde?
andererseits ist die Lues ja eine chronische Krankheit. Schafft der Körper es überhaupt, eine Immunität zu erwerben? Sind hier nicht Mikrobiologen unter uns? *unwissendblinzel*

DerBlinde
04.08.2003, 18:33
Und wegen der Gummen gab es früher den "Schwiegervatergriff". Wenn die Tochter zum ersten Mal ihren Freund den Eltern vorstellte, reichte man zur Begrüßung die rechte Hand und mit der Linken faßte man den rechten Ellenbogen. Mit dem Daumen konnte man dann recht schnell fühlen, ob Gummen vorhanden waren. ;)

RS-USER-schmoelzi
05.08.2003, 13:21
Aus aktuellem Anlass:

Der Begründer der modernen REA ist verstorben, Peter Safar.

http://science.orf.at/science/news/84105

DerBlinde
05.08.2003, 14:10
Auch er war nicht gefeiht... :rolleyes:
:D :D :D

RS-USER-Claudi
24.09.2003, 20:23
habe kürzlich einen Artikel über die Geschichte des Krankentransportes gelesen.
Dieses Rettungssystem gibt es noch nicht sehr lange. In den 50er Jahren hat man tatsächlich noch die Patienten "eingeladen" und sie möglichst schnell in ein Krankenhaus gebracht. Der Ausbildungsstand des Personals war sehr gering. Viele schwerverletzte Menschen sind so auf dem Transport verstorben. Erst Ende der 50er setzte sich die Erkenntnis durch, dass es sinnvoller ist, die Patienten zunächst von einem Arzt oder gut ausgebildeten Sanitätern "transportfähig" zu machen.
Doch es muss wohl sehr schwierig gewesen sein, der Bevölkerung dieses neue Rettungssystem nahe zu bringen. Es wird von einem Fall aus dem Jahre 1968 berichtet, der für öffentliches Aufsehen sorgte. Nach einer Explosion wurden in einem Krankenwagen zwei Verletzte durch Feuerwehrleute betreut. Wegen der Schwere der Verletzungen wartete man auf den Notarzt. Bei den Schaulustigen entstand jedoch der Eindruck, der Abtransport würde absichtlich verzögert. Schließlich wurden die Feuerwehrleute tätlich angegriffen! Es soll eine regelrechte Lynchstimmung bestanden haben :-p
Beim Lesen dieser "Geschichte des Rettungsdienstes" kam mir der Gedanke, dass die unschöne Bezeichnung "die Fahrer" für die RA, die die betroffenen ja regelmäßig sauer werden lässt (natürlich zu recht ;)) noch aus dieser Zeit stammt.

RS-USER-Hoffi
24.09.2003, 20:25
und mit dem man seine hauis auch gut ärgern kann ;) :-p

RS-USER-DerDings
25.09.2003, 08:39
Original geschrieben von Claudi
"Geschichte des Rettungsdienstes"

ich hatte als zivi mal das glück den ersten Hauptberuflichen "Rettungsfahrer" in meiner heimatstadt zu führen.... der hatte geschichten auf lager: stützpunkt war das hinterzimmer eines Cafe's, gefahren wurde tagsüber alleine. wenn man zu einem unfall hinkam, mußte man erst warten bis die polizei/gendarmerie die fotos gemacht hatte, vorher durfte man gar nicht erst zum patienten !!

vor ~20 jahren gab es in vorarlberg den ersten NAW, der das ganze land versorgte, erst vor 12-15 jahren kamen dann die nächsten NAW dazu, bis heute decken 4 NEF, 1 NAW, notärzte mit privaten blaulichtflitzern (Bregenzer wald) und der C8 das bundesland ab.
wenn man sich dann noch vorstellt vieviel sich auch in sicherheitssystemen getan hat, was autos oder dinge wie forstwerkzeug angeht kann man sich vorstelllen das früher 'n bisschen mehr traumatologisches los war. wenn 'n bully gegen 'ne laterne knallte gabs 4 Tote, heute wirds schürfwunden vom airbag und tlw. nackenschmerzen geben...

will damit nur sagen das ich gerne mit den älteren kollgen rede und mir ihre geschichten anhöre und wundere mich dann immer wieso noch niemand ein buch geschrieben hat... :D

RS-USER-schmoelzi
25.09.2003, 08:47
Hatte ziemlich zu Beginn meiner Zeit als Sani einen Pat. der eben früher auch im Rettungsdienst tätig wer. Er hat sich stark gewundert über Dinge wie eine Absaugeinheit uws. Vom dem "load and run" Prinzip hat er mir auch berichtet.

RS-USER-Hoffi
25.09.2003, 09:06
früher gab es ja auch ne klingel, sie der patient drücken konnte wenns ihm schlechter geht, und dann konnte kurz angehalten werden und die nierenschale gereicht werden...

RS-USER-schmoelzi
25.09.2003, 10:17
In unserem SanKW beim Heer gabs die noch. Wenn wir vor dem Heeresspital mal länger auf einen Pat. warten mussten und der Fahrer hat vorne gepennt, dann konnte man ihn damit super wecken.

RS-USER-Claudi
25.09.2003, 12:49
der erste Notarztwagen soll sogar standardmäßig einen Schneidbrenner mitgeführt haben. Ist das eigentlich immer noch so?

RS-USER-schmoelzi
25.09.2003, 13:00
Kann mich nicht daran erinnern einen gesehen zu haben. Nur der NAW in St. Pölten soll Ultraschall und eine Heizdecke bekommen. Ein Anhänger für das ganz Zeug wäre dann auch sicher sinnvoll.

RS-USER-DerDings
25.09.2003, 15:10
Original geschrieben von Claudi
der erste Notarztwagen soll sogar standardmäßig einen Schneidbrenner mitgeführt haben. Ist das eigentlich immer noch so?

wäre mir neu... eine BF in deutschland hat eine kombination aus RTW und Gerätewagen entwickelt, quasi RTW mit bergeschere, -spreizer usw...
die idee ist nicht schlecht, v.a. für ländliche gebiete mit langen anfahrtszeiten der FF.
das problem dabei ist: wer betreut den patienten während der rausgeschnitten wird ??? unter 4 mann besatzung muß man da nicht mal dran denken und 4 mann besatzung auf einem auto ist im ländlichen gebiet wohl eher wunschdenken und in stadtgebieten ist die feuerwehr meistens zeitgleich mit dem rd am einsatzort, weshalb dann auch dort noch bergegeräte auf dem RTW/NAW ???

aus genau dem grund denke ich nicht das es wahrscheinlich ist das irgend ein NAW mit bergewerkzeug ausgerüstet ist...