Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit den Schwestern - das heikle Thema
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PrinzessinAmygdala
27.04.2014, 14:04
Habe auch schon gute als auch schlechte Beispiele erlebt. Auf der einen Station haben Pfleger und Ärzte gegenseitig voneinander profitiert und sich Tipps gegeben und das auch auf eine nette Weise. Konstruktive Kritik ist alles. Und genauso hab ich es auch schon erlebt, dass man sich gegenseitig schlecht gemacht hat und nur destruktive Kritik losgeworden ist. Und das war nicht nur zwischen Ärzten und Pflegern so, sondern auch innerhalb der Pflege. Da wurden die Jungen von der erfahrenen gemaßregelt. Der Ton macht die Musik. Man kann voneinander lernen und die Qualität verbessern, wenn man sich gegenseitig respektiert und wohlwollend Tipps gibt.
arbeiter79
26.08.2015, 13:08
Was ich belastend finde ist das man im Op täglich Stunden mit diversen, oft den gleichen Schwestern/Pflegern verbringt (gilt für ärztliche Kollegen auch aber hier geht es ja um Schwestern). Das kann grade auch in Kombination mit so machen Ärzten echt nervtötend sein. Auf Station würde man die selben Schwestern, sozusagen in geringer Dosis, vllt sogar noch als ganz angenehm empfinden aber im Op verbringt man ja wirklich Stunden zusammen und es gibt kein Entrinnen, dafür muss man auch gemacht sein denke ich.
Verstehe ich nicht. :-nix
ich verbringe sogar den ganzen Tag mit Operateuren! Und?
Zur Not macht man halt das Fernsehprogramm auf dem Primus ein bißchen lauter und lehnt sich in der Ecke entspannt zurück. ;-)
Zumal ich mit dem Personal im OP bisher mit wenigen Ausnahmen immer deutlich besser zurecht gekommen bin wie mit dem Personal auf Station. Man arbeitet einfach näher zusammen und versteht sich daher auch besser.
Außerdem herrscht doch in der Anästhesie und bei der Pflege ein ständiges Kommen und Gehen. Die lassen sich doch dauernd auslösen. :-oopss Dass man bei einer zweistündigen OP vier verschiedene Anästhesisten hat, kommt schonmal vor. ;-)
Matzexc1
26.08.2015, 16:50
Der Kontakt zwischen OP-Team und Operateuren war bis auf wenige Fälle besser als auf Station.
Lag auch daran das man ein Team sein musste.
Die Stimmung war zwar teilweise unterschiedlich,aber auf Station wesentlich schlimmer
arbeiter79
27.08.2015, 20:45
Man arbeitet einfach näher zusammen und versteht sich daher auch besser.
Das ist für mich das Problem :-peng
Ist auch sehr individuell, ich mag es meine Ruhe zu haben und arbeite auch generel gerne allein. Liegt also auch an mir, bin nicht der Typ der es genießt ständig mit (den selben) Leuten zusammen zu sein.
ehem-user-19-08-2021-1408
03.09.2015, 21:11
Mal etwas interessantes erlebt:
Wir (2 Ärzte und ich) wurden auf der Kardio-Intensiv/Chest-Pain (10 Betten) zu einer Rea gerufen, die im Endeffekt 2h gedauert hat und keiner wirklich Zeit für was anderes hatte.
Als wir fertig waren, sah die Ärztin, dass der Patient, den ich in der Früh aufgenommen hatte mit akut dekompensierter globaler Herzinsuffizienz NYHA3 und 6-8kg Gewichtszunahme in den letzten zwei Wochen seine 40mg Furosemid nicht erhalten hatte.
Kommentar der Krankenschwester: "Sein PVK war para, da konnte ich nichts machen, war nicht p.o. angeordnet"
OK, war nichts schlimmes passiert, aber 3-4h mit mittelschwerer Dyspnoe rumliegen wegen so einer Banalität?
Ich weiß nicht, ich war im Laufe des Studiums in 4 verschienen Ländern, aber in Deutschland nähern sich (leider) viele Krankenpfleger zu reinen Statisten. In der Schweiz zB haben die Anästhesie-Pfleger sogar hin und wieder ZVKs gestochen, wenn Assistenzärzte Schwierigkeiten hatten.
Ich weiß nicht, ob es an der Bürokratie, der Gesetze, der Faulheit oder der Ignoranz mancher Obrigkeiten liegt. Die Stellenlage ist es eher weniger, denn wir auf den Intensivstationen sind top besetzt.
Dies ist auch kein Einzelfall, sondern ist mir aufgefallen, weil das mein erstes und einziges Tertial in Deutschland ist.
Ich will damit nicht sagen, dass jemand Dinge durchführt, derer er nicht mächtig ist. Nur durfte ich schon im 5. Semester meine ersten PVKs legen und Leute, die über 10 Jahre auf der Intensiv arbeiten sehen sich dazu nicht in der Lage .... Verkehrte Welt :-nix
roxolana
03.09.2015, 21:39
Wie ist denn da die rechtliche Situation? Ich habe mich mal mit einer Schwester unterhalten, die in der DDR ausgebildet wurde, und sie meinte, dass die Pflege damals viel mehr durfte, z.B. i.v. spritzen usw. und das sei heute nicht mehr möglich.
WackenDoc
04.09.2015, 08:21
Viggolegen ist eine delegierbare Ausbildung und Bestandteil der Ausbildung soweit ich weiss. Die meisten wollen schlichtweg nicht.
Kann mir auch keiner erzählen, dass die Gabe von Lasix i.v. gefährlicher sein soll als die Gabe von Insulin.
Bei vielen Pflegekräften ist es aber wohl besser, dass sie keine iv-Medikation geben.
Versuch mal auf ner normalen internistischen Station nen Fastentest bei V.a. Insulinom incl. Bestimmung des C-Peptids zum Ausschluss von externer Insulinzufuhr durchzuführen.
*milkakuh*
04.09.2015, 08:35
Es ist eine delegierbare Aufgabe und Bestandteil der Ausbildung ist es wohl auch. Die meisten wollen schlichtweg nicht.
Und warum wollen sie es nicht? Weil in der Pflege einfach auch viel zu wenig Personal da ist. Ich arbeite ja gerade wieder in der Pflege (auf einer internistischen Station) und bekomme es gerade wieder mal hautnah mit. Ohne Witz: Ich hätte bisher für keine einzige Venenverweilkanüle Zeit gehabt. Wir hatten sogar teilweise keine Pause. Pünktlich rausgekommen bin ich selten - dafür muss man sich dann auch noch rechtfertigen. Sowie ein Notfall dabei ist schafft man nicht mal mehr die Routinearbeiten...
Wenn man bis zu 30 Minuten länger bleibt muss man diese Zeit innerhalb von 2 Wochen wieder abfeiern, ansonsten wird sie gestrichen. Wenn man über 30 Minuten länger bleibt muss man eine Begründung schreiben, die dann tlw. auch noch abgelehnt und die Zeit gestrichen wird.
Die Assistenzärzte haben wahrscheinlich auch nicht mehr Zeit dafür aber dann wäre es halt sinnvoll für solche Aufgaben Stationsassistenten einzustellen. Bei uns gibt es die auf einigen Stationen und die sind für die Pflege und für die Ärzte eine deutliche Erleichterung.
Hoppla-Daisy
04.09.2015, 08:45
Wir haben CTA im Haus, die für solche dringenden Viggos auch herangezogen werden.
][truba][
04.09.2015, 08:45
Also im vorliegenden Fall, ist es natürlich nicht richtig von der Kollegin gewesen. Ein Anruf und es hätte auch evtl. oralisiert werden können oder jemand hätte es ihr telefonisch angeordnet/wäre gekommen.
Ne andere Sache ist aber auch (nicht grad bei ner PVK, aber generell), dass es auch ärztliche Kollegen gibt, die sich da fein aus der Affäre ziehen. Arbeite ja auf einer ITS und das schon seit gut 7 Jahren inzwischen. Ich kenne da die meisten Ärzte ganz gut und es gibt genau 2-4, bei denen ich weiß, die scheißen mich nicht hinterher an, wenn etwas mdl. abgesprochen ist und da was daneben geht.
Abends mal kurz vor dem zu Bett gehen Aussagen wie "Gib dem einfach noch Infusionen wenn er mit dem Druck runter geht" "Wieviel denn?" "Ach, da kannst ordentlich reinschütten" "Krieg ich bitte ne Anordnung?" "Mach ich Morgen früh"... Ja, nee. Ist klar... Und so verhält es sich teilweise mit Amiodaron, Furosemid, Vasopressin, (Nor)Adrenalin... aber am Morgen vor´m Chef hat das dann niemand gesagt und niemand weiß warum der Pfleger/Schwester dass einfach so erhöht hat ohne anzurufen.
Alles schon gehabt. Deshalb ist Kommunikation und v.a. Dokumentation auch so wichtig.
P.S: Ich möchte natürlich anmerken, dass ich dann bei entsprechenden Kollegen natürlich Nachts anrufe, wenn es zum entsprechenden Fall kommen sollte.
Etwas OT: aber können wir den Titel nicht in "Umgang mit der Pflege - das heikle Thema" ändern?
Dachte, in D mag die Pflege "Schwester" nicht so gerne :-)
WackenDoc
04.09.2015, 08:51
Selbst wenn sie es nicht routinemäßig machen, finde ich es ein Unding, wenn man sich dann quer stellt, wenn der Arzt beim besten Willen nicht kann und der Patient direkt drunter leidet.
Das sind oft auch die, die auf Teamarbeit pochen und dem Arzt gegenüber mal den Spruch bringen "Hättest du doch mal eben noch machen können" und dann tödlich beleidigt sind, wenn man mal ein "Kannst du mal eben" ablehnt. Vor denen man sich dann rechtfertigen muss, warum man nicht "mal eben" noch was ne Stunde nach eigentlichem Feierabend machen kann, weil man einen unaufschiebbaren Termin hat.
So krass war die Personalsituation in der Pflege auf meiner Station nicht, jede Überminute wurde anerkannt und wenn nicht genug Personal da war, haben wir Ärzte dann halt noch pflegerische Aufgaben wie Blut wegbringen oder Patienten vom Katheter zurück fahren übernehmen müssen und sind dann halt auf nen Freitag statt um 12 dann halt um 16 Uhr raus gekommen.
][truba][
04.09.2015, 08:56
"übernehmen müssen"? Wer hat euch das denn "befohlen"? Doch nicht etwa euer Chef. Na da hät ich ja auch echt keine Lust drauf (gehabt). Ich sag ja auch nicht, dass es nicht auch genug Drachen gibt (mit Sicherheit sogar)
Absolute Arrhythmie
04.09.2015, 09:07
Ich denke man muss das Thema sehr vorsichtig anfassen:
In den drei Krankenhäusern, in denen ich bisher als Schwester gearbeitet habe, gehörte es in keinem zur Aufgabe der Pflege Blut abzunehmen oder Viggos zu legen.
Da ist es berufspolitisch äußert unklug, freiwillig noch Aufgaben zu übernehmen und auf der anderen Seite eine bessere Personaldecke zu fordern.
Und anders herum hab ich es auch schon erlebt, dass mich ein Arzt auf dem Weg zum CT den beatmeten Patienten alleine schieben lässt und auch nicht beim Umlagern hilft. Das ist nicht nur unfreundlich, das war zB auch gefährlich.
Ich selber hab auch nie gelernt wie man eine Viggo legt. Blut hab ich <10 Mal abgenommen. In 9 Jahren in der Pflege. Wenn ich Es könnte, und es zu meinen Aufgaben gehören würde, dann würde ich es machen. Als ich noch in der Psychiatrie gearbeitet habe wollten wir sogar (hätte den Tagesablauf deutlich erleichtert). Aber der Chefarzt hat es verboten, weil Pfleger dafür nicht kompetent genug seien. Na herzlichen Dank auch...
Zum Thema iv-Spritzen:
Da muss man sich an anderer Stelle beschweren, denn das darf ich als Normalo-Schwester einfach nicht. Die Lösung: Medis als KI anordnen, Problem gelöst.
Was ich Viel, viel alberner finde sind die pflegerischen Kollegen, die sich weigern dem Patienten Beloc zoc zu geben, weil doch Metoprolol hexal angeordnet sei... auch da hatte ich in der Psychiatrie laaaaange Diskussionen, dass man das eben nämlich doch darf, solange der Wirkstoff der selbe ist.
Aber viele Probleme weisen glaube ich eher darauf hin, dass es im Team grundlegende Probleme in der Kommunikation gibt.
][truba][
04.09.2015, 09:11
Sofern ich es verstanden hatte, lag die Patientin ja auf ner ITS/IMC. Da hat man ja in der Regel die Befugnis zum Spritzen von i.v. Medikation und sie hat es nur nicht gemacht, weil es keine PVK gab (was nicht geht mMn)
P.S: Generell sonst Zustimmung.
WackenDoc
04.09.2015, 09:15
"Übernehmen müssen" - naja- wenn ich keine TropKontrolle vom Patienten habe und er doch nen Infarkt hat, ist es mein Problem und nicht das der Pflege. Übrigens von der Pflege mit den Worten "Wir machen 2 Rundgänge pro Schicht und da nehmen wir Blut mit, wenn du zusätzlich Blut weg haben willst, dann mach´s gefälligst selber".
Und was das Abholen von Patienten vom Katheter anging- es musste immer eine Pflegekraft auf Station sein (im nachhinein haben wir erfahren, dass ein Arzt auch reicht), es war an dem Tag aber nur einer im Dienst. Und da die Patienten nicht im Katheter bleiben konnten, mussten wir Ärzte sie abholen.
Die Station war aber auch so krass, dass von der Pflege kommuniziert wurde, dass es ärztliche Aufgabe ist, zu kontrollieren, ob die Röhrchen für die Blutentnahmen richtig gestellt sind. Schließlich könne von der Pflege nicht erwartet werden, dass diese Aufgabe korrekt ausgeführt wird und immerin würden wir die Werte ja haben wollen.
Andererseits durfte der Wehrpflichtige, den wir mal hatten nicht eine Information "Frau Müller kann zur Gastro" weitergeben, da er ja nicht examiniert war.
Ein riesiges Problem war aber einfache fehlendes Wissen gepaart mit fehlendem Interesse an Wissen und dazu noch eine unendliche Arroganz von wegen "ich hab sooo viel Berufserfahrung"- sobald es mit dem Wissen auch nur einen Milimeter unter die Oberfläche ging war nichts mehr mehr zu holen.
][truba][
04.09.2015, 09:21
Und das war auf jeder Station so auf der du gewesen bist oder was? Klingt crazy. Noch nie erlebt in dem Maße.
Absolute Arrhythmie
04.09.2015, 09:21
Okay, anscheinend waren die bei dir echt gestört, WackenDoc :-((
Auf ITS oder IMC muss ich natürlich angeordnete medis auch spritzen, klar. Und wenn ich Medikamente wegen fehlender Zugänge nicht geben kann, dann informiere ich den Arzt zeitnah und dokumentiere das auch so.
Zum Thema Pflegekraft muß auf Station bleiben: kenne ich auch so. Bei uns gibt es aber für Probentransporte einen Hol- und Bringedienst und nachts gibt es eine Aushilfe,die man rufen kann. Ansonsten muss der Arzt die zwei Minuten auf Station bleiben oder eben selbst gehen. Die Station unbeaufsichtigt lassen würde ich auch nicht, außer es ist ein absoluter Notfall.
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