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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit den Schwestern - das heikle Thema



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Matzexc1
20.02.2013, 11:59
Ich weiss nicht, ob ich schon zu lange aus Deutschland weg bin.
Allerdings hört sich 1 Pflegekraft für 20 Patienten schon extrem an.
Der Schnitt, den ich im Kopf habe von damals ist 1 Pflegekraft für 7-8 Patienten (im Frühdienst).

Hab ich mit 10-12 in Erinnerung.Und das war in einem kleinen KH im Jahr 2010. Hab aber tatsächlich auch von bis zu 30 Patienten für eine examinierte Kraft und 2 Schüler gehört(im Frühdienst,Geriatrie)

Alex,Ich stimme dir in vielen Punkten zu,aber das Problem ist seit zig Jahren bekannt.

Ich hätte mich gefreut was anderes zu machen als nur Tabletts,Bettpfannen,Waschüsseln und ähnliches herumzutragen oder in der Ausbildung auch andere Sachen zu lernen, z.B Blutentnahme.
Meine Mutter hat in den 60er Jahren ihre Pflegeausbildung an einem Diakonissenkrankenhaus gemacht.
Sie hat dort fast das gleiche gelernt wie ich.

Meine Blutentnahmen durfte ich in der Ambulanz machen. Unter ärztlicher Aufsicht.
Auf Station war es den Schülern und Pflegekräften entweder verboten oder es fehlte die Zeit. Ich hab 30% der Frühschicht mit Papierkrieg verbracht, da war ich noch Azubi.Bei examinierten war's teilweise noch schlimmer. Essen verteilen,neue Essenskarten stecken,Infusionen vorbereiten(ich hab einmal bei einer Antibiotikaerstgabe(auf dieser Station durfte das die Pflege) beinahe eine allergische Patientin erwischt,der Arzt hat nicht gefragt ob sie gegen Piperacillin allergisch ist, dass hab ich kurz bevor ich die Infusion anschliessen wollte; soviel zum Thema denken und delegieren)

Aber das Problem was hier zum Teil hochkocht ist folgendes:
Es fehlt an Kommunikation und Teamwork.

Wir streiten uns hier über Verhaltensweisen die mit ein bisschen Manieren gar kein Thema wären. Einfach höflich sein, auch wenn es schwer fällt. Wenn man mit jemanden Probleme hat spricht man die in aller Offenheit an und sägt nicht an dem Ast auf dem der Gegenüber sitzt.


Gleichzeitig herrscht noch das alte Denken(hier Schwester,dort Arzt), vor allem bei den altgedienten Kräften ist das noch sehr ausgeprägt,dass trifft auf beide Seiten zu.
Zum Teil wird das auch noch von den Alten gefördert
Teiweise werden dadurch neue Erkenntnisse unter den Tisch getreten, der Chefarzt hat moderne Wundverbände erst erlaubt,als man ihm 5 Studien auf den Tisch knallte die belegen das die NACl-Kompresse weniger wirksam ist

Hinzu kommt noch das es einigen gar nicht so recht wäre wenn die Pflege ärztliche Tätigkeiten übernimmt.
1.Eine höhere Qualifikation würde eine höhere Gehaltszahlung bedeuten.
2.Die Grenze zwischen Weißem Kittel und Kasack könnte ja verschwimmen.
3.Das haben wir noch nie gemacht,Dass haben wir immer so gemacht und was wollen sie eigentlich?

Pflegekammern kriegen wir auch in absehbarer Zeit nicht. Ich würde einiges dafür geben wenn wir sie hätten wie die Amerikaner oder andere Länder, oder endlich eine Pflegegewerkschaft und nicht die Fritzen von Verdi, die bei jeder Tarifverhandlung erst rumtönen und dann kommt nix raus, bzw. die Problematik in der Praxis nicht ansprechen.
Aber wir werden all das und die damit verbundene Aufwertung der Ausbildung auf absehbare Zeit nicht bekommen,bzw. das man mit langjähriger Erfahrung noch einen Pflegestudium(Pflegetheorie,Pflegeforschung,etc.) machen kann,in anderen Ländern ist Pflege ein Studiengang.
Manche examinierte Pflegekraft fürchtet teilweise von den Hilfskräften an den Rand gedrängt zu werden(wieso eine examinierte Schwester beschäftigen wenn das 2 Pflegehelferinnen für das gleiche Geld machen). Genau das würden einige spargeile Politiker, bzw. Verwaltungsfritzen noch fördern


Ich kenne über die Kirche eine ehemalige Schwester aus Frankreich. Diese hat Ende der 50er gelernt, schon damals hat sie keine Bettpfanne mehr anrühren müssen.
Andere Länder andere Sitten,andere Geschichte der Pflege.

Ich weiss nicht was die Schweizerischen Pflegekräfte machen. Vielleicht schreibst du's hier rein Alex? Ich würde mich freuen.

ehem-user-02-08-2021-1033
20.02.2013, 12:39
Und dass kann es einfach nicht sein. Denn Essen eingeben ist eine defintiv pflegerische Aufgabe, die z.b. beim Patienten mit Dysphagie nicht von ungelernten ausgeführt werden sollte. Blut abnehmen hingegen weniger.

Ich hätte damals im KPP auch lieber Blut abgenommen, als Patienten gefüttert... aber leider war die Realität (und jetzt wird jeder sagen: zu recht, für den Praktikanten, ;-) ) eine andere.

Aber ich verstehe schon was du sagen willst:
Füttern aka "Essen eingeben" birgt eine nicht zu unterschätzende Aspirationsgefahr.


Aber mal etwas anderes zum Thema Umgang mit Schwestern:

Was ich nie kapiere ist, warum sich Pflegekräfte oftmals den Patienten mit ihrem Vornamen vorstellen?
Und dann beschwert man sich, dass der Arzt "höflich" gesiezt wird und man als Pflegekraft vom Patienten dumm angeredet wird.
(Hab mich damals im KPP nie mit Vornamen vorgestellt.)
Aber Schwester Gabi, Pfleger Udo sind irgendwie "usus" und das verstehe ich nicht so ganz. Warum bestehen viele nicht auf das "Sie"?

Muriel
20.02.2013, 12:43
Die PDL meines ehemaligen Hauses hatte der Pflege damals verboten, sich mit Vornamen vorzustellen und anreden zu lassen. Es wurde per Dienstanweisung festgelegt, dass sie sich mit Frau/Herr XY vorzustellen hätte. Hat sich keiner dran gehalten, nur vor Abheben des Telefonhörers wurde genau geschaut, ob nicht die Nummer der PDL auf dem Display stand ;-)

Matzexc1
20.02.2013, 13:26
Da wären wir mal wieder beim Thema eingefahrene Gleise.

Matzexc1
20.02.2013, 13:28
Ich hätte damals im KPP auch lieber Blut abgenommen, als Patienten gefüttert... aber leider war die Realität (und jetzt wird jeder sagen: zu recht, für den Praktikanten, ;-) ) eine andere.


Da war ich Azubi im 3.Lehrjahr, Praktikanten sind da vom Wissensstand her was anderes

][truba][
20.02.2013, 13:30
Nur weil ich mich mit "Pfleger Thomas" vorstelle, heißt das ja nicht, das man mich nicht siezen soll.
Die meisten meiner Patienten (also eigentlich fast alle) und auch die OA´s, die ich nicht duze, sagen "Thomas, können Sie mal".

Das Thema verstehe ich nicht ganz.

ehem-user-02-08-2021-1033
20.02.2013, 14:00
Da war ich Azubi im 3.Lehrjahr, Praktikanten sind da vom Wissensstand her was anderes

Sorry, das hast du falsch verstanden.
Ich habe das nicht auf dich persönlich bezogen! :peace:

(Ist immer wieder blöd mit diesem Geschreibe in Foren... Da kann man sich schnell unklar ausdrücken und wird falsch verstanden. :-heul )

@][truba][
Siezen und Vornamen haben nichts miteinander zu tun...
Gesiezt und mit Vornamen angesprochen zu werden finde ich persönlich noch viel schlimmer...

"James, könnten Sie mir bitte die Zeitung bringen und etwas Kaffee nachgießen!"
"Jawohl my Lord..."
;-)

Aber suum cuique... Ich würde mich nicht gerne, wie ein Butler anreden lassen.

Kandra
20.02.2013, 14:10
Die Vornamen sind doch einfach dazu da, eine vertrauensvolle Basis zum Patienten aufzubauen. Klingt doof, aber ich lass mir auch lieber von einem Tobias (Name frei erfunden) ne Bettschüssel unterschieben wie von einem Herrn Müller.

SuperSonic
20.02.2013, 14:14
Gesiezt und mit Vornamen angesprochen zu werden finde ich persönlich noch viel schlimmer...
Da sträuben sich mir auch immer die Nackenhaare. Wer unbedingt gesiezt werden möchte, soll sich mit dem Nachnamen vorstellen, und wer sich mit dem Vornamen vorstellt, soll sich nicht wundern, wenn er/sie geduzt wird.

ehem-user-02-08-2021-1033
20.02.2013, 14:18
Die Vornamen sind doch einfach dazu da, eine vertrauensvolle Basis zum Patienten aufzubauen. Klingt doof, aber ich lass mir auch lieber von einem Tobias (Name frei erfunden) ne Bettschüssel unterschieben wie von einem Herrn Müller.

Oder mir vom Tobias (Name frei erfunden) den Finger bei der DRU in den Po stecken, als vom Herrn Stationsarzt (Tobias) Müller.

Ne, ist klar...

Bei all dem Streben nach "Professionalisierung" verstehe ich einfach ums verrecken nicht, warum es dieser einfache Schritt zu mehr Professionalität im Umgang mit dem Patienten nicht in die Köpfe der Basis schafft.

Dann fühlen sich die Pflegekräfte wieder blöd von den Patienten behandelt und als Blitzableiter dient dann im schlimmsten Fall der Stationsarzt (der "feine" Herr, der von den Patienten gesiezt werden möchte...) :-kotz
--> Auch Ärzte haben ein Interese an ausgeglichenen und gut gelaunten Pflegekräften! :-)

alex1
20.02.2013, 14:24
Ich weiss nicht was die Schweizerischen Pflegekräfte machen. Vielleicht schreibst du's hier rein Alex? Ich würde mich freuen.
Ich denke, dass die schweizerischen Pflegenden Einiges mehr als die deutschen machen.
Und dies obwohl ein beträchtlicher Anteil der schweizerischen Pflegenden eine deutsche Ausbildung genossen hat, d.h. frisch aus der Schule auf dem gleichen Niveau jeder deutschen Pflegerin wären.
Ich finde interessant, dass wir hier viel mehr "Pflegeexperten" haben, die in der Tat mit Studienergebnisse umgehen können, neue Standards definieren und dies oft in Zusammenarbeit mit den Ärzten.

Das Aufgabenfeld ist auch weiter als in Deutschland. Zwar läuft die normale Körperpflege, die ganzen prophylaktische Interventionen, usw. weiter, allerdings kommen weitere Aufgaben dazu. Schweizerische Pflegenden werden regelmässig von Pflegeassistentinnen unterstützt. Letztere helfen beim Umlagern, füllen das Lager auf, bestellen Essen, machen Besorgungen für Patienten, putzen Infusomaten, usw.

Was eine schweizerische Pflegende darf und tut, hängt von der jeweiligen Station und dem Haus ab. Allerdings ist es allgemeiner Standard, dass die Pflegenden hier sämtliche Blutentnahmen und das Legen peripherer Zugänge erledigen. Wie ich bereits geschrieben habe, sind das auch "kritische" Zugänge, wo auch z.B. Chemo drüber läuft. Transfusionen werden auch von den Pflegenden erledigt, auf Arztanweisung versteht sich, wobei es auch Stationen gibt, die gewisse Grenzwerte vorgeben, unter denen die Pflegende automatisch den Patienten auftransfundiert. Ich kenne auch Stationen, wo Pflegende die Elektrolyte selbst einstellen, d.h. aufs Labor selbst schauen, den Arzt kurz fragen und entsprechend z.B. Kalium geben. Ähnlich, wie bei den Blutzuckerkontrollen in Deutschland (zumindest war es so, wo ich gearbeitet habe).

Und das sind "normale" Pflegende. Es gibt durchaus spezialisierte Pflegende, z.B. vom Schmerzdienst, die selbstständig an Schmerzpumpen rumdrehen und einstellen, oder Dialyse-Pflege, die mehr oder weniger alles machen.

Eine deutliche Entlastung fürs ärztliche Personal, wenn du mich fragst. Ich spüre auch weniger die Kluft zwischen Ärzten und Pflegenden hier, die ich in Deutschland erlebt habe.

epeline
20.02.2013, 14:40
in einem famulatur-kkh von mir gab es eine "zugangs-schwester" ^^
die hat den ganzen tag viggos gelegt...
ist für alle anderen ja ne nette entlastung, aber wer will das 8h am tag machen???

//stefan
20.02.2013, 15:32
bei uns machen das studentische hiwis auf großen stationen (innere/geri und chirurgie)... 9€/h. nach 3 jahren anästehsiepflege reizt mich sowas aber nicht mehr, zumal man da um halb 7 aufschlagen muss... :-kotz

THawk
20.02.2013, 17:20
[truba][;1605825']Das klingt fast so, als findest du die von dir aufgeführten Punkte sinnlos. Aber warum geht für dich eine Professionalisierung der Pflege damit einher das man "dichter" an die Medizin heran muss? Neue Erkenntnisse kann man nicht nur in der Medizin, sondern auch in der Pflege sammeln. Vielleicht sind diese nicht so "weltbewegend" wie die medizinischen, aber auch diese fließen in die Ausbildungen ein. Ich denke, dass auch die oben genannten Punkte dazu beitragen die Patienten entsprechend besser zu versorgen, als es früher der Fall war. Nur weil ein Arzt diese Punkte vielleicht nicht nachvollziehen kann oder "dumm" findet, heißt das nicht das sie es auch sind. Ich sage ja auch, das die Pflege sich organisieren muss, um ihre Bedürfnisse zu vertreten und besser aufgestellt zu sein. Aber warum sollte man dann als erstes anstreben solche i.v. Boli oder ähnliches zu übernehmen. Ich kenne das als ITS Pfleger zwar gar nicht anders und sehe auch den direkten Nutzen für meinen Patienten, wenn ich ihm direkt Ondansetron o.ä. gebe, aber ich habe auch nur 2 Patienten und nicht 12 oder 16 oder wieviel man auf einer normalen Station versorgen muss.


Das klingt nicht nur so, das ist so!
Frag mal meine Schwestern. Bei einem neuen Kind sitzen die, geschätzt, ungefähr 15min am Computer um ATLs zu dokumentieren, die Pflegemaßnahmen zu planen und eine Pflegeanamnese einzugeben. Pflegeplanung läuft dabei mehr oder minder nach Schema F. Dafür sind sie diese Zeit nicht beim Kind. Und durch die Planung oder Anamnese wird die Versorgung nicht automatisch besser, da sehe ich die Pflegewissenschaften in der Verantwortung das zu beweisen. Und ganz ehrlich - meine Schwestern und Pfleger sehen die Verbesserung ebenfalls nicht.

Ich sehe die Gefahr, dass durch vermehrte Konzentration auf diese Pflege-Theorie die medizinische Ausbildung zu kurz kommt. Neben dem Verständnis für z.B. die pflegerischen Prophylaxen muss der Pflegende ein Verständnis für die Erkrankung des Patienten haben. Fehlt letzteres, ist es zum Ungunsten des Patienten und der Arbeit im Team abträglich.

WackenDoc
20.02.2013, 18:10
Wie die Dokumentation der Pflegediagnosen zu einer absoluten Farce werden kann, hab ich in der Inneren im PJ erlebt.

Pflege hat brav dokumentiert: Pflegeproblem, Pflegemaßnahmen (etc.-ihr wisst was ich meine. Waren 3 Punkte, aber der 3. fällt mir grad ned ein)
Problem: Patient hat Viggo, kann sich entzünden.
Maßnahme: Tägliche Kontrolle und Verbandswechsel.

Tja- hört sich ja alles ganz hübsch an- WENN denn mal wirklich kontrolliert und wirkliche Maßnahmen ergriffen worden wären.
Das wurde brav jeden Tag abgehakt, dass es gemacht war. In Wirklichkeit sind aber die Viggos regelrecht von den Armen weggeschimmelt. Die Pflege hat sich regelmäßig geweigert, Mandrins in ungenutzte Viggos zu machen- ist ja einfacher, wenn man die zieht, wenn sie nicht mehr geht, der doofe PJ oder Arzt wird schon ne neue legen.

Mir ist auch aufgefallen, dass teilweise ein Riesengewese um einfachste Tätigkeiten gemacht wurde. Ich hab mich jahrelang gewundert, was es mit diesem "Rundgang" auf sich hat- tja, das ist der Postgang, den bei uns sonst die Wehrpflichtigen/Zivis gemacht haben (ich glaub, das durften die noch nichtmal auf der Station machen,auf der wir welche hatten).
Achso- besagte Personengruppe durfte auch nicht an´s Telefon gehen und einfachste Infos weitergeben (z.B. Frau Müller kann jetzt zum Röngten)- derjenige wäre ja kein Examinierter.

Matzexc1
20.02.2013, 18:22
Wie die Dokumentation der Pflegediagnosen zu einer absoluten Farce werden kann, hab ich in der Inneren im PJ erlebt.

Pflege hat brav dokumentiert: Pflegeproblem, Pflegemaßnahmen (etc.-ihr wisst was ich meine. Waren 3 Punkte, aber der 3. fällt mir grad ned ein)
Problem: Patient hat Viggo, kann sich entzünden.
Maßnahme: Tägliche Kontrolle und Verbandswechsel.

Tja- hört sich ja alles ganz hübsch an- WENN denn mal wirklich kontrolliert und wirkliche Maßnahmen ergriffen worden wären.
Das wurde brav jeden Tag abgehakt, dass es gemacht war. In Wirklichkeit sind aber die Viggos regelrecht von den Armen weggeschimmelt. Die Pflege hat sich regelmäßig geweigert, Mandrins in ungenutzte Viggos zu machen- ist ja einfacher, wenn man die zieht, wenn sie nicht mehr geht, der doofe PJ oder Arzt wird schon ne neue legen.

Mir ist auch aufgefallen, dass teilweise ein Riesengewese um einfachste Tätigkeiten gemacht wurde. Ich hab mich jahrelang gewundert, was es mit diesem "Rundgang" auf sich hat- tja, das ist der Postgang, den bei uns sonst die Wehrpflichtigen/Zivis gemacht haben (ich glaub, das durften die noch nichtmal auf der Station machen,auf der wir welche hatten).
Achso- besagte Personengruppe durfte auch nicht an´s Telefon gehen und einfachste Infos weitergeben (z.B. Frau Müller kann jetzt zum Röngten)- derjenige wäre ja kein Examinierter.

Hab ich alles erlebt inklusive Übergabe.Die Chirurgie hat mir mal einen Assistentarzt(nachdem sie ihm als behandelndem Arzt mitgeteilt hatten was los ist und sie ihn fragten ob er nachsehen könnte das ich alles richtig sage) hinterhergeschickt,als ich eine Patientin vom Röntgen gleich auf der Intensiv abliefern sollte. Zu diesem Zeitpunkt war ich nicht examiniert.Er hat aber mich reden lassen und alles war ok. Das ist ein Beispiel von Kommunikation und Teamwork wie es laufen sollte

//stefan
20.02.2013, 18:58
@WackenDoc:

Wir haben in der Ausbildung sogar (kann mich noch sehr genau dran erinnern) eine geschlagene Stunde disskutiert, ob man einen Pflasterwechsel bei einer Braunüle MIT oder OHNE sterile Handschuhe machen soll...

Das waren so die Momente wo ich fluchtartig raus wollte und auf´m Bau anheuern wollte. Stein kloppen oder so...

Die Pflegeprobleme werden breit getreten und man führt elendig viele und ungewichtete Maßnahmen auf (je mehr desdo besser!), verliert dabei aber die Praktikabilität und Kosten/Nutzen-Faktor aus den Augen. Und letzlich steht dann halt "Vygopflaster erledigt. KBO Einstichstelle i.O.) und der Patient rennt trotzdem mit einem nach der Morgenwäsche durchtränkten Vygo über die Flure.... und wenn dann die Antiobiose angehängt wird, schimpft man das die wieder im Arsch ist und man nen Arzt holen muss, was das ganze Zeitkonzept wieder über den Haufen wirft. Schließlich will der Patient ja gleich auch wieder abgstöpselt werden, ist ja Essenszeit!

Ach wat bin ich froh mich mit solchen Dingen nicht mehr beschäftigen zu müssen, da lern ich doch lieber Physik... (zum zweiten Mal :-heul )

Dr. Jekyll
01.09.2013, 13:17
ich habe das in der Pädiatrie so gehasst.


es kamen so viele unnütze scheiß Fußangeln. Es hat mich einfach angekotzt. Ich bin echt ein netter Kerl und ich pfeife auch auf Hierarchien. Aber immer wieder dieses nachgekarre.


Lästern der Schwestern über bulimiekranke Mädchen.
Schikanieren des bulimiekranken Mädchens, während es vor den Schwestern ihre Mahlzeiten essen musste.
Maßregeln wenn man mit Babys spielt.
usw.

es waren ja nicht irgendwelche sinnvollen Regeln, um was zu Lernen. Es ging nur ums Schikanieren.

smanpodg
09.09.2013, 17:38
Ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber unser Chef hat eine absolute Hierarchie durchgesetzt. Die Pflege hält sich extrem zurück und lästert höchstens hinter deinem Rücken über dich.. Aber mal im ernst, wie weit ist der nächste OA entfernt, der einem den Arsch aufreisst, wenn man Mist baut ;) Da braucht man nicht noch gute Ratschläge von der Pflege... so sehr ich sie respektiere, aber deren Aufgabe ist eine ganz andere als unsere...

Fr.Pelz
09.09.2013, 18:05
Ist zwar auch nicht das Gelbe vom Ei, aber unser Chef hat eine absolute Hierarchie durchgesetzt. Die Pflege hält sich extrem zurück und lästert höchstens hinter deinem Rücken über dich.. Aber mal im ernst, wie weit ist der nächste OA entfernt, der einem den Arsch aufreisst, wenn man Mist baut ;) Da braucht man nicht noch gute Ratschläge von der Pflege... so sehr ich sie respektiere, aber deren Aufgabe ist eine ganz andere als unsere...

Komisch, ich finde du ziehst da genau den falschen Schluss - gerade wenns nicht so läuft, wie es soll, sind gute Ratschläge von der Pflege wichtig. Die haben schon viele Komplikationen gesehen und mitbekommen, wie andere die gemanaged haben und das Ergebnis. Es gibt immer solche und solche. Auf meiner aktuellen Station sind 2,3 Pflegekräfte, die die Patienten extrem gut beobachten und das kommunizieren, so dass man wirklich etwas verbessern kann. Es gibt aber auch 2,3 die gerade mir und anderen unerfahrenen Assis nichts zutrauen und lästern... Aber trotz allem, ist es immer Quatsch, zu verallgemeinern.