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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umgang mit den Schwestern - das heikle Thema



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Erdbeermond
09.02.2013, 19:48
Danke Brutus, für diesen tollen Beitrag. Dem ist einfach nichts hinzuzufügen.

Die tollsten Teamarbeiten hab ich noch immer dann erlebt, wenn alle zusammen arbeiten wollten, als Hauptziel das wohl des Patienten im Blick hatten und keiner auf seinem Status bestanden hat (auch wenn der Arzt am Schluss das letzte Wort Hat, so wurden doch alle angehört). Da war es egal, ob ich Praktikantin oder Schülerin oder jetzt kurz vor dem Examen war (um mal mich als Beispiel zu nehmen) und ich da nem Assistenzarzt, Oberarzt oder Chefarzt gegenüber stand. Gleiches Spiel im Rettungsdienst. Egal wie stressig die Situation war.

raven07
09.02.2013, 20:03
Zitat:
Das ist ein Forum und hier soll diskutiert werden. Ich hoffe auf eine spannende Diskussion, ohne persönlichen Angriff. Peace :P

][truba][
09.02.2013, 20:12
Ich finde Brutus bringt das mal wieder gut auf den Punkt.

In meiner Zeit als Pfleger habe ich dieses "Respekt muss man sich verdienen" aus beiden Perspektiven gesehen.

Wir haben einen leitenenden Oberarzt der manchmal schon grenzwertig cholerisch sein kann und bei dem immer dachte "Das wird nie was". Fing ich nach dem Examen an zu arbeiten, nannte er mich gefühlte 12 x Rene, 10 x Stefan usw. usf. und beachtete, sowie beäugte mich ständig. Wenn man weiß, wie ätzend er werden kann, ist das echt nervig. Aber nachdem seine Anforderungen gut umgesetzt wurden und er wohl gemerkt hat, das ich meistens weiß was ich da mache wurde es besser. Inzwischen kennt und nennt er mich seit einiger Zeit bei meinem richtigen Namen (den er wohl mit Sicherheit schon immer wusste). Es ist vlt. eine komische Art aber für mich nachvollziehbar. Er ist immerhin der, der sich auf mich in bestimmten Situationen verlassen muss. Mit den meisten anderen Ärzten war es angenehmer und doch muss man sich gegenseitig beweisen das man miteinander arbeiten kann.

Ich hatte aber auch mal eine Ärztin die ich fragte "Soll der jetzt geröngt werden" Und sie fragte mich "Ja, was meinen Sie denn?" Da meinte ich lediglich das ich kein Arzt sei und ich das nicht entscheiden könne aber es vlt. Sinn macht den Patienten nach der Extubation zu röntgen (wie es meistens bei uns gemacht wird, postOP). So konnte sie mit dem Hinweis selber die Entscheidung treffen. Sie ging aber einfach ohne ein weiteres Wort zu sagen weg und ließ mich da stehen. Ich nahm also an das sie den Patienten nicht röntgen wolle und schickte die Blitzerkolonne weg. Einige Zeit später kam die Ärztin zurück und meinte ob er nun das Bild bekommen habe oder wo die Radio-Assis sind. Als ich ihr sagte das ich die weggeschickt habe war ja was los. Kompetenzüberschreitung und das sie die Ärztin wäre usw. usf.

Solche Geschichten hat mit Sicherheit jeder mal erlebt und wird sie erleben. Ich habe meistens auch ein gutes Klima auf den Stationen erlebt. Es gibt eben immer einige wenige die sich daneben benehmen und das auf beiden Seiten. Aber wenn man freundlich ist, zuvorkommend und auch nicht auf den eigenen Stolz bedacht ist (Arzt und Pfleger) dann passt das meiner Meinung nach meistens super zusammen!

@Raven: Ich habe noch nie gesehen das sich ein Oberarzt wirklich hat anfahren lassen. Es sei denn die beiden kennen sich schon Jahre und dann kann sowohl der Arzt, als auch der Pflegende, mal deutlich zum Ausdruck bringen wenn etwas nicht passt. Und genau wegen dem angesprochenen Respekt. Nur bis man den hat dauert es manchmal.

Und das mit dem Studentenstatus: Ich bin ja Pfleger und Student und sehe oft Studentengruppen die ohne ein "Guten Tag" oder "Hallo" an den Schwestern vorbeigehen oder sie gleich Fragen "Wir sind der und der, wo müssen wir hin". Klar, den Studenten ist wahrscheinlich nicht bewusst das es auffällt aber das gehört zum normalen Umgang miteinander. Und wenn ich von Studenten/neuen Assistenzärzten/Oberärzten nicht gegrüßt werde (egal ob ungewollt oder gewollt) macht das definitiv erst einmal einen schlechten Eindruck.

Klar kommt man oft zu Ärzten. Leider sind Ärzte meistens einfach beschäftigt. Da kommt man IMMER unpassend (selbst wenn sie nix machen = Pause = unpassend da man dort auch nicht stören will). Aber man darf nunmal die meisten Dinge nicht selber entscheiden. Man brauch für viele Dinge einfach die ärztliche Einverständniss und kommt so einfach oft auf die Kollegen zu. Man könnte es auch einfach in die Kurve schreiben und warten bis es der Arzt selber sieht aber da hat weder der Arzt, noch ich und vor allem der Patient nix davon. Und selbst wenn ich bei einem Patienten nur den Sauerstoff auf ner Peripherie anmachen will darf ich das eigentlich nicht entscheiden. Da kommt dann wieder die Sache mit dem Vertrauen. Kenne ich den diensthabenen Arzt und weiß das er mir vertraut und ich ihm vertraue, mach ich das O2 an und sage es ihm wenn er mal Zeit hat.

Also immer schön miteinander und egal zu welcher Befusgruppe man gehört, dran denken das alles nur im Einklang funktioniert.
Im Krankenhaus brauch jeder, jeden. Auch die Reinemachefrauen!

][truba][
09.02.2013, 20:15
Zitat:
Das ist ein Forum und hier soll diskutiert werden. Ich hoffe auf eine spannende Diskussion, ohne persönlichen Angriff. Peace :P

Siehst du, da ist schon das Problem. Ich interpretiere das so, das du dich angegriffen fühlst. Das sind einfach nur Erfahrungen von nem (sorry Brutus) "alten Hasen". Nimm die Ratschläge an und versuch sie umzusetzen.

Wenn du das schon als Angriff siehst, kann ich mir denken das es in der Praxis auch zu Missverständnissen führen kann.

MfG Thomas

Nurbanu
09.02.2013, 21:18
Ich stelle mich mal offen auf die Seite von McDreamy und raven07.

Habe zwar keine Berufserfahrung im Medizinsektor, aber dennoch klare Vorstellungen vom Umgang im Beruf, den ich vermutlich bis zur Rente praktizieren werde.

Jeder wird respektvoll und nicht abschätzig behandelt und genau das erwarte ich zurück. Daher kann es nicht angehen, dass sich einige Schwestern wie Oberlehrer aufführen, ihr Gegenüber für dumm verkaufen, dem man alles erklären muss, und sich selbst was auf ihr Alter und lange Berufserfahrung einbilden. Hilfe und Tipps sind sicher bei vielen willkommen, aber keine Bevormundung, Wichtigtuerei oder die Art von oben herab.
Letztendlich sind Schwestern Dienstleister der Ärzte, so wie Anästhesisten die Dienstleister der Chirurgen sind. Aber trotz dieser Tatsache sind alle aufeinander angewiesen, was einen kollegialen Teamgedanken erfordert.

Den anderen Respekt (Achtung, Anerkennung) muss man sich verdienen, wie bereits gnuff und Brutus geschrieben haben.

Solange der verbale Austausch auf normalem Niveau stattfindet, gebietet es schon der Respekt, dem anderen zuzuhören. Anschließend gilt es zu filtern, und manches kann man dann getrost ignorieren. Für nützliche Hinweise bedankt man sich.

Aber wenn die Situation wie im Ausgangsposting beschrieben ist, dann bringt es nichts zu ignorieren. Mit der Zeit fühlen sich die Menschen in ihrem Verhalten bestätigt und es hört nicht mehr auf. Hier gilt es Grenzen aufzuzeigen, wobei die Art und Weise vom Gegenüber abhängig ist und durchaus im freundlichen Ton geschehen kann. Aber es kann doch nicht angehen, dass ein Assi-Chirurg von der Anästhesieschwester einen dummen Spruch an den Kopf geknallt bekommt, weil das Nähen durch den Assi die OP verlängert. (http://www.medi-learn.de/foren/showthread.php?t=80928&p=1596962&viewfull=1#post1596962) Die Narkose macht nämlich immer noch der Arzt. Und um solche „krassen“ Fälle geht es dem Threadersteller. Wir sind erwachsene Menschen, wir können selbst denken und Entscheidungen treffen und wollen nicht wie ein Kleinkind behandelt werden. Und schon gar nicht als erwachsener Mensch vor anderen Personen. Das ist irgendwo erniedrigend. (Wo wir wieder beim – fehlenden – Respekt wären...). In allem steckt ja ein Fünkchen Wahrheit, und so war das mit dem Zusammensch*** schon ernst gemeint. Wie man in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Wer austeilen kann, muss auch einstecken können und bekommt postwendend seine Retourkutsche.

Hand auf's Herz, niemand will vor Dritten degradiert werden, sei es, dass der Partner einem über den Mund fährt oder Freunde einen niedermachen. Nur Mutti darf uns noch wie ein Kind behandeln und mit Spucke den Fleck vom Gesicht entfernen^^

Ihr seid alle viel zu nett, rein in den Ring und sich nicht alles bieten lassen :-))

Miss
09.02.2013, 21:28
Die Pflege und die Ärzte versteh ich als Team und nicht als Dienstleister, ehrlich gesagt. Aber ich arbeite auch in nem Bereich, wo man ZUSAMMEN arbeiten muß, sonst funktioniert das alles nicht.
Und Ärzte untereinander versteh ich auch als Kollegen.
Ich empfinde eher eine Bezeichnung als Dienstleister als ziemliche Unverschämtheit und Respektlosigkeit.

Ihr müßt das wirklich später mal selbst erleben :-meinung

Coxy-Baby
09.02.2013, 21:33
Letztendlich sind Schwestern Dienstleister der Ärzte, so wie Anästhesisten die Dienstleister der Chirurgen sind.

manchmal kommt ironie ja nicht so richtig rüber aber das meinst du nicht ernst oder?

Nurbanu
09.02.2013, 21:34
Ich hätte Dienstleister auch in Häkchen setzen können, habe es aber sein lassen, weil ich davon ausging, dass der nachfolgende Satz als Erklärung reicht:

Letztendlich sind Schwestern Dienstleister der Ärzte, so wie Anästhesisten die Dienstleister der Chirurgen sind. Aber trotz dieser Tatsache sind alle aufeinander angewiesen, was einen kollegialen Teamgedanken erfordert.

Coxy-Baby
09.02.2013, 21:35
Nein der macht es nicht besser....

MissGarfield83
09.02.2013, 21:36
Ich finde es schade, wie verkniffen hier von manchen reagiert wird - manchmal reicht ein humorvoller Spruch als Entgegnung und schon ist Ruhe ... bzw. man hat ein besseres Verhältnis. Es gibt sicher Grenzen die man setzen sollte ( z.B. wenn der Patient gefährdet wird ) - aber meist hilft doch eine sachliche kurze Erklärung warum man jetzt gedenkt nicht den Rat des Pflegepersonals anzunehmen. So fühlt sich jeder wertgeschätzt und es gibt keinen Grund sich über dies oder jenes zu ärgern ... dafür ist mir persönlich meine Lebenszeit einfach zu schade und ich mag es mir im Alltag im KH nicht unnötig schwerer machen.

Erdbeermond
09.02.2013, 21:44
Also den Begriff Dienstleister für die Pflege zu verwenden, finde ich ganz schön heftig.

Mal ein Auszug aus dem Krankenpflegegesetz, was die Aufgaben von Pflegepersonal sind.

Eigenverantwortliche Durchführung von:
- Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege
- Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege
- Beratung, Ableitung und Unterstützung von zu pflegenden Menschen und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit
- Einleitung lebensrettender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen des Arztes

Aufgaben im Rahmen der Mitwirkung:
-eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie und Rehabilitation
- Maßnahmen in Krisen- und Katastrophensituationen

Und vor allem: interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen, um dabei multidisziplinär und berufsübergreifend Lösungen von Gesundheitsproblemen zu entwickeln.

Ich lese da nirgendwo raus, dass die Pflege Dienstleister für die Ärzte sind.
und ich befürchte dass eine solche einstellung für die Teamarbeit nicht förderlich ist.

Edit: genausogut könnte ich als Pflegekraft den Arzt als meinen Dienstleister bezeichnen - immerhin versorge ich ja den Patienten und seine Aufgabe ist es lediglich, Medikamente zu verschreiben und die Organisation zu übernehmen (provokativ gesagt, dass ist nicht meine Ansicht!). Das würde dir als Arzt doch auch nicht gefallen, oder?

Nurbanu
09.02.2013, 21:50
"-eigenständige Durchführung ärztlich veranlasster Maßnahmen der medizinischen Diagnostik, Therapie und Rehabilitation"

Das passt doch in etwa und ist die Schnittstelle zwischen Pflege und Arzt. Es wird eine Aufgabe ausgeführt, die einer in Auftrag gegeben hat. Und natürlich wird sie eigenständig ausgeführt, sonst bräuchte man die Aufgabe nicht zu delegieren.

raven07
09.02.2013, 22:04
mit 14 hatte ich mein erstes Krankenpflegepraktikum und war begeistert.. hatte erwogen kein Abi zu machen und Krankenschwester zu werden. Auf der Krankenpflegeschule hatte ich eine super Zeit mit tollen Leuten, die beiden Blockpraktika dort liefen rund. Krankenpflegepraktikum war *******.. Sogar Patienten haben mich auf die schlechte Art so mancher Schwester angesprochen, über Ärzte und Patienten wurde in sehr übler Weise hergezogen. Mit den Krankenpflegeschülern auf Station hatte ich oft Spaß. Noch mehr Spaß hatt ich mit den Schwestern in der Ambulanz während meiner Famulatur. Blockpraktika während des Studiums liefen auch gut. Die MTA im Labor, die mich eingearbeitet hat, ist mir eine Freundin geworden.

War mir schon klar, dass die Schlaubis rauskommen und der erste gleich anfängt zu schreien es könne ja an einem selbst liegen, das sei meistens so, wie es reinschallt, blabla. Unvoreingenommenheit sieht anders aus! Und auch "alte Hasen" haben ne Art an sich, wie man sieht. Ich spreche von meinen Erfahrungen, weil ich nunmal nur von meinen sprechen kann und nicht so wie Brutus die Weisheit beanspruche. Dass es nach dem Notfall ein klärendes Gespräch gab entspricht wohl deinem Wunschdenken. War nicht so. Versprochen.

Ich wiederum kann mir jetzt gut vorstellen, dass Brutus und seine Fans mit ihrer Art super in so ein System passen. Respekt hat man nicht verdient, man muss ihn sich verdienen. Wie beim Militär. Wer sich keinen verdient ist der Honk. Angriffe gibts nicht, darum braucht sich keine Memme angegriffen fühlen. Es sei denn man ist als Pfleger nicht sachgemäß gegrüßt worden. Da kann man schonmal böse werden.

@truba: habe auch noch nicht gesehen, dass sich der OA hat anfahren lassen. Ich hatte das diesem Thread entnommen.

Ich schätze den Rat der Pflege, solange er gut gemeint ist. Wenn man in schlechten Teams aber die Meinung der Pflege fragt, dann heißt es gleich "Sie sind doch der Arzt". Darum halte ich flache Hierarchien für angebracht. Wo nicht von "Ihr" die Rede ist, sondern von "Wir".

Es ist wohl ein Tabuthema. Wer sagt, dass es Probleme gibt, soll selbst dran Schuld sein. Zum Glück habe ich den Eindruck, dass es stations-/hausabhängig ist. Das ist ein Lichtblick.

gnuff
09.02.2013, 22:09
...Habe zwar keine Berufserfahrung im Medizinsektor... Bingo!


...Die Narkose macht nämlich immer noch der Arzt... Bist Du Dir da sicher? Ich meine, aus welchem unermesslichen Erfahrungsreichtum schöpfst Du diese Annahme?


...wir können selbst denken und Entscheidungen treffen und wollen nicht wie ein Kleinkind behandelt werden...

es geht um den Zeitraum in dem Dir exakt diese Fähigkeit fehlt...



...Ihr seid alle viel zu nett, rein in den Ring und sich nicht alles bieten lassen...

Mach das und lass uns wissen wie es läuft... niemand soll sich alles bieten lassen, das hat auch niemand gesagt, aber ich garantiere Dir, dass Du irgendwann an diesen Thread zurückdenken wirst... tough zu spielen kann hilfreich sein, aber eben nicht immer... geben und nehmen ist die Devise... it's a jungle and you're NOT the tiger!

Achja, und der Dienstleister-Spruch war einfach nur dämlich, egal was für ne Erklärung Du hinterhergeschoben hast... sowas zeigt wie wenig Du über den Beruf, den Du bis zur Rente zu praktizieren gedenkst, weisst...

Brutus
09.02.2013, 23:37
mit 14 hatte ich mein erstes Krankenpflegepraktikum und war begeistert.. hatte erwogen kein Abi zu machen und Krankenschwester zu werden. Auf der Krankenpflegeschule hatte ich eine super Zeit mit tollen Leuten, die beiden Blockpraktika dort liefen rund. Krankenpflegepraktikum war *******.. Sogar Patienten haben mich auf die schlechte Art so mancher Schwester angesprochen, über Ärzte und Patienten wurde in sehr übler Weise hergezogen.
Wenn da über Ärzte und Patienten hergezogen wurde, dann lag das Problem ja wohl nicht in der schlechten Beziehung zwischen ärztlichem und pflegerischen Dienst, oder? Dann hatte da jemand ein grundlegendes Problem!


Mit den Krankenpflegeschülern auf Station hatte ich oft Spaß. Noch mehr Spaß hatt ich mit den Schwestern in der Ambulanz während meiner Famulatur. Blockpraktika während des Studiums liefen auch gut. Die MTA im Labor, die mich eingearbeitet hat, ist mir eine Freundin geworden.
Spricht auch dafür, was ich 4 Zeilen drüber geschrieben habe... Also eher ein grundsätzliches Problem der betreffenden Personen.


War mir schon klar, dass die Schlaubis rauskommen und der erste gleich anfängt zu schreien es könne ja an einem selbst liegen, das sei meistens so, wie es reinschallt, blabla. Unvoreingenommenheit sieht anders aus!
Ich habe nicht gesagt, dass es an DIR liegt, sondern ich habe "vorsichtig gefragt, ob es so sein könnte?" Könnte ja ein rein subjektives Gefühl sein. Und Unvoreingenommen bist DU ganz sicher nicht!


Und auch "alte Hasen" haben ne Art an sich, wie man sieht. Ich spreche von meinen Erfahrungen, weil ich nunmal nur von meinen sprechen kann und nicht so wie Brutus die Weisheit beanspruche. Dass es nach dem Notfall ein klärendes Gespräch gab entspricht wohl deinem Wunschdenken. War nicht so. Versprochen.
Also, erst einmal beanspruche ich nicht die Weisheit! Aber vielleicht spreche ich aus DER Erfahrung, die Dir einfach noch fehlt?!
Woher weißt Du denn, dass es ein klärendes Gespräch nicht gab? Solche Gespräche finden normalerweise nicht mit Praktikanten, WBA und Pflegenden statt... Da sind ganz andere Gehaltsklassen involviert.


Ich wiederum kann mir jetzt gut vorstellen, dass Brutus und seine Fans mit ihrer Art super in so ein System passen. Respekt hat man nicht verdient, man muss ihn sich verdienen. Wie beim Militär. Wer sich keinen verdient ist der Honk. Angriffe gibts nicht, darum braucht sich keine Memme angegriffen fühlen. Es sei denn man ist als Pfleger nicht sachgemäß gegrüßt worden. Da kann man schonmal böse werden.
Du hast keine Ahnung, wovon Du redest, oder? In welches System sollte ich passen? Zum Militär: genau da muss man sich den Respekt eben nicht verdienen. Da hast Du ihn qua Dienstgrad. Der Hauptmann kann noch so eine Flachpfeiffe sein, er darf Dir trotzdem Befehle erteilen.
Zu dem Respekt, den Du Dir verdienen musst: wenn Du willst, dass man Dich ernst nimmt, dann musst Du eben auch zeigen, dass man sich auf Dich verlassen kann. Und das braucht eben Zeit. Was man trotzdem erwarten kann, dass man vernünftig behandelt wird.


Ich schätze den Rat der Pflege, solange er gut gemeint ist. Wenn man in schlechten Teams aber die Meinung der Pflege fragt, dann heißt es gleich "Sie sind doch der Arzt". Darum halte ich flache Hierarchien für angebracht. Wo nicht von "Ihr" die Rede ist, sondern von "Wir".
Genau HIER sind flache Hierarchien NICHT angebracht! Wenn ich mich nicht auf das Team verlassen kann, dann muss ich klarstellen, wer das sagen hat! Denn wenn was schief geht, wer wird dann wohl die Probleme kriegen? "Wieso, ER ist doch der Arzt!"
In einem gut funktionierendem Team, in dem ich den Gegenüber respektiere und vertraue, kann ich flache Hierarchien leben! In meiner ITS-Zeit gab es Pflegende, die habe ich Abends zur Visite gesehen, und danach haben die die Station bis morgens geschmissen. Nur wenn dann wirklich mal die Schei$$e am dampfen war, wurde ich geweckt. Und wenn nachts an der Beatmung geschraubt wurde, oder mal Kalium oder ähnliches gegeben wurde, dann wurde das eben morgens abgesegnet. Aber eben diesen "Respekt" oder besser "Vertrauen", den muss man sich eben erarbeiten. Sowohl als Arzt als auch als Pflege!


Es ist wohl ein Tabuthema. Wer sagt, dass es Probleme gibt, soll selbst dran Schuld sein. Zum Glück habe ich den Eindruck, dass es stations-/hausabhängig ist. Das ist ein Lichtblick.
Ein Tabuthema? :-)) Dafür erzählst Du es aber sehr eindrücklich! :-))
Wie gesagt, mit den Jahren wird man gelassener und "weiser"! :-)

Kackbratze
10.02.2013, 00:18
Mach das und lass uns wissen wie es läuft... niemand soll sich alles bieten lassen, das hat auch niemand gesagt, aber ich garantiere Dir, dass Du irgendwann an diesen Thread zurückdenken wirst... tough zu spielen kann hilfreich sein, aber eben nicht immer... geben und nehmen ist die Devise... it's a jungle and you're NOT the tiger!

In diesem Thread knirsche ich mit den Zähnen, da ich (in meiner bescheidenen klinisch-medizinischen Erfahrung) bisher alles was hier beschrieben wurde miterleben durfte.
Gute Zusammenarbeit, schlechte Zusammenarbeit, flache Hierarchien, steile Hierarchien.

Ich habe keinen allgemein gültigen Rat, ich habe nur selber gelernt, dass man sich erstmal alles anschauen sollte und dann seinen Platz finden muss.
Ich war der Tiger, ich war ein Teil des Teams, ich war Leader des Teams.

Mir hat der "Teil des Teams"-Teil am Besten gefallen, aber eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht.
Beschixxene Situationen gibt es immer, man muss nur merken, was der Beste Weg ist...und der kommt erst mit Erfahrung, nicht mit Forenbeiträgen, Pflegepraktika oder dem Wissen, dass man zumindest hochschulstart.de besiegt hat.

Das ist das Schöne an Medizin im Gegensatz zu z.B. BWL oder Jura, man arbeitet mit Menschen, demnach muss man individuell vorgehen.
Aber es kann auch verdammt anstrengend sein.

:-meinung

Fr.Pelz
10.02.2013, 10:42
Schön gesagt Bratze.

Es ist wirklich individuell zu entscheiden. Wie gesagt, mir hat am besten bis jetzt geholfen, den Gesprächspartnern immer irgendwo eine gute Absicht zu unterstellen. Selbst die gehässigsten Kommentare von meinem OA sind nur dazu da, damit ich den gleichen Fehler nicht nochmal mache und das Patientenwohl nicht gefährde.
Sobald man annimmt, das Gegenüber wolle einen "erziehen", "Grenzen aufzeigen" oder sonst irgendwas auf der Beziehungsebene kommunizieren (Schulz von Thun (http://de.wikipedia.org/wiki/Friedemann_Schulz_von_Thun#Das_Kommunikationsquadr at) ) geht man allein mit dieser Annahme in Gefahr, sich mißzuverstehen und Ärger zu produzieren.

Das mag naiv klingen, na und? Lieber einen vermeintlichen Angriff abperlen lassen als einen gutgemeinten, schlechtformulierten Kommentar als Angriff aufgreifen und damit unnötigen Streit zu provozieren. Und bei "richtigen" Angriffen (explizite Beleidigungen und Herabwürdigungen) kann man immer noch reagieren und "in den Ring treten" (besser natürlich erstmal drüber reden ;-) )

Avicennaa
10.02.2013, 13:46
Es scheint nach allem Anschein Mode geworden zu sein, dass Krankenschwester und Pfleger, die erfahrener sind, ganz unabhängig davon, wie sie sich gegenüber den Ärzten verhalten, zu verteidigen sind, der radikalen Rechtfertigung nach, man sei ein Team und der Status "Arzt" sei in Zukunft doch bitte zu vernachlässigen. Die sechs Jahre Studium und alle anderen Bemühungen werden einfach außen vor gelassen. Plötzlich steht die Krankenschwester oder der Pfleger über dem Arzt.
Wer die Klappe aufmacht, wird als arrogant bezeichnet und ermahnt, man solle sich doch bitte nicht zu sehr aus dem Fenster lehnen. Das ist meiner Meinung nach einfach nur noch absurd!
Jeder gut gemeinte Rat eines erfahrenen Personals ist mit Sicherheit sehr schätzenswert. Es spricht nichts dagegen, dass Ärzte und das Pflegepersonal zusammenarbeiten sollten - aber dann doch bitte miteinander, ohne plötzlichen Rollentausch.
Und weshalb plötzlich jegliche hierarchische Regelungen, die ohne hin von Anfang an dem entsprechenden Beruf zugeordnet sind, hinfällig werden, ist mir ein Rätsel.
Ist hier die Angst einiger Ärzte gegenüber dem Pflegepersonal denn so groß? Herrscht in deutschen Kliniken eine derart große "Mobbing-Angst", dass man jegliches Verhalten tolerieren muss? So dass sogar Ärzte, die das freche Verhalten einiger Schwestern nicht akzeptieren wollen, plötzlich den Fehler bei sich suchen müssen?

gnuff
10.02.2013, 14:13
Es scheint nach allem Anschein Mode geworden zu sein...

Ganz ehrlich, geht's noch?
Du verallgemeinerst hier derart übel... Die Ausgangssituation war hier, dass ein blutiger Anfänger eventuell besser erstmal die Bälle flach hält und es sich besser nicht direkt mit allen Menschen verscherzt, von denen Erfahrung er/sie u.U. noch Jahre profitieren kann... sonst nix! Komm' mal wieder runter!

][truba][
10.02.2013, 14:24
Ich verstehe die Sache auch nicht.
Ich denke ein erfahrener Pfleger, der ein ätzendes Wesen hat, wird niemandes Freund. Mit dem muss man dann zwangsweise in den Saal. Dann arbeitet man ruhig und zuverlässig und überhört so manchen spitzen Kommentar. Klar, man kann ihn auch zurechtweisen aber wozu? Das arbeiten verkompliziert es nur. Jeder hat nunmal seine Macken und manchmal einen guten oder schlechten Tag. Das trifft ja nun auf die allerwenigsten der Pfleger/Schwestern und auch auf die Ärzte zu.

4 Wochen im Beruf ist halt noch nichts. Klar lernt man viel im Studium und es ist auch anstrengend und und und. Trotzdem weiß man vom Beruf erstmal quasi nix. Freu mich schon wenns soweit ist ... :P Deswegen brauch man ja auch 5 Jahre bis zum FA. Man könnte natürlich mal nach 4 Wochen anfangen die Schwester zurechtzustutzen aber dann wäre es doch mal interessant zu sehen wie es weiter geht. Cool bleiben und sortieren ob es gute Tipps sind, oder unsinnige. Manches behält man bei, manches macht man irgendwann auf seine Art und Weise.

Also keep cool :)

P.S: Ich möchte noch sagen das ich natürlich auch finde das es gar nicht geht wenn der Gegenüber persönlich wird oder ähnliches. Dort gilt oben gesagtes nicht. Der Trick ist, nicht jeden Spruch persönlich zu nehmen.