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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Masern & Co. - Wie geht Ihr eigentlich mit Impfgegnern um?



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Relaxometrie
16.03.2015, 09:46
@ FataMorgana: Vielen Dank für Deine ausführlichen, superfundierten und einfach tollen Postings!!!

Lava
16.03.2015, 12:34
Ich bin gestern zum ersten Mal Impfgegnern begegnet. Ein jungens Paar kam mit seiner zweijährigen Tochter mit V.a. Fremdkörper im Fuß. Dass man nicht gegen Kinderkrankheiten impft, weil man irgendwie meint, das Kind muss das mitmachen, ist eine Sachen. Aber nicht gegen Tetanus zu impfen? Eine zu 100% tödlich verlaufende Krankheit, gegen die ich NICHTS tun kann und deren Erreger ubiquität vorhanden ist??? :-(( :-wand Gott sei Dank entpuptte sich der Fremdkörper meiner Meinung nach eher als Warze oder sowas. Da war keine offene Wunde ich hab auch nicht dran rumgeschnibbelt.

Pampelmuse
16.03.2015, 14:02
Ich bin gestern zum ersten Mal Impfgegnern begegnet.

Waaaas, wirklich?! In dieser Stadt?!? :-notify Kaum zu glauben!!!

Und zu beschriebenem Fall fällt mir nur eines ein: DAS ARME KIND!!!

Lava
16.03.2015, 14:10
Ich hatte den Eindruck, dass die gar nicht wissen, was Tetanus überhaupt ist. Ich hätte es ihnen gern erklärt, aber dazu ist in einer Notaufnahme auch wenig Zeit. Und es war ja dann auch erstmal nicht akut nötig.

eny
16.03.2015, 14:35
Ich bin gestern zum ersten Mal Impfgegnern begegnet. Ein jungens Paar kam mit seiner zweijährigen Tochter mit V.a. Fremdkörper im Fuß. Dass man nicht gegen Kinderkrankheiten impft, weil man irgendwie meint, das Kind muss das mitmachen, ist eine Sachen. Aber nicht gegen Tetanus zu impfen? Eine zu 100% tödlich verlaufende Krankheit, gegen die ich NICHTS tun kann und deren Erreger ubiquität vorhanden ist??? :-(( :-wand Gott sei Dank entpuptte sich der Fremdkörper meiner Meinung nach eher als Warze oder sowas. Da war keine offene Wunde ich hab auch nicht dran rumgeschnibbelt.

Ich überlege seit einiger Zeit, was die Impfgegner nun alles ablehnen.
Sind das auch zB. Kinderlähmung, Dyphtherie und diese ganzen Sachen?
Dann kanns aber echt noch unangenehm werden, wenn es immer mehr werden.
Wenn nahezu 100% gegen Masern geimpft sind können sich einzelner sicher eine Impfung ersparen und sich sicher fühlen, tun es immer mehr, könnte es für den einen oder anderen doch kritisch werden.
Ich frage mich, ob das diesen Leuten klar ist?

Und, war es ein echter Notfall oder wird das auch nicht so eng gesehen?

WackenDoc
16.03.2015, 14:41
Ich muss mal genau schauen ob es auch in der STIKO-Empfehlung steht, aber in unserem internen Schreiben heisst es, dass man keine Masernimpfung braucht, wenn man ärztlich bescheinigt Masern durch gemacht hat.

Ansonsten 2 in der Kindheit- Impfschutz vorhanden
1 oder keine in der Kindheit- 1x nachimpfen
1 im Erwachsenenalter (Ü18)- nicht nachimpfen.

Mumps ist in der Empfehlung wie Masern.

Und Röteln: Alle 1x, außer Frauen im gebährfähigen Alter- die sollen 2 bekommen (also irgendwann im Leben). Interessanterweise hatte ich tatsächlich schon eine nicht mehr ganz so junge, dafür sterilisierte Rekrutin mit nur einer.

Edit: Wenn ich jetzt keine Aktualisierung übersehen habe, gelten die Empfehlungen für Mumps und Masern nur für nach 1970 Geborene.

Moorhühnchen
16.03.2015, 18:17
@ FataMorgana und Wacken:

Habe meine alten Unterlagen heute zum HA mitgenommen und wir haben als Konsens beschlossen, nicht mehr zu impfen.
Nach einer Masern-Mumps- und einer Röteln-Impfung sowie der dokumentierten Röteln- und Masernerkrankung. Titerbestimmung wäre sicherlich interessant, aber sicher nicht nötig.
Dafür laß ich dann nächste Woche die FSME auffrischen. :-)

@ Nüse: wann ist denn eigentlich die Taufe und wie hängt mittlerweile der Familien-Haussegen?

Denüse
17.03.2015, 09:32
@ Nüse: wann ist denn eigentlich die Taufe und wie hängt mittlerweile der Familien-Haussegen?Mittlerweile ist Ruhe im Karton, allerdings nicht ohne unsere Familie nun für die im August anstehende Einschulung der einen umgeimpften Tochter auszuladen... ;-) Zja, who cares...? :-))

Muriel
17.03.2015, 09:40
Ich liebe so einen Kindergarten...

Pampelmuse
17.03.2015, 13:29
Ich überlege seit einiger Zeit, was die Impfgegner nun alles ablehnen.
Sind das auch zB. Kinderlähmung, Dyphtherie und diese ganzen Sachen?
Dann kanns aber echt noch unangenehm werden, wenn es immer mehr werden.
Wenn nahezu 100% gegen Masern geimpft sind können sich einzelner sicher eine Impfung ersparen und sich sicher fühlen, tun es immer mehr, könnte es für den einen oder anderen doch kritisch werden.
Ich frage mich, ob das diesen Leuten klar ist?

Und, war es ein echter Notfall oder wird das auch nicht so eng gesehen?

Vielleicht ist diese Familie auch bei einem ärztlichen Kollegen, der selbst Impfgegner ist, in Behandlung... Gibt´s leider auch. :-kotz

Bonnerin
19.03.2015, 16:21
Gerade fast aus dem Sessel gefallen. Beim durchzappen kam ein kleiner Trailer zu einer Diskussionsrunde zum Thema Impfen (den Sender weiß ich leider nicht mehr, war zu geschockt).

Da kam dann zum Schluss eine Frau etwas Mitte bis Ende 50, unnatürlich blonde Haare, die in die Kamera guckt und sagt: "Ja, die wollen die Menschheit ja verringern. Und dafür haben Sie die Impfungen." :-wand

Da hört doch tatsächlich einfach alles aus. Manchmal frag ich mich, warum man mit solchen Leuten überhaupt eine Diskussion anfängt. Vielleicht wäre es einfach mal besser, solchen Leuten mal Fotos von einer Rötelnembryopathie zu zeigen oder ein Video einer Tetanie...sowas halt, einfach Angst machen. Rational kann man die ja ohnehin nicht mehr erreichen, so wie es aussieht.

Miss_H
19.03.2015, 16:34
"Ja, die wollen die Menschheit ja verringern. Und dafür haben Sie die Impfungen." :-wand

Ist doch super, natürliche Selektion greift endlich wieder.

WackenDoc
19.03.2015, 18:01
Ich glaub, das Problem liegt daran, dass die Gefahr durch Infektionskrankheiten und Kinderkrankheiten im Allgemeinen für die meisten zu abstrakt ist.
In Deutschland sieht man kaum noch Polioopfer, kaum jemand kennt jemanden der an Masern oder Röteln gestorben ist.

Dazu noch eine weit verbreitete Abneigung gegen "die Pharmalobby" (die sich eh gut als Projektion für alles Böse eignet, weil sie so schön abstrakt ist) und Glauben in "das Natürliche" gepaart mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Paranoia und der Unfähigkeit Wissenschaft zu verstehen und zack, hat man die Impfgegner.

Bonnerin
20.03.2015, 20:57
Ich glaub, das Problem liegt daran, dass die Gefahr durch Infektionskrankheiten und Kinderkrankheiten im Allgemeinen für die meisten zu abstrakt ist.
In Deutschland sieht man kaum noch Polioopfer, kaum jemand kennt jemanden der an Masern oder Röteln gestorben ist.


Meine Rede. Damit sollte man die Impfgegner konfrontieren (Internet-Übertragungen aus Krisengebieten, Videos...), eben weil man damit jedes "Argument" ihrerseits zunichte machen kann. Denn wie soll man durch Impfungen krank werden in Gegenden, in denen es keine Impfungen gibt? Gerade wieder ne Mutter mit Öko-Hebamme im Fernsehen, die ihrem Sohn keine einzige Impfung geben wird (oder wie man das sagt). Schade, dass sowas überhaupt ausgestrahlt werden darf, alle pro-Argumente aber sofort niedergeschmettert werden

@ Miss_H: So kann mans auch sehen (zumindest, wenns keine Kinder sind) :-dafür

eny
21.03.2015, 10:56
Nun, es ist ja jetzt ein Kind gestorben, eventuell gibt es ein Umdenken.
Und sonst kann man nur sich selber schützen bzw seine Kinder und impfen lassen.

Rhiannon
21.03.2015, 11:35
Meine Rede. Damit sollte man die Impfgegner konfrontieren (Internet-Übertragungen aus Krisengebieten, Videos...), eben weil man damit jedes "Argument" ihrerseits zunichte machen kann.

Bringt auch nix. Das Gegenargument, das die Impfgegner da anbringen ist: "Aber dort sind ja auch die hygienischen Bedingungen vieeeeeeeeeel schlechter. Klar, dass sich das dort so einfach überträgt bzw so schlimm endet. Das könnte unter unseren modernen westlichen Hygienebedingungen nieeeeeeeeeeeeeemals passieren."
Ich kenn selber Leute, die zB die Polio-Impfung unter genau diesem Aspekt als sinnfrei betrachten, weil die ja nur wegen der besseren Hygiene so gut wie ausgerottet wurde, nicht wegen der Impfung......

BetterCallSaul
23.03.2015, 11:58
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Muriel
23.03.2015, 12:29
Das ist mal ein gutes Statement :-top Und wahrscheinlich ist es auch genau das Richtige, diesen eher barschen Tonfall anzuwenden.

Gallilei
25.03.2015, 16:53
Etwas freundlicher ausgedrückt zwar, im Prinzip aber das gleiche Vorgehen hat mein Chef hier auch.

Espressa
25.03.2015, 20:41
Man lese eine Broschüre des Hebammenverbandes zum Thema...
Extrem einseitig.
Beispiel Pertussis: Ausführliches Eingehen auf die bösen Zusatzstoffe in der Impfung, eh kaum Wirkung, oder nur zu kurz, außerdem so schrecklich viele Nebenwirkungen und Impfschäden. Sodass ja der Verzicht geradezu das einzig richitge sein kann. Und mei, schlimmstenfalls kann das Kind halt Keuchhusten kriegen. Punkt - mit einem Satz abgehandelt. Kein Wort über wochenlanges würgendes Husten oder erhöhte Sterblichkeit im ersten Lebensjahr, das wird geflissentlich weggelassen.
Kein Wunder dass Otto-Normalverbraucher nach solcher Lektüre meinen, eine ach so kritisch informierte Entscheidung getroffen zu haben, wenn sie das ablehnen...
Aber erzählt man mal das Gegenteil, ist es sofort das "Spiel mit der Angst". Und klar, Studien über Impfschäden sind natürlich total vertrauenswürdig, aber die über Wirkung und Sinn der Impfungen sind alle getürkt damit die Pharmafirmen schön Geld machen...